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Autor Thema: Bekämpfung ballistischer Raketen  (Gelesen 4658 mal)

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Offline Leutnant Werner

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Bekämpfung ballistischer Raketen
« am: 14 Juni 2009, 13:59:33 »
Ausgangspunkt für diesen Beitrag war folgendes Thema (und darin der Punkt "ballistische Raketen gegen Schiffsziele"):
 --/>/> http://forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,9517.0.html

t-geronimo




Das ist Bullshit, dass ballistische Raketen/Sprengköpfe nicht bekämpft werden können. Nicht nur dem AEGIS-System wird diese Eigenschaft zugeschrieben. Die Amerikaner haben schon 2001 Dutzende irakische Scuds mit dem PATRIOT-System abgeschossen. Die Scud ist eine ballistische Rakete.
« Letzte Änderung: 16 Juni 2009, 22:29:34 von t-geronimo »
"Ach, der Schampus....wie unaufmerksam von mir!" (Günther Lamprecht als Kapitän des Versorgers "Vegesack" in "Das Boot")

Offline Raptor

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Re: Bekämpfung ballistischer Raketen
« Antwort #1 am: 15 Juni 2009, 09:13:07 »
Das ist Bullshit, dass ballistische Raketen/Sprengköpfe nicht bekämpft werden können. Nicht nur dem AEGIS-System wird diese Eigenschaft zugeschrieben. Die Amerikaner haben schon 2001 Dutzende irakische Scuds mit dem PATRIOT-System abgeschossen. Die Scud ist eine ballistische Rakete.

Naja, es stimmt schon daß das Patriot System 1991 einige irakische Scud Raketen abfangen konnte, leider wurde aber die angreifende Rakete nicht immer abgefangen bzw. auch komplett zerstört, sondern verwandelte sich in eine Schrotladung welche anschl. immer noch Zerstörungen am Boden anrichten konnte, aber zumindest wurde der Sprengkopf venichtet.
Das Patriot System hatte übrigens eine Trefferwarscheinlichkeit von max 10% während des zweiten Irakkrieges (1991). 

Heutigen Flugabwehrsystemen bereitet die Defence Technik der ballistischen Raketen schon erheblich größere Schwierigkeiten. So benutzen einige Systeme heute sogenannte semi ballistische Flugbahnen, d.h. die Rakete fliegt in einer deutlich flacheren Flugbahn ins Ziel. Die reduziert deutlich die benötigte Reaktionszeit welche benötigt wird um die angreifende Rakete anzupeilen und zu treffen (1991 flog die irakische Scud ohne diese Verteidigungstechnik mit einer Geschwindigkeit von 3750mph ins Ziel, dem Patriot Flugabwehrsystem ((Radareichweite 70km)) blieb weniger als eine Minute für Entdeckung, Erfassung und abfangen der Rakete).
auch haben viel heutigen Raketensysteme noch die unangenehme eigenschaft während der Schlußphase des Zielanfluges mehrmals abrupt die Flugbahn zu ändern und das mit bis zu 25g. Störsender im Kopf der Rakete sollen außerdem das Feuerleitradar der Flugabwehr verwirren. Zum Schluß kommen noch
Dummyprengköpfe zum Einsatz.
« Letzte Änderung: 15 Juni 2009, 09:28:24 von Raptor »

Offline Leutnant Werner

  • Kapitän zur See
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Re: Bekämpfung ballistischer Raketen
« Antwort #2 am: 15 Juni 2009, 19:59:13 »
@14:
Stimmt schon, dass die Sprengköpfe heutiger ballistischer Raketen viel mehr können als noch vor kurzem. Aber das werden die phased array radars der heutigen Kriegsschiffe auch können. Habe ich nicht irgendwo gelesen, dass die APARs auf den niederländischen Fregatten schwenkbar sein sollen, nur um eine verbesserte Auffassungsfähigkeit gegen ballistische Raketen zu gewährleisten? (Bei der SACHSEN-Klasse hat man auf so was natürlich verzichtet...)

Gruß
Ekke
"Ach, der Schampus....wie unaufmerksam von mir!" (Günther Lamprecht als Kapitän des Versorgers "Vegesack" in "Das Boot")

Offline Peter Strasser

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Re: Bekämpfung ballistischer Raketen
« Antwort #3 am: 15 Juni 2009, 20:02:15 »
Wohin soll das APAR denn da schwenken? Nach oben?

Offline Redfive

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Re: Bekämpfung ballistischer Raketen
« Antwort #4 am: 15 Juni 2009, 22:49:43 »
Zitat
abe ich nicht irgendwo gelesen, dass die APARs auf den niederländischen Fregatten schwenkbar sein sollen, nur um eine verbesserte Auffassungsfähigkeit gegen ballistische Raketen zu gewährleisten? (Bei der SACHSEN-Klasse hat man auf so was natürlich verzichtet...)

Das APAR ist auf den niederländischen Fregatten genauso wie auf den deutschen Fregatten starr in einen Doom eingebaut, der mehrere Platten mit den jeweiligen Sensoren in alle vier Himmelrichtungen und in verschiedenen winkeln angebracht ist. Habe weder bei uns auf Fregatte Sachsen noch auf einer niederländischen Fregatte jewals einen APAR-Mast drehen oder schwenken sehen.  :MLL:
Und auch wenn es wieder vielen schwerfallen wird das zu glauben, aber was APAR auf den deutschen und niederländischen Schiffen leistet. Muß man einfach Live miterleben und sehen um es zu verstehen und zu Glauben. Und unsere amerikanischen Kollegen bei der USN, unterlassen keinen Versuch soviel als möglich über das System in Erfahrung zu bringen. Sei es keine Schießfreigabe im Übungsgebiet zu erteilen, weil sie UMBEDIENGT die Frequenzen des APAR wissen müssen damit es zu keinen Unglück bei einer Übung kommt oder unsere oder auch niederländische Schiffe mit Schiffen, Flugzeugen und U-Booten wann immer es geht zu beschatten.  :-P

Die Leistung von APAR finde ich Enorm, alleine schon wenn man mit diesen Schiff vom Jadebusen aus den Flugverkehr am Frankfurter Flughafen überwachen kann finde ich eine sehr gute Leistung. Die Schießergebnisse von dem System können sich auch sehen lassen, sowohl im Hand- als auch im Automatikbetrieb. Ich sag mal so, ob Normale Drohnen oder Überschalldrohnen oder Flugkörper vom Typ Kormoran, wurden vom System bei Versuchen ohne große Probleme Erkannt und Bekämpft. Es kahm nicht ein Flugkörper in die nähe der Fregatte Sachsen und was man in manchen Zeitschriften oder TV-Sendungen hört oder ließt, sollte man nicht immer alles in bare Münze aufwiegen.


Gruß
Sven  :MG:
Werft: Schwerer Kreuzer Prinz Eugen, Leichter Kreuzer Nürnberg

Offline Big A

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Re: Bekämpfung ballistischer Raketen
« Antwort #5 am: 16 Juni 2009, 07:31:40 »
@Sven   top top

aber:
aus Deinem Mund ein Lob für "Fregatten"?!? :-o

 :-D
Axel
Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

Offline Redfive

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Re: Bekämpfung ballistischer Raketen
« Antwort #6 am: 16 Juni 2009, 22:38:51 »
@ Axel

na Zerstörer gibt es ja nicht mehr. ( Offiziell )  :O/Y
Und da ich selber fast 3 Jahre auf der Sachsen gefahren bin und das System kennengelernt habe und gesehen habe, was Sie leisten kann wenn alles funktioniert. Bekommt auch eine Fregatte ein dickes Lob von mir.  :MZ:
War übrigens auch letzten Samstag in WHV und habe mir das Einlaufen von Sachsen und Lübeck angeschaut, war ganz komisch das ganze Schauspiel mal von der anderen Seite zu beobachten.  :MLL:

Und zu deiner Beruhigung Axel, danach war ich dann auch noch zu meiner kleinen Lady ( D186 ) und habe Ihr auch noch einen langen Besuch abgestattet.  :wink:

Gruß
Sven  :MG:
Werft: Schwerer Kreuzer Prinz Eugen, Leichter Kreuzer Nürnberg

Offline Lutscha

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Re: Bekämpfung ballistischer Raketen
« Antwort #7 am: 17 Juni 2009, 07:24:36 »
Das ist ja barer Unsinn, wenn das stimmen würde, hätten SIE ja recht!

Typisch deutsche Argumentationsweise.

Offline Leutnant Werner

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Re: Bekämpfung ballistischer Raketen
« Antwort #8 am: 28 Juni 2009, 10:54:52 »
@ 4, 7:

"Ces derniers (F 804 DE RUYTER, F 805 EVERTSEN) seront plus simples et ne seront pas gréés en batiments de commandement. Recevront des missiles SM - 2 MR BLOCK IV pour la défense antimissile balistique à partir de 2009"

Bernard Prezelin: Flottes de  combat 2002, S. 815.

Ein entsprechender Hinweis fehlt bei den Fregatten der Sachsen-Klasse. Habe gerade nicht viel Zeit, aber wegen den Unterschieden bei der APAR-Sensorenphalanx werde ich noch weiter recherchieren.

Kann jemand den Artikel in der Marinearchiv mal zitieren, in dem von erheblichen Schwierigkeiten an den Schnittstellen zwischen Sensoren, Führungs- und Waffeneinsatzsystem und der Bewaffnung auf der SACHSEN die Rede war. Ist vor ca 2 Jahren dort erschienen, steht leider nicht mehr online zur Verfügung
"Ach, der Schampus....wie unaufmerksam von mir!" (Günther Lamprecht als Kapitän des Versorgers "Vegesack" in "Das Boot")