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Autor Thema: HMS HOOD  (Gelesen 27988 mal)

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Leutnant Werner

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HMS HOOD
« am: 08 Februar 2009, 11:43:13 »
Hallo Freunde,

War mal wieder, meinem Stuhldrang folgend, ein eifriger Leser in Francois Emmanuel Brezets Werk: Die Deutsche Kriegsmarine 1935-1945. Obwohl ich alle B-Schiff-Themata eigentlich aus Prinzip auslasse, trifft Brezet eine wirklich bemerkenswerte normative Aussage. Ich zitiere:

"Obwohl er mit PRINCE OF WALES (Captain Leach) über eines der modernsten Schlachtschiffe der Royal Navy verfügte, hatte Holland seine Flagge auf der HOOD (Captain Kerr) gesetzt. Er glaubte, gute Gründe dafür zu haben: Die PRINCE OF WALES hatte ihre Erprobungsphase noch nicht abgeschlossen (wegen der letzten Arbeiten waren Zivilisten an Bord), und jetzt kommt´s und die HOOD galt trotz ihres Alters von 20 Jahren mit 48000 t ( bei voller Gefechtsbeladung), ihrem starken Panzerschutz, einer Artilleriebewaffnung von  8 x 38 cm und einer Höchstgeschwindigkeit von 31,7 Knoten als das schnellste und mächtigste Schlachtschiff der Welt."

Normalerweise wird ja vom Untergang der HOOD in einer Art berichtet, als hätte das B-Schiff einen alten Pappkarton zusammengefaltet. Die obenstehende Aussage wertet das vollkommen anders.

Kommentare zum Gefechtswert der HOOD sind äußerst erwünscht....

LG
Lt.

Offline Huszar

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Re: HMS HOOD
« Antwort #1 am: 08 Februar 2009, 12:02:50 »
Hallo, Ekke

Hab vor einigen Monaten im Rahmen des grossen "Wettschiessens" (allen damaligen Schlachtschiffe mit allen damaligen Kanonen beschossen - wir wollten es damals auch graphisch umsetzen) auch die Hood drangenommen. Wie es sich herausgestellt hat, hatte sie eine negative Immunitätszone...

Allerdings:
Dieser Umstand sollte damals NICHT bekannt gewesen sein. Auf dem Papier konnte man durchaus damit rechnen, dass die Panzerung halten wird. Der Mythos "Hood" hat sein übriges getan. Es ist unbestreitbar, dass sie eines der schnellsten Schlachtschiffe damals gewesen ist, und den gleichschnellen Schiffen haushoch überlegen war (von einer VV und Richelieau mal abgesehen).

An Hollands Stelle wäre ich auch auf Hood eingestiegen (wenn eine Nelson nicht zV steht...)

mfg
alex
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1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

Offline Ralf

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Re: HMS HOOD
« Antwort #2 am: 08 Februar 2009, 12:06:45 »
Naja, sie war ja die größte in Europa. Yamato hatte ja irgendwie gar keiner auf der Rechnung. Dann hatte sie ja auch einige erfolgreiche Fahrten hinter sich, auch wenn sie in keiner dieser Situation einem Schiff wirklich "Auge in Auge" gestanden hat... Der Umbau war geplant, wurde aber wegen des Ausbruchs des Krieges verschoben...

Aber letztendlich war sie ein schneller Papiertiger. Der ja für ganz andere Aufgaben gebaut worden war... Imposant, schicke Linie, stolz... Aber eben aus Papier...

Zwar steht im Gröner: "Dass die HOOD im WW II trotzdem (Revision der Panzerung und Umbauten) durch unglückliche Treffer verloren ging, sprach an sich weniger gegen dieses Pamzerungssystem als solches, sondern vor allem gegen die nicht mit der Zeit gegangenen Schutzeinrichtungen der Munitionskammer."
Gröner, Seite 189, Spalte II, 1. Absatz


Wenn ich mir die Panzerschemata im Gröner anschaue, dann war der Seitenpanzer mit bis zu 305mm im Gürtelbereich evt. vergleichbar. Aber die Deckspanzerung ist ja alles andere als robust...

Was sicher eine starke Karte war, waren die 8 x 38,1 cm SK/42... Sie hatten mit den neueren Zielvorrichtungen eine böse Zeilsicherheit und konnte mit seiner Geschwindigkeit das Geschehen gegen die meisten Gegner bestimmen... Ich hätte meine Standarte auch auf die HOOD gepflanzt...

EDIT: Lol, Alex...  :MG:

Btw.: @ Ekke: Man gut wir haben kein Geruchsforum!  :O/S
Gruß
Ralf
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Offline Urs Heßling

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Re: HMS HOOD
« Antwort #3 am: 08 Februar 2009, 12:09:08 »
Hallo, Lt.

wenn ich diesen Text (ich traue wikipedia eigentlich nicht so sehr)
http://de.wikipedia.org/wiki/Lancelot_Holland
richtig interpretiere, war die HOOD schon vorher Hollands Flaggschiff, er blieb also "einfach" an Bord (dort hatte er seine "eingerichtete" Kabine, es war auch sein Stab eingeschifft und es gab eine geübte Zusammenarbeit mit der Schiffsbesatzung). Also kein "Einsteigen".
Demnach hätte sein Verbleiben auf der HOOD nichts mit einer Einschätzung des Gefechtswert des Schiffs seinerseits zu tun (dazu kam dann noch die "Unerfahrenheit" der PoW)

Gruß, Urs
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Offline t-geronimo

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Re: HMS HOOD
« Antwort #4 am: 08 Februar 2009, 12:15:51 »
Das beste an ihr waren definitiv die Geschütze, die sicherlich zu den besten Marine-Geschützen gehören.
Und verglichen mit den alten Pötten der QE-, R- und Nelson-Klasse war sie sicherlich immer noch schnell, aber die 31 kn erreichte sie definitiv nicht mehr.
Für den Rest zitiere ich mal Raven/Roberts "Die britischen Schlachtschiffe des 2. WKs":

"1939 wurden die Maschinenanlagen 20 Jahre alt und sie zeigten überall Verschleiß. Sie bedurfte neuer Kessel und die Turbinen hatten eine Neubeschaufelung nötig. Die Möglichkeit, unbegrenzte Zeit mit hoher Fahrtstufe zu laufen war nicht mehr gegeben.
Ihre Verdrängung war zu groß, die Stabilität zu niedrig und der Horizontalschutz bedurfte der Verstärkung."

Die Modernisierung war für 1941 geplant, nachdem die von Queen Elizabeth abgeschlossen war. Dazu kam es dann ja nicht mehr wegen eines Schiffes, dessen Name mit B anfing...
Gruß, Thorsten

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Offline aru

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Re: HMS HOOD
« Antwort #5 am: 08 Februar 2009, 12:33:00 »
Hallo, Die HOOD war doch ein Schlachtkreuzer.Von der Grösse und der Bewaffnung sicherlich gleichwertig.In der Höchstgeschwindigkeit den meisten sogar Schlachtschiffen überlegen.
Aber in der Panzerung hoffnungslos unterlegen.
Die HOOD war wohl von der Zeit und  der Technik eher mit zuletzt gebauten Schlachtkeuzer der deutschen
kaiserlichen Marine zu vergleichen,obwohl keiner von Diesen das Kaliber 38 CM führte.
Gruss
ARU

Offline Spee

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Re: HMS HOOD
« Antwort #6 am: 08 Februar 2009, 12:44:21 »
Servus,

ist die Frage nicht, wie hätte "Bismarck" auf die Granaten der "Hood" reagiert? War sie immun dagegen bzw. hätte "Hood" die "Bismarck" in einem Artillerieduell versenken bzw. kampfunfähig machen können? Wenn ja, wäre "Bismarck" dann auch nur ein Papiertiger?

Alex? Harold? Spiel für euch und euer Künste?
Servus

Thomas

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Casto Secundino María Méndez Núñez

Offline t-geronimo

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Re: HMS HOOD
« Antwort #7 am: 08 Februar 2009, 13:05:37 »
Nachtrag zur Geschwindigkeit:

Bei Mers-el-Kebir schaffte Hood es nicht, die mit 29 kn fliehende Strasbourg zu stellen...
Gruß, Thorsten

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Offline Ulrich Rudofsky

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Re: HMS HOOD
« Antwort #8 am: 08 Februar 2009, 14:05:32 »
1941 hatte die HOOD merkbares Übergewicht, das sich über die Jahre durch einige Umbauten angesammelt hatte.

Geplanter Umbau 1942: http://www.hmshood.com/history/construct/repair42.htm

Extended forecastle deck. Hood's stern [sic] [Bug? UR] was notoriously wet due to her overweight condition. An extension was considered for the simple fact that it might help keep the quarterdeck [sic] [foredeck/Vorderdeck? UR] a bit drier”.

Angeblich sank sie tiefer und tiefer nach jedem Refit und die HOOD wurde ein “nasses Schiff” gennant.  Die A und X Türme verloren an Höhe und der Bug tauchte unter.  Mit voller Fahrt wurde der A und B Turm immer nach Achtern gedreht, wahrscheinlich um das Gewicht  vom Bug wegzunehmen.  Wegen dem Übergewicht, das weit über dem originalen Entwurf lag, litt das Schiff von Anfang an von “structural stress”, sodass ein Abwracken vor dem Stapellauf  damals schon vorgeschlagen wurde.  
Ulrich Rudofsky

Offline Huszar

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Re: HMS HOOD
« Antwort #9 am: 08 Februar 2009, 14:44:35 »
Hallo,

@Ulrich:
nene, ist schon das Heck gemeint! Turm Y stand bei hohen Fahrstufen und bei geringstem Wellengang unter Wasser.

@Thomas:
gegen die alten 15"-Granaten (die Hood führte)
145hm:
GP kann durchschlagen werden, Böschung nicht
Zitadellpanzer und Splitterschott können durchschlagen werden, PzDeck nicht mehr
Oberdeck kann durchschalgen werden, PzDeck nicht

200hm:
GP kann durchschlagen werden, Böschung nicht
Zitadellpanzer kann durchschlagen werden, Deck nicht
Oberdeck->PzDeck geht

254hm: ausser Reichweite

Dagegen Hood:
145hm:
12" bzw 7" GP->2"Böschung: geht
7" GP-> 2" Deck nicht bekannt (9,5°, im Programm müssen es min. 10°sein)
5" Zitadelle->1"Deck->2"Deck: nicht bekannt, Problem wie oben
2" Deck->1" Deck->2" Deck: geht

200hm:
geht überall durch

254hm:
12" GP hält, der REst geht durch

mfg

alex
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Offline Woelfchen

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Re: HMS HOOD
« Antwort #10 am: 08 Februar 2009, 14:52:34 »
Zitat
Mit voller Fahrt wurde der A und B Turm immer nach Achtern gedreht, wahrscheinlich um das Gewicht  vom Bug wegzunehmen.

Die Geschütztürme der damaligen Zeit waren Gewichtsmäßig schon ausgeglichen, das heist der Schwerpunkt lag mittig auf der Barbette. Damit war es egal in welcher Richtung die Türme gedreht waren.
Der Grund warum sie nach Achtern geschwenkt wurden war das man das eindringen von Wasser in die Türme verhindern wollte.

Zur Eigentlichen Frage:
Die Hood war, trotz aller Mängel und Alterserscheinungen, ein schnelles und kampfstarkes Schlachtschiff. Nicht umsonst war sie der Stolz der Marine. Was sprach den dagegen mit diesem Schiff ins Gefecht zu fahren. Vor allem wenn man bedenkt das man sowieso eine Überlegenheit von 2 zu 1 hat?

Offline Spee

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Re: HMS HOOD
« Antwort #11 am: 08 Februar 2009, 15:25:13 »
@Alex,

danke für die schnelle Reaktion.
Korregiere mich wenn ich falsch liege, aber nach meiner Deutung deiner Daten heißt das, "Hood" hätte "Bismarck" einen tödlichen Treffer beibringen können. Richtig?
Servus

Thomas

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Casto Secundino María Méndez Núñez

Offline Huszar

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Re: HMS HOOD
« Antwort #12 am: 08 Februar 2009, 15:41:00 »
Hallo, Thomas,

Ja, stimmt.

WENN sich das B-Schiff irgendwo zwischen ca. 170 und 213hm befindet, UND das Deck getroffen wird  :wink:

Theoretisch möglich, wahrscheinlicher ist aber ein tödlicher Treffer auf Hood

mfg
alex
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Offline Spee

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Re: HMS HOOD
« Antwort #13 am: 08 Februar 2009, 16:44:45 »
@Alex,

irgendwo müssen sich ja rund 20 Jahre Entwicklung im Schiffbau bemerkbar machen.
Aber folgen wir mal deinen Berechnungen und "Hood" hätte auf ca. 190hm einen tödlichen Treffer gelandet, würde man "Bismarck" deshalb zu einem Papptiger abstempeln?
Für mich liest sich das so, daß Holland durchaus eine Chance hatte. Aber das Schicksal und eine 38cm-Granate von "Bismarck" waren dagegen.
Servus

Thomas

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Offline Ulrich Rudofsky

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Re: HMS HOOD
« Antwort #14 am: 08 Februar 2009, 16:56:51 »


1941 hatte die HOOD merkbares Übergewicht, das sich über die Jahre durch einige Umbauten angesammelt hatte.  Das und die Senkung der WL trug angeblich zur Geschwindigkeit bei: 1920 – 31 Knoten, 1941- 28,8 Knoten.
HMS Hood wurde als “Battle Cruiser” und nicht als “Battleship” bezeichnet da den damaligen Royal Navy Regeln nach Grosskampfschiffe die mehr als 24 Knoten machen konnten  BC anstatt BB genannt wurden.


http://www.hmshood.com/ship/hoodspecs4.htm
Ulrich Rudofsky