Technik und Waffen > Waffensysteme

Deutsche Schiffskanonen Kaliber 38,0cm und 40,6cm

<< < (2/2)

Trimmer:
Ergänzung: "Adolf-Kanone " vom Kaliber 40,6  war als Nachfolger der  Geschütze der Bismarck- Klasse vorgesehen. Einsatz in Küstenbatterie Norwegen und in der Batterie "Lindemann " in Frankreich

Gruß - Achim - Trimmer

delcyros:
Krupp hatte tatsächlich schon vor dem ersten Weltkrieg grünes Licht für die Entwicklung eines 16" gegeben.

Aber dabei will auch einiges zusätzliches bedacht sein.
Zum Einen war die von dir für das 38cmL45 angedachte V0 von 890m/s zwar korrekt, aber das betraf vorderhand nur das Geschütz. Tatsächlich waren die Streuungen bei dieser hohen V0 und dem relativ kurzen Rohr einfach inakzeptabel, weswegen die 38cmL45 der BAYERN-Klasse nachträglich in der V0 auf 800m/s reduziert wurden. Man kann schließlich nicht die Rohre nachträglich verlängern.

Ähnliches passiert mit der russischen 14"/52 und mit dem französischen 38cmL45. Was nützt die hohe Durchschlagskraft des Geschosses wenn die Batteriestreuung nicht in Hm sondern in Km gemessen werden muß?

Für ein Landgeschütz ist das ja noch ziemlich egal, die mit erhöhter V0 abgefeuerten 38cm Geschütze hatten auch Streuungen, alter Schwede!

bodrog:
Interessante Diskussion, aber wie die Daten vom Kruppgeschütz 1912 (m.W. der Entwurfszeitraum von SMS Bayern) sein sollen ist mir nicht bekannt, ich weiss nur, das dass Waffendepartement gegen das von Krupp angebotene 40,6 cm L/35 votierte. Hatt Krupp da einfach was hochgerechnet oder gab es Versuchsmuster?

Spannender als die Frage 38 cm oder 40,6 cm wäre ja mal was über die geplante 42 cm SK L/45 des Projekts 20e alpha zu erfahren, zumal ja auch die Österreicher dieses Kaliber für ihre späteren Entwürfe vorgesehen hatten. Wie war im WK I überhaupt die Zusammenarbeit der Mittelmächte bezüglich Entwicklung von Schiffsgeschützen? Ich habe dazu mal gelesen, dass für Mackensen und Ersatz-Monarch man sich zusammen auf 35 cm wegen einer einheitlichen Munition geeinigt habe, jedoch wenn ich mir die Daten der Geschütze anschaue, so fällt ja gleich das unterschiedliche Geschossgewicht ins Auge (600 kg vs. 635 kg).

MfG

Ulli

delcyros:
Zum 38cmL45 konnte noch folgendes Gefunden werden:

"Für die 38-cm-SK L/45 gab es zwei verschiedene Geschosse. Die Sprenggranate mit 400 kg Gewicht L/4,1 (Länge = 4,1 x Kaliber) mit Bodenzünder und Kopfzünder mit ballistischer Haube hatte eine Anfangsgeschwindigkeit von 1040 m/sek, maximale Reichweite 47.500 m.
Die Sprenggranate L/5,4 mit 750 kg Gewicht mit Bodenzünder und Kopfzünder mit Haube konnte bei einer Anfangsgeschwindigkeit von 890 m/sek 38.700 m geschossen werden.
Neben Seezielen beschossen diese beiden Batterien auch die Stadt und den Hafen von Dünkirchen, hier wurden während des 1. Weltkrieges die meisten Güter und Nachschub für die Westfront ausgeladen.
Ein Geschütz der Batterie Moere blieb bis in die 50er Jahre erhalten, erst mit dem Bau eines modernen Seebades wurde das Geschütz verschrottet."

Dass es nur zwei Geschoßtypen gab, ist falsch und bezieht sich nur auf zwei Bettungsstellungen der Landfront (keine 750kg L4,1 Sgr, kein 750kg L3,5 Psgr), wobei einzelne Geschosse des Kalibers 38cm (ein 660kg Sgr im DHM in Berlin und ein 1000kg Spgr) zusätzlich berückstigung finden müßten. Die V0 Angabe bezieht sich ebenfalls auf die ursprüngliche Auslegung mit erhöhter V0, die in Teilen von Landgeschützen verwandt wurde, nicht die zum Zwecke der Verbesserung des Streuungsbildes reduzierte V0 der SK.


François, G.: Les canons de Marine Allemands de 38 cm SKL/45 “Max
Breyer, S.: Deutsche Schiffsartillerie an Land, In: Marine Arsenal Special Band 7, Podzun-Pallas Verlag, 1997.
Anonymus, Entwicklung unserer Marineartillerie 1913 bis 1920, V.D. Küstengeschütze; Reichswehrministerium/Marineleitung (Berlin) 1923.

zur Frage der Kooperation mit Skoda:

Boleslav, L.: Schwere Küstengeschütze. Nicht realisierte Entwicklungen der Firma Skoda, In: Fortifikation. Fachblatt des Studienkreises für Internationales Festungs-, Militär- und Schutzbauwesen e.V., Sonderausgabe 5 (1997)113-121.

Die Geschosse waren netürlich völlig unterschiedlicher Art, dennoch wären bestimmte Maschienen für die Produktion ident geblieben.

Harry64:
Nach dieser Seite hier

http://homepages.thm.de/~hg6339/data/ah/battleships/1917_bb-projects/tec_ah-bb_page7_dt.htm

wurde ja auch von der k.u.k. Kriegsmarine geplant irgendwann eventuell mal auf den neuen geplanten Schlachtschiffen 42-cm Skoda-Geschütze einzubauen.

Hat jemand hierzu vielleicht nähere Informationen ob mit dem Bau dieser Geschütze noch begonnen wurde, bzw. wie es denn mit den ballistischen Daten der Geschütze und Munition ausgesehen hat.

Die Granaten der 38-cm und 42-cm Geschütze sollten ja mit den deutschen Granaten austauschbar sein - gibt es Hinweise auf die ballisitschen Daten der geplanten deutschen 42-cm Geschütze?

Grüße

Harry

Navigation

[0] Themen-Index

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln