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Autor Thema: Gefechtszeichnungen Dänemarckstr  (Gelesen 1428 mal)

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Offline Josef

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Gefechtszeichnungen Dänemarckstr
« am: 14 August 2005, 16:51:02 »
Schönen Sonntag alle!
Nachdem Bernd mir die Hartrichtungsdaten für díe achteren Türme der Hood nach Stb-voraus übermittelt hat (grundsätzlich bis 30°; Schiffsbe-schädigungen durch den Luftdruck ausschließend: Y-Turm bis 40°, X bis 30°) ist es erklärbar, warum Hood auf ihrem Kurs von 300° die Prinz Eugen nicht mit allen 4 Türmen erreichen konnte. Offen bleibt noch, warum sie das nicht getan hat, als sie um 0555 auf 280° ging. Das hätte den Winkel auf fast 60° geöffnet. Bei fast allen Gefechtszeichnungen stoße ich auf das gleiche Phänomen.
Mir Gedanken darüber machend, habe ich mal auf der Hood-Website die ADM 234/509 geöffnet und die Zeichnung B der Tracks ausgedruckt. Das gleiche Spiel. Aber hier kommt noch was hinzu:
Unten, im britischen Kurs, sind die Minuten mit angegeben. Ich, wie ich nun mal bin, habe nachgemessen. Beim britischen Kurs beträgt die Wegstrecke zwischen 0555 und 0600 Uhr 36,5 mm (habe den Ausdrück vergrößert, aber das ist ja egal, weil es hier um das Verhältnis geht). Das ergibt nach Adam Riese in der Verhältniskeitsrechnung 5 Min. = 36,5 mm; 7 Min. = 51,1 mm. Die Wegstrecke auf dem oberen Bismarck-Kurs müßte also bei gleicher Geschwindigkeit und gleichem Maßstab 51,1 mm betragen. Pustekuchen!!, denn dort beträgt die reine Luftlinie zwischen 0553 und 0600, warum auch immer, 70 mm. Nun sitz ich hier und überlege, warum Bismarck beim gleichen Maßstab und gleicher Geschwindigkeit mehr Wegstrecke zurücklegt. Bekam Bismarck Flügel oder wurde die Zeichnung geschönt?
Probiert das doch mal aus, Größe des Ausdrucks ist egal (aber nicht "Verzerrung zulassen")
Wie gesagt, schönen Sonntag noch!

Josef

Online Mario

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Gefechtszeichnungen Dänemarckstr
« Antwort #1 am: 14 August 2005, 18:25:44 »
Wieso eigentlich die gleiche Geschwindigkeit ???
PoW lief doch höchstens 28 knoten, oder irre ich hier ???

Online t-geronimo

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Gefechtszeichnungen Dänemarckstr
« Antwort #2 am: 14 August 2005, 19:38:53 »
Der britische Verband soll knapp 29 kn gelaufen sein.

Die Konstruktionsgeschwindigkeit der KGV-Klasse betrug wirklich 28 kn, aber bei Nennleistung.
Bei 10% Überleistung der Maschine war vielleicht ein klein wenig mehr drin für kurze Zeit.
Aber keinesfalls als Dauerhöchstgeschwindigkeit.

Der dt. Verband lief 30-30,5 kn, PG machte teilweise Dampf für 32,5 kn.
Gruß, Thorsten

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Offline Josef

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Gefechtszeichnungen Dänemarckstr
« Antwort #3 am: 14 August 2005, 22:43:20 »
@ Thorsten

Ja, der dt. Verband konnte das laufen, aber im KTB "PG" steht 27 kn, irgendwo steht dann später: "....die Fahrt von 28 kn konnte gehalten werden". Ich hab noch mal zurück geblättert, aber keine Fahrterhöhung verpaßt.
Und was die Briten betrifft, da steht in allen Dokumenten 28 kn.

Josef

Offline Josef

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Gefechtszeichnungen Dänemarckstr
« Antwort #4 am: 15 August 2005, 11:27:00 »
An besagter Zeichnung habe ich einen weiteren Fehler entdeckt, der die Qualität der Zeichnung in Frage stellt:
Den Minutenabstand auf dem Kurs des brit. Verbandes mit dem Zirkel von 0555 bis 0556 abgemessen, ergibt sich durch durch das Weiter-stecken bis 0600 bei meiner Ausdrucksgröße eine Differenz von 2,5 mm Minus.
Soweit zur Qualität von amtlichen Zeichnungen!!!

Josef

Online t-geronimo

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Gefechtszeichnungen Dänemarckstr
« Antwort #5 am: 16 August 2005, 00:05:16 »
Da, wo der Verband vom 30 kn wieder auf 27 kn heruntergeht, ist bei mir ein Colafleck in meinem Ausdruck... :oops:

Habe mir die digitale Version nun nochmal ausdrucken lassen.
Vielleicht sollte ich sie auch laminieren lassen... :idea:
Gruß, Thorsten

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Offline Josef

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Gefechtszeichnungen Dänemarckstr
« Antwort #6 am: 16 August 2005, 14:06:35 »
Hi Thorsten,

sehe ich das richtig, dass Du den Zeitraum weit vor dem Gefecht meinst?
"24.o5., 0008 auf 30 sm gegangen", "0021 auf 27 sm" gegangen". Diese Fahrt ist für das ganze Gefecht vermerkt. In seinen "Betrachtungen zum Abschluß des Durchbruches", KTB "PG" schreibt Brinkmann auf Seite 25 (Originalnummerierung). 13. Zeile von unten: "...die Fahrt von 28 sm konnte gehalten werden".  Wenn Du jetzt glaubst, Du hättest auf den Seiten vorher was verpaßt, so ist dem nicht so. Du findest keinen Eintrag einer Fahrterhöhung auf 28 sm.

Take it easy, Cola gibt keine Weinflecken!

Josef

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Gefechtszeichnungen Dänemarckstr
« Antwort #7 am: 16 August 2005, 20:35:51 »
Korrekt, diese Angabe meinte ich.

Wie wurde eigentlich damals die Fahrt gemessen?
Ich meine, nur nach den Umdrehungen der Maschine? Oder über eine Art Staudrucksensor?

Könnte mit 28 sm evtl. Fahrt über Grund sein? Also Umdrehungen für 27 kn + 1 kn Meeresströmung
Gruß, Thorsten

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Online Mario

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Gefechtszeichnungen Dänemarckstr
« Antwort #8 am: 16 August 2005, 20:49:01 »
Zitat
Wie wurde eigentlich damals die Fahrt gemessen?
Ich meine, nur nach den Umdrehungen der Maschine? Oder über eine Art Staudrucksensor?


Oftmals liest man die Formulierung:"...machen Umdrehungen für 18 knoten ..."
Ich denke mal, bei der Erprobung der Maschienenanlagen wurden verschiedene Versuchsfahrten durch bekannte und vermessene Gewässer durchgeführt. Anhand von markanten Landpunkten kann dann die Geschwindigkeit errechnet werden. Von diesen Daten geht man dann aus.
Wenn ich Eure Beiträge richtig lese, dann werden die Geschwindigkeiten ja auch immer gerundet. 27 kn, 28 kn, 29 kn usw. Die tatsächliche Geschwindigkeit lag vieleicht bei 27,356 knoten, aber so genau wollte das dann doch wohl keiner wissen.

Offline Josef

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Gefechtszeichnungen Dänemarckstr
« Antwort #9 am: 17 August 2005, 10:28:41 »
@ Thorsten und Mario

Die Erprobungsstrecke der KM befand vor Neukrug (Ostsee), dazu zogen die Schiffe eine Schleppanlage mit einer Meßeinrichtung hinter sich her. An Land befanden sich zusätzlich Meßpunkte. Dadurch wußte man dann, wieviel Umdrehungen für welche Fahrt das Schiff tatsächlich brauchte - über Grund!
Durch Seegang und Wind wurde diese Geschwindigkeit natürlich mehr oder weniger beeinflußt. In See wurde die Fahrt mittels eines Staurohres an den Fahrtmeßanzeiger übertragen. BS besaß eine vordere und eine hintere Fahrtmeßanlage. Bei unklarem Wetter wurden diese - so zu errechneten - Fahrstrecken auf der Seekarte eingetragen (gekoppelte Fahrt oder gegißtes Besteck). Welche Fahrtstrecke man tatsächlich zurückgelegt hatte, konnte erst festgestellt werden, wenn sich die Gelegenheit bot, die "Sterne zu schießen" (heute geht das alles per GPS)

Josef