Torpedoversuchsschiff Walter Holzapfel

Begonnen von HHdroopy, 20 November 2017, 23:37:01

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HHdroopy

Moin halina,

danke für Deine Zeilen!

Von Vater habe ich praktisch nichts über die Jahre gehört, ab 45 ging ja sowieso alles zunächst "den Bach runter". Als er in 46 wieder auftauchte, hat er noch später auf einem Flußbagger gearbeitet, ist aber bald erkrankt und war leider für meine Mutter und uns 5 Kinder nichr mehr groß ansprechbar.

Mein Wissen habe ich allerdings aus einem Alu-Kasten mit Belegen und Dokumenten, den er hinterlassen hat. Den hat er an Bord angefertigt und der ist in all dem Nachkriegschaos erhalten geblieben (habe ich heute noch).

Daraus habe ich auch ein Porträt-Foto, welches ihn mit einer Reg.-Nr. auf der linken Brustseite zeigt, offensichtlich von der Gef.-Reg.

Mein Wissen um den Verbleib der H. als DEEPWATER habe ich längerfristig recherchiert, auch aus Navy-Quellen, da gibt es sogar Bilder, u.a. von der Harverie, bei der die H. so schwer beschädigt wurde, daß sie 1960 abgewrackt werden musste...war offensichtlich aber recht solide gebaut, lag ja seit 1939 "im Wasser".

In Freiburg werde ich wegen KIB nachfragen, bin ich leider noch nicht drauf gekommen. :biggre:

Gruß! HHdroopy

HHdroopy

btw.

Es gibt im Wehrmacht-Forum einen TORPEDO-Thread, in dessen Verlauf ausführlich und mit Bildern über und von der TVA Eckernförde/Gotenhafen pp, auch mit poln. Texten bzw. Bildern diskutiert/berichtet wird:

www.forum-der-wehrmacht.de/index.php/Thread/6823-Der-Torp-Thread/
Gruß! HHdroopy

bettika61

Nicht verwechseln, die meisten Fotos zeigen den TWP Gotenhafen Hexengrund der Luftwaffe. Das Schießstandsgebäude ist heute Ruine.

Die Kriegsmarine baute sich nach Übernahme von Hexengrund durch die LW einen neuen Schießstand, die TVA Gotenhafen Oxhöft, bei der  die WALTER HOLTZAPFEL Dienst tat.
Grüße
Beate

,,Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." George Santayana

bettika61

Zitat von: redfort am 09 Dezember 2017, 16:58:48
eine TF-Kennung wirst du auch nicht finden, weil TF = Torpedofangboote steht.
Die Holtzapfel war ein reines Torpedoversuchsschiff das zur Erprobung der Torpedos ( T.E.K. ) diente,
Hiernach http://dubm.de/lebenslauf-des-bootes-u-393/
auch Einsatz als Zielschiff und Torpedofangboot
ZitatZeitraum bis Juli 1944
Im Sommer Nacht-Torpedoschießen mit dem neuen Torpedo T XI Typ G 7es Zaunkönig mit Horchkopf. Zielschiff und Fangboot ist die Walter Holzapfel. 


Grüße
Beate

,,Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." George Santayana

bettika61

über den Namensgeber Korvettenkapitän Walter Holtzapfel
zuletzt "Präses des Torpedo-Versuchs-Kommando Kiel"
+ 25.1.1917 Kieler Hafen bei "der Erprobung eines wichtigen Kriegsgerätes"
Grüße
Beate

,,Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." George Santayana

HHdroopy

Hallo Beate,

besten Dank für deine versch. Beiträge! Interessant, was es alles btr. der TVA und spez. des Schiffes noch zu finden gibt -.

Durch deinen letzten Beitrag ist mir (noch-)mals aufgefallen, daß der Name HOLZAPFEL fast noch öfter mit "tz" vorkommt.

Ich habe nur einen Originalbeleg mit Namensnennung, das ist das Abmusterungszeugnis meines Vaters von Juli 45, als das Schiff unter Navy-Bestand kam oder so -. Da ist im Zeugniskopf ein etwas verrutschter Stempel, liest sich nicht so gut, könnte aber mittig ein Buchstabe "tz" sein, also zusammen als einer.

Bzgl. des Korv.-kapit. H als Namensgeber habe ich bei dir erstmalig gelesen - das erscheint ja stimmig.

Andererseits habe ich mal gelesen, ein H. sei ein sehr früher pers. u. Parteifreund von HITLER gewesen, der auf diese Weise von H. geehrte werden sollte...

Ist ja nicht wichtig.

Gruß! HHdroopy

bettika61

#21
Zitat von: HHdroopy am 20 November 2017, 23:37:01
Möchte gern wissen, wann/wie das Schiff aus Gotenhafen herausgekommen ist, wo aufgebracht und Verbleib bis zur Übergabe nach GB.

Danke!
Hallo,
ein "Lebenszeichen" von 27.November 1945
ZitatZu der Anlage Kolbewerft gehörte seit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht noch das Torpedo-Versuchsschiff "Walter Holtzapfel" [sic]
aus Vermögenserfassung Anlage Kolbewerft   des Torpedoarsenal Ost ( RM131_607 )

Mit "Kolbewerft" ist das Gelände der  ehem. Werft Stocks & Kolbe in Kiel gemeint , auf dem  1938- 1943 das Torpedoarsenal Mitte (TAM) errichtet wurde . 1943 wurde das TAM nach Rudolstadt verlegt, in Kiel verblieb nur das Torpedokommando.
Zum Zeitpunkt der Vermögenserfassung ist das Torpedoarsenal Ost der Nutzer, das Torpedokommando Kiel aufgelöst.
Später nachgenutzt durch den Seefischmarkt Kiel, heute ist dort u.a.GEOMAR https://goo.gl/maps/cULD9GbrXYv

Edit Rudolfstadt korrigiert in Rudolstadt
Grüße
Beate

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Schorsch

Hallo Beate!

Zitat von: bettika61 am 29 November 2018, 13:44:01
(...)
Mit "Kolbewerft" ist das Gelände der  ehem. Werft Stocks & Kolbe in Kiel gemeint , auf dem  1938- 1943 das Torpedoarsenal Mitte (TAM) errichtet wurde . 1943 wurde das TAM nach Rudolfstadt verlegt, in Kiel verblieb nur das Torpedokommando.
(...)
...weil ich auch schon darauf reingefallen bin, ein kleiner Hinweis: das Torpedoarsenal Mitte befand sich im thüringischen Rudolstadt (also das ohne f, dafür aber mit der Heidecksburg).

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
'Judea, London. Do or Die.'

"Ubi dubium ibi libertas." (Wo Zweifel ist, da ist Freiheit.)

bettika61

Hallo schorsch,
Danke, ist jetzt korrigiert  :MG:
Grüße
Beate

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bettika61

Zitat von: HHdroopy am 20 November 2017, 23:37:01
Die Holzapfel gehörte zur TVA Eckernförde, war 1945 in Gotenhafen stationiert.
...
Das Schiff ist im Frühjahr noch unbeschädigt aus der Danziger Bucht heraus und irgendwie in die westl. Ostsee gelangt. ..
Möchte gern wissen, wann/wie das Schiff aus Gotenhafen herausgekommen ist, ....
Danke!
Hallo,
DEFE 3-574 S 190 gibt Auskunft:
am 19.4.1945 Richtung Eckernförde
Grüße
Beate

,,Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." George Santayana

Alex Shenec


schappi1976

Moin,

anbei ein paar Bilder der HMS Deepwater (ehemals Walter Holzapfel).
Die Originalbilder habe ich bei ebay erstanden. Leider ist meinerseits eine zeitliche Zuordnung nicht möglich  :|

vg Angel
Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.
Antoine de Saint-Exupéry

Gabler

#27
Hallo Allerseits,

bei der Lektüre der Funkmeßunterlagen (wie kann es anders sein :-)) bin ich mehrfach auf dieses Versuchsschiff gestoßen und habe mal ein paar Schnipsel zusammengesetzt:

Daß das FuMG 39 genau auf die Bedürfnisse der Torpedowaffe zugeschnitten war, geht zumeist aus der Literatur nicht so richtig hervor, jedoch stammten die Finanzmittel für Forschung und Entwicklung des Funkmeßgeräts bei der Gema zu ganz erheblichen Teilen wenn nicht komplett aus nicht abgerufenen Mitteln, die eigentlich für die Torpedoentwicklung vorgesehen waren. Dementsprechend wurde seitens der TVA auf die Entwicklung Einfluß in deren Sinne genommen und auch bspw. gleich nach dem Versuchsträger Grille/Welle aus 1935/36 als erste schwimmende Einheit im Juli 1937 das Torpedoboot "G10" fest mit einem Dete-I-Prototypen ausgestattet (Bild mit FuMO-Matratze u.a. in Weyer´s Taschenbuch der Kriegsflotten 1939 und auch noch 1940 zu sehen oder im Radarthread).

Auch das Versuchsschiff "Walter Holtzapfel" sollte als eine der ersten Einheiten im April 1940 mit dem (Vor-)Serien-Dete-Gerät Nr. 13 der Gema (FuMG 39) ausgestattet werden, wie die Dete-Liste vom 27.11.39 belegt:
Sie dürfen diesen Dateianhang nicht ansehen.
Da diese Liste aber mit Kriegsbeginn umgeändert wurde und zunächst die großen Einheiten mit Funkmeß ausgestattet wurden, mußte sich "DWL" noch gedulden, bis das Dete-Gerät Nr. 59, ein FuMG 40 am 25.06.41 an die K.M. Werft nach Kiel zur Montage in einen "kombinierten Stand" auf "Walter Holzapfel" ausgeliefert wurde:
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Nach der Bord-EM-II-Liste, Stand 01.09.41 war jedenfalls spätestens zu diesem Zeitpunkt auf "DWL" ein EM-II-Gerät in einer "kombinierten Drehhaube" montiert:
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Dieses Gerät ist erkennbar auf den folgenden Bildausschnitten, die ich Bildern aus diesem Faden entnommen habe (Vielen Dank nochmal an die Beteiligten fürs Einstellen):
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Sie zeigen einen auf das Brückendach aufgebauten eckigen Stand, aus dem seitlich die Ausleger eines optischen Basis-Meßgeräts herausragen. Die Seetakt-Antenne ist wiederum auf dem Dach des Standes auf einer Säule montiert und offenbar fest verzurrt, also nicht separat drehbar. Demnach wurde sie mit dem gesamten Stand mitgedreht.

Auf der Aufnahme, die im Beitrag #8 verlinkt wurde:
https://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,15235.msg207540.html#msg207540
ist der Stand noch nicht montiert, das Bild ist also offenbar vor Juli/August 1941, wohl in Eckernförde entstanden:
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Auch auf dem letzten Bild in Beitrag #25, das an Bord erstellt wurde, ist die Brücke noch ohne FuMO-Haube zu sehen:
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hingegen im ersten Bild im selben Beitrag mit der kompletten kombinierten Anlage (s.o. mit Beflaggung). Diese Bilder sind also zu verschiedenen Zeitpunkten entstanden. Auf den Nachkriegsaufnahmen aus England wiederum ist die FuMO-Matratze demontiert und nur noch der Drehstand mit dem Basis-Gerät vorhanden:
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Es handelte sich demnach wie in den Akten beschrieben um einen der seltenen kombinierten Stände. Das "besondere" daran ist eben, daß anders als bei den kombinierten Hauben auf den Dickschiffen hier die Antenne nicht vorn am Stand, sondern offenbar fest auf dem Dach des Drehstands angebracht wurde, sicherlich zwecks Reichweitenerhöhung und um über die Brüstung hinwegsehen zu können. Nach M.D.V. 950 würde diese Anlage als FuMO 27 durchgehen. Vielleicht gibt es weitere Informationen über die Verwendung des Schiffs? Ich hätte da nur ein Indiz...

Grüße

Gabler

Darius

Hallo Gabler,

prima Ergänzung zu diesem Thema.

Diese und die anderen "Radar"-Themen wäre doch eigentlich eine gute Basis für einen Fachartikel im HMA 
--/>/> https://www.historisches-marinearchiv.de/sonstiges/artikel/index.php  :MZ:

:MG:

Darius

Gabler


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