Seefliegerhorst und Fliegerhorst Bug auf Rügen

Begonnen von Eddy, 04 Oktober 2013, 18:50:09

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Beate

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Götz von Berlichingen

#91
Zitat von: Eddy am 13 November 2013, 19:31:37Völlig stutzig machen mich aber die Beschreibungen der Luftbilder von 1944 mit Gebäuden und einem turmähnlichen Gebilde. Unseres Wissens nach sind alle Gebäude auf dem Südbug, incl. Posthaus, 1936 gesprengt bzw. als Ziele für Bombenwurftrainings genutzt wurden. Das da 1944 noch etwas gestanden haben soll ist rätselhaft. Wo findet man diese Luftaufnahmen?
Eddy

Hallo Eddy,

vielleicht wurden - wenn die These von Karlsch bezüglich eines Test einer kleinen Kernwaffe stimmen sollte - extra für diesen Test wieder Bauwerke errichtet, um die Zerstörungskraft der Bombe beurteilen zu können? Dies ist m.W. für solche Tests üblich (wurde auch in den USA und in der Sowjetunion so gemacht). Wäre die Zerstörung an dem Einmann-Bunker evtl. durch die Druckwelle des Tests möglich gewesen (ich kenne mich mit solchen Dingen nicht aus)?

Die Luftbilder sind leider nicht in dem Buch von Karlsch abgebildet. Er gibt leider auch keine Archivsignatur der Bilder an oder erläutert, in welchem Archiv sie überhaupt lagern (im Quellenverzeichnis findet sich die USAF Historical Research Agency, Maxwell AFB [Air Force Base = Fliegerhorst] Alabama).

Ich zitiere mal die betreffende Fußnote 144 auf S. 373:

»Die amerikanischen Luftbilder vom 19.04.1944 und 04.04.1945 sowie ein russisches Luftbild von 1953 wurden von Matthias Muckel (Mull  Partner, Hannover) ausgewertet.«

Ich nehme an, daß dies die Website dieser Ingenieursgesellschaft ist:
http://www.mullundpartner.de/399/

Man befaßt sich dort offenbar auch mit Kampfmittelräumung und Rüstungsaltlasten und hat deshalb wohl Erfahrung mit der Auswertung einschlägiger Luftbilder.
Vielleicht lohnt sich ja mal dort eine Nachfrage, wo die betreffenden Luftbilder zu finden seien.

Im Internet habe ich diese Luftbilder vom Bug gefunden (aufgenommen von der RAF am 22.11.1943):
http://aerial.rcahms.gov.uk/database/results.php?offset=209&no_results=16&scache=57ztt9t35r&searchdb=tara_scran&sortby=titlenoweighting&sortorder=ASC&DETAILED=1&query1=%22Mecklenburg-Vorpommern%2C%20Germany%22&query2=&query3=&query4=&query5=&bool1=&bool2=&bool3=&bool4=&field1=where&field2=all&field3=all&field4=all&field5=all&

http://aerial.rcahms.gov.uk/database/record.php?usi=006-015-002-162-C&scache=57ztt9t35r&searchdb=tara_scran
http://aerial.rcahms.gov.uk/database/record.php?usi=006-015-002-163-C&scache=57ztt9t35r&searchdb=tara_scran
http://aerial.rcahms.gov.uk/database/record.php?usi=006-015-002-166-C&scache=57ztt9t35r&searchdb=tara_scran
http://aerial.rcahms.gov.uk/database/record.php?usi=006-015-002-184-C&scache=57ztt9t35r&searchdb=tara_scran

Um die Bilder vergrößern zu können, muß man leider Abonnent der Website sein.  :x

Hier gibt es auch noch eine Luftbilddatenbank mit historischen Aufnahmen:
http://www.luftbilddatenbank.de/main/index.php

Vielleicht sollte man hier mal eine Anfrage stellen:
http://www.luftbilddatenbank.de/main/index.php?webcode=kontakt_historische_luftbilder

Zitat von: Eddy am 13 November 2013, 19:31:37Das benannte Gebiet war in der VM-Zeit Spülfeld für die Baggerarbeiten am Fahrwasser, deshalb sind da etwas mehr Sand und Meeresboden vorhanden als anderswo. Aber ein A-Test ist für mich sicher auch heute noch effektiv nachweisbar, wenn er denn stattgefunden haben sollte. Deshalb finde ich diese Vermutungen sehr vage.

Karlsch schreibt zu der Frage der Nachweisbarkeit eines Kernwaffentests (die dort getestete Bombe wäre nicht mit der Hiroshima-Bombe zu vergleichen gewesen, sondern eher eine "taktische" Kernwaffe gewesen) [Rainer Karlsch, a.a.O., S. 224 ff.]:

»[...] den noch heute genutzten Truppenübungsplatz Ohrdruf besucht, um den Explosionsort der Bombe zu finden. Wir konzentrierten uns anfangs auf eine ungefähr 45 Meter große Mulde. Wie bereits auf Rügen, so entnahmen Wissenschaftler der Arbeitsgruppe von Professor Scharmann zahlreiche Bodenproben.

Vorweggeschickt sei, daß der Nachweis eines Kernwaffentests sechzig Jahre später schwierig ist. Die Strahlung ist längst abgeklungen.
In der Öffentlichkeit dominiert die falsche Vorstellung von einer großflächigen radioaktiven Belastung. Solche Ansichten wurden insbesondere nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl 1986 verbreitet. Tschernobyl läßt sich aber nicht mit Ohrdruf vergleichen. Bei den Thüringer Tests sind relativ kleine Mengen eingesetzt worden, bei dem Reaktorunfall dagegen wurden große Mengen an Spaltprodukten über einen längeren Zeitraum hinweg freigesetzt. Zieht man den Atombombeneinsatz von Hiroshima als Referenzgröße heran, so muß man von einer etwa tausendfach größeren Energiefreisetzung ausgehen. Trotzdem ist es nicht einfach, heute in Hiroshima die Atomexplosion vom 6. August 1945 nachzuweisen. Die Stadt ist nicht »verstrahlt«, sondern weist gegenwärtig Strahlenwerte auf, die unter der natürlichen Strahlung der Umgebung liegen. Dies hängt mit dem relativ schnellen Abklingen der nuklearen Reststrahlung zusammen, die bereits nach 14 Tagen nur noch bei einem Tausendstel des Ursprungswertes liegt und dann weiter abnimmt. Es ist also nicht zu erwarten, daß sich im Ergebnis eines Kerntests, der vor 60 Jahren stattfand, heute noch gefährliche Belastungen finden lassen. Die Analysen konnten also von vornherein nur bei Anomalien und Isotopenvektoren ansetzen.

In einem ersten Schritt wurden Bodenproben von jeweils mehr als einem Kilogramm in einer Tiefe bis vierzig Zentimeter an drei Positionen am inneren und äußeren Rand der Mulde sowie an vier Orten im Abstand von bis zu 450 Metern vom Zentrum entnommen und ausgewertet. In den Proben wurden durch spezielle Sedimentationsverfahren Partikel gefunden, die bei sehr hohen Temperaturen geschmolzen waren. Bereits mit Hilfe einfacher Meßinstrumente konnte an diesen eine erhöhte Radioaktivität festgestellt werden. Es folgten Laboruntersuchungen der Partikel.

Ein wichtiger Teil der Analysen war die Gammaspektrometrie, bei der mehrere Proben das Drei- bis Vierfache der über dem Landesdurchschnitt liegenden Werte von Cäsium 137 aufwiesen. Erhöhte Cs137-Werte gelten als Indiz für einen nuklearen Fallout. Wir ließen diesen wichtigen Befund von Wissenschaftlern der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) prüfen. Die PTB in Braunschweig verfügt über die besten Meßgeräte und ausgeklügelte Analyseverfahren. Professor Uwe Keyser, Leiter des Fachbereichs »Experimentelle Forschungsschwerpunkte«, bestätigte die Ergebnisse seiner Gießener Kollegen und vertiefte die Analysen.

Neben dem Cs137 wurde sowohl von der Gießener Gruppe als auch von der PTB in einer, bzw. mehreren Proben Kobalt 60 nachgewiesen. Dieses Isotop entsteht in der Regel nur durch die Einwirkung von Neutronen auf Eisen oder Nickel und gilt als ein entscheidender Indikator für einen hohen Neutronenfluß.

Für sich genommen besagt das nicht viel. Nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl wurden an zahlreichen Orten noch weit höhere Werte gemessen. Das in Ohrdruf gefundene Cäsium stammte aber nicht von dem Reaktorunfall. Ähnlich wie in der Kriminologie, so gibt es auch in der Strahlenphysik »Fingerabdrücke«, und die unseren Experten vorliegenden wichen eindeutig vom Tschernobyl-Muster ab.

Der dritte Analyseschritt umfaßte die Alpha-Spektometrie. Prof. Keyser bestätigte überproportionale Anteile von Spaltprodukten: »Es ist angereichertes Material in einem breiten Spektrum vorhanden, das keine natürliche Quelle als Ursache hat. Die Isotopenanomalien sind teilweise drastisch und passen zu keinem bekannten Einzelereignis. Tschernobyl kann als Ursache für die Spaltprodukte ausgeschlossen werden.« [Gespräch mit Prof. Dr. Uwe Keyser am 20.01.2005 in Braunschweig]

Noch einmal muß hier betont werden, daß die Werte in absoluten Zahlen gemessen teilweise an der Grenze der Nachweisbarkeit liegen und nur in ihrer Gesamtheit Aussagen zulassen. Wichtig allein ist das Vorhandensein von Spaltprodukten und Uran. Auch ihre Konzentration, bzw. ihr Anreicherungsgrad, kann nicht verabsolutiert werden. Professor Walter Seifritz, ein international anerkannter Fachmann auf dem Gebiet nuklearer Sprengkörper, hat zur Verdeutlichung der gefundenen U235- und U238-Isotope folgenden Vergleich gebraucht: »Das Ganze ist wie in einer Badewanne. Wenn Sie eine gewisse Menge heißes Wasser drin haben und eine andere Menge kaltes Wasser hinzufügen, so gibt es eben eine mittlere Temperatur.«

In Kenntnis aller Indizien und Meßergebnisse - der erhöhten Cäsium 137- und Kobalt 60-Aktivität, dem Nachweis von U238 und U235, der Partikel aus einem Prozeß von Hochtemperaturschmelze - kamen die von uns konsultierten Wissenschaftler zu der Schlußfolgerung, daß in Ohrdruf Spuren eines nuklearen Ereignisses vorhanden sind. [Gespräche wurden geführt mit: Prof. Dr. Arthur Scharmann (Universität Gießen), Prof. Reinhard Brandt (Universität Marburg), Prof. Friedwardt Winterberg (University of Nevada, Reno), Prof. Uwe Keyser (Universität Braunschweig), Prof. Walter Seifritz (Hausen/Schweiz)]
Professor Brandt: »Das Wesentliche dieses Ereignisses ist, daß während der Explosion auch deutlich Kernreaktionen mit Energiefreisetzung abgelaufen sind.«

Die Kombination aller Fakten, der Aussagen des GRU-Informanten, von Wachsmut, Werner, Kirfes und Rundnagel, der Aktivitäten der Physiker um Gerlach in Stadtilm, der Reaktionen in Moskau auf die Nachrichten von den Tests und die Meßergebnisse, unterstreicht die Bewertung: In Thüringen wurde im März 1945 mindestens ein kleiner Kernwaffentest durchgeführt. Dieser Test war dem amerikanischen Test vom Juni 1945 jedoch nicht vergleichbar. Die deutschen Wissenschaftler verfügten nicht über eine ausreichende Menge an Spaltstoffen. Die müssen daher einen anderen Weg genutzt haben.

Während die Analyse an den verschiedenen Instituten noch liefen, wies unser Experte für Luftbildauswertungen, Matthias Muckel von der auf die Erkennung und Beräumung militärischer Altlasten spezialisierten Firma Mull & Partner in Hannover, auf eine Verdachtsfläche etwa 800 Meter südwestlich vom ersten Untersuchungsgebiet hin. [vgl. Mattias Muckel, »Gutachten zur Auswertung der Luftbilder vom Truppenübungsplatz Ohrdruf« Hannover 2004]
Auf einem Aufklärungsflug vom Juni 1945 wurde von der US Air Force eine größere Luftbildserie vom Ohrdrufer Raum aufgenommen. Auf einem der Bilder taucht eine Aufwerfung mit einem Durchmesser von ungefähr 50 Metern auf. Im gleichen Zeitraum muß auch ein sehr scharf konturierter Krater von rund 20 Meter Durchmesser entstanden sein. Auf einem Luftbild von Ende 1944 war an dieser Stelle nichts erkennbar. Wegen Blindgängergefahr konnten dort keine Proben entnommen werden. [Oder sollten evtl. keine Proben dort entnommen werden? Anm. GvB] [...]

Wie paßten diese neuen Indizien mit den in eingen hundert Metern Entfernung genommenen Proben zusammen? Wir haben die Proben wohl im Gebiet des radioaktiven Fallouts genommen. Auch bei einem Versuch mit einer unkritischen Menge entstehen Spaltprodukte, die sich in unterschiedlichen Konzentrationen und Anreicherungsgraden in der Umgebung verteilen.«



Und hinsichtlich der Probenentnahmen am Bug heißt es im einzelnen (S. 312 f.):

»Bug/Rügen:

Lage und Nutzung:

Am nordwestlichen Rand der Ostseeinsel Rügen befindet sich eine in südliche Richtung ausgeformte schmale Landzunge - der Bug. Angesiedelt waren dort lange Zeit nur eine Poststation, eine Wetterdienststelle und ein Forsthaus. Ab 1935 begann die militärische Nutzung durch ein Seefliegergeschwader und eine Seenotgruppe. Bis Ende 1991 blieb das Gelände in militärischer Nutzung. Danach wurde der Marinestützpunkt in der Nähe von Dranske geschlossen und das Gelände als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Luftbilder:
Zur Auswertung lagen amerikanische Luftbilder vom 19.4.1944 und 4.4.1945 sowie russische und deutsche Luftbilder aus den Jahren 1953 und 1983 vor. Auf einem Luftbild vom April 1944 sind auf der Verdachtsfläche eine frisch geschlagene Schneise, zwei Bauwerke und ein turmähnliches Gebäude zu erkennen. Südlich davon steht ein Haus. Ein Jahr später sind der Turm zerstört, das Haus beschädigt und die anderen Gebäude nicht mehr existent. Ein Teil der Freifläche scheint devastiert zu sein. Inmitten dieser Fläche ist auf dem Luftbild von 1953 eine Mulde zu sehen. Sie dürfte auch 1945 schon vorhanden gewesen sein, ist aber auf dem Luftbild vom April 1945, das nur von mäßiger Qualität ist, nicht zweifelsfrei zu erkennen.

Begehungen:
Nach mehreren Begehungen wurde im Frühjahr 2003 ein verdächtiges Areal an der Südspitze der Halbinsel Bug entdeckt. Es befindet sich einige Kilometer vom Gelände des ehemaligen Marinestützpunktes entfernt. Um einen Krater mit einem Durchmesser von ungefähr 25 Metern und einer Tiefe von heute etwa fünf Metern erstreckt sich eine nur von Gras bewachsene Fläche von 300 x 300 Metern. Einge verkrüppelte Kiefern stehen auf der Lichtung. In Richtung Westen gelegen findet man wallähnliche Aufschüttungen, davor Betonbunkerreste, die teilweise von Sand überdeckt sind.

Probenbehandlung:
Die lose Bodenstruktur, die zudem nach 1945 erhebliche Veränderungen erfahren hat, ließ Probeentnahmen durch das Universitätslabor Gießen nur noch am Kraterrand und in der Nähe der ehemaligen Poststation zu.
Im Bereich des kleineren Kraters wurden Verglasungen und Aufschmelzungen schwarzer Parktikel gefunden. Sie weisen eine leicht erhöhte Aktivität auf.
Die Gammaspektrometrie der Bodenproben vom Kraterrand und von der Poststation ergab leicht erhöhte Cs137- und U238-Aktivitäten, die sich aber noch im Bereich des natürlichen Hintergrundes bewegten. Nur die am Fundament der ehemaligen Poststation genommenen Proben weisen erhöhte Cs137-Werte auf, die ungefähr das Fünffache über den Nullproben liegen. Deutlich über den ortsüblichen Werten liegt ein durch Sedimentation gewonnenes Präparat.

Fazit:
Die Proben weisen einige Anomalien auf. Es wird vermutet, daß Probenentnahmen in größeren Tiefen deutlichere Aussagen ermöglichen.

Gruß
Thomas

Trimmer

Hallo Beate,Thomas und Eddy - ich habe hier eine PDF - Datei zu den Fragen A-Versuche. Leider für das Forum etwas zu groß - sende ich Euch aber gerne auf dem privaten Weg zu  wenn Ihr mir Eure E-Mail schreibt
- Auszug : Bericht des Flugabwehrraketen- Experten Hans Zinsser bei einem Verhör durch US- Kräfte im August 1945. Er beschreibt da eine Atomexplosion bis ins kleinste Detail ( Wolke,Farbwechsel, Höhe ) welche er auf Bug/Rügen am 12.10.44 beobachtet hat. Da er wohl kaum Berichte über die drei Atomexplosionen ( Tests ) in den USA kennen konnte ist es doch erstaunlich wie genau er Angaben machen konnte.

Alles nur Erfunden  :? Ich denke das irgendwann auch dieser Teil der Geschichte geklärt wird wenn die USA bestimmte Archive öffnet

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Eddy

Danke Beate, Thomas und Achim.
Also eine Menge Infos, die erst einmal verarbeitet werden wollen. Ich denke trotzdem, dass es nicht  zu solch einem Test auf der Halbinsel Bug kam. Aber nun lese ich erst einmal das Buch, dann schauen wir mal. Meine Mitstreiter haben mich gestern ganz skeptisch angesehen als ich ihnen von unserem Diskussionsthema erzählte. So nach dem Motto, hast Du keine anderen Sorgen. Wobei sie ja Recht haben, da ich mich gegenwärtig mit einer kleinen Umgestaltung unseres Museums beschäftige. Winterzeit = Arbeits- und Gestaltungszeit.
Ich melde mich wieder.
Eddy
Eddy von der großen Insel

"Tradition pflegen heißt nicht Asche aufbewahren sondern eine Flamme am Leben erhalten!"

bettika61

Hallo Eddy,
bevor Du zu viel Zeit mit dem Buch verschwendest,
Ein Autor der seine "Beweise" aufbaut mit Luftbildern, die er nicht zeigt,
von Analysen,
Zitatunter anderem bis zum Fünffachen über der Nullprobe liegende Werte von Cäsium 137.
ohne das Gammaspektrum zu zeigen
ein italienisches Zeitzeuge , der nicht weiß wann und wo er auf Rügen war  :?
lohnt den Aufwand nicht.

Das einzig interessante für mich ist die Frage ist, was ist auf den Luftbildern zu sehen?
Welche verwendet wurden ist einfach zu beantworten , die gleichen die auch Jürgen Zapf in seinem Buch verwendet  :-D
ZitatAuf einem Luftbild vom April 1944 sind auf der Verdachtsfläche eine frisch geschlagene Schneise, zwei Bauwerke und ein turmähnliches Gebäude zu erkennen. Südlich davon steht ein Haus. Ein Jahr später sind der Turm zerstört, das Haus beschädigt und die anderen Gebäude nicht mehr existent.
Die Stellungnahme von Herrn Muckel sieht im Folgebuch von Karlsch schon etwas anders aus
von einem Sprengplatz
ist nun auch die Rede.
Was da wirklich an Gebäuden war mit welcher Nutzung ist das interessante.

Es lohnt sich, Herrn Muckel zu befragen, (er ist nicht mehr bei Mull und Partner, sondern selbstständig) unter meinem o.g Link finden sich seine  Kontaktdaten.
Eine andere Möglichkeit die Luftbilder zu sehen, wäre  der KMRD-MV.Mal versuchen einen Besuch zu vereinbaren. Vielleicht lassen sie Dich  das stereoskopische Bild am Gerät sehen,
quasi 3D.

Viel Erfolg
Beate
Grüße
Beate

,,Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." George Santayana

hans mcilveen

Zitat von: redfort am 11 November 2013, 00:09:01
Hallo Eddy,
leider negativ, habe keinen Do 18 Verlust von 1945 gefunden.

Aber vielleicht eine Hinweis zur Einheit es könnte sich um eine der Do 18 Maschinen der Fliegerzielgruppe I in Dievenow handeln.
Diese Einheit war zum Teil noch bis April 1945 mit Do 18 ausgerüstet.

Hallo Axel, Eddy,

die Do 18 könnte auch zur U-Jagdübungsstaffel der Ausbildungsfliegerführer Ostsee gehört haben, eine mir bisher unbekannte Einheit. Seite 4 im Anhang.

Viele Grüße,

Hans

redfort

Hallo Hans,
ein sehr interessantes Dokument. top
Lese jetzt das erstmal von dieser U-Jagd Übungsstaffel.
Mit deiner Annahme zur U-Jagd Übungstaffel könntest du recht haben, dies würde auch erklären warum einige Do 18 mit Fug 200 "Hohentwiel" ausgerüstet wurden.
Und jetzt passt so einiges zusammen.  ;)
Hab im meinen Archiv da  folgende Hinweise:
2x Do 18 H, Werknr. 915 und 919
1x Do 18 G, Werknr. 879
vom 01.09. - 14.09.44 in Travemünde zum Einbau FuG 200 "Hohentwiel" zur U-Boot Jagd in der Ostsee.
Gruß, Axel

Luftwaffe zur See

Götz von Berlichingen

Zitat von: bettika61 am 15 November 2013, 20:16:58
Hallo Eddy,
bevor Du zu viel Zeit mit dem Buch verschwendest,
Ein Autor der seine "Beweise" aufbaut mit Luftbildern, die er nicht zeigt,
von Analysen,
Zitatunter anderem bis zum Fünffachen über der Nullprobe liegende Werte von Cäsium 137.
ohne das Gammaspektrum zu zeigen
ein italienisches Zeitzeuge , der nicht weiß wann und wo er auf Rügen war  :?
lohnt den Aufwand nicht.

Schon mal den Beitrag von den russischen Kernphysikern und Atomwaffentechnikern (»jahrzehntelang in leitenden Positionen an der Enwicklung sowjetischer Kernwaffen mitgewirkt«, S. 11) Wladimir Mineev und Alexander Funtikow in dem zweiten Buch von Karlsch »Für und Wider 'Hitlers Bombe'. Studien zur Atomforschung in Deutschland« [Bd. 29 der Cottbuser Studien zur Geschichte von Technik, Arbeit und Umwelt, Waxmann, Münster, New York, München, Berlin 2007, S. 83 ff.] zur Kenntnis genommen? Oder lohnt das den Aufwand auch nicht? Wikiblödia ist ja für diejenigen, für die grundsätzlich nicht sein kann, was nicht sein darf, auch vollkommen ausreichend...  :roll:

Und was Romersas ungenaue Datumsangaben anbelangt: Sein Bericht ist nur ein Mosaikstein in Karlschs Argumentation - und bei weitem nicht der wichtigste, auch wenn das einige Leute in ihrer Polemik gerne so darstellen wollen.
Im übrigen: Seit wann gelten hierzulande in historischen Belangen "Zeugen"-Aussagen als unglaubwürdig, wenn sie das exakte Datum nicht angeben können?

@ Eddy:

Wenn Du das Buch von Karlsch liest, lese unbedingt auch das Nachfolgebuch »Für und Wider 'Hitlers Bombe'. Studien zur Atomforschung in Deutschland« (ISBN 978-3-8309-1893-6] mit zahlreichen naturwissenschaftlich-technischen Beiträgen von Fachleuten.
Danach kannst Du Dir Dein Urteil selber bilden, ob die dargelegten Argumente schlüssig und plausibel sind oder nicht.

Versuche, andere Leute vom Lesen und der Kenntnisnahme von Argumenten abzuhalten, wie in diesem Faden soeben geschehen, werden gewöhnlich nicht von denen initiiert, die einer solchen argumentativen Auseinandersetzung gelassen entgegensehen können...


Eddy

Ok, Männer,
ich versuche alles in Bahnen zu lenken und zu bewältigen. Wird ja nun nicht heute und morgen zu Lösungen führen.
Für die Infos bzgl. Do 18 bedanke ich mich. Mal sehen was sich daraus ableiten lässt.
Eddy
Eddy von der großen Insel

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bettika61

Zitat von: bettika61 am 31 Oktober 2013, 20:53:28
eine Einmann-Splitterschutzzelle ist der von Dir gezeigte Spitzbunker  nicht,
dazu ist er zu groß , zu dickwandig und vor allem zu stark bewehrt.
.................
Auf anderen Flugplätzen z.B Wunstorf waren ähnliche Bauwerke auch schon zu sehen,die Funktion wusste aber bisher  keiner.
Hallo Eddy,
Jürgen Zapf hat mit freundlicherweise ein Bild eines Spitzbunkers des E-Hafens Sachau zur Verfügung gestellt.  Ich schätze ,da passten 4-5 Leute rein.
So könnte der auf  dem Bug ausgesehen haben.

Grüsse
Beate
Grüße
Beate

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bettika61

#100
Zitat von: hans mcilveen am 17 November 2013, 13:04:04
die Do 18 könnte auch zur U-Jagdübungsstaffel der Ausbildungsfliegerführer Ostsee gehört haben, eine mir bisher unbekannte Einheit. Seite 4 im Anhang.
Viele Grüße,
Hans
Hallo Hans,
vielen Dank für das mir bisher unbekannte Dokument  :MG:
neu auch 3.5.1945 3 KG.200 -Schleswig -See
bisher bekannt #39 
ZitatKampfgeschwader 200
3. Staffel der I. Gruppe auf Rügen (Bug?)
von März 1944 bis März 1945,  danach Verlegung nach Flensburg
Flugzeuge: Ar 196, Do 24, He 59, He 115, Do 18, BV 138, BV 222
DO 24 des KG 200 in Schleswig http://www.duettundatt.de/coppermine/displayimage.php?pid=10073

Hallo Axel,
heißt das , die KG 200 ging gar nicht nach Flensburg oder  Schleswig-See  nur zum Schluß Mai 1945?

#96
ZitatMit deiner Annahme zur U-Jagd Übungstaffel könntest du recht haben, dies würde auch erklären warum einige Do 18 mit Fug 200 "Hohentwiel" ausgerüstet wurden
Do 18 mit "Hohentwiel" in Schleswig nach Kriegsende http://www.duettundatt.de/coppermine/displayimage.php?pid=10074
dank des Hinweises von @redfort  top

Grüsse
Beate


Grüße
Beate

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redfort

Zitat von: bettika61 am 22 November 2013, 23:54:34

Hallo Axel,
heißt das , die KG 200 ging gar nicht nach Flensburg oder  Schleswig-See  nur zum Schluß Mai 1945?

Grüsse
Beate

Nein Beate,
du muss richtig lesen  ;D
so ab Punkt 17. "LUFTWAFFE SEEDIVISION"
da steht unter dem Kommado der Luftwaffen Seedivision (am 03.Mai 1945 aufgestellt) wurden folgende Einheiten unterstellt.
Und die 3./ KG 200 war nur mal eine See-Einsatz-Staffel (Aufgestellt im Februar 1944). Kannst davon ausgehen das diese Staffel im März 1945 von Bug nach Flensburg und Schleswig verlegt wurde. Dies war gegen Ende des Krieges meistens so das die Staffel weit auseinander gezogen wurden, Heimathorst mit 1-2 Außenkommandos.
Gruß, Axel

Luftwaffe zur See

Eddy

Also,
Beate, so ein "Dickmann" wie auf dem Foto von Zapf war und ist es nicht, auf dem Bug das Ding war viel schlanker. Ich werde noch einmal Maße besorgen, die ich vor Ort abnehme so gut es geht.

Nun zur A-Bombe. Man ist das ein technisches, physikalisches Geschreibe aber letztlich komme ich nach dem Studium beider Bücher immer noch nicht zu dem Schluss, dass auf dem Südbug eine A-Waffe gezündet wurde. Ich würde eher sagen, es könnte ein Test von ähnlichem Material gewesen sein. Der Uranverein und der Marineverein, bezogen auf die Entwicklung der Kernspaltung in Deutschland, haben sicher richtige und wirkungsvolle Experimente durchgeführt, aber dazu schon A-Waffe zu sagen halte ich etwas für vermessen. Der Autor Karlsch hat sehr gute Kenntnisse auf diesem Gebiet und ich denke er kann viele Abläufe von damals besser interprätieren als ich. Die Recherchen zum Thema sind sehr gut nachvollziehbar aber der eigentliche Beweis, dass eine derartige Explosion mit Kernkraft hier stattgefunden haben soll, fehlt. Da können auch Luftaufnahmen, die ich versuche noch zu bekommen, auch nicht helfen.
Für mich ist damit der Forscherdrang in dieser Richtung abgeschlossen, weil einfach nicht beweisbar. Ich werde aber noch einmal vor Ort gehen, nicht so einfach, weil ich die Genehmigung des Nationalparkamtes benötige.
Eddy
Eddy von der großen Insel

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Trimmer

Hallo Eddy - ich schließe mich Deinem Gedanken eigentlich voll an. Ich persönlich gehe aber von einer sogenannten "schmutzigen A-Bombe " aus. Also überhaupt kein Vergleich zu den A-Bomben später in Japan

Abendgruß - Achim - Trimmer
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( von Karl Hagenbeck)

Götz von Berlichingen

Hallo Eddy,

Zitat von: Eddy am 26 November 2013, 19:32:35Nun zur A-Bombe. Man ist das ein technisches, physikalisches Geschreibe aber letztlich komme ich nach dem Studium beider Bücher immer noch nicht zu dem Schluss, dass auf dem Südbug eine A-Waffe gezündet wurde. Ich würde eher sagen, es könnte ein Test von ähnlichem Material gewesen sein. Der Uranverein und der Marineverein, bezogen auf die Entwicklung der Kernspaltung in Deutschland, haben sicher richtige und wirkungsvolle Experimente durchgeführt, aber dazu schon A-Waffe zu sagen halte ich etwas für vermessen.

Ja, da hast Du sicher recht.

Karlsch vermutet ja, daß die wohl im März 1945 auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf gezündete Bombe möglicherweise nur als Zünder für eine Fusionsbombe (Wasserstoffbombe - von den Amerikanern erst Anfang der 50er Jahre getestet) vorgesehen war (da in Deutschland kein Plutonium verfügbar war, wie es die Amis für ihre auf Hiroshima (Uranbombe) und Nagasaki (Plutoniumbombe) abgeworfenen Atombomben verwendeten).

Die im zweiten Buch zitierte Aussage des Chefadjutanten von Himmler, Werner Grothmann, spricht ja von einer Sprengkraft von etwa 130 t TNT (wenn ich mich recht erinnere, ergab die Berechnung der russischen Kernwaffentechniker im gleichen Buch auch ~100 t, d.h. also ~ 0,1 bis 0,13 kt).

Die amerikanische Hiroshima-Bombe "Little Boy" (was für eine zynische Namensgebung!) hatte dagegen eine Sprengkraft von etwa 13 kt, also das Hundertfache, die auf Nagasaki abgeworfene Plutoniumbombe "Fat Man" eine solche von 21 kt, also etwa das Zweihundertfache:
http://de.wikipedia.org/wiki/Little_Boy
http://de.wikipedia.org/wiki/Fat_Man

Zudem wäre es möglich oder sogar wahrscheinlich, daß der Test auf dem Südbug im Oktober 1944, so er denn tatsächlich stattgefunden haben sollte, eine noch geringere Zerstörungskraft als derjenige im März 1945 auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf gehabt hätte.

Somit sind diese Tests natürlich in gar keiner Weise mit den von den Amerikanern auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfenen A-Bomben vergleichbar.

Gruß Thomas

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