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Webseite Historisches Marinearchiv => Kleinkampfmittel => Thema gestartet von: bettika61 am 05 September 2020, 17:28:30

Titel: "Graukoppel" Arbeit von KZ Häftlingen
Beitrag von: bettika61 am 05 September 2020, 17:28:30
Hallo,
die Fertigstellung/Reparaturen der SEEHUNDE erfolgte auf dem der Gelände der "Westwerft" ehem UTO-Werft.
Zitat
Der K-Stützpunkt Wilhelmshaven befand sich am Nordufer des Westhafens (Tirpitz-Hafen) im Bereich des heutigen Banter Sees. Mattes gibt an, dass sich „Graukoppel“ dort befand, wo sich heute als markanter Punkt das Gebäude der  Kammgarnspinnerei befindet. Dieses Gelände beherbergte zur Zeit der Kaiserlichen Marine die Uto-Werft mit den Torpedowerkstätten. Im Dritten Reich gehörte dieser Komplex zu den Deutschen Werken AG.[Mattes, S. 52, 69f.] https://historisches-marinearchiv.de/projekte/kleinkampfmittel/beschreibung.php
Auf diesem Gelände befanden sich auch die Werkstätten des KZ Neuengamme Aussenlager Wilhelmshaven.
https://www.frankfallaarchive.org/prisons/alter-banter-weg-concentration-camp/
Der Bereich war durch Stacheldraht eingezäunt und enthielt
-Maschinenbauwerkstatt
-Dreherei
-Schlosserie
-Blechschmiede
-Tischlerei
-Tampenmacherei
Quelle:"Hartmut Büsing, Klaus Zegenhagen: Einmal werden froh wir sagen: Heimat, Du bist wieder mein! KZ in Wilhelmshaven-Rüstringer und Wilhelmshavener im KZ "
Dort ist auch ein Lageplan mit den Werkstätten und dem Weg zum Lager "Alter Banter Weg" enthalten .
Grundlage der Planausschnitt 1942 (https://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,3317.msg286095.html#msg286095) Die Werkstäten gingen von Maschinenbaureparaturwerkstatt Nr.442-bis Schiffbauwerkstatt u.a. Nr.422.
Erinnerungen ehem. Häftlinge aus dem Archiv Neuengamme beschrieben ihre Arbeit  u.a.
mit der "Produktion so genannter 1-Mann-U-Boote" [sic]
ein weiterer Häftling :
Zitat
Wir waren in der Blechschmiede, dort mussten wir also Teile herstellen, die wir dann für die kleinen Taschen-U-Boote zuschnitten, die Kleinen, 12 oder 18 Meter...

Daraus lässt sich ableiten, das die Fertigstellung/Reparatur der SEEHUNDE durch KZ-Häftlinge erfolgte.
Ob ausschließlich durch Häftlinge oder auch durch "reguläre" Mitarbeiter der KMW, bleibt offen.