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Medien => Kino / Video / TV => Thema gestartet von: jockel am 24 November 2018, 09:21:27

Titel: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: jockel am 24 November 2018, 09:21:27
Eine Serie wie ein gut geölter Torpedo
Medienkritik in der Süddeutschen Zeitung

Die Sky-Serie, die zeitlich nach der Handlung von Wolfgang Petersens Antikriegsfilm spielt, will anders sein als das Original. Den größten Schritt weg vom Film macht die Serie, indem sie die Hälfte der Handlung ans Land verlegt und Frauenfiguren einführt. Es ist zugleich der bedauernswerteste Fehler, dass sie diese großartige Idee in der Umsetzung dann so verschwendet, wie sie es tut. [...] Das Boot ist ein hochprofessionell hergestelltes, glänzendes Medienprodukt geworden, das aus einigen guten Gründen womöglich in der ganzen Welt gesehen werden wird. Aber wenn [...] das ein wenig mehr egal gewesen wäre, hätte es noch etwas sein können: originell und vielleicht sogar sehr relevant.
Der ganze Artikel in der Onlineausgabe der Süddeutschen Zeitung (https://www.sueddeutsche.de/medien/das-boot-serie-petersen-1.4222818)

Gruß
Klaus
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Ulrich Rudofsky am 24 November 2018, 22:57:18
Lebenslauf Beitrag zum Das Boot:  mein U-Boot Großonkel, eine Familienlegende
1.   1.WK – U-Boot versenkt…..wird von den Englander aufgefischt und bleibt bis 1921 in Jamaica interniert.  Er wollte wirklich gern dort bleiben, aber wird repatriert.
2.   Dient dann in der Reichsmarine und wird von der Kriegsmarine übernommen.
3.   2. WK – auf einem sinkenden U-Boot im englischen Kanal empfängt er die Nachricht, daß sein Sohn, Offizier der Deutschen Wehrmacht, von den Italiernern erschossen wurde.
4.   Wird wieder von den Engländern erwischet und an die Amerikaner ausgelieftert.
5.   Aber er wird vom Roten Kreuz als vermisst erklärt…..niemand kann in finden z.B. auch die UNRA und amerkanische HICOG nicht.
6.   Wir alle trauern um unseren Onkel….
7.   Ahoi!  1950 taucht der liebe Onkel in Heidelberg als Manager von einem Ami "R&R Hotel" wieder auf und stirbt leider ein zwei Jahre später.  (R&R = Rest and Recuperation…..oder auch I&I =  Intoxication and Intercourse 😊)
8.   Es stellt sich heraus, daß er nach seiner Gefangennahme in Norfolk Naval Station als geheimer U-Boot Berater verborgen war. 
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: cocacabanabas am 26 November 2018, 22:43:47
Habe soeben die 2. Folge zuende geschaut.

Technisch gut gemacht mit Liebe zum Detail bei den entsprechenden U-Boot Szenen ABER bisher spielt nur gefühlt nur MAX 1/3 der Handlung auf/um dem Boot.
Weitaus mehr Zeit wurde bisher den Geschehnissen parallel an Land gewidmet... :|

Die zuvor gepostete Kritik der Süddeutschen trifft es soweit ganz gut. Das Ding ist wirklich gut, aber auch nach heute gültigem Schema F produziert.
Bissl Drama, mal ein wenig Nacktheit, kleine Dosierungen enormer Gewaltspitzen (Folter) und nochmal von vorn. "Game of Thrones" gemischt mit "The man in the high castle" bisher.

Ich wünsche mir wirklich, dass das eine gute Serie wird, auch, aber nicht nur für unsere Foren-Kreise, allein die Intuition für die nächsten Wochen sagt eher  :|

-------

Und was ich auch bis zur 1. Folge nicht wusste. Das ist KEIN Remake. Andere Zeit, anderes Boot, andere Besatzung.
Letztendlich also null mit Buchheim zu tun (außer vlt mal ein Insider-Fakt für die Kenner der Bücher).
Die Marke "DAS BOOT" wird hier einfach nur als Vehikel benutzt, um Interesse zu schüren.
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: DEAT am 27 November 2018, 06:36:22
Auf der Webseite von Sky gibt es zahlreiche Videos zu den Drehorten, den Schauspieler...

https://www.sky.de/mediathek/das-boot-videos-166283

und auch ein 17 minütiges Making of.

https://www.sky.de/programm-entdecken/mediathek/videos-das-boot/5970421021001
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Jockel1959 am 27 November 2018, 11:01:08
Hallo und guten Tag, -
mein Name ist Jockel und ich bin sehr an der dt. Marine interessiert (egal welches Zeitalter) - bisher immer stumm aber interessiert mitgelesen. Nun mein Beitrag mit einigen Fragen zu der Serie mit Bezug auf Realtität.

1.) in dieser Serie ist der 1WO mit dem Ritterkreuz dekoriert und der Kapitänleutnant nicht.
Gab es tatsächlich solche Konstellation oder ist es nur in der Serie so?

2.) in der Serie findet ein "Austausch" eines Amerikaners gegen einen dt. U-BootKommandanten statt. Obwohl sich die USA in der Serie bereits im Krieg befindet, trifft sich das Dt. UBoot mit einem US_Schiff um den Austausch zu bewerkstelligen. - Gab es solche Austausch-AKtivitäten auch in der Realität?

3.) in der Serie "hetzt" der dekorierte 1 WO zienlich offen über seinen Kommandanten den Kaleu - wie seht Ihr das in Bezug auf tatsächliche innerbordige Rivalitäten? Auch "eigene Regeln" der Mannschaften z.B. im Torpedoraum mittels Disziplinierung (Prügel) vermeintlich Schwächerer.... kommt mir ein wenig zu häufig vor .....

Bitte Eure Meinung was grundsätzlich der Bezug auf die Realität angeht.

Danke schon mal
Jockel
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: DEAT am 27 November 2018, 11:08:14

2.) in der Serie findet ein "Austausch" eines Amerikaners gegen einen dt. U-BootKommandanten statt. Obwohl sich die USA in der Serie bereits im Krieg befindet, trifft sich das Dt. UBoot mit einem US_Schiff um den Austausch zu bewerkstelligen. - Gab es solche Austausch-AKtivitäten auch in der Realität?

Solche Austausche sind mir nicht bekannt. Aber ich denke, dass diese Szenen symbolisch auf die Verwicklung der US-Industrie mit Deutschlands Krieg hinweisen sollen.

Hitlers amerikanische Geschäftsfreunde

https://www.youtube.com/watch?v=iVKE-F03mRI

Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Urs Heßling am 27 November 2018, 11:38:31
moin,

1.) in dieser Serie ist der 1WO mit dem Ritterkreuz dekoriert und der Kapitänleutnant nicht.
Gab es tatsächlich solche Konstellation oder ist es nur in der Serie so?
Für die Unterseeboote kann ich das nicht beantworten.
Bei den Schnellbootflottillen gab es mehrere "Fälle", in denen ein Bootskommandant das Ritterkreuz oder Eichenlaub hatte, sein Flottillenchef aber (noch) nicht.


2.) in der Serie findet ein "Austausch" eines Amerikaners gegen einen dt. U-BootKommandanten statt. Obwohl sich die USA in der Serie bereits im Krieg befindet, trifft sich das Dt. UBoot mit einem US_Schiff um den Austausch zu bewerkstelligen. - Gab es solche Austausch-AKtivitäten auch in der Realität?
Ja.
Am 1.12.1944 wurde Kptlt Karl "Charly" Müller, Flottillenchef der 10. S-Fltl und Kriegsgefangener seit dem 18.9.1944, gegen den brit. Hauptmann M.R.D Foot https://en.wikipedia.org/wiki/M._R._D._Foot (https://en.wikipedia.org/wiki/M._R._D._Foot) ausgetauscht.

Gruß, Urs
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Axel Niestle am 27 November 2018, 12:27:22
moin,

1.) in dieser Serie ist der 1WO mit dem Ritterkreuz dekoriert und der Kapitänleutnant nicht.
Gab es tatsächlich solche Konstellation oder ist es nur in der Serie so?
Für die Unterseeboote kann ich das nicht beantworten.
Bei den Schnellbootflottillen gab es mehrere "Fälle", in denen ein Bootskommandant das Ritterkreuz oder Eichenlaub hatte, sein Flottillenchef aber (noch) nicht.


2.) in der Serie findet ein "Austausch" eines Amerikaners gegen einen dt. U-BootKommandanten statt. Obwohl sich die USA in der Serie bereits im Krieg befindet, trifft sich das Dt. UBoot mit einem US_Schiff um den Austausch zu bewerkstelligen. - Gab es solche Austausch-AKtivitäten auch in der Realität?
Ja.
Am 1.12.1944 wurde Kptlt Karl "Charly" Müller, Flottillenchef der 10. S-Fltl und Kriegsgefangener seit dem 18.9.1944, gegen den brit. Hauptmann M.R.D Foot https://en.wikipedia.org/wiki/M._R._D._Foot (https://en.wikipedia.org/wiki/M._R._D._Foot) ausgetauscht.

Gruß, Urs

Hallo Urs,

für Ritterkreuz an WO's gilt ohnehin, dass es die große Ausnahme war und bis weit in das Jahr 1944 ohnehin nur einmal (Suhren) vorgekommen ist, nachdem der seinerzeitige Kommandant (Bleichrodt) schon zuvor das Ritterkreuz erhalten hatte.

Für den Austausch von Personen gilt, dass dies niemals mit U-Booten erfolgte, sondern stets über das Internationale Rote Kreuz mit Hilfe neutraler Länder erfolgt ist. Auch der von Dir erwähnte Mr. Foot wird ja nicht in der Mitte des Englischen Kanals von einem S-Boot auf ein englisches MGB übergestiegen sein im Austausch für Müller.

Generell ist zu sagen, dass, wenn ich all den Blödsinn im Zusammenhang mit U-Booten aus den bisherigen 2 Episoden aufzählen sollte, ich hier noch stundenlang schreiben müsste. Bleibt zu hoffen, dass der im Abspann huldvoll erwähnte Prof. Dr. Lothar-Günther Buchheim sich nicht im Grabe umdreht bei soviel Unsinn in Verbindung mit seinem Namen!

Beste Grüße

Axel
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: am 27 November 2018, 14:56:59
Wenn man sich das Interview mit dem Schauspieler, der den "Kapitän" des U-Bootes spielt, mal anhört, dann fragt man sich doch, weshalb die wortreich gepriesenen Fachleute den Film-Heinis nicht mal verklickert haben, daß es bei Kriegsschiffen keinen Kapitän, sondern einen Kommandanten gibt...

https://www.sky.de/programm-entdecken/mediathek/videos-das-boot/5967941878001

Nach diesem Gelaber kann man sich lebhaft vorstellen, wie es um die Realitätsnähe der Arie bestellt sein wird. Gottlob habe ich kein Pay-TV (mit Ausnahme desjenigen, welches durch GEZ-Steuern zwangsfinanziert wird - und auch das nicht mehr lange).
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Jockel1959 am 27 November 2018, 15:07:32
Hallo,
recht vielen Dank für Eure Antworten, - ich habe aufgehört diese Serie zu schauen. Grottenschlecht.

zu dem oben geschildertn, kommt noch hinzu:
Eine Meuterei, ein russischer Trawler mitten in der Biskaya mit dubioser Besatzung, der dann auch noch geentert wird, glatt rasierte Mannschaft (bis auf die Offze alle sauber frisch rasiert), neeeeee, - das hat nix mit "Das Boot" von Buchheim zu tun, bzw. hat den Titel des gleichnamigen Super Films nicht verdient, das ist Hollywood auf grottemschlechtem Niveau.

Trotzdem danke für die Antworten......

Jockel
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Teddy Suhren am 27 November 2018, 17:33:40
Hai

Kommt mir vor wie "Erziehung vor Verdun" von Arnold Zweig. Spielt zwar auf dem Schlachtfeld hat aber mit dem verrecken im Schlamm nix zu tun.
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: thommy_l am 27 November 2018, 18:26:55
Hallo GvB,

Gottlob habe ich kein Pay-TV (mit Ausnahme desjenigen, welches durch GEZ-Steuern zwangsfinanziert wird - und auch das nicht mehr lange).

Gibt es da irgend einen Trick? Oder willst du dieses unser Land ** einfach verlassen?

Grüße
Thommy

** https://www.songtexte.com/songtext/hans-hartz/unser-land-6385d6b3.html
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: asus1402 am 27 November 2018, 18:33:52
...kommt doch mal runter, es ist doch nur ein Film und keine Doku
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Küstenkumpel am 27 November 2018, 21:12:08
Ich kann die Serie mangels Sky nicht schauen, um so interessanter finde ich die Kommentare hier. Danke dafür.
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Axel Niestle am 27 November 2018, 21:17:22
...kommt doch mal runter, es ist doch nur ein Film und keine Doku

Wer spricht hier bitte?
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Elektroheizer am 27 November 2018, 21:59:15
Zu den Kommentaren hier passt eine  herausgefallene "Gratis Beilage" einer TV-Zeitschrift, die mir beim Einkaufen im Zeitschriftenregal ins Auge fiel. Aufmacherbild auf der Titelseite 2 Offiziere und 2 peoples auf der Brücke vom "Boot" - frisch rasiert und mit markanten Gesichtszügen, erinnerte mich das an die unsägichen "Landser" Heftchen. Offenbar nachbearbeitet, keine Ahnung ob von Sky oder vom Verlag. Die weiteren Bilder im Inneren waren dann durchwachsen.
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Götz von Berlichingen am 27 November 2018, 22:22:20
Hallo GvB,

Gottlob habe ich kein Pay-TV (mit Ausnahme desjenigen, welches durch GEZ-Steuern zwangsfinanziert wird - und auch das nicht mehr lange).

Gibt es da irgend einen Trick? Oder willst du dieses unser Land ** einfach verlassen?

Grüße
Thommy

** https://www.songtexte.com/songtext/hans-hartz/unser-land-6385d6b3.html

Hallo Thommy,

nein, der Trick, der es ermöglicht, auf andere Weise als durch Obdachlosigkeit oder Tod den Fangarmen des sog. "Beitragsservice" (was für eine dreiste Bezeichnung für eine Behörde, die Leute zwingt, für etwas, das sie nicht haben wollen und nicht nutzen, zu bezahlen) zu entgehen, muß wohl noch erfunden werden - aber ich habe zumindest meinen Kabelanschluß gekündigt und werde in Zukunft auch auf andere Weise keine "Feindsender" mehr sehen.  :O/Y

PS: Witzig war, daß mir der freundliche Herr, der mich daraufhin aus seinem Callcenter anrufen mußte, um mich zu überzeugen, auf die Kündigung zu verzichten und mich nach den Gründen fragte, auf meine Antwort «über 30 Kanäle und überall kommt nur Mist« anvertraute: »Unter uns, ich habe gar keinen Fernseher«. Da waren wir doch gleich auf einer Wellenlänge....   :lol: :-D

Gruß
Thomas
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: cocacabanabas am 27 November 2018, 23:08:15
Zu den Kommentaren hier passt eine  herausgefallene "Gratis Beilage" einer TV-Zeitschrift, die mir beim Einkaufen im Zeitschriftenregal ins Auge fiel. Aufmacherbild auf der Titelseite 2 Offiziere und 2 peoples auf der Brücke vom "Boot" - frisch rasiert und mit markanten Gesichtszügen, erinnerte mich das an die unsägichen "Landser" Heftchen. Offenbar nachbearbeitet, keine Ahnung ob von Sky oder vom Verlag. Die weiteren Bilder im Inneren waren dann durchwachsen.

Des öfteren wurde ja hier bemängelt, dass die Besatzung "frisch rasiert" und ohne Bart sei. ABER ist das zu bemängeln, wenn sie erst seit wenigen Tagen auf See sollten?

Historischer Forums-Modus an! :D
Sicherlich galt doch bis zum Auslaufen die normalen Bart-Regularien und erst danach konnte man wachsen lassen? Schade auch ums kostbare Wasser.
--------------
Wie wurden Bärte nach Rückkehr behandelt? Mussten die zeitnah/sofort wieder ab?

Konnte man beantragen ihn zu behalten?

Waren jegliche Bart-Regularien sofort nach Auslaufen über Bord geworfen oder wurde zumindest für die ersten Seetage noch der Bart-Schein gewahrt?
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: wirbelwind am 04 Januar 2020, 19:54:32
Hallo,
es ist ja mittlerweile bereits ein paar Tage her, dass hier Beiträge zur Serie ,,Das Boot" geschrieben wurden. Bereits Erwähntes will ich nicht wieder aufwärmen. Was mich schon beim ersten Teil auch stutzig macht, es kommt mir vor, dass der Kommandant Hoffmann ein Wiedergänger von Kaleunt Kusch zu sein scheint. Auch die Konstellation Kommandant-1. WO scheint das zu unterstreichen, wobei ja der wirkliche 1. WO Abel meines Wissens nach nicht mit dem RK ausgezeichnet wurde und es in der U-Boot-Waffe der DKM nicht üblich war, dass der Kommandant nur das EK II besaß und der 1. WO ein RK. Klar, es ist keine Doku, war ,,Das Boot" auch nicht, sondern Roman/Film, aber mehr Realitätsnähe würde dem ,,Werk" besser bekommen.
MfG Wirbelwind
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Schorsch am 05 Januar 2020, 09:54:04
Hallo Rüdiger,

ich bin der Ansicht, Du solltest nicht versuchen, allzu viel in die Serie hineingeheimnissen zu wollen. Es lohnt sich bei Buchheims Büchern durchaus, nachzufragen, was die tatsächlichen Gegebenheiten waren, auf denen er seine(n) Roman(e) aufgebaut hat. Bei Petersens Verfilmung(en) gab es wenigstens, auch dadurch, dass der Autor noch lebte und wüten konnte, einen gewissen Abglanz der Bücher, wenngleich die Dramaturgie damals schon deutlich merkbar begann, ihr hässliches Haupt zu erheben und die tatsächlichen Gegebenheiten aus dem Krieg dem Zeitgeist der Achtziger anzupassen. (Dabei rede ich übrigens nicht nur von den Frisuren der Darsteller.) Nun aber ist man vollends in der Denke der letzten Jahre der 2010-er angekommen und deshalb halte ich eine ähnlich geartete Suche bei diesem Machwerk für komplett aussichtslos.

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: t-geronimo am 05 Januar 2020, 10:23:40
Ich denke auch, dass man im Abspann juristisch gefahrlos nennen könnte: "Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Ereignissen sind rein zufällig!"  :|
(ohne allerdings eine Folge der Serie gesehen zu haben...)
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: wirbelwind am 05 Januar 2020, 19:05:21
Hallo Schorsch,
nachdem ich nun den 2. Teil dieses Machwerkes, wie Du es richtigerweise nanntest, anschauen durfte, kann ich Deinen wesentlichen Aussagen nur beipflichten. Die Ungereimtheiten oder besser der hanebüchene Unsinn nimmt kein Ende und meine Mutmaßungen scheinen sich nicht zu bestätigen. Wenn ich die Zeichen richtig deute, kommt es an Bord von U 612 zu einer Meuterei, die damit endet, dass der Kommandant ausgesetzt wird. Sicherlich, künstlerische Mittel sind in einem Film erlaubt und nicht zu beanstanden wenn diese der Grundaussage dienen. leider kann ich diese nicht erkennen, denn was soll uns diese Serie sagen? Außer einer Aneinanderreihung von Unglaubwürdigkeiten. Trotzdem werde ich mir die Serie bis zum Ende anschauen. Schon allein deswegen, um zu sehen, welcher Blödsinn noch verzapft wird.
MfG Wirbelwind
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: cocacabanabas am 05 Januar 2020, 19:15:05
Du wirst nicht enttäuscht werden. Das Blödsinns-Barometer erreicht noch ungeahnte Höhen, denen du nach der 2. Episode noch nicht zu träumen wagst.  :MV: :MG:
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Fuzzy am 05 Januar 2020, 22:58:14
Ich weiß nicht was ihr in diesen Film hinein interpretieren wollt.Wissenschaftlich korrekt soll er bestimmt nicht sein.Selbst dann würden wohl die meisten hier im Forum noch ein Haar in der Suppe finden.Ungefähr  so wie mit Fotos oder Modellen von Schiffen: Dies oder jenes ist falsch,so und so hat es nicht ausgesehen“ usw.
Ich denke der Film wurde nicht für Mitglieder des FMA gedreht, sondern für normale sterbliche Menschen,einfachen Fernsehzuschauern die nicht so sehr in der Materie stecken sondern nur einen spannenden Film über Liebe,Verrat,und Agenten vor dem Hintergrund eines U-Bootes und dessen Mannschaft des zweiten Weltkriegs sehen wollen.

Für „Nichtexperten“  ist der Film durchaus nachvollziehbar.
Es ist kein authentischer Kriegsfilm,wie auch, ich habe trotz meiner 70 Jahre noch nie einen richtig authentischen gesehen,mit Toten,und schreienden schwerverwundeten Soldaten.Mit Typenschildern auf E-Maschine,Diesel usw. aus denen hervorgeht wer der Hersteller war.
Was es an diesem Film auszusetzen gibt ist mir ehrlich gesagt schleierhaft.
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Albin am 05 Januar 2020, 23:03:33
Ich weiß nicht was ihr in diesen Film hinein interpretieren wollt.Wissenschaftlich korrekt soll er bestimmt nicht sein.
Das will doch auch keiner, aber Jungs mit schicker Fönfrisur in einer unbelüfteten Röhre ... das hatten die in den 80s aber besser drauf und da gab es Furunkel und Pickel und fettige Haare im Programm ...
Klar, das will man heute in einer Serie nicht mehr sehen, das richtige Leben ... passt schon
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Schorsch am 06 Januar 2020, 16:25:10
Aber hallo!

(…)
Ich denke der Film wurde nicht für Mitglieder des FMA gedreht, sondern für normale sterbliche Menschen,einfachen Fernsehzuschauern die nicht so sehr in der Materie stecken sondern nur einen spannenden Film über Liebe,Verrat,und Agenten vor dem Hintergrund eines U-Bootes und dessen Mannschaft des zweiten Weltkriegs sehen wollen.

Für „Nichtexperten“  ist der Film durchaus nachvollziehbar.
(…)
Was es an diesem Film auszusetzen gibt ist mir ehrlich gesagt schleierhaft.

Der ganze Schwulst ist doch nur eine Ansammlung von wohlfeilen Klischees! Da brauche ich gar nicht zu schauen, ob da in Bezug auf die Ausstattung Fehler gemacht worden sind. Beispiele gefällig!? Als da wären – ohne jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit: die fixende, rauchende, kommunistische, pistolenschwingende, spanienkriegsgestählte Kampflesbe mit Barett und in Knickerbockern und die permanent im Hintergrund gar greulich schrammelnde Backroundmusik, als immerwährendes Zeichen, wie gefährlich doch die Vierziger waren. Der urplötzlich geläuterte I WO, der sich im dritten Teil der Folge quasi als seine persönliche Aktion Sühnezeichen für seine Illoyalität gegenüber dem Kommandanten Hoffmann in den chlorgasverseuchten Batterieraum des beschädigten Bootes begibt, um á la „Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!“ die gesprungenen Akkuzellen zu überbrücken; wohlgemerkt als Seeoffizier in einer Aktion, bei der das dafür eigens ausgebildete Maschinenpersonal inclusive LI (mithin also auch ein deutscher Offizier) zuvor kläglich gescheitert war. Das am Anfang völlig unbedarfte Haupt-Blondchen, das sich schon in der dritten Folge mal von der einen, mal von dem anderen rammeln lässt, das auch gerne unter Beobachtung, wenn es der Sache dient, etc., etc., etc… :ND//)

Kurz: eine riesengroße Verarsche, aber in keinem Falle eine sehenswerte Abendunterhaltung. Und ehrlich gesagt, warte ich schon auf die/den Erste(n), die/der mit dem Argument „Aber in der Serie war doch zu sehen…!“ hier im FMA aufschlägt, um den Forenmitgliedern zu zeigen, wo der Frosch die Locken hat.

Mit kopfschüttelnden Grüßen
Schorsch
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Umzugskarton am 06 Januar 2020, 19:55:16
Die Serie lohnt sich nicht. Ich würde kein Geld dafür ausgeben.

Es gibt allerdings eine Hand voll Szenen, mMn gar nicht so schlecht sind:

Da ist die ganz am Anfang der ersten Folge, noch vor dem Vorspann. Gleitzugangriff wie im original. Bloß dieses Mal wird das Boot bei der ersten Serie Wasserbomben geknackt. Füllt sich und sinkt. Kommandant erschießt sich. Die übrige Besatzung hat diese Möglichkeit nicht. Unangenehme Szene. Aber eben die Realität. Endlich wird das mal thematisiert.

Der Unternehmersohn sitzt mit den Offizieren in der Messe und erklärt den ideal- und treuegestählten, trotzig Dasitzenden, wie Wirtschaft funktioniert und dass man sie verheizt.

Völlig kaputter Kommandant, jenseits von Nervenzusammenbruch, Depressionen und Asozialität, fährt schneidigen Angriff und legt sich anschließend für den erweiterten Suizid in die Koje.

Oder der österreichische Torpedomaat, der vom Absaufen und Fic..en träumt.

Typisch und nervig in solchen Produktionen, man schaue sich mal die ganzen HBO-Serien an, ist
eben dieser Fokus auf Action, Action, Action. Inhalt, Sinn usw. sind weitgehend egal. Viele Charaktere sind überzeichnet und extrem. Absurde Konstellationen und Dialoge. Und natürlich die explizite Darstellung von massiver Gewalt und Sex. Gefühlt in jeder zweiten Szene. Man merkt richtig, wie der Stoff in dieses Schema reingepresst wird. Vom Stoff fange ich gar nicht an. Dabei bietet der Ubootkrieg und der Krieg allgemein so viele extreme Ereignisse, dass sich da mühelos Material finden lässt, an das man sich hätte anlehnen können. Stattdessen halluziniert man sich irgendwelche an den Haaren herbeigezogenen Geschichten zusammen...

Übrigens: Die "Kampflesbe" mit massivem Aggressionsproblem und das "völlig unbedarfte Haupt-Blondchen", was gar nicht so unbedarft ist, sind Charaktere, die es durchaus gegeben haben mag. Beispiele für beide Exemplare sind mir schon in der Realität begegnet. Eine davon, die beides in sich vereint, ist Ärztin, wenn auch nicht morphinsüchtig. Zumindest war sie es nicht in der Zeit, in der ich sie näher kannte. Will sagen: es gibt nichts, was es nicht gibt.
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: IRON am 06 Januar 2020, 22:15:51
Gibt es jetzt beim ZDF in der Mediathek zu sehen für alle Die GEZ bereits gezahlt haben  :biggre: : https://www.zdf.de/serien/das-boot/das-boot-folge-1-122.html
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Fuzzy am 07 Januar 2020, 09:19:15
@Schorsch,
du siehst die ganze Sache ziemlich verkniffen,sei mal ein bisschen locker und erfreue dich daran das jemand,nach dem Boot von 1985, endlich mal den Mut gefasst hat so etwas ähnliches wie einen Kriegsfilm zu machen, auch wenn deinen Ansprüchen nicht genügt.Warum du dann aber nicht abgeschaltet hast wirst nur du wissen…??

Sag jetzt ja nicht:Interessehalber.

Zitat
die fixende, rauchende, kommunistische, pistolenschwingende, spanienkriegsgestählte Kampflesbe mit Barett und in Knickerbockern und die permanent im Hintergrund gar greulich schrammelnde Backroundmusik, als immerwährendes Zeichen, wie gefährlich doch die Vierziger waren. 

Zu diesem Satz fällt mir nun ein:Eines Moderators unwürdig-

Ich denke du hast mit Sicherheit den falschen Beruf.Drehbuchautor oder Regisseur würden dir viel besser stehen,dann wär´s bestimmt was geworden
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: lafet944 am 07 Januar 2020, 13:34:58
Die Serie lohnt sich nicht. Ich würde kein Geld dafür ausgeben.

Es gibt allerdings eine Hand voll Szenen, mMn gar nicht so schlecht sind:

...
Der Unternehmersohn sitzt mit den Offizieren in der Messe und erklärt den ideal- und treuegestählten, trotzig Dasitzenden, wie Wirtschaft funktioniert und dass man sie verheizt.
...

Der Unternehmersohn ist offenbar mitten in einem Wespennest gelandet. Diese Figur, die historische Anleihen an Vorfahren lebender und toter US-Präsidenten trägt, hat mindestens vier der bedeutendsten deutsche Medien zu umgehenden Gegendarstellungen veranlasst, am umfangreichsten die WELT:
https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article184341446/Hitler-Finanzierung-Das-Boot-spielt-mit-einer-Geschichtsklitterung.html

Es ist nicht bekannt, ob auch Herr Grenell sich durch die Namensähnlichkeit auf den Schlips getreten fühlte.

Viele Grüße
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: harold am 07 Januar 2020, 14:04:54
Geehrte Diskutanten,

lassen wir doch die Kirche im Dorf.

Trittbett-Fahrerei, meiner Meinung nach.

"Dramaturgie" in Szene gesetzt vor "historischer Kulisse", kenn' ma eh scho:
"Vom Winde Verweht", Scarlett & Butler - und, hasts-nich-gesehn!- haben wir aber schon eine vollgültige historische Erklärung für den US-CF-Krieg.-
Oder? [insert your choice], -  heij, da hätten wir bald mal die Menge !

U-boat & Y-tube; mal eingefahrenes Klischee, mal nur eingestampfte Pampe: na Mahlzeit.

 :MV:
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Matthias Löhr am 07 Januar 2020, 14:44:51
Nachdem ich mir alle Folgen und die beiden Dokumentationen in der Mediathek angeschaut habe, zögerte ich erst, hier einen Kommentar abzugeben. Ich habe mich als Nachfahre eines U-Bootfahrers im Ersten Weltkrieg, der immerhin unter Weddigen und SM U 9, sowie unter Curt Beitzen, von Dewitz und Franz Becker gefahren ist, entschlossen, einige Worte zu verlieren und einige Fragen aufzuwerfen. Im großen und Ganzen ist diese 8 stündige Serie ein weiterer U-Bootfilm unter vielen anderen. Er übernahm den Titel des so genannten Vorgängerfilms und weckte Erwartungen, die nicht erfüllt wurden; viele Leute dachten, es sei die Fortsetzung von Petersens Meisterstück. Man kann einige Sequenzen als Hommage auf seinen Film werten: der vom Klo springende Matrose...
Anhand der vielen Bücher, die ich über den U-Bootkrieg 14-18 besitze kann ich nur sagen, dass das Leben an Bord insgesamt gesehen recht realistisch dargestellt wurde. Große Unterschiede zwischen den Booten des ersten und zweiten Weltkriegs gab es ja nicht, was den Innenraum angeht. Was dem Film fehlte war mehr Spannung auf See, verflixte Situationen wie Torpedorundläufer oder U-Bootsfallen oder Situationen mit vermeintlich neutralen Schiffen, in denen sich der Kommandant Gedanken machen muss: Versenken oder nicht,beispielsweise. In acht Stunden hätte man mehr hineinpacken können. War es im Urfilm das wahre U 96, nahm man hier U 612 als Fantasieboot. Es gab doch sicherlich im Buch von Buchheim (Festung) auch ein "echtes" Boot.
Meine Kritik beginnt bei den Männern: Warum waren fast sämtliche Offiziere bärtig, fast alle Matrosen immer frisch rasiert. Die Mannschaften bekamen das kostbare Gut, um sich zu rasieren???
In keinem Buch über U-Boote im 1. WWK habe ich auch nur ansatzweise über Gewalt zwischen den Kameraden gelesen. Kein Kommandant oder Vorgesetzter hätte solche Szenen durchgehen lassen, wie man sie hier mit ansehen musste.
Ein Mord an einem Kameraden?? Undenkbar.
Das Aussetzen eines Kommandanten mit einem Kameraden auf hoher See in einem Schlauchboot? Wer hat sich denn das bloß ausgedacht? Und wie sich Hoffmann hat aus dieser Situation retten können, um im Schussbild wohlbehalten und frisch rasiert wieder in La Rochelle zu erscheinen? Ein Mittel der Soap Operas, um dem Zuschauer zu suggerieren, das kommt noch eine Fortsetzung.
Weiß jemand, wer der Vater des Hoffmann war, der 14-18 U-Bootkommandant gewesen ist? Oder ist das auch nur Erfindung?
Die Szenen an Land lasse ich bewusst aus. Mit einer Ausnahme: Warum musste die Verräterin ausgerechnet eine Elsässerin sein?
Zur Doku nur so viel: Ich war schon sehr erstaunt, meinen alten Freund Horst Bredow darin zu sehen, der mir persönlich viel geholfen hat. Er ist bereits im Februar 2015 verstorben...Der 2. Teil hatte dagegen das Produktionsdatum 2020.
Herrn Buchheim habe ich vor vielen Jahren persönlich kennengelernt. Sympathisch ist etwas anderes, aber damals wusste ich noch nichts von U-Booten.
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: wirbelwind am 08 Januar 2020, 19:49:01
Hallo,
mal gleich vorneweg, Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut und das will ich nicht als Ironie verstanden wissen. Daher habe ich auch kein Problem, wenn der User Fuzzy meint, besagte Serie ist für Otto-Normalverbraucher gemacht worden und deshalb vom Niveau schon nicht ganz schlecht. Da fängt für mich ein Teil des Problems an. Von der Qualität her kann die Serie nicht an den Vorgängerfilm anknüpfen.Mittlerweile sind seit Petersens Film,,Das Boot" über 3 Jahrzehnte vergangen und die Qualität der gezeigten Filme hat seitdem, von einigen rühmlichen Ausnahmen abgesehen, selten wieder das Niveau erreicht. Eher habe ich das Gefühl, dass mehr oder weniger wir mit Dingen konfrontiert werden, die mit der Realität wenig zu tun hatten. Mir fällt da spontan Mertens Aufschrei gegenüber Buchheim ein ,,So war es nicht". Wenn wenigstens die künstlerische Ausstrahlung/Verarbeitung gestimmt hätte. Fehlanzeige für mich. Ich würde es nicht so drastisch wie Schorsch ausdrücken, mit der kommunistischen, spaniengestählten Kampflesbe, da hat er ein wenig überzeichnet. Nur diese gezeigten Abläufe wirken für mich unrealistisch und berührt mich kaum. Damit will ich nicht zum Ausdruck bringen, dass es keine lesbischen französischen Widerstandskämpferinnen gegeben haben mag. Aber die Häufung vieler Annormalitäten/Absurditäten reissen mich nicht mit und lassen mich mit den Kopf schütteln. Das Auftauchen von Kaleunt Hoffmann gegen Filmende bei Herrn Greenwood
bedeutet für mich, der Wahnsinn wird weitergehen.
Übrigens, Matthias, könnte es nicht sein, dass der Vater von O. Kausch Pate für den Vater von Hoffmann gestanden hat?
MfG Wirbelwind
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Matthias Löhr am 08 Januar 2020, 22:09:48
Einen Kausch, Wirbelwind, finde ich in der Kommandantenliste zum 1. WK nicht, leider: https://uboat.net/wwi/men/commanders/listing.html?char=K
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: kawa1705 am 08 Januar 2020, 22:44:14
Ihr habt noch vergessen zu erwähnen, dass der Kommandant bestimmt nicht einen Fischkutter (im vierten Teil ) mit zwei teuren Torpedos versenkt hätte!  :MLL: :MLL: :MLL:

Trotzdem würde ich nicht so hart meckern.
Ist doch toll das mal wieder in der Richtung was gezeigt wird.
Dann hat man auch wieder neuen Gesprächsstoff. :TU:)

 :MG:

Rüdiger



Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: wirbelwind am 09 Januar 2020, 22:13:09
Hallo Matthias,
vorweg, ich muss mich korrigieren. Richtigerweise heißt es richtig der Vater von Oskar Kusch, sorry :-P
Leider habe ich die Stelle nicht mehr gefunden, wo daraus hervorgeht , dass sich der Vater von Kusch nach dessen Verurteilung zum Tode, direkt an Dönitz wegen Begnadigung  wandte. In dem Zusammenhang glaubte ich gelesen zu haben, dass der vater U-Boot-Kommandant im 1. WK gewesen sei. Nach der Panne mit dem Namen ist es nicht auszuschließen, dass ich mich da irre. Leider. :roll:

MfG Wirbelwind
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Rheinmetall am 09 Januar 2020, 22:28:08
Moin !

Als ich das Bild eines Offiziers mit Ritterkreuz mit verkehrt herum hängenden Eichenlaub gesehen habe, reichte mir dass, die Serie nicht anzusehen und die Zeit anderweitig einzusetzen.

Beste Grüße,

Matze
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: bettika61 am 10 Januar 2020, 11:26:56
Leider habe ich die Stelle nicht mehr gefunden, wo daraus hervorgeht , dass sich der Vater von Kusch nach dessen Verurteilung zum Tode, direkt an Dönitz wegen Begnadigung  wandte.
http://www.apt-holtenau.de/holtenau-info/history/kusch-oskar-briefe.htm
Zitat
Trotzdem zwei Gnadengesuche, eines von mir und eines von dem Verteidiger Müller-Grieben, der in seiner Verteidigung natürlich vollständig versagt hat, vorlagen, und die Begnadigung in der Hand von Dönitz lag, hat dieser als Chef der U-Bootwaffe und Grossadmiral der deutschen Marine trotz seines Versprechens weiter nichts getan, als das Todesurteil meines Sohnes bestätigt.
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Vigo am 10 Januar 2020, 11:41:07
Ich würde es nicht so drastisch wie Schorsch ausdrücken, mit der kommunistischen, spaniengestählten Kampflesbe, da hat er ein wenig überzeichnet.

Nö, genau so 'überzeichnet' ist diese doch im 'Film'. Samt Barett und Dauergequalme :roll:

Als ich das Bild eines Offiziers mit Ritterkreuz mit verkehrt herum hängenden Eichenlaub gesehen habe, reichte mir dass, die Serie nicht anzusehen und die Zeit anderweitig einzusetzen.

Mir hat nach ca 30 Min. das Schnapssaufen mit Schwesterchen an Bord am Abend vor dem Auslaufen und anschließender Feuerspuckerei auf's Funkgerät gereicht.

Fazit: Unterhaltung, ja. Nur leider schlechte. Weil der Zuschauer mit billiger Effekthascherei, zeitgeistiger Scheinmoral und Unstimmigkeiten en masse für dumm verkauft wird.
  flop

Gruß
Vigo
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Umzugskarton am 10 Januar 2020, 17:16:36
Die Serie lohnt sich nicht. Ich würde kein Geld dafür ausgeben.

Es gibt allerdings eine Hand voll Szenen, mMn gar nicht so schlecht sind:

...
Der Unternehmersohn sitzt mit den Offizieren in der Messe und erklärt den ideal- und treuegestählten, trotzig Dasitzenden, wie Wirtschaft funktioniert und dass man sie verheizt.
...

Der Unternehmersohn ist offenbar mitten in einem Wespennest gelandet. Diese Figur, die historische Anleihen an Vorfahren lebender und toter US-Präsidenten trägt, hat mindestens vier der bedeutendsten deutsche Medien zu umgehenden Gegendarstellungen veranlasst, am umfangreichsten die WELT:
https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article184341446/Hitler-Finanzierung-Das-Boot-spielt-mit-einer-Geschichtsklitterung.html

Es ist nicht bekannt, ob auch Herr Grenell sich durch die Namensähnlichkeit auf den Schlips getreten fühlte.

Viele Grüße

Das ist ja kurios. Eine Serie voller Unsinn und der Mann stört sich ausgerechnet an dieser einen Szene....

Als netter Nebeneffekt ist durch den Artikel auch geklärt, warum der Herr Historiker für eine Zeitung schreibt.
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: HUS am 10 Januar 2020, 17:54:11
Hallo in die Runde,
auch ich habe bis zur letzten Folge "Das Boot" verfolgt und habe jetzt aufmerksam die Diskussionsbeiträge gelesen.

Die Mitglieder dieses Forums haben einen besonderen Bezug zu maritimen Themen - überwiegend auf eigene Erfahrungen beruhend und sehen in der Diskussion -vereinfacht ausgedrückt - entweder den Schwerpunkt im Unterhaltungswert oder im Realitätsgehalt.

Auf dem Hintergrund meines Studienschwerpunktes "Didaktik der Geschichte" ist für mich folgender übergeordneter Standpunkt wichtig:

Da die Serie nicht im privatfinanzierten Rundfunkbereich lief, sondern im Öffentlich-Rechtlichen, der von den Bürgern durch ihre Gebührenpflicht finanziert wird, sieht der Gesetzgeber für die Programme einen kulturellen Auftrag vor. Im vorliegenden Fall liegt damit eine gesetzlich-verpflichtende Nähe zu den geschichtsfaktischen Gegebenheiten des Nationalsozialismus im Zusammenhang mit dem 2. Weltkrieg vor. Folglich ist zu fragen: Verstieß der Film erkennbar gegen diese Vorgabe? Ich konnte das nicht erkennen - und habe mich in Gelassenheit geübt - auch angesichts der im Detail ungenauen oder sogar fragwürdigen Passagen. Mir scheint vor allem wichtig, dass 18jährige Ungediente keinen Anlass finden konnten, die Geschehnisse und die Einzelschicksale zu bewundern und damit jener Zeit nachzutrauern.

Zusammenfassung: Wir müssen meiner Meinung nach hier mit den Ärzten, den Krankenschwestern, den Kommissaren, den Rechtsanwälten in den entsprechenden TV-Serien mitleiden, die auch alle ertragen müssen, dass ihre berufliche Realität in der Regel verzerrt dargestellt wird.

Gruss Ulf
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: asus1402 am 10 Januar 2020, 19:23:27
Nabend Ulf,

ich sehe das auch so.
Danke für deinen Beitrag.

Gruß Peter
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Schorsch am 10 Januar 2020, 19:38:33
Hallo Ulf!

(...)
Zusammenfassung: Wir müssen meiner Meinung nach hier mit den Ärzten, den Krankenschwestern, den Kommissaren, den Rechtsanwälten in den entsprechenden TV-Serien mitleiden, die auch alle ertragen müssen, dass ihre berufliche Realität in der Regel verzerrt dargestellt wird.
(...)
Was ich allerdings in diesem Zusammenhang nicht verstehe, ist die vielmals erhobene Forderung, dass man dann gefälligst stumm zu leiden habe. Woher kommt die Idee, dass negative Kritik nicht geäußert und auch ihre Gründe nicht dargelegt werden dürften? (Nur um nicht missverstanden zu werden, dieser Vorwurf geht nicht an Dich, sondern Dein Fazit lässt ihmo diese Frage unbeantwortet.)

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Matthias Löhr am 10 Januar 2020, 19:54:43
Die Serie wurde von SKY produziert, das nicht öffentlich-rechtlicher Rundfunk. Übrigens: Ein recht übles Machwerk ist der Film "1917", für den gerade vor der Tagesschau Reklame gemacht wird. Dieses "Heldenepos" toppt "Das Boot"bei weitem.
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Götz von Berlichingen am 10 Januar 2020, 19:59:26
Auf dem Hintergrund meines Studienschwerpunktes "Didaktik der Geschichte" ist für mich folgender übergeordneter Standpunkt wichtig:

Da die Serie nicht im privatfinanzierten Rundfunkbereich lief, sondern im Öffentlich-Rechtlichen, der von den Bürgern durch ihre Gebührenpflicht finanziert wird, sieht der Gesetzgeber für die Programme einen kulturellen Auftrag vor. Im vorliegenden Fall liegt damit eine gesetzlich-verpflichtende Nähe zu den geschichtsfaktischen Gegebenheiten des Nationalsozialismus im Zusammenhang mit dem 2. Weltkrieg vor. [...] Mir scheint vor allem wichtig, dass 18jährige Ungediente keinen Anlass finden konnten, die Geschehnisse und die Einzelschicksale zu bewundern und damit jener Zeit nachzutrauern.

Propaganda als Auftrag für Rundfunk und Geschichtsdarstellung?

Daß das Machwerk in einer Fülle von Darstellungen und Szenen eben keine »Nähe zu den geschichtsfaktischen Gegebenheiten« des U-Boot-Krieges hatte, wurde ja von einer ganzen Anzahl von Kommentatoren oben festgestellt.
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Darius am 11 Januar 2020, 00:43:47
Und ich war noch nicht in Star Wars... Vielleicht am Sonntag.


 :MG:

Darius
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: wirbelwind am 11 Januar 2020, 16:57:53
Hallo,
auch wenn die Serie nicht im Öffentlich-rechtlichen Fernsehen produziert wurde. Geld hat die Ausstrahlung trotzdem gekostet, den sky wird es dem ZDF nicht für lau erlaubt haben, die Serie auszustrahlen. Es sind bisher viele Argumente zur Ausstrahlung dargelegt worden. Vielen kann ich beipflichten. Einigen aber nicht. So finde ich für mich die Aussage von HUS doch schon ein stückweit verstörend, wenn er der Auffassung ist, dass die Serie nicht dazu beiträgt, ,,dass Ungediente 18- Jahrige keinen Anlass finden konnten, Geschehnisse und Einzelschicksale zu bewundern und der Zeit nachzutrauern." Bisher ist mir eine Glorifizierung weder im öffentlich-rechtlichen noch im privaten Fernsehen unter gekommen. Gerade das ,,Boot" von Petersen ist in meinen Augen genau das Gegenteil von Verherrlichung. Also finde ich besagtes Argument wenig hilfreich, wenn es darum geht, die Geschehnisse/Hintergründe im II. WK auch für die heutige Jugend zugänglich zu machen. Gerade da tut Authentizität not. Zeitzeugen gibt es kaum noch und wenn ja, hochbetagt. In einem Marineforum ist es erwartbar, dass Filme aus dem maritimen Bereich auf grobe Schnitzer/Ungereimtheiten abgeklopft werden. Das unterscheidet die Diskussion ein stückweit von der, die ggf. in anderen Medien stattfindet. Warum keine negative Kritik erlaubt sein soll, kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen. Der Vergleich mit anderen Berufsgruppen, wo ebenfalls bei der Darstellung Unsinn verzapft wird, hinkt in soweit für mich, da das Kriegsthema weitaus sensibler ist.
Anderseits zeigt es mir, wie seicht die Unterhaltung inzwischen rüberkommt. Mittlerweile schaue ich mir Filme, wo besagte Berufsgruppen tragend sind, nur noch selten an. Das schränkt natürlich ein, bietet aber Freiräume für anderes.
MfG Wirbelwind
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: HUS am 11 Januar 2020, 17:44:02
"Mir scheint vor allem wichtig, dass 18jährige Ungediente keinen Anlass finden konnten, die Geschehnisse und die Einzelschicksale zu bewundern und damit jener Zeit nachzutrauern."

Das schrieb und meinte ich.
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Schorsch am 12 Januar 2020, 04:28:35
Hallo Rüdiger!

(…)
Warum keine negative Kritik erlaubt sein soll, kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen.
(…)
Wie würdest Du z.B. Fuzzys Antwort #28 vom 07.01 hier im Thread sonst einstufen? Er bittet um Hilfe, zu erkennen, was ein anderer an der „Serie“ nicht mögen könnte, ich umreiße diesbezüglich meine Position und als Reaktion bekomme ich eine Antwort, deren Inhalt mit „Halt doch die Fräse!“ (durchaus möglich, dass ich mich gerade verschrieben habe) noch freundlich zusammengefasst wäre.

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: t-geronimo am 12 Januar 2020, 11:12:47
Der Vergleich mit anderen Berufsgruppen, wo ebenfalls bei der Darstellung Unsinn verzapft wird, hinkt in soweit für mich, da das Kriegsthema weitaus sensibler ist.

Für mich hinkt der überhaupt nicht, da nicht wenige Menschen das, was sie in den Nachmittags-Serien z.B. zum Thema Krankenhaus sehen, für bare und wahre Münze nehmen und diese "Wahrheit" dann, wenn sie selber betroffen sind, auch für sich einfordern. Und deren Stimmung dann gerne mal umschlägt, wenn sie nicht gleich spätestens zwei Minuten nach Eintreffen in der Notfallambulanz von mindestens einem Arzt per Handschlag begrüßt werden.
Und solche Beispiele gibt es auch aus anderen Bereichen.

Aber das wird dann off-topic.
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Fuzzy am 12 Januar 2020, 11:39:38
Diese ganze Diskusion wir mir zu blöd,ich schalte jetzt ab und widme mich wichtigeren Dingen
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: wirbelwind am 12 Januar 2020, 18:54:21
Hallo,
manchmal ist die deutsche Sprache für mich nicht einfach zu handhaben. Vor allem dann, wenn sich nicht ganz eindeutig und klar ausgedrückt wird bzw. sich Fehler einschleichen. Beziehe mich da konkret auf meinen letzten Beitrag in diesem Thread. Bei der Argumentation zu dem Beitrag von HUS habe ich dummerweise ein ,,nicht" zuviel geschrieben. Richtigerweise sollte der Text lauten: ,,..dass die Serie dazu beiträgt, dass Ungediente 18-Jährige-....
Schorsch, eben, dass Dir sozusagen der Mund durch Fuzzy faktisch verboten werden sollte, weil Du deine Abneigung mit Argumenten unterlegt hast, finde ich nicht in Ordnung.
t-geronimo, die falsche Darstellung von Berufsgruppen in den Medien finde ich nicht richtig, da bin ich vollkommen bei Dir. Jeder, der mit offenen Augen durch das Leben schreitet, kann das aber erkennen, wie realitätsfremd manche Dinge dargestellt werden, wenn er denn will. Bei Publikationen, Filmen etc. über das Kriegsgeschehen finde ich, ist es nicht so einfach mit den offenen Augen.  Da muss sich der Betreffende schon etwas mehr mit der Materie beschäftigen. Viele sind dazu leider nicht bereit und nehmen das Gezeigte für bare Münze. So wird es in meinen Augen immer seichter mit der Unterhaltung.
MfG Wirbelwind

MfG Wirbelwind
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: IRON am 13 Januar 2020, 06:09:37
Moin Männer,

ich habe mir am WE nun auch alle Folgen angesehen und es gibt positives wie negatives aus meiner Sicht.

Gut finde ich das Thema U-Boot, zweiter Weltkrieg mit anderen Handlungsträngen etwa breiter anzulegen, so kommen mehr Charaktere ins Spiel die die Serien tragen könn(t)e(n).

Nachteilig finde ich, das man sich wenig Zeit nimmt die Charaktere und Beweggründe der einzelnen Personen, Hintergünde etc. dem Publikum darzulegen. Die U-Boot Szenen leben zum Großteil aus der Originalserie Das Boot, Seemann der aus der Toilette rennt, "Alle mann voraus", Boot ist nicht zu halten" etc.
Ob die damals tatsächlich so viel Zeit hatten um Konflikte zwischen Kaleu und 1Wo auszuleben?

MACHART: Leider wurde die Serien nicht mit dem Anspruch der Ursprungsserien angefertigt, so das etlich als Gillette Model durch den Fim laufen immer zugeknöpft und die Mütze immer gerade auf dem Kopf? Das wir nun auch einen Quotenlesbe brauchten war nachvollziehbar – schade, das Niveau leidet.
Die Geschenisse an Bord sind ja unglaublich – und das meine ich auch so. Ein Torpedo der sich löst und dazu führt das einem Seemann ein Bein amputiert werden muß – an Bord, bei den herrschenden hygienischen Bedingungen. Die Meuterei der Mord auf Befehl….

Ich habe beim kursorischen Schauen der Serie meine Boote für die Zamma dieses WE vorbereitete, um das nebenher laufen zu lassen ist es ok, es ist halt die Lindenstrasse, die mit einem U-Boot zur See fährt – ich frage mich wann die ersten Halbbrüder, Cousinen und andere Angehörige Auftauchen, Heirat, etc. :sonstige_154:

Eine erntgemeinte Frage zu den Torpedos. Ein Torpedo wiegt 1,5 Tonnen, entspricht es den Tatsachen, dass solche Torpedos von Personen im U-Boot Bunker auf einem Wagen mit reiner Muskelkraft umhergeschoben wurden?
Das taucht in der neuen Serie in der ersten Folge auf, dort schieben 2 Personen einen Wagen mit 4 Torpedos (also 6 Tonnen) durch die Gegend.
Die Ursprungsserien ist wenig besser, dort –  als Prochnow, Grönemeyer und der LI im Bunker zum Boot gehen – schieben 2 Soldaten 2 Torpedo auf einem Wagen (3 Tonnen).
Frage: wurden die Torpedos mit reiner Muskelkraft auf Wagen bewegt oder gab es dazu nicht eine kleinen elektrische Bahn, die den Wagen vom Depot zu den Zellen fuhr?

Bis denne

Christian
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: jockel am 13 Januar 2020, 09:03:05
...Viele sind dazu leider nicht bereit und nehmen das Gezeigte für bare Münze. So wird es in meinen Augen immer seichter mit der Unterhaltung...

...dies soll auch so sein, denn:
Zitat
"Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm - Halt Du sie dumm, ich halt sie arm."
(Reinhard Mey "Sei Wachsam" 1996)

Gruß
Klaus
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Sprotte am 13 Januar 2020, 11:54:44

 jockel schreibt:
   
...dies soll auch so sein, denn:
Zitat

    "Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm - Halt Du sie dumm, ich halt sie arm."
    (Reinhard Mey "Sei Wachsam" 1996)
 :TU:) :TU:) :TU:)


Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: jost_brune am 13 Januar 2020, 14:05:42
Das taucht in der neuen Serie in der ersten Folge auf, dort schieben 2 Personen einen Wagen mit 4 Torpedos (also 6 Tonnen) durch die Gegend.

Hallo IRON

Ich habe bei TC 16:41 6 Leute gezählt. Außerdem müssen die nicht 6 Tonnen schieben, sondern nur den Rollwiederstand überbrücken. Beim Bremsen wird es erst wieder interressant. Es gibt Bilder wo sie von Elektro Karren gezogen werden, ähnlich den alten Bahnsteiggepäckwagen und diese besaßen eine Auflaufbremse die man auch von Hand bedienen konnte.

Gruß
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: cocacabanabas am 25 Februar 2020, 14:55:05
Die Irrfahrt geht weiter... :MV:
https://www.youtube.com/watch?v=bRJFlv3UDEE (https://www.youtube.com/watch?v=bRJFlv3UDEE)

Bin ich sogar ein bisschen gespannt drauf, auch wenn man sich sicher über vieles maßlos ärgern wird.
Aber wenn etwas ein gewisses Maß an "schlecht" unterschritten hat, wird es ja auch wieder auf eine besondere Art unterhaltsam  :MLL:
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: IRON am 25 Februar 2020, 19:13:32
Danke Jost für den Hinweis und Aufklärung habe auch die kleinen Bahn in erinnerung diue bei einigen Bildern der Schnellboote im Bunke zu sehen ist.

Zum Clip, zumindest haben Sie sich das mit den Bärten mal zu Herzen genommen  und die Männer sehen wie Männer aus und nicht wie Laufstegmodels.

bin gespannt wenn das in 14 Monaten im öffentlichen erscheint

bis denne

Christian
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: CaptainMorgan am 17 März 2020, 15:49:55
So, habe mir heute nun auch die 1. Staffel gekauft. Bin schon gespannt.
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Darius am 17 März 2020, 23:13:26
Hallo CaptainMorgan,

habe sie als Geschenk auf DVD bekommen... 1 Tag später habe ich es in der Mediathek von ARD gesehen...

Bin trotzdem nicht zum Reinschauen gekommen.


 :MG:

Darius
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: CaptainMorgan am 18 März 2020, 11:52:31
Da ich ohnehin heute krank zu Hause bin werde ich heute im Laufe des Tages mal mit den ersten Folgen anfangen. Ich kann ja dann berichten wie ich sie finde.
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Darius am 18 März 2020, 22:09:41
Und? Bist Du dank "U-Boot"-Hilfe gesund geworden?


 :MG:

Darius
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: t-geronimo am 18 März 2020, 23:19:58
Wahrscheinlich spült er sich noch immer die Augen.  8-)
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: CaptainMorgan am 19 März 2020, 20:20:42
Ich habe bisher 3 Folgen gesehen (hatte mir gestern die DVD-Box der 1. Staffel gekauft). Bisher bin ich noch etwas unschlüssig. Grundsätzlich würde ich sagen dass die Serie mal rein gar nichts mit Buchheims Buch bzw. der Verfilmung von 1981 zu hat, daher halte ich den Titel etwas unglücklich gewählt. Den "U-Boot"-Handlungsstrang fand ich bisher gar nicht so uninteressant, auch wenn die Geschichte mit dem Sonderauftrag etwas an den Haaren herbeigezogen wirkt. Dem "Resistance"-Handlungsstrang halte ich für spannend inszeniert, aber ob es den wirklich gebraucht hätte sei mal dahingstellt.
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: DEAT am 14 April 2020, 09:52:43
Ich finde es gut verschiedene Handlungsstränge in einer Serie zu haben. Vom Prinzip her ein Katz- und Mausspiel, wie bei der Netflix-Serie "Narcos".

Aber die Handlungsstränge bei der Serie "Das Boot" liegen zu weit auseinander und werden krampfhaft zusammengeführt. Ich denke man wollte ein möglichst breites Publikum ansprechen, aber je breiter die Zielgruppe desto verwässerter das Ergebnis ;)

Stattdessen hätte man vielleicht parallel die Geschichte eines Sunderland-Piloten des Costal Commands erzählen sollen, dessen kleiner Bruder bei der Versenkung eines Handelsschiffes starb. Und der jetzt von Schuld- und Rachegefühlen gegenüber diesem U-Boot geplagt ist.

Oder dem Kapitän einer Flower-Korvette, der vorher einen schweren Kreuzer kommandiert hat. Wegen vermeintlicher Feigheit vor dem Feind degradiert wurde und jetzt versucht diesen Makel durch ruchloses Verhalten loszuwerden (und dadurch seine Besatzung gefährdet, was zu Spannungen an Bord führt). Ob das jetzt realistisch sei dahin gestellt, aber es ist ja schließlich auch keine Doku. 50/50 sollte schon drin sein.

Außerdem könnte man (auch ähnlich wie bei "Narcos") mehr auf tatsächliche Ereignisse und Entscheidungen eingehen und wie die Soldaten auf den U-Booten bzw. den Korvetten (oder dem Costal Command) damit umgehen.

(Klingt alles ziemlich stereotypisch, ist mir aber auch adhoc nur so eingefallen ;)

Edit:
Man hätte sich auch an historischen Vorbildern orientieren und bspw. die Geschichte von U-862 erzählen können. Bzw. sich auf das Buch "U-Boat far from home" beziehen können. Wie die Besatzung im kriegszerstörten Deutschland aufbricht und bis ans Ende der Welt segelt, während die Allierten mitlesen und es jagen.


Alles in allem bin ich von der Serie sehr enttäuscht.
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Schorsch am 30 Dezember 2020, 13:21:56
Hallo zusammen,

hat sich eigentlich jemand die zweite Staffel der Serie, die an den letzten drei Abenden im ZDF gelaufen ist, angeschaut? Oder ist vielleicht auch schon das dröhnende Schweigen z.B. auch hier im FMA der Widerhall dessen, was in dieser zweiten Portion Serie an Inhalt zu finden war?

Mit freundlichen und neugierigen Grüßen
Schorsch
Titel: Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
Beitrag von: Dergl am 30 Dezember 2020, 14:12:36
Hi Schorsch,

bisher hatte ich nur wenige Trailer gesehen und hier im Forum die Kritiken gelesen.
Weil ich mir aber ein eigenes Bild machen wollte, habe ich mir die 8 Folgen im ZDF dieser Tage teilweise angesehen.

Ich würde die Arbeit der Bühnenbildner und Ausstatter loben. Auch Die Kostüme. Die schauspielerische Leistung fand ich etwas überzogen, so daß sie auch in Stummfilme gepasst hätte. Man kann deutlich erkennen, daß fachlich gute Berater am Set waren, um das Schlimmste zu verhindern. Speziell bei den Szenen an Bord.
Leider war das nicht immer erfolgreich.
Besonders (aus meiner Sicht negativ) bemerkbar ist die Absicht, eine Geschichte für nicht-Mariner international zu verkaufen.
Aus meinem leicht maritim vorgebildeten Hintergrund gesehen sind so viele Unwahrscheinlichkeiten und Ungenauigkeiten drin, daß es gruselt wenn ich mir vorstelle daß es Leute geben mag, die es nicht erkennen und für reel ansehen.
Nur ein Beispiel: das Boot läuft vierkant auf einen Strand an der US Küste auf. Nächste Szene mit Boot: Zügiges Ablaufen über Achtersteven mit Heckwelle (!) ... und das nur knapp eine Bootslänge vom flachen Strand entfernt. Woher die Wassertiefe oder diese Beschleunigung kommen mag, war den Autoren wohl schnuppe.

Würde diese Serie ein Aufsatz in der Schule sein, würde es zuerst den Kommentar "Thema verfehlt" bekommen. Der Rest wäre vielleicht eine "3". Vieles gut, vieles eher mau.
Allerdings fühlten sich mein Bruder und auch mein Schwager gut unterhalten. Meine Kritiken wurden damit abgetan, daß es schließlich keine Dokumentation wäre. Und das war wohl das primäre Ziel der Produktion: spannende Unterhaltung mit dem verkaufsfördernden Lockmittel eines bekannten Titels.

Zusammengefasst: der x-te Ausstrahlungstermin vom parallel laufenden "Zurück in die Zukunft" war für mich interessanter so daß ich oft rüber zappte.
Im Sinne einer Entgiftung werde ich vielleicht über den Jahreswechsel die alte Serie oder den Spielfilm in Directors Cut anschauen. Oder das Buch noch mal lesen und mich sogar auf die Kapitel "Gammel 1" und "Gammel 2" freuen.

Detlef