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Flotten der Welt => Die Deutsche Kriegsmarine => Deutsche Kriegsmarine - U-Boote => Thema gestartet von: Taucherin am 05 Oktober 2013, 15:25:40

Titel: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Taucherin am 05 Oktober 2013, 15:25:40
Hallo in die Runde!

Aus allen von LGB geschriebenen Büchern geht sein besonderes Verhältnis zu Lehmann-Willenbrock hervor. Die Grundlage dessen ist aber nirgendwo erwähnt. Auf der einen Seite der junge, unbekannte PK-Berichter und auf der anderen der hoch dekorierte, ältere Kriegsheld. Warum und wieso hat sich Lehmann-Willenbrock so für Buchheim eingesetzt?

Wer kennt eventuell Äußerungen von Lehmann-Willenbrock darüber? Oder ist bei diesem geschilderten Verhältnis eher der Wunsch Bucheims Vater des Gedanken?

LG Taucherin
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Teddy Suhren am 05 Oktober 2013, 17:18:51
Hai

Unsere liebe Jane (Forenname: Albertus) ist mit Lehmann Willenbrock auf der Otto Hahn gefahren. Vielleicht kannst du sie direkt per PN fragen ob sie was dazu weiß.
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: suhren564 am 07 Oktober 2013, 18:21:23
Hallo Taucherin,

LGB und Lehmann-Willenbrock scheinen sich schon vor der gemeinsamen FF gekannt zu haben. Dies geht aus einigen (wenigen) Bemerkungen aus den Büchern hervor. LGB war als Marinemaler u. -berichterstatter zu dieser Zeit in vielen Häfen an der Atlantikküste unterwegs, u.a. auch auf Zerstörern u. Minenräumern. Möglicherweise haben sich da ihre Wege schon mal gekreuzt.
Nach der Fahrt mit U 96 trafen sie sich ja auch noch mehrmals, so daß die gemeinsame Kriegszeit und eine evtl "Seelenverwandtschaft" die Grundlage ihrer Freundschaft wurde.
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Taucherin am 08 Oktober 2013, 17:49:46
@ Jörg. Danke für den Tip. Ich werde es versuchen.

@ Ulf

Danke erst einmal! Welche Bemerkungen aus den Büchern interpretierst Du in diese Richtung? Im "Boot" erscheint mir das Verhältnis noch distanzierter als in der "Festung". Dort scheint es ja eine wahre Männerfreundschaft zu sein.

Ich habe diesbezüglich vor ein paar Jahren einen Zeitzeugen (U-Bootfahrer) dazu befragen dürfen. Er meinte recht abfällig über Lehmann-Willenbrock, daß dieses Verhältnis zu LGB weder er noch seine Kameraden jemals verstanden hat. Buchheim mochten wohl die wenigsten, während Lehmann-Willenbrock außerhalb jeder Debatte stand.

Das ist natürlich nur eine Meinung, die maximal die Bücher Buchheims bestätigt, daß es eine Freundschaft gab.

LG Taucherin
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: wirbelwind am 09 Oktober 2013, 19:11:42
Hallo,
mir ist zwar nicht bekannt, seit wann Buchheim Lehmann-Willenbrock kannte, aber gerade im Buch ,,Festung" wird ja zwischen den beiden eine wahre Männerfreundschaft sichtbar, gerade auch als es um die Rettung der Geliebten von Buchheim geht. Inwieweit das Meiste davon Fiktion oder dem tatsächlichen Geschehen entspricht, kann ich von meiner Warte aus schlecht beurteilen. Buchheim verstand sein Werk als Kriegsberichterstatter. Das er bei den ehemaligen Angehörigen der U-Boot-Waffe nicht überall geachtet wurde, ist bekannt. So soll er sich sein U-Boot-Abzeichen erschlichen haben. Sicher weiß ich es nicht,glaube aber das Buchheim Lehmann-Willenbrock nach dem Krieg als dieser als Kapitän der Otto-Hahn, dem ersten atomgetriebenen Frachter war, nochmals getroffen hat.
MfG Rüdiger
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: suhren564 am 09 Oktober 2013, 19:43:35
Das er bei den ehemaligen Angehörigen der U-Boot-Waffe nicht überall geachtet wurde, ist bekannt. So soll er sich sein U-Boot-Abzeichen erschlichen haben. Sicher weiß ich es nicht,glaube aber das Buchheim Lehmann-Willenbrock nach dem Krieg als dieser als Kapitän der Otto-Hahn, dem ersten atomgetriebenen Frachter war, nochmals getroffen hat.
MfG Rüdiger

Hallo Rüdiger,

daß LGB nicht von allen U-Bootfahrern geachtet wurde, liegt meiner Meinung nach darin, daß sein Buch "Das Boot" von der damaligen Führung des U-Bootverbandes verrissen wurde. Der damalige Vorsitzende des Verbandes war "Addi" Schnee, der im Namen aller !!! U-Bootkameraden sprach, obwohl dei wenigesten es gelesen hatten, einige dies nicht interessierte und andere wiederum das Buch gut fanden. Sehr wenige U-Bootfahrer hatten LGB wärend des Krieges und danach gekannt, so daß es unwahrscheinlich ist, daß ihre Abneigung schon vorher bestand.
Sein U-Bootabzeichen bekam er nach einer Fahrt mit U 96 und zumindest einer Fahrt mit U 309.

Mit Lehmann- Willenbrock fuhr er 2x auf der "Otto Hahn".

@Taucherin,
werde demnächst mal die Bücher wieder durchackern.
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: suhren564 am 09 Oktober 2013, 21:02:25
Interessant wäre es, diese Dissertation von 2002 :
Mirko Wittwar: Das Bild vom Krieg. Zu den Romanen „Das Boot“ und „Die Festung“ von Lothar-Günther Buchheim. Univ. Diss., Berlin 2002.
bzw. diese Magisterarbeit:    Andreas Lehmann: Lothar-Günther Buchheims „Das Boot“ im Kontext der Kriegsliteratur nach 1945. Magisterarbeit, München 2005.
zu lesen, denn diese Arbeiten könnten doch einige Hintergründe erhellen.

http://www.amazon.de/Das-Bild-vom-Krieg-Buchheims/dp/3941216120
http://www.amazon.de/Lothar-G%C3%BCnther-Buchheims-Kontext-Kriegsliteratur-ebook/dp/B007GGNSWI
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: wirbelwind am 10 Oktober 2013, 19:16:16
Hallo Ulf,
leider habe ich keine belastbaren Kenntnisse, ob LGB schon zu Kriegszeiten von vielen U-Boot-Fahrern abgelehnt wurde oder erst nach dem Erscheinen seines Buches ,,Das Boot". Ich kann mich nur an ein Gespräch 2005 erinnern, dass ich mit dem Sohn eines bereits verstorbenen U-Boot-Fahrers führte. Dieser sagte mir damals, dass sein Vater Buchheim auch deswegen ablehnte, wie viele seiner Kameraden, weil er nur eine U-Boot-Fahrt gemacht hatte und trotzdem das U-Boot-Abzeichen erhielt, obwohl 2 Feindfahrten dafür Voraussetzung war. Das LGB mit seinen Ansichten gerade bei den konservativen Mitgliedern der U-Boot-Waffe, respektive ,,Addi Schnee" auf Widerstand stieß, kann ich nachvollziehen aber nicht in jeden Fall teilen. Schnee war ja bis auf seine letzte Feindfahrt 1945 wohl Flaggoffizier, nachdem seine aktive Zeit als u-Boot-Kommandant zu Ende war.
MfG Rüdiger
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: suhren564 am 10 Oktober 2013, 22:54:40
Hallo Rüdiger,
falls du die alle Bücher (vom WWII) von LGB mal gelesen haben wirst, dann liest und siehst, daß er mehr als eine FF mitgemacht hat.  Wie ich schon schrieb, die Kritik an Buchheim war an Schnee sowie an Merten/Baberg auszumachen. Die allerwenigsten der Überlebenden, haben den Sinn von LGBs Veröffentlichungen erfaßt, denn sie waren ja auf ihren Verband und dessen Meinung eingeschworen!!!! :BangHead:
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: wirbelwind am 11 Oktober 2013, 23:59:52
Hallo Ulf,
von LGB kenne ich nur ,,Das Boot" und ,,Die Festung". Beide Bücher habe ich vor längere Zeit gelesen. ich vermag mit meinem Wissen nicht zu beurteilen, ob LGB wirklich 2 Feindfahrten mitgemacht hat. Klar ist für mich, dass er Dinge in seinen Büchern und in seinem öffentlichen Auftreten angesprochen hat, die nicht jedermanns Zustimmung  fanden. Gerade auch im Verband ehemaliger U- Boot-Fahrerer. LGB hat einige Warheiten ausgesprochen bzw. geschrieben, die manche nicht hören bzw. nicht lesen wollten. Schade eigentlich, denn er hat manche Sinnnlosigkeit offenbart.
MfG Rüdiger
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: suhren564 am 12 Oktober 2013, 00:51:01
Hi Rüdiger,
 er hat nicht nur Sachen ausgesprochen, sondern ein Mythos zerstört! Dadurch hat er sich bei der Führung des Verbandes Feinde geschaffen, deren Erklärungen und Sichten bis heute bei den letzten Zeitzeugen weiter wirken.
LGB:
U-Boot-Krieg. 1997.
Zu Tode gesiegt. Der Untergang der U-Boote. 1998
Die U-Boot-Fahrer. 1998

Einfach mal diese 3 Bildbände wirken lassen! Da beweist LGB auch, daß er nicht nur auf U 96 gefahren ist.
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: wirbelwind am 14 Oktober 2013, 20:19:14
Hallo Ulf,
vielen Dank für Deine ergänzenden Literaturhinweise bezüglich LGB. Werde mir die Bücher besorgen und lesen, wenn mehr Zeit dafür zur Verfügung steht. Damit rundet sich sicherlich das Bild, dass ich von LGB habe. Klar war es das Bestreben der damaligen Vereinsführung, die vorwiegendaus alten Traditionalisten bestand, das der Mythos der U-Boot-Waffe nicht zerstört bzw. die Homogenität der Kameradschaft ehemaliger U-Boot-Fahrer in Frage gestellt wird. Immerhin hat diese Waffengattung bekannterweise im 2.WK prozentual den höchsten Blutzoll auf deutscher Seite entrichtet und LGB stellt u.a. warum und für was. Die noch lebenden Zeitzeugen, es sind ja leider nicht mehr viele, haben aus verständlichen Gründen kein Interesse an der Fortführung dieser Auseinandersetzung. Außerdem leben die Protagonisten dieses Streites nicht mehr. Interessanterweise ist mir nichts bekannt, welchen Standpunkt Lehmann-Willenbrock vertrat :?
MfG Rüdiger
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: suhren564 am 14 Oktober 2013, 21:19:40
Hi Rüdiger,
Michael Salewski: Von der Wirklichkeit des Krieges: Analysen und Kontroversen zu Buchheims „Boot“. 2. Auflage, Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1985

Da stehen u.a. Auszüge der Meinungen von H.Lehmann-Willenbrock und E.Topp drin.

Bilder und auch einige Sätze zu deiner Frage sind auch in dem Heft: "Das Boot – Auf der Suche nach der Crew der U 96. Schriftenreihe des Deutschen Filmmuseums Frankfurt am Main, Kinematograph Nr. 21. Henschel, Berlin 2006" zu sehen
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Schorsch am 15 Oktober 2013, 19:19:29
Hallo zusammen!

Interessant sind in diesem Zusammenhang die Stimmen von Zeitzeugen, die imho beleuchten, wie viel Buchheim (z.T. auch fälschlich) in der damaligen Debatte zugeschrieben wurde und wie wenig einig in der Sicht der Dinge sich viele Zeitgenossen waren. Dafür hier zwei Zitate aus „Die Männer von U 995“, 5. Auflage, 2004.

Zunächst der damalige Funkmaat Joachim Gürke (S. 60/61): „Mich hat in dem Buch ‚Das Boot‘ von Buchheim etwas gestört, wenn ich an meine Erfahrungen zurückdenke: die schiefe, ja falsche Darstellung des Verhältnisses von Offizieren zu Mannschaften auf deutschen Unterseebooten. […] Wir dachten nicht in Klassen, lebten in unseren Röhren nicht in voneinander säuberlich getrennten Kasten. Ich versetzte mich zum Beispiel immer wieder in die Lage der Offiziere. Da war eine lang anhaltende Wasserbombenverfolgung durch mehrere englische Zerstörer. Vom Horchgerät fiel mein Blick auf den Kommandanten. Geradezu verbissen gab er seine Anweisungen, um die Verfolger abzuschütteln. Meine ersten Gedanken waren nicht von Mitleid getragen: Der hat uns in diese Todesfalle reinmanövriert, dieser Hund… Nach 50 weiteren Wasserbomben und ohrenbetäubenden Schraubengeräuschen in meinen Ohrmuscheln wandelte sich meine Meinung zu diesem Mann: Gott, ist der allein, allein gelassen inmitten der Besatzung in seinen Anweisungen, die über unser aller Leben und Tod entscheiden.“

Dann der Kommandant Hans Georg Hess (S. 37/38): „Er [Hess] setzte auf Unbekümmertheit und fällte für sich eine klare Entscheidung: nicht kumpeln. […] Aus dem nicht Kumpeln-Wollen ist für den ehemaligen Kommandanten, der heute Rechtsanwalt und Geschäftsführer in einer Industrie- und Handelskammer ist, zeitweise auch leitend in mittelständischen Unternehmen tätig war, das Auf-Distanz-Gehen zu seinen Mitarbeitern geworden. Damals wie heute hält Hess auch die ewige Duzerei in der beruflichen Sphäre für ein Grundübel im Bemühen um ein menschliches Miteinander – so nach des Volkes Weisheit: „Sie Esel!“ lässt sich leichter schimpfen.“

Für mich verwunderlich ist die unterschiedliche Beschreibung des Verhältnisses von Offizier und Maat durch die beiden ehemaligen Besatzungsangehörigen von U 995. Des Weiteren liegt Buchheim, obwohl durch Gürke kritisiert, wiederum in seiner Schilderung eines solchen Unterstellungsverhältnisses genau auf einer Linie mit dem damaligen Kommandanten von U 995. Erinnert sei in diesem Zusammenhang z.B. auch an die Auslassungen Buchheims zur Szene mit dem Öllappen zu Beginn des Filmes oder der Kommentar zum Bild des gemeinsamen Horchens von Kommandant und Funkmaat während einer Wabo-Verfolgung im Film:„…wie zwei Schwule hocken sie da, Wange an Wange.“ (LGB: „Der Film -Das Boot-“, 1981, S.193).

Bei der Beschreibung der Verantwortung, die der Kommandant eines Bootes trägt und wie die Konsequenzen aus dieser Verantwortung sich darstellen, sind dann der ehemalige Funkmaat von U 995 und Buchheim aber wieder erstaunlicherweise d’accord.

Ich vermute, dass vieles, von dem, was die damalige Debatte anheizte, nichts weiter war, als ein kaum aufzulösender Mix aus persönlicher Abneigung der Beteiligten, Neid und teils gewolltem, teils ungewolltem Nichtverstehen. Offensichtlich hat Lehmann-Willlenbrock die einzig richtige Konsequenz gezogen, sich à la „Si tacuisses, philosophus mansisses.“ weitestgehend aus der ganzen öffentlichen Diskussion herauszuhalten.

Danke übrigens noch an Ulf für die Literaturhinweise bezüglich Wittwar und Lehmann. Meine Bibliothekarin ist fast schon am Heulen… Aber ich bin zuversichtlich, dass sie es hinbekommt, mir die Bücher via Fernleihe zu besorgen.

Auch von mir gibt es noch einen Literaturtipp: Michael L. Hadley: „Mythos der deutschen U-Bootwaffe“, Mittler, 2001; dort insbesondere das fünfte Kapitel mit der Überschrift „Revision der Vergangenheit: die Buchheim-Welle, 1973 – 1988“.

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: wirbelwind am 15 Oktober 2013, 20:02:04
Hallo,
vielen Dank an Ulf und auch an Schorsch für die Literaturhinweise. Das wird manches beleuten und einiges klarer erscheinen lassen beimir, als das jetzt der Fall ist. Meiner Meinung war es schade, dass lehmann-Willenbrock sich aus der Diskussion um LGB herausgehalten hat. Schließlich hat er den U-Boot-Krieg als hochdekorierter Kommandant bzw. Flottillenkommandeur mitgemacht  Gehe davon aus, dass sein Wort unter den ehemaligen U-Boot-Besatzungen eine wichtige Bedeutung hatte.An Schorsch noch der Hinweis, dass er sich mit dem Lesen beeilen soll, weil ich auch bestimmte Bücher über die Fernleihe beziehen will und leider viel zu oft nur wenige Exemplare zur Verfügung stehen :-D.
MfG Rüdiger
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: suhren564 am 16 Oktober 2013, 00:02:58


 Meine Bibliothekarin ist fast schon am Heulen… Aber ich bin zuversichtlich, dass sie es hinbekommt, mir die Bücher via Fernleihe zu besorgen.

Auch von mir gibt es noch einen Literaturtipp: Michael L. Hadley: „Mythos der deutschen U-Bootwaffe“, Mittler, 2001; dort insbesondere das fünfte Kapitel mit der Überschrift „Revision der Vergangenheit: die Buchheim-Welle, 1973 – 1988“.

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch

Hallo Schorsch,
vorgestern (14.10.) waren in 2 Bibliotheken in Old Germany das Buch von Wittwar zur Fernausleihe vorhanden. Wehe ich kriege meine Bestellung wegen dir nicht!  :MLL:

Das Buch von hadley habe ich auch, und auch schon öfter gelesen, leider fiel es mir nicht ein, diese Arbeit in diesem Zusammenhang zu erwähnen. KOTAU !!!!  :x

Daß Mannschaften und Offz. unterschiedliche Sicht auf die selben Dinge hatten, ist ja spätestens durch Trompelt zu erlesen.
LGB war an Bord ein Beobachter, seine Aufgaben waren Berichterstattung, Fotografie und evtl. Malerei, aber nicht kämpfen. Dadurch sah er vieles anders und auch differenzierter als jemand aus der Mannschaft, der funktionieren mußte.
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Götz von Berlichingen am 17 Oktober 2013, 14:03:03
Um hier im Sinne des »audiatur et altera pars« auch mal die Gegenseite vorzustellen, die bisher bis auf die kurze Erwähnung der Autorennamen in einem Beitrag unberücksichtigt geblieben ist, hier mal der vollständige Titel des Buches:

Karl-Friedrich Merten/Kurt Baberg, Wir U-Bootfahrer sagen: »Nein! So war das nicht!" Eine "Anti-Buchheim-Schrift", J. Reiss-Verlag, Großaitingen ²1987

Hi Rüdiger,
 er hat nicht nur Sachen ausgesprochen, sondern ein Mythos zerstört! Dadurch hat er sich bei der Führung des Verbandes Feinde geschaffen, deren Erklärungen und Sichten bis heute bei den letzten Zeitzeugen weiter wirken.
LGB:
U-Boot-Krieg. 1997.
Zu Tode gesiegt. Der Untergang der U-Boote. 1998
Die U-Boot-Fahrer. 1998

Einfach mal diese 3 Bildbände wirken lassen! Da beweist LGB auch, daß er nicht nur auf U 96 gefahren ist.

Ja, und bitte nicht vergessen:
Jäger im Weltmeer, Suhrkamp 1943

Da las man's noch anders bei Buchheim....

Und wodurch beweist er, daß er nicht nur eine Feindfahrt 1941 auf U 96 mitgemacht hat? Durch Fotos? Sind die alle von ihm aufgenommen?? Wodurch wäre das bewiesen?

Merten (bekanntl. Kpt. z.S. a.D., ehem. Kmdt. U 68 und Flo-Chef 24. U-Flottille) schreibt wiederholt von nur einer einzigen Feindfahrt von Buchheim auf Ubooten und bezüglich der Fotos in Buchheims Bildbänden U-Boot-Krieg (Erstausgabe Piper 1976) und Die U-Boot-Fahrer (Erstausgabe Bertelsmann 1985) merkt er an:
»Jetzt zollt Buchheim erstmals seinen eigenen und den vielen anderen herbeigeschafften Bildern Anerkennung...« [Merten/Baberg, a.a.O., S. 22, Hervorhebung durch GvB]

Hochinteressant übrigens auch die Schilderung von Buchheims einmaliger Mitfahrt als PK-Berichter auf dem Zerstörer Karl Galster bei einem ohne Feindberührung verlaufenen Vorstoß zur englischen Kanalküste und dessen daraus erdichteten peinlichen Erguß im Jahrbuch der deutschen Kriegsmarine 1942, Verlag Breitkopf & Härtel, Leipzig, S. 91 - 93, unter der erlogenen Überschrift »Zerstörer gegen Zerstörer vor Plymouth«, aus der Merten auf den S. 22/23 seines Buches ausführlich zitiert.
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: wirbelwind am 17 Oktober 2013, 19:38:40
Hallo,
das LGB in meinen Augen ein begnadeter Offizier der PK war, habe ich bereits in diesem Thread verlauten lassen.trotzdem sollte jedem Menschen und somit LGb zugestanden werden, dass er sich eine andere Meinung bilden kann, als die, welche er in Kriegszeiten vertreten hat und dokumentiert ist. Ich weiss allerdings nicht, ob er öffentlich sein ,,Mea culpa" aussprach. Wir wissen doch auch mittlerweile, wie viele sich im 2. WK durch das Naziregime irretieren liesen oder meinten mit ihrem Handeln Deutschland zu dienen. Es kommt für mich letztendlich darauf an, was jeder für Schlußfolgerungen aus seinem Handeln / Nichthandeln gezogen hat. Das LGB gleichfalls ein großer Polarisierer war, ist ja bekannt. Ob dies nur dazu diente, seine Bücher zu pushen oder ihm wirklich daran lag, der Bevölkerung die Augen über den Mythos ,,U-Boot-Waffe" zu öffnen, kann ich heute noch nicht sagen. Dazu muß ich verschiedenes Nachlesen bzw. überhaupt lesen. Gehe aber auch davon aus, dass einige Forumsmitglieder da schon weiter sind und nun auch endlich die leidige Frage geklärt wird, ob er mindestens 2 Feindfahrten auf einem U-Boot bestritten hat.
MfG Rüdiger
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: wirbelwind am 16 November 2013, 17:19:05
Hallo,
habe mir verschiedene Passagen von Hardleys,,Mythos der deutschen U-Boot-Waffe" nochmals durchgelesen.
Bleibe bei meiner Meinung, dass LGB ein begnadeter Polarisierer ist, spannende Bücher / Artikel schrieb und ich ihm seine Wandlung abnehme. E. Topp hat ja seine Ansichten auch geändert und ist LGB zur Seite gesprungen in den ganzen Auseinandersetzungen, wie der U-Boot-Krieg, insbesondere die Rolle der deutschen U-Boot-Männer wirklich war. Es steht doch K.F. Merten frei, dazu eine andere Ansicht zu haben.
MfG Rüdiger
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: suhren564 am 16 November 2013, 17:52:20
Es steht doch K.F. Merten frei, dazu eine andere Ansicht zu haben.

Wenn Merten stets gesagt hätte, daß dies seine Meinung ist, wäre die Diskussion ja auch nicht so hochgeputscht worden. Merten hat aber ständig behauptet, im Namen aller U-Bootkameraden zu sprechen. Wobei stark zu bezweifeln ist, daß der Großteil der U-Bootfahrer überhaupt die Bücher von LGB gelesen hat bzw. dem Hr. Merten ihre Meinung dazu mitgeteilt haben. @ Rüdiger, lies dir mal das Büchlein von dem Kapt.z.S.a.D durch, dann wirst du staunen wie wenig Substantielles der Mann dem Buchheim vorwirft. Das Meiste ist Polemik, teilweise unter Niveau, was für einen hochrangigen Ex- Stabsoffz. sehr erstaunlich ist.
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: wirbelwind am 17 November 2013, 08:13:00
Hallo Ulf,
werde Deinen Hinweis folgen und mir das Büchlein,,So war es nicht" von Merten lesen. Merten war meiner Meinung auch als aktiver U-Boot-Kommandant bereits schon gelinde gesagt kauzig. Das legste als hoher Stabsoffizier nicht ab. Schade nur, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der U-Boot-Kameradschaft seinen Ansichten unreflektiert gefolgt ist. Wenn es vielleicht, so spekuliere ich mal,nicht LGB gewesen wäre, hätte es nicht solche Reaktionen gegeben. Sie fühlten sich von ihm verraten bzw. unterstellten ihm, nur oberflächlich sich mit der Problematik beschäftigt zu haben in alter Marinekriegsberichtserstattermanier. LGB war ja auch kein Kind von Traurigkeit und hat entsprechend zurück geholzt. Es tut schon weh, wenn sichtbar wird, benuzt worden zu sein.
MfG Rüdiger
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Steuermannsmaat am 23 März 2014, 19:15:14
Moin,
ich bin bei der Durchsicht der Themen auf dieses hier gestoßen und möchte mal etwas dazu loswerden.
Das Büchlein von Merten/Baberg geht voll in Ordnung.
Wie schon auch -Götz von Berlichingen- schreibt, der Herr B. hat eine wahnsinnig blühende Phantasie. Aus einer Fahrt ohne Feindberührung solch ein Hokuspokus zu zaubern spricht Bände. Herr B. war mehrfach auf Treffen ehemaliger U-Boot-Fahrer bis zum erscheinen seines Machwerkes Das Boot. Selbst auf den vorherigen Treffen hat er sich unglaublich benommen. Er hat stets so getan als wenn er von Anfang an dabei war und unzählige Fahrten mitgemacht hätte. Viele alte U-Bootleute kannten Herr B. überhaupt nicht und es wurden Erkundigungen über ihn eigeholt. Es ergab sich das der Herr Sonderführer B., nicht Offizier wie -wirbelwind- meint, EINE einzige Fahrt mitgemacht hat. Das U-Boot-Kriegsabzeichen wurde ihm NIE verliehen. Er wollte das Abzeichen aber unbedingt haben um dazuzugehören. Er hat sich später an einen Kommandanten gewandt und um Mitnahme gebeten bei einer Überführungsfahrt. Aufgrund dieser Überführungsfahrt wollte er das als 2te Feindfahrt anerkannt haben und somit die Auszeichnung bekommen. Man ist ihm aber auf die Schliche gekommen und es wurde abgelehnt.
Als das alles Bekannt wurde war er bei fast allen U-Boot-Fahrern untendurch. Ebenso ist sehr vielen Herren bei den Treffen seine unglaubliche Fäkalsprache böse aufgefallen.
Dies habe ich noch alles in sehr lebhafter Erinnerung von vielen Treffen ehem. Bootsbesatzungen sowie auf VdU-Treffen und Gesprächen dort.

Gruß Frank
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Zauberhain am 23 März 2014, 19:27:14
Ahoi,

hier möchte ich meinen Senf dazu geben. Mit LGB musste ich mich zwangsweise auch für meine Arbeit beschäftigen und ich muss euch sagen, dass ich seine drei Bildbände sehr kritisch betrachte. Das liegt an seiner sehr aggressiven Ausdrucksweise und den Fotomontagen. Auf einigen der Bilder kann man erkennen, dass er einiges retuschiert oder verändert hat. Z.B. das Bild mit den auslaufenden U-Booten, bei denen es darum geht, dass selbst verletzte Soldaten rausgeschickt wurden, aber bei genauerer Betrachtung kann man eindeutig sehen, dass die Armbinde des verletzten Soldaten rausradiert wurde. Oder Bilder von Schiffbrüchigen, denen es offensichtlich nicht gut geht, zu denen Texte gehören, in denen geschrieben steht, dass Schiffbrüchige rücksichtslos auf See gelassen wurden ohne Hilfe. Kennt man das ganze Bild, weiß man, dass nur die Schiffbrüchigen gezeigt werden und nicht das U-Boot, das versucht ihnen zu helfen. Er hat eben viele einer Bilder so umgestaltet, dass sie zu seinen Thesen etc. passen.
LGB sowie auch die Antibuchheimschrift sind beide sehr kritisch zu betrachten. Wobei es im zweiten Teil der Antibuchheimschrift eher um technische Fehler geht. Sie ist dennoch sehr Dönitzlastig, was aber auch nicht verwundert, nachdem man mehrere Tage im Archiv in Cuxhaven verbracht hat. Denn dort ist es nicht wirklich anders. Ich habe dort die Tochter von Mertens kennengelernt.

Ich hoffe, ich konnte euch etwas helfen.

LG Zauberhain
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Steuermannsmaat am 23 März 2014, 19:30:43
Moin Zauberhain,
meinst Du die Tochter von Merten oder die Tochter von Baberg, Dr.Jutta Baberg?
Gruß Frank
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: t-geronimo am 23 März 2014, 19:54:39
[...]Mit LGB musste ich mich zwangsweise auch für meine Arbeit beschäftigen[...]

Darf man zu dieser Arbeit näheres erfahren?
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Zauberhain am 23 März 2014, 21:29:17
Ahoi

Baberg, sorry.

Ich habe für meine Bachelor-Arbeit eine fiktive Ausstellung für den DMB konzipiert, die auch ein Gebäude für U995 umfasst, denn das kann nicht mehr lange so frei rumstehen. Im Gegensatz zu U 505 in Chicago würde U995 nämlich sinken, wenn man es ins Wasser setzen würde ^^.
Und in der Ausstellung geht es um das Alltagsleben auf deutschen U-Booten im IIWK. Ein Raum Alltagsleben, ein Raum speziell zu U995, dann das Boot selbst und anschließend die U-Jagd.
Das ganze ist auf meiner Evaluation entstanden, die ich am Ehrenmal gemacht habe. Und die neuen Video-Guides basieren teilweise auf meinen Verbesserungsvorschlägen.

Liebe Grüße
Zauberhain
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Steuermannsmaat am 24 März 2014, 07:38:14
Moin Zauberhain,

Du hast auch die Finger im Spiel bei der ganzen Plünderung des Ehrenmals?
Das hat ja nu nichts mehr mit einer Ausstellung zu tun. Außer das da noch Modelle rumstehen, die Ehrenhalle und der Fahnenraum existiert. Aber wo ist denn der Rest?
Aus dem ehemaligen U-Bootraum - Gemälde, Schiffsglocke, Torpedorechner, Wappen, usw.
Aus dem Raum Rettung Ostsee 45- Bilder, Ausstellungsstücke.
Aus der großen Halle sämtliche Ausstellungsstücke incl Torpedo.
Im Turm in den Etagen, wo mittlerweile nichts mehr steht.
Die Dioramen u.a. der Skagerragschlacht.
usw usw usw

Gruß Frank
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Zauberhain am 24 März 2014, 11:45:41
Moin moin,

damit habe ich nichts zu tun. Meins ist rein fiktiv. Und würde ein neues Gebäude erfordern. Mit der neuen Konzeption habe ich nichts zu tun. Der Torpedovorhalterechner liegt in dem Raum hinter der Diashow.  :wink:
Die alte Ausstellung kenne ich leider nicht und soll wohl mit dem neuen Konzept nicht mehr zusammen gepasst haben.

LG
Sandra
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: suhren564 am 24 März 2014, 15:01:08
Moin Zauberhain,

Du hast auch die Finger im Spiel bei der ganzen Plünderung des Ehrenmals?

usw usw usw

usw= sie hat eigentlich an allem Schuld, was dir am Ehrenmal nicht gefällt!  :BangHead:
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Steuermannsmaat am 24 März 2014, 18:21:02
Moin Ulf,
ich bitte doch meine Frage an Zauberhain deutlicher zu lesen.
Ich habe Sie nicht dafür verantwortlich gemacht sondern lediglich gefragt ob Sie dabei die Finger im Spiel hat.
Und wer die alte Ausstellung kennt wird nicht so doll begeistert sein von dem was da heute noch übrig ist.
Eine entsprechende Frage wird wohl gestattet sein.
 :?
Gruß Frank
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: suhren564 am 24 März 2014, 18:31:42
Hallo Frank,

sie hatte doch ausdrücklich geschrieben: "fiktive Ausstellung"; weiterhin von einer Bewertung des Ehrenmales und eines neuen Video- Guides, der u.a. ihre Ideen enthält.
Nirgends steht was vom Umbau des Ehrenmales bzw. seiner Einrichtung.
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Steuermannsmaat am 24 März 2014, 18:44:01
Moin Ulf,
ja Sie hat daran mitgearbeitet vor Ort die Guides zu bearbeiten und für Ihre Bachelor-Arbeit vor Ort beim DMB die "fiktive Ausstellung" gemacht.
Darauf beruhte nur meine Frage ob Sie bei dem ganzen anderen AUCH beteiligt war.
Darauf hat Sie ja schon adäquat geantwortet.
Hast es heute auf mich abgesehen, was?  :-D

Gruß Frank
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: wirbelwind am 24 März 2014, 19:15:13
Hallo,
schön das ich auf diesem Wege erfahren konnte, dass das Ehrenmal in Laboe einer neuen Konzeption
unterworfen wurde. Doch sollte es doch eigentlich um LGB und sein Verhältnis zu Lehmann-Willenbrock gehen. Letzterer hat ja bekanntlich in der ,,heißen" Phase der Diskussion um LGB geschwiegen. Aus Respekt vor Mertens? Nochmal, Topp oder auch Werner lassen in ihren Publikationen anklingen, dass sie und ihre Männer benutzt bzw. verheizt wurden. Nichts anderes steht auch bei LGB. Ob die Mittel seiner Wahl immer in Ordnung gingen, ist in meinen Augen eine andere Frage.
MfG Rüdiger
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: suhren564 am 24 März 2014, 19:45:22
Hi Rüdiger,

der Erste, der kritisch in Deutschland mit der Marine umging, war Wolfgang Ott. Selbst Marineoffizier, schrieb er "Haie und kleine Fische", was ihm mächtigen Ärger mit Crew- und sonstigen "Kameraden" einbrachte.
Da LGB den allerwenigsten U-Bootfahrern während des Krieges bekannt war, glaubten sie gern, was Merten u.Co. ihnen offerierte. Wenn ich hier lese, daß die Fahrt von Brest als Überführungsfahrt gezählt wird, dann frage ich mich, was war dann eine FF?? Auch wurde er auf dieses Boot befohlen, er hat nicht gebettelt, mitgenommen zu werden. Es ist doch immerwieder erstaunlich, daß den Apologeten v. Dönitz (Merten/Baberg/Schnee u.a.) solche Lügen geglaubt werden.
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Steuermannsmaat am 24 März 2014, 20:09:55
Moin Ulf,
siehste Du, und wieder hast Du nicht richtig gelesen.
Ich habe geschrieben das er EINE Feindfahrt mitgemacht hat. Die ZWEITE sogenannte Fahrt die er bei einem Kommandanten erbettelt hat war eine Überführungsfahrt von einem Atlantikhafen zum anderen.
Sei mir nicht böse Ulf, aber es nervt wenn meine Antworten falsch wiedergegeben werden.

Gruß Frank
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: suhren564 am 24 März 2014, 20:15:45
Frank,

das war eine reguläre Feindfahrt von U 309, keine Überführungsfahrt! Aus welchen Quellen hast du die Aussage von der Überführungsfahrt?
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: bettika61 am 24 März 2014, 21:15:21
Moin Zauberhain,

Du hast auch die Finger im Spiel bei der ganzen Plünderung des Ehrenmals?
Das hat ja nu nichts mehr mit einer Ausstellung zu tun. Außer das da noch Modelle rumstehen, die Ehrenhalle und der Fahnenraum existiert. Aber wo ist denn der Rest?
Aus dem ehemaligen U-Bootraum - Gemälde, Schiffsglocke, Torpedorechner, Wappen, usw.
Aus dem Raum Rettung Ostsee 45- Bilder, Ausstellungsstücke.
Aus der großen Halle sämtliche Ausstellungsstücke incl Torpedo.
Im Turm in den Etagen, wo mittlerweile nichts mehr steht.
Die Dioramen u.a. der Skagerragschlacht.
usw usw usw

Gruß Frank
Hallo Frank,
zur sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema "Ehrenmal" , auch wenn es Dir nicht gefällt, gehört die Fragestellung und Information :was steht  dahinter. Nennt sich "Ausstellungskonzept"  :-D
Mach ein eigenes Thema draus.

Zitat
Die Vergangenheit ist schließlich kein Selbstbedienungsladen, aus dem man sich das heraussuchen kann, was einem gefällt.Daher soll und muss die neue Ausstellung auch auf die kritischen Punkte der deutschen Marinegeschichte eingehen. http://www.rk-marine-kiel.de/files/rkmarine/berichte/2009_09_01_rk_marine_berlin_logbuch_04_2009.pdf

Zitat
Am Ende wird dem einzelnen Besucher nichts anderes übrig bleiben als das, was der Historiker Pohl ohnehin fordert: Er wird sich eine eigene Meinung bilden müssen.http://www.mkkiel.de/mynews/files/laboe.pdf

ende off topic
Grüsse
Beate
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Steuermannsmaat am 26 März 2014, 15:12:07
Moin zusammen,
da ich nun von mehreren Forumsmitgliedern gebeten wurde die Sache der zweiten Feindfahrt von LGB aufzuklären und Stellung zu beziehen zu den Quellen, möchte ich mich nun Abschließend noch einmal äußern.
Die Antwort gibt Buchheim quasi schon selber.
In dem Buch von Buchheim, U-Boot-Krieg.
Da das Buch keine Seitenzahlen hat, verweise ich auf das Kapitel Desaster.
Dort schreibt er selbst:
Das Boot, das den Ausbruch aus der belagerten Festung wagen soll, ist ein VII C-Boot mit Schnorchel. Fünfzig !! Silberlinge, hohe Werftbeamte, sollen mit von der Partie sein. .......,   weiter, ...
kaum eine Chance mit diesem überfrachtetem Boot durch die Sperrkordons .......

Heißt, das Besatzung plus 50 Silberlinge zusammen, rund 100 Leute mit Sack und Pack an Bord sind und er selbst das Boot als völlig überfrachtet ansieht. So kann kein Kampfboot eine reguläre Feindfahrt bestreiten.

Ein paar Zeilen später:
....... es könne ein U-Boot sein, das gleich uns den Fluchthafen anstrebt

Er spricht also selber von einer Flucht.

Desweiteren bitte ich auf www.uboat.net unter Commander Listing den entsprechenden Kommandanten von U 309, Hans-Gert Mahrholz, anzuklicken. Dort steht vermerkt, das die Fahrt vom 07. bis zum 12. Aug 44 von Brest nach La Pallice/La Rochelle stattfand und sechs Tage dauerte.

Es war also eine Fluchtfahrt, bzw. Überführung in einen anderen Stützpunkt und wurde nicht als Feindfahrt deklariert oder vermerkt.
Somit steht wohl zweifelsfrei fest das LGB nur EINE Feindfahrt mitgemacht hat.

Gruß Frank
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Schorsch am 26 März 2014, 16:14:52
Hallo Steuermannsmaat,

dennoch bleiben bezüglich dieser Fahrt noch weiterhin Fragen offen:
(…)
Die ZWEITE sogenannte Fahrt die er bei einem Kommandanten erbettelt hat…
(…)
Bei welchem Kommandanten hat Buchheim bezüglich der Fahrt mit U 309 gebettelt? Durfte Mahrholz als Kommandant von U 309 tatsächlich selbst entscheiden, wen er mitnehmen wollte oder auch nicht? An welche andere Adresse hat sich Buchheim sich sonst wenden können? Wo sind verlässliche Informationen zu finden, die eine Bettelei Buchheims bestätigen könnten?

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Trimmer am 26 März 2014, 16:16:14
Hallo Frank - eine Bestätigung findest Du auch in "  Die Festung " - Kapitel " Auslaufen " bei Buchheim

Gruß - Achim - Trimmer
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Steuermannsmaat am 26 März 2014, 16:38:06
Moin Schorsch,
es dürfte sich dabei wohl eben um Mahrholz gehandelt haben. (annahme)
Jedenfalls schreibt Buchheim nichts von einem Befehl an Bord zu gehen.
Und ob es für jedes Detail eine verläßliche Informationsquelle gibt glaube ich eher weniger.
Vieles stammt auch aus mündlichen Überlieferungen.
Ob Mahrholz dazu befugt war selbst zu entscheiden entzieht sich meiner Kenntnis.

Und Achim, danke für den Hinweis.

Gruß Frank
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: suhren564 am 26 März 2014, 16:49:32
Laut Buch "Die Festung" bekam LGB vom Chef 9.U-Flott. die Weisung, aus dem eingekesselten Brest mit U-Mahrholz zu entkommen. Gleichzeitig wurden die "Silberlinge" eingeschifft, zwecks Evakuierung. Seit wann sind Evakuierungsfahrten keine FF?
Frank, wie definierst du Feindfahrt?
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Steuermannsmaat am 26 März 2014, 17:06:36
Feindfahrt ist für mich wenn das Boot kampfbereit in Operationsräume ausläuft und zielgerichtet den Auftrag hat feindliche Schiffe anzugreifen und zu versenken.
Eine sechs Tage andauernde Schnorchelfahrt mit einem überfrachteten Boot von einem Hafen unter Land zum anderen ist für mich keine Feindfahrt sondern eben eine Evakuierungsfahrt.
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Trimmer am 26 März 2014, 17:09:52
Hallo Ulf - auch ich würde das nicht als Feindfahrt betrachten sondern als reine Evakuierungsfahrt. Sonst müßtest Du ja alle Fahrten " Rettung über die Ostsee " als Feindfahrten betrachten. Angriffsziele  :/DK: Vernichtung des Gegners  :/DK:

Gruß - Achim - Trimmer
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Schorsch am 26 März 2014, 17:11:18
Hallo Frank,

wenn Du bezüglich des Grundes von Buchheims Fahrt auf U 309 "nur" Annahmen hast, das Geschriebene also Deine persönliche Meinung darstellt, solltest Du das in dieser Art auch kennzeichnen. Es besteht sonst die Gefahr, dass Deine Meinung als ein Faktum erscheint. Über Meinungen lässt sich nämlich durchaus streiten, während Fakten eigentlich unumstößlich und verlässlich sein sollten.

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Steuermannsmaat am 26 März 2014, 17:15:29
Schorsch !!
Ay, zur Kenntnis genommen. Wird beim nächsten Male berücksichtigt.  :MG:

Gruß Frank
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: suhren564 am 26 März 2014, 17:16:29
Hey ihr beiden,

also haben die "Milchkühe", Versorgungsschiffe allgemein, die Minenräumer, die Sperrbrecher, und alle anderen Boote/Schiffe, die nicht offensiv eingesetzt wurden, keine Feindfahrten absolviert? da habt ihr euch aber die Sache sehr leicht gemacht!
Wenn die Fahrt von U 309 keine FF war, dann eine Vergnügungsfahrt? Alle Fahrten, die zu einem Zusammentreffen mit feindl. Kräften führen können, sind mMn Feindfahrten.
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Steuermannsmaat am 26 März 2014, 17:24:02
Wenn Du das so zählst eröffnen sich ganz neue Welten.
Dann gehört jede Prüfungsfahrt, jede Ausbildungsfahrt, jede Probefahrt ebenfalls dazu weil im Kriegsfall eigentlich ständig die Gefahr eines zusammentreffens mit feindlichen Kräften besteht.
Egal ob aus der Luft oder zu Wasser, Feind ist Feind.
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Trimmer am 26 März 2014, 17:49:31
Na Ulf - nun sei mal nicht gleich so sauer. Ich denke da besteht doch ein gewisser Unterschied zwischen dem Einsatz aller von Dir genannten Schiffe im Kampf gegen den Feind in irgend einer Form ( Versorgung von Frontbooten, Minen räumen usw. )oder wie bei U 309 als reine Rettungsaktion. Ja und U 309 sollte ja auch den Feindkontakt vermeiden weil es gar nicht in der Lage war Kampfhandlungen durch zu führen.

Gruß - Achim - Trimmer

PS: U 48 hatte bis Juni 41 12 Feindfahrten - anschließend Einsatz als Schulungsboot - da war U 48 ja auch auf See - aber nicht mehr unter Feindfahrt aufgeführt
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: wirbelwind am 26 März 2014, 18:22:58
Hallo,
war es nicht so, lt. LGB im Buch,, Die Festung" das trotz anderem Auftrag(Evakuierung") es zu Feindkontakt kam :?Auftauchen in Cherbourg,dass schon von Amerikanern besetzt war, wenn ich mich nicht irre. Außerdem,  das U-Boot-Abzeichen wurde doch verliehen und der Verleiher musste doch auch prüfen, ob der zu Beleihende die Voraussetzungen erfüllte oder nicht.
MfG Rüdiger
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: großneffe am 26 März 2014, 18:24:56
Hallo, hier wird es mal so beschrieben.

http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/Verlegungsfahrt

http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/Feindfahrt
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: wirbelwind am 26 März 2014, 18:40:10
war U 309 nicht armiert :?
MfG Rüdiger
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Trimmer am 26 März 2014, 18:49:37
Hallo Rüdiger - zum U-Boot Abzeichen - normaler Weise war es so wie Du da geschrieben hast aber als es dann " drunter und drüber " ging hat doch teilweise kein Hahn mehr danach gekräht.
Mir ist bekannt das beim Heer die EK 2 und teilweise sogar die EK 1 ab Ende 44 mit dem Kochgeschirr verteilt wurden wenn Orden statt Verpflegung und Munition nach vorne gekommen ist. Teilweise nahm sogar der Spieß noch " leichte Änderungen " im Soldbuch vor.
Ich will damit jetzt keinen Soldaten oder Matrosen beleidigen der auf ehrliche Weise zu seiner Auszeichnung gekommen ist

Gruß - Achim - Trimmer
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: wirbelwind am 26 März 2014, 18:53:39
Okay, Achim, dass ist für mich nachvollziehbar, dass zuletzt die strengen Regeln für Ordens- und Abzeichenverleihungen zumindest teilweise aufgehoben waren.
MfG Rüdiger
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: M-54842 am 09 Juli 2014, 18:06:40
Hallo in die Runde!

Aus allen von LGB geschriebenen Büchern geht sein besonderes Verhältnis zu Lehmann-Willenbrock hervor. Die Grundlage dessen ist aber nirgendwo erwähnt. Auf der einen Seite der junge, unbekannte PK-Berichter und auf der anderen der hoch dekorierte, ältere Kriegsheld. Warum und wieso hat sich Lehmann-Willenbrock so für Buchheim eingesetzt?

Wer kennt eventuell Äußerungen von Lehmann-Willenbrock darüber? Oder ist bei diesem geschilderten Verhältnis eher der Wunsch Bucheims Vater des Gedanken?

LG Taucherin

Jordan Vause zitiert Karl-Friedrich Merten dazu wie folgt:
"Vielleicht dachte Lehmann-Willenbrock sehr milde über Buchheim, hatte dieser doch in seinem Buch das einzig anständige Denkmal dem Kommandanten gesetzt." Natürlich schloss er (Merten d. A.) eher unnachsichtig, "konnte er später nicht von dieser ungewöhnlichen Freundschaft abrücken und verteidigte Buchheim, wenn auch nur sehr vorsichtig."

Vgl. Vause "Die Wölfe", S. 114 
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Taucherin am 09 Juli 2014, 18:45:52
@ M-54842

Danke für den substantiellen Beitrag! Diese Textstelle kannte ich noch nicht!

Wenn ich das Zitat richtig interpretiere bezieht es sich aber auf die Zeit NACH dem Krieg. Oder ist mit dem Buch das nicht erschienene Werk "Jäger im Weltmeer" von 1943 gemeint? Dann könnte sich der Ausspruch von Merten tatsächlich auf die Kriegszeit beziehen.

Danke, Taucherin.
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: M-54842 am 09 Juli 2014, 18:50:38
@ M-54842

Danke für den substantiellen Beitrag! Diese Textstelle kannte ich noch nicht!

Wenn ich das Zitat richtig interpretiere bezieht es sich aber auf die Zeit NACH dem Krieg. Oder ist mit dem Buch das nicht erschienene Werk "Jäger im Weltmeer" von 1943 gemeint? Dann könnte sich der Ausspruch von Merten tatsächlich auf die Kriegszeit beziehen.

Danke, Taucherin.

Als Quelle gibt Vause einen Brief Mertens vom 01.04.1991 an.
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: ZwiWo am 10 Juli 2014, 10:47:32
... für die Beantwortung der Frage nach dem Verhältnis Lothar Günter Buchheims und Heinrich Lehmann-Willenbrock möchte ich noch die Lektüre des Buches "Der Abschied" von L.G.B. (erschienen 2000) ans Herz legen, das nach "das Boot" und "Die Festung" als dritter Band der Trilogie um die gemeinsamen Erlebnisse der beiden Herren gilt. Ich hatte das Buch vor ca. zehn Jahren gelesen. :MG:

Hier berichtet L.G.B. in Romanform von einer Reise, die er Ende der 70er Jahre auf dem deutschen Atom-Frachter "Otto Hahn", dessen Kommandant  Heinrich Lehmann-Willenbrock war. Hier schildert L.G.B. viele Gespräche mit "seinem2 alten u-Boot-Kommandanten, in denen die beiden ihre gemeinsame vergangenheit Revue passieren lassen.

Das Buch scheint aber inzwischen nur noch antiquarisch erhältlich zu sein; empfehle einen Blick ins ZVAB (zentralverzeichnis antiquarischer Bücher), das ich hier 'mal verlinke
[ich hoffe, das ist hier im Forum erlaubt, soll jetzt keine kommerzielle Werbung sein!  :MV:]

http://www.zvab.com/advancedSearch.do?title=%22Der+Abschied%22&author=Buchheim,+Lothar-G%FCnther&iref=suggest07 (http://www.zvab.com/advancedSearch.do?title=%22Der+Abschied%22&author=Buchheim,+Lothar-G%FCnther&iref=suggest07)

 :O/Y

Andreas
(ZwiWo)
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Taucherin am 10 Juli 2014, 17:46:09
@ ZwiWo

"Der Abschied". Habe ich natürlich. Das Buch ist ein Roman ohne jegliche Quellenangaben.

Meines Erachtens wird meine Frage hinischtlich des Grundes für das ungewöhnliche Verhältnis der beiden Protagonisten in diesem Buch nicht ansatzweise behandelt. Sorry, da war die Info von M-54842 zielführender.

Letzendlich könnte wohl nur noch jemand Auskunft geben, der 41/42 an der Atlantikküste war. Außer Reinhard Hardegen lebt leider niemand mehr. Hat da nicht jemand Kontakt?

LG Taucherin
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: ZwiWo am 10 Juli 2014, 19:13:07
Hallo Taucherin,

dass du "Der Abschied" schon gelesen hast, wußte ich nicht; aber auch "Das Boot" und "Die Festung" sind letztendlich Romane, die aber auf den Erlebnissen basieren; in diesem Sinne wäre ja auch "Der Abschied" zu gebrauchen.

 :O/Y

Andreas
(ZwiWo)
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: wirbelwind am 10 Juli 2014, 20:24:03
Hallo,
die Äußerungen Mertens, die hier zitiert werden. klingen zu diesem Zeitpunkt noch recht milde.
Später, in ,,So war es nicht" holzt Merten ganz anders gegen LGB. Doch im Zusammenhang damit war wohl nach meiner Kenntnis wenig zur Verteidigung von LGB durch Lehmann-Willenbrock zu hören. Auch mir ist nicht bekannt, auf was sich diese Freundschaft gründete. Hing es eventuell mit der schweren Kindheit von Lehmann-Willenbrock zusammen oder das sich dieser faktisch hochgearbeitet hat :? Vielleicht kann ja das Forum helfen.
MfG Rüdiger
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: herb am 05 Mai 2015, 20:37:49
LGB und seine Bücher
Ich hatte das Glück, zwei ehemalige U-Bootfahrer zu kennen. Einer, Kollege, war Tiefenrudergänger auf U952. Er Überlebte, weil das Boot im Hafen von Toulon gebombt wurde. Der Andere, ein Modellbauklubkamerad, diente auf U1208 als Zentralemaat und überlebte, weil er vor dem Totalverlust des Bootes ins Lazarett kam. Beide haben,- ohne unter Einfluss einer „Kameradschaft“ zu stehen zugegeben, dass die Szenen im Roman und Film „Das Boot“ realiv realitätsnah sind.
Die Kontroverse zwischen den alten Kameraden um Merten und LGB liegen m.E. darin begründet, dass sie nicht begriffen haben, dass es sich bei „Das Boot“ und „Die Festung“ um ROMANE und nicht um Reportagen handelt. Ein Roman erlaubt aus dramaturgischen Gründen Abweichungen von Tatsachen. Das wird von den alten Kameraden nicht erkannt. Ebenso wird nicht erkannt, dass gerade „Das Boot“ von LGB das Ansehen der U-Bootwaffe im Ausland erheblich und positiv korrigiert hat!
Davon abgesehen ist folgendes zu bemerken:
Wer „Das Boot“ und „Die Festung“ gelesen hat, sollte unbedingt noch folgende Werke lesen:
Ott: „Haie und kleine Fische“ - Roman
Herbert A. Werner „Die eisernen Särge“ - Erlebnisbericht
Bei sorgfältiger Lektüre wird man erkennen, dass LGB Szenen aus diesen beiden Werken in nur wenig veränderter Form in seine Bücher eingebaut hat. (Was die Qualität von LGB`s Bücher nicht aber nicht schmälern muss).
Sein photografisches Vermächtnis über den U-Bootkrieg ist in jeden Fall beispielhaft. Hier können ihm die „kameradschaftsnahen“ ehemaligen Kriegsberichter in keiner Weise das Wasser reichen.
Sicher war es für LGB während seiner PK-Zeit schwierig, Gesprächspartner auf seiner intellektuellen Ebene zu finden. Vielleicht ist dies ein Schlüssel zu seinem Verhältnis zu HLW und auch später zu Topp.
LGB war auf Grund seiner eloquenten Persönlichkeitsstruktur stets (und teilweise zu Recht) umstritten. Das macht aber der Qualität seiner Publikationen keinen Abbruch. Als Beispiele mögen hierzu sein erstes Buch „Tage und Nächte steigen aus dem Strom“  (Faltbootfahrt auf der Donau zum Schwarzen Meer) oder die detaillierte Reportage „Luxusliner“ (Atlantiküberquerung auf der QE2) dienen. (nur antiquarisch erhältlich)

herb
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: wirbelwind am 06 Mai 2015, 19:26:08
Hallo,
vollkommen meiner Meinung, was  Herb und andere bereits im Thread zu den Büchern von LGB geschrieben haben. Es waren Bücher und keine Reportagen. Trotzdem spiegeln sie den U-Boot-Krieg wieder und den Kernaussagen schliesse ich mich an, ohne zu vergessen, dass auch LGB ein begnadeter Polarisierer war. Er konnte genauso zulangen, wie Merten und Co. Nur das eben Merten kein Schriftsteller war. 8-)
MfG Rüdiger
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Karsten am 19 August 2015, 22:01:12
Buchheim-Ausstellung in Aalen: http://www.kunstverein-aalen.de/aktuelles/aktuelles.htm
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Schorsch am 25 September 2017, 21:14:04
Hallo zusammen,

ich bin soeben bei amazon über das --/>/> hier (https://www.randomhouse.de/Buch/Buchheim/Yves-Buchheim/Heyne/e533100.rhd) gestolpert. Vielleicht gibt es ja im neuen Jahr einige neue Infos für diesen Thread.

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: suhren564 am 26 September 2017, 14:19:33
Hallo Schorsch,

du könntest ja dann mal eine allgemeine Einschätzung des Buches geben. Es klingt in der Beschreibung fast so, als ob der Autor sich am Vater "rächen" will.
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: wirbelwind am 28 September 2017, 19:53:24
Hallo,
für mich liest sich die Ankündigung ebenso, als ob der Sohn nicht nur ein Hühnchen mit seinem verstorbenen Vater noch zu rupfen hatte. Mal sehen, wie es geschrieben ist und was sich davon verifizieren läßt. Klar, LGB, war kein einfacher Mensch, konnte instrumentalisieren und polarisieren. Bin also gespannt, was das Buch hergibt.
MfG Wirbelwind
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Taucherin am 27 März 2018, 15:15:41
Ich habe mir das angesprochene Buch "Buchheim" gekauft und möchte eine kurze Rückmeldung darüber geben.

Meine (subjektive) Erwartungshaltung, mehr über die Kriegszeit Buchheims zu erfahren, wurde enttäuscht.

Der Schwerpunkt des Buches liegt eindeutig auf der Nachkriegszeit und der recht ausschweifenden Schilderung der Familiengeschichte der Mutter ("Simone") des Autors.

Für den marineinteressierten Hobbyhistoriker hingegen ist das Buch kaum zu verwerten.

Es gibt fünf bemerkenswerte, unveröffentlichte Bilder vom (sichtlich stolzem) PK-Mann Buchheim in schicker Leutnantsuniform. Das war es aber schon.

Die Kriegszeit umfasst leider nur knapp 50 von 350 Seiten und beruft sich nur auf Erzählungen und die veröffentlichten Bücher Buchheims. Irgendwelche neuen Informationen gibt es überhaupt nicht. Im Gegenteil werden historisch falsche Fakten integriert.

("Die Schlachtschiffe "Scharnhorst" und "Gneisenau" hatten von Brest aus immer wieder in die Atlantikschlacht eingegriffen...")

("eine Focker Wulf...")

Die Kapitel über die Kriegszeit überspringen teilweise komplette Jahre. (z.B. 1942 bis Mitte 1943). Die Schilderungen der FF mit U96 scheinen frei zugänglichen Quellen (KTB) entnommen zu sein.

Auch über die Flucht (siehe Festung) gibt es nur die Aussage, dass keinerlei Bilder existieren und der "Befreiungsversuch" von Simone wohl erlogen ist.

Leider konnte der nachgeborene Autor (1949) wohl überhaupt nicht auf schriftliche, unveröffentlichte Quellen Buchheims zurückgreifen.

Leider gibt es zum Verhältnis zu Lehmann - Willenbrock nur ganz kurze Andeutungen. Der Autor schreibt an zwei Stellen, dass Buchheim "keinerlei Freunde" (aufgrund seiner Wesenszüge) gehabt hat. Man findet nur die Aussage, dass Lehmann - Willenbrock ein Verhältnis mit "Simone" hatte und das Buchheim ihn im Rahmen der Vorarbeiten zur Veröffentlichung von "Das Boot" kontaktierte. Sonst keinerlei Informationen zu den beiden Protagonisten.

Sämtliche Aussagen des Autor erfolgen ohne genaue Quellennachweise.

Die (für mich) ganz wenigen oder bestätigten neuen Fakten zusammengefasst.

1.) "Simone" gab es wirklich. Ist Genevieve Milton, die Mutter des Autors.

2.) "Simone" hatte wohl wirklich ein Verhältnis mit Lehmann - Willenbrock.

3.) Die Aufenthalte in Feldafing (Die Festung) mit "Simone" haben wohl wirklich stattgefunden.

Wie gesagt, das Buch vermittelt einen guten Überblick über die fragwürdigen Charaktereigenschaften Buchheims und ist als Abrechnung des Sohnes mit dem Vater zu sehen. Die den hier lesenden Kreis sicher am meisten interessierenden Kriegserlebnisse, kommen (sicher am Mangel geeigneter Originalquellen) zu kurz.
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: t-geronimo am 27 März 2018, 20:07:34
Danke schön für die Zusammenfassung!  :TU:)
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Rheinmetall am 27 März 2018, 21:58:07
Jap, Danke Taucherin.

Deine Ausführungen / Zusammenfassung hat mich wirklich auch was gebracht.
Fazit: Ich lese zunächst andere Bücher.  :-D

Beste Grüße,

Matze
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: wirbelwind am 30 März 2018, 11:11:23
Hallo,
schade, es hätte ein interessantes Buch werden können. Nach den Schilderungen der Taucherin, danke auch von mir für die Zusammenfassung, hat es leider dafür nicht gereicht. LGB und der Leserschaft wäre es zu wünschen gewesen. Nun, ja, ich halte es auch erst einmal wie Matze und lese erst einmal andere Bücher.
MfG Wirbelwind
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: suhren564 am 31 März 2018, 18:47:52
Hallo Taucherin,

 top :MG: und danke für deine Rezension.

War aber irgendwie zu erwarten daß Buchheim jun. recht wenige Details über die Kriegszeit schreiben würde, da es wahrscheinlich mehr um seine Erlebnisse/ Erfahrungen mit seinen Eltern ging.
Um genauere Fakten des Buches zu wissen, werde ich es erstmal selber lesen.
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: AKeller am 15 Juni 2018, 10:11:54
Hallo zusammen,

es gibt ein neues Buch, diesmal nicht von sondern über Buchheim: "Buchheim 100" - im Moment nur über sein Museum zu beziehen.
Es ist als Ausstellungskatalog gedacht, enthält aber auch eine Vielzahl von NEUEN Informationen und NEUEN Fotos.

Unter anderem das Verhältnis zwischen Buchheim und Lehmann-Willenbrock: das freundschaftlich gute Verhältnis besteht nach dem Krieg fort, beide tauschen Briefe und
besuchen sich. Buchheim fährt zum ersten Mal 1970 auf der Otto Hahn mit. Lehmann bekommt "Das Boot" zum Korrekturlesen. Beide sehen sich bei den Dreharbeiten
zum "Boot"-Film...

ABER: wie mit so Vielen hat es Buchheim auch geschafft, sich mit Lehmann-Willenbrock zu entzweien:
als 1985 seine sehr kritische U-Boot-Doku im Fernsehen lief, brachte fast zeitgleich Radio Bremen ein Interview mit Lehmann-Willenbrock. Der eine (Buchheim) polterte und schwadronierte über den U-Boot-Krieg, der andere (Lehmann) vertrat wie viele seiner Generation die Meinung, dass Krieg war und jeder seine Pflicht tat, ja sogar Ehrgeiz dabei war. Das erzürnte Buchheim derart, dass er einen Brandbrief an den Alten schrieb. Eine Antwort kam von seiner Frau, dass sie ihn in Ruhe lassen soll.
Das Verhältnis war beeendet...
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Schorsch am 19 Juni 2018, 14:33:51
Hallo zusammen!

Nachdem die Post bei uns soeben ihre Runde gemacht hat, halte ich gerade den von AKeller empfohlenen Ausstellungskatalog in den Händen. Nach dem ersten, schnellen Durchblättern scheint es sich tatsächlich um ein Füllhorn an Informationen über Buchheim zu handeln. Ob allerdings das Ganze in eine Lobhudelei mündet, oder die Autoren auch kritischen Stimmen eine Chance gegeben haben, kann ich natürlich noch nicht sagen, aber ich freue mich schon auf die Lektüre der knapp 260 Seiten.

Vielen Dank für den Tipp!

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch

kleiner Nachklapp: Ich habe einige Zeit überlegt, woher ich den Namen Gerrit Reichert, der für die Recherche der Inhalte des Buches verantwortlich zeichnet, kenne. Jetzt ist es mir eingefallen: --/>/> Klick! (https://www.nwzonline.de/hintergrund/der-letzte-augenzeuge-von-u96_a_31,1,2462531975.html) Der richtig große Wurf war dieses Heft damals ja nicht. Schade, dass ich im Frühjahr dieses Jahres noch nicht wusste, dass er am 13.05.2018 in Bernried als Experte auftreten würde. Hätte wirklich interessant werden können...
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: wirbelwind am 19 Juni 2018, 21:27:08
Hallo Schorsch,
ist Deine Antwort so zu verstehen, dass die veröffentlichten Aufzeichnungen von LI Grade über die 7. Feindfahrt von U 96 Dich nicht vom Hocker gerissen haben oder Anmerkungen von G. Reichert dazu. Immerhin war Grade ZZ und mich persönlich würde es schon interessieren, wie der Bordalltag auf besagtem Boot ablief.

MfG Wirbelwind
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Schorsch am 20 Juni 2018, 07:26:33
Hallo Rüdiger,

an Grades Tagebucheintragungen habe ich bei meiner Bemerkung nicht gedacht, die dürften recht authentisch sein. Wegen derer habe ich damals auch das Heft bestellt und gekauft. Es war eher der Begleittext, der imho manchmal etwas flach daherkommt, wenn er über Buch, Roman und Realität und deren Unterschiede aufzuklären versucht. Das ganze Drumherum ist halt für Laien verfasst und versucht dabei, sich adressatengerecht zu geben. Ja, auch das eine oder andere Fehlerchen hat sich eingeschlichen, so ist z.B. das --/>/> hier (https://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,29666.msg335858.html#msg335858) schon besprochene "Bild von U 96" auch im Heft enthalten, zeigt aber auch immer noch ein Typ II-Boot. Weiterhin ist 1973 bzw. 1981 schon eine ganze Weile her und die Begeisterung/Aufregung um "Das Boot" als Roman resp. Film hat in der breiten Öffentlichkeit naturgemäß etwas abgenommen.

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: wirbelwind am 20 Juni 2018, 20:58:16
Hallo Schorsch,

werde nach Deinem Statement versuchen, mir das Heft zu besorgen, um die Aufzeichnungen Grades lesen zu können. Vielleicht besteht irgendwann die Chance, dass die restlichen 6 Hefte Grades noch veröffentlicht werden.
Übrigens hab ich irgenwo gelesen, dass der Roman ,,Das Boot" wohl als Serie neu verfilmt wurde und dieses jahr zur Ausstrahlung kommen soll.

MfG Wirbelwind
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: t-geronimo am 20 Juni 2018, 21:06:52
Ich hoffe, nicht nur irgendwo, sondern  --/>/> bei uns. (https://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,26385.0.html)  :-)
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Schorsch am 20 Juni 2018, 21:17:22
Hallo Rüdiger!

(...)
werde nach Deinem Statement versuchen, mir das Heft zu besorgen, um die Aufzeichnungen Grades lesen zu können.
(...)
...um die Erfolgsaussichten für den Erwerb zu erhöhen: --/>/> Linkservice (https://shop.nwzonline.de/bucher-cd-dvd/bucher/nwz-sonderdruck-u-96.html)

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: wirbelwind am 22 Juni 2018, 18:25:50
Hallo Schorsch u. t-geronimo,

danke für den Service mit dem Link 8-). Heft ist bereits auf dem Weg.

@t-geronimo: Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mir der besagte Thread 2016 nicht aufgefallen ist. Hab ihn mir aber jetzt auf Deine Anregung hin durchgelesen. Also bin ich gespannt, wie das Forum nach Beginn der Serie darauf reagieren wird. Selbst bin ich kein Sky-Nutzer und werde es aus verschiedenen Gründen auch nicht werden.

MfG Wirbelwind
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: AKeller am 26 Juni 2018, 17:12:11
Das Buch "Buchheim100" ist als Buch zur Sonderausstellung in Bernried zu seinem 100.Geburtstag zu betrachten. Das bedeutet, das jegliche Wertung in Quellen steckt oder der Autor sie zwischen die Zeilen versteckt. Man soll sich selbst ein Bild machen von dem Mann: abenteuerlustig, künstlerisch genial, großkotzig, despotisch...

UND er hat in seiner Lebenszeit zwar die Propaganda-Tätigkeit zugegeben (was viele seiner Zeit nicht machten!), aber die Nachforschungen, die in das Buch einflossen, beweisen, dass er sehr aktiv mit Bildern und Texten war, man nannte ihn auch "Edelfeder". Wer "Die Festung" gelesen hat, weiß, dass er noch im Juni 1944 auf einem Torpedoboot oder ähnlichem einen Einsatz an der Invasionsfront in der Normandie mitmachte - genau darüber handelte sein letzter Bildbericht in einer Leipziger Zeitung. Es war für ihn schlichtweg seine Einnahmequelle...

Stichwort "Die Festung": leider wird nur wenig auf dieses geballte Werk eingegangen. Von seinem Sohn wissen wir ja, dass dort einige Sachen nicht ganz stimmen (Buchheim hat nie nach seiner "Simone" gesucht - für mich enttäuschend, da das ja der rote Faden im Buch ist).
Mich würde eine Aufarbeitung dieses Zeitraums schon interessieren, vielleicht kommt da noch was von Herrn Reichert. Laut Aussage im Buch und in der Ausstellung müssen noch viele ungelesene Aufzeichnungen und Briefe da sein.......

PS: stimmt, das Heftl über U96 und Grade fand ich auch nicht so toll recherchiert...
Titel: H. Lehmann-Willenbrock Interviews 1985
Beitrag von: Vigo am 12 Januar 2019, 22:28:47
Hallo zusammen,

Nachdem im Ausstellungskatalog zu 'Buchheim 100' und der U 96/ Friedrich Grade Reihe in der Nordwest Zeitung von Fernsehinterviews mit Heinrich Lehmann Willenbrock die Rede war, bekam ich auf Anfrage folgenden Hinweis:

Radio Bremen - 1 Regional  - Buten und Binnen vom 28.02.1985 19:15 Dauer: 4'37"
Der authentische Kommandant von U-Boot U-96 LEHMANN-WILLENBROCK, HEINRICH KOMMENTIERT DEN FILM "DAS BOOT" UND ZEIGT ORIGINALFOTOS AUS SEINEM ALBUM

Außerdem existiert ein Interview mit Lehmann Willenbrock in den Tagesthemen vom 04.03.1985 (nach Ausstrahlung des letzten Teils von 'Das Boot'. Zeitgleich lief die auf's Dritte verbannte Buchheim Doku 'Zu Tode gesiegt - vom Untergang der U Boote').

Die Aussagen, die 'der Alte' im Tagesthemen Interview tätigt, sollen Buchheim nicht sonderlich gepaßt haben und es kam zum Zerwürfnis.

Mitschnitte dieser Sendungen sind zum stolzen Preis von 40€ bzw. 34€ zu bekommen. Ich bin noch unschlüssig, vielleicht gibt es noch andere Interessenten, oder gar Besitzer dieser Mitschnitte?


Gruß
Vigo
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Taucherin am 13 Januar 2019, 19:03:24
@ Vigo

Erst einmal Danke für die Recherche!

Ich würde das Geld für beide Mitschnitte investieren.

Wo kann man die bestellen?

Danke Dir!
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Vigo am 15 Januar 2019, 22:45:21
Hallo Taucherin,

Neue Nachricht!

Gruß
Vigo
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: AKeller am 31 Januar 2019, 16:52:46
Hallo zusammen,

ich habe beide Filmchen in Buchheims Museum in Bernried gesehen, wo bis Ende Juni 2018 die Sonderausstellung "Buchheim 100" lief.

Man sieht einen deutlich gealterten Lehmann-Willenbrock, es muss also nach seiner "Otto Hahn"-Zeit sein.
Wie er spricht, wie er tut - ganz genauso, wie es Buchheim beschrieben hat! Humorvoll, nett - aber wenns Ernst wird: Visier zu!
Auch den berühmten " Bärentanz" erkennen Insider, wenn er sich linkisch im Interview bewegt, ganz wie seine Art ist!

Man muss schon sagen: Buchheim war ein hervorragender Beobachter und konnte dies auch zu Papier bringen. Leider wie wir nun alle wissen oft in "seiner" Wahrheit.

Übrigens habe ich von Gerrit Reichert, dem Mitverfasser von "Buchheim 100" und dem Grade-Blättchen, erfahren, dass er im März 2019 eine Art Biographie mit vielen noch unveröffentlichen Fotos zu Lehmann-Willenbrock rausbringen wird.

Man darf gespannt sein.
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Vigo am 31 Januar 2019, 18:56:03
Hallo Keller,

"So isses" ;-). Bin jetzt im Besitz dieses Interviews und muß sagen: Ich wäre gern mal mit ihm auf Törn gegangen. Auch, daß er erst eine Dose und später noch eine Flasche Bremer Bier intus, bzw. neben dem (vollen) Aschenbecher stehen hat, merkt man ihm etwas an, finde ich aber auch symphatisch. "Visier zu" wie Du sagst, sobald es um persönliche Gefühle geht, hat diese Generation wohl von klein auf und in der Kadettenanstalt erst recht eingetrichtert bekommen.

Hatte auch schon von Reichert's geplanter L. Willenbrock Biografie gehört und bin gespannt. Das Luc Braeuer Buch über ihn reizt mich weniger.

Der Saarländische Rundfunk hat noch ein Interview mit dem IIWO von U96 Werner Herrmann im Archiv. Dieses ist aber noch nicht digitalisiert und würde viel Geld kosten...

Gruß
Vigo
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: wirbelwind am 02 Februar 2019, 15:55:26
Hallo,

auch ich muss ins selbe ,,Horn stoßen", wenn es um die Gefühlslage H. Lehmann-Willenbrock geht. Nachdem was bekannt ist, hatte er keine einfache Kindheit, seine Lehrjahre auf See waren kein Zuckerschlecken und erst recht nicht seine Zeit als U-Boot-bzw. Flotillen-Kommandant. Hier einigermaßen anständig zu bleiben erforderte einiges an Willenskraft und Intelligenz. Daher, so kann ich es mir vorstellen, trug er sein Herz nicht auf der Zunge und lies kaum einmal tiefer Blicken. Imponiergehabe,  ständiges Polarisieren oder vor einem fremden Karren spannen zu lassen, scheint seine Sache nicht gewesen zu sein. Deshalb überrascht mich der Bruch zwischen LGB und ihm nicht sonderlich. Ich nehme an, dass die damalige Diskussion zum Erscheinen der Bücher von LGB ihm ab einem bestimmten Zeitpunkt gegen den Strich gingen und er sich deshalb wenig dazu geäußert hat.
MfG Wirbelwind
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: suhren564 am 05 Februar 2019, 10:14:49
Vielleicht war das Verhältnis der Beiden zueinander so gut, eben weil sie so unterschiedlich waren.
Lehmann -Willenbrock streng durch Kadettenanstalt und Marineschule erzogen, verinnerlichte die militärischen Werte und Ansichten seiner Zeit.  Dies war ja auch durch sein Auftreten als Offizier sichtbar. Nicht sichtbar war die Erziehung u.a. zur relativen Empathielosigkeit. Ein Offizier konnte ja schlecht Leute in den Tod schicken, wenn er vor Mitleid und Erbarmen keine Entscheidung treffen kann.
LGB war genau anders. Ein Künstlertyp, der Leute beobachtete und ihre Gefühle sowie Ansichten zu ergründen versuchte. Ohne Empathie wäre er wahrscheinlich nur Anstreicher und nicht Maler geworden.
H.L-W war für LGB der coole Typ, der er teilweise sein wollte. Andererseits hätte "der Alte" gern etwas von LGB`s Leichtigkeit gehabt,  die ihm frühzeitig ausgetrieben worden ist.
Das "Abschalten " war einerseits Schutzhaltung, aber andererseits Produkt seiner Erziehung, da für einen Offizier der damaligen Zeit, sich das Private dem Dienstlichen generell unterzuordnen hatte. Eben : Keine Gefühle zeigen!
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Schorsch am 06 August 2019, 18:44:21
Hallo zusammen!

(...)
Übrigens habe ich von Gerrit Reichert, dem Mitverfasser von "Buchheim 100" und dem Grade-Blättchen, erfahren, dass er im März 2019 eine Art Biographie mit vielen noch unveröffentlichen Fotos zu Lehmann-Willenbrock rausbringen wird.
(...)
...ich bin gerade bei einem großen Online-Versandhändler über das --/>/> hier (https://www.amazon.de/96-Realit%C3%A4t-Mythos-Lothar-G%C3%BCnther-Buchheim/dp/3813209903/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&keywords=Gerrit+Reichert&qid=1565109673&s=gateway&sr=8-1) gestolpert. (Seltsamerweise ist das Buch im Shop beim Verlag selbst noch nicht online gelistet.)

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: wirbelwind am 06 August 2019, 20:19:52
Hallo,
danke Schorsch für den Tipp mit dem neuen Buch über U 96, Lehmann-Willenbrock und Buchheim. Ob wirklich soviel substantiell Neues zu lesen sein wird, wie die Ankündigung suggeriert, wird sich zeigen.
In der Vergangenheit leider viel zu oft meist nur bereits Bekanntes, bloß etwas anders verpackt.
MfG Wirbelwind
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: t-geronimo am 07 August 2019, 08:59:54
Da bin ich ja auch mal gespannt.
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Vigo am 12 August 2019, 15:46:10
Hatte auf eine seriös recherchierte, gut gemachte Biografie von H. L. Willenbrock als 'Beispiel eines (Seemanns-)Lebens' im 20 Jahrhundert  gehofft und nicht eine als 'sensationelle Neubewertung' verpackte Zweitverwertung bekannter Tatsachen um 'die Marke' U96.

Die Beschreibung der angekündigten Veröffentlichung läßt diese befürchten.

Gruß
Vigo



Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: wirbelwind am 15 August 2019, 21:12:49
Hallo,
heute habe ich die Nachricht von amazon erhalten, dass besagtes Buch ab 01.10.19 für schlappe 29,95€ zu haben ist und jetzt schon bestellt werden kann. Bin ehrlich, ich warte ab, was die ersten Erfahrungen mit diesem Buch besagen. Es soll ja auch die Rolle Buchheims als Propaganda-Heini neu bewertet werden. Nun ja, was daran nun Gedöns und was reell ist, läßt sich erst bewerten, wenn das Buch erschienen ist.
MfG wirbelwind
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: AKeller am 09 September 2019, 13:55:44
Hallo zusammen,
das erscheinende Buch ist ja schon lange angekündigt.
Der Autor selbst (übrigens kann man ihn anrufen; hab ich gemacht, weil ich mich erkundigen habe, ob er nach der Recherche zum Buch "Buchheim100" noch weiter z.B. an "Die Festung" oder sonstigen Nachlässen forscht, was er leider verneinte) kündigte mir das an.

Da ja "Buchheim100" in Rücksichtnahme zur Buchheimstiftung völlig wertungsfrei ist und man sich viele Sachen, u.a. seine Rolle als PK-Mann zwischen den Zeilen erlesen muss, denke ich, dass der Autor diesmal seine Sicht zum Ausdruck bringen wird. Hoffentlich nicht in journalistischer Investigativ-Manier (wie das Grade-Blättl) auf der Suche nach der großen Story, die ja nun sowas von ausgekatscht ist...

Ich bin eh mehr auf die Fotos von HLW (als Otto-Hahn-Kpt)und Buchheims Aufnahmen gespannt...

AKeller
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: SonarM U29 am 18 September 2019, 10:22:10
Moin zusammen,

gestern fand eine Pressekonferenz und die Buchvorstellung des Buches von Gerrit Reichert in
Bremen statt.

Hier im Weserkurier nachzulesen (online):
https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-gerrit-reichert-ueber-realitaet-und-mythos-von-uboot-96-_arid,1861137.html (https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-gerrit-reichert-ueber-realitaet-und-mythos-von-uboot-96-_arid,1861137.html)

Man darf gespannt sein, was alles durch Herrn Reichert recherchiert worden ist.

Viele Grüße

Heiko aka SonarM U29
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Schorsch am 21 September 2019, 17:36:40
Hallo zusammen,

die Post hat gerade das von mir erworbene Exemplar des Buches von Gerrit Reichert gebracht. Zum aufmerksamen Lesen hat die Zeit zwar noch nicht gerreicht, aber immerhin für ein schnelles Durchblättern. Die Machart des Buches ist in Ordnung, gute Druckqualität auf ordentlichem geleimtem Papier, allerdings kein Taschenbuch, wie bei Amazon ausgeführt. Nun ist es aber nicht so, dass ich diesen Umstand sehr bedauern würde.

Es ist mir aber auch schon ein erster Fehler ins Auge gesprungen.
Bildunterschrift zu Abb. 33 auf Seite 53:
Zitat
"Sonderführer" (MA) Lothar-Günther Buchheim. Die zwei Anker am Kragenspiegel weisen ihn als Kriegsberichter  der Kriegsmarine aus
Die blauen Offiziersuniformen der Kriegsmarine hatten aber weder am Mantel noch am Jackett Kragenspiegel, die unklaren Anker an den Kragenecken weisen lediglich auf einen Sonderführer hin, nicht aber auf einen Angehörigen der PK und der vollständige Dienstgrad hätte als Sonderführer (Leutnant MA) angegeben werden müssen. Klar, das sind Kleinigkeiten, aber trotzdem ärgerlich.

Na ja, mal schauen, was die genaue Lektüre noch so bringen wird...

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Vigo am 23 September 2019, 23:10:32
Ich bin ja Herrn Reichert dankbar, daß er die Gespräche mit Fritz Grade (LI U96) geführt und veröffentlicht hat. Auch das 'Buchheim 100' Buch halte ich trotz einiger dicker Fehler wie

Portsmouth (statt Plymouth)
„Bernado bei Vigo“ (Bernado war der Deckname für Vigo)
„U97 - Guggenberger" (statt Heilmann)
„Buchheim IST der einzige PK im Mittelmeer“ (Buchheim war nie als PK Mann im Mittelmeer, Gibraltardurchbruch bekanntlich gescheitert)

für  gelungen. Auch die Angabe Dauer der 7ten Feindfahrt von 41 (statt 66) Tagen (aus einem Text für die FAZ) zeugt nicht von besonderer journalistischer Genauigkeit.

Dennoch bin ich gespannt, ob das aktuelle Werk zu diesem bekannten Topos noch Neues beizusteuern weiß.

Gruß
Vigo
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Taucherin am 25 September 2019, 11:21:49
Das Buch kam in der vergangenen Woche bei mir an. Für eine ausführliche Analyse fehlte mir bisher die Zeit.

Mein Fazit nach dem ersten Durchblättern ist aber positiv. Zahlreiche unveröffentlichte Bilder von Buchheim/Willenbrock aus der Kriegszeit. Unter anderem Bootsaufnahmen während Gibraltar oder auch ein Bild von L.G.B. vom August 44 während der (Auto) Fahrt von Frankreich nach Deutschland.

Sehr detailliert wird die Frage geklärt und einer Lösung zugeführt, warum und wie sich die Freundschaft gelöst hat.

Sieht bis jetzt nach einer guten Arbeit des Autors aus.
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Vigo am 28 September 2019, 18:13:56
Ich habe das Buch letzte Woche unerwartet geschenkt bekommen und soeben zuende gelesen.

Es ist ein sehr gut gemachter, aufwendig recherchierter und mit viel Bildmaterial gestalteter, großformatiger, Einband.

Denjenigen, die sich mit der Thematik befaßt und zuletzt den 'Buchheim 100' Katalog gelesen haben, wird Vieles bekannt sein. Neu und sehr interessant ist jedoch die enthaltene, umfangreiche Biographie Heinrich Lehmann Willenbrocks mit vielen bisher unveröffentlichten Fotos.

Die von mir befürchtete, auf 'Enthüllungssensation' gezielte Machart ist (außer vielleicht in der Umschlaggestaltung) erfreulicherweise unterblieben.

Es sind wieder einige kleinere Fehler enthalten ("Kernéval" statt Kernével, "Bernardo" statt "Bernado" wie im KTB U 96 geschrieben - evtl dortiger Fehler..?- , und Datum der Sturmbegegnung mit U 572 (es war lt. KTB der 4.11., nicht der 5.11.41). Auch kommen hier und da Wiederholungen vor, was jedoch zu ertragen ist.

Nicht nur die Kriegs- und Marinethematik wird interessant beleuchtet, sondern schließlich die Wahrnehmung und Deutungshoheit über Geschehenes, die Mechanismen der Propaganda, der (Selbst-)täuschung, heute 'alternative Fakten' genannt, am Beispiel zweier Männer die das Schicksal zusammenführte und wieder entzweite.

Ein sehr informatives, unterhaltsames und im Bezug auf das Propagandathema hochaktuelles Buch.

Gruß
Vigo



Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: Dergl am 30 September 2019, 14:12:20
Hallo Forum,

da stimme ich Vigo zu: gut gemachtes Buch. Habe ich mit Vergnügen gelesen. Viel zu schade, um in meiner maritimen Bücherwand zu verschwinden.

deshalb:

Wer hier zuerst antwortet und es "fest" macht, bekommt das Buch von mir zugeschickt. Frei Haus, natürlich kostenfrei.
Gern würde ich sehen, daß der Empfänger das Buch hier ebenfalls weiter gibt, muss aber nicht.

Grüße
Detlef
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: t-geronimo am 30 September 2019, 16:32:53
 :MG:

Danach gebe ich es gerne weiter, da U-Boote eh' nicht zu meinen Kerninteressen gehören.  :birthday:
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: xrz100 am 02 Oktober 2019, 09:22:26
ADann mach ich hier mal Fest  :O/S

LG

Christian
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: t-geronimo am 02 Oktober 2019, 11:05:56
 :MG:
Titel: Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
Beitrag von: t-geronimo am 11 Oktober 2019, 23:25:41
Ich werde das Buch heute oder Montag weiter senden an xrz100.

Handwerklich fand ich es sehr gut gemacht und ich habe mich sehr gut unterhalten und vor allem auch informiert gefühlt.
Grundsätzlich kann ich nicht so ganz viel zur Grundthematik sagen, weil ich nie ein Buchheim-Buch gelesen habe, auch "Das Boot" nicht, sondern nur den Film gesehen und mich eigentlich nie groß mit der Entstehungsgeschichte beschäftigt habe. Insofern war es ein sehr interessantes Buch, dass das Verhältnis Buchheim-LW sachlich beleuchtet und vieles erklärt, vor allem dank des Zugangs zu den entsprechenden Privatarchiven inclusive dem Briefverkehr zwischen den beiden.

Ich danke Detlef für seine uneigennützige Initiative das Buch weiterzureichen und wünsche dem nächsten Leser viel Spaß damit!  :TU:)