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Flotten der Welt => Die Deutsche Kriegsmarine => Deutsche Kriegsmarine - U-Boote => Thema gestartet von: Stefan am 21 Januar 2006, 12:43:40

Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Stefan am 21 Januar 2006, 12:43:40
Hallo zusammen,

warum hat die Kriegsmarine zu Beginn des Krieges so wenig U-Boote im Einsatz gehabt ?
Wäre es damals nicht Sinnvoll gewesen, wenn es einen strategischen Schlag mit vielen U-Booten ( ähnlich wie Scapa Flow ( Royal Oak )) gegeben hätte.
Ich denke z.B. an; sich vor den größten britischen bzw franz. Häfen zu legen und auf den geeigneten Moment zu warten...

Gruß
Stefan
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Spee am 21 Januar 2006, 13:41:04
@Stefan,

a) es waren nicht mehr U-Boote dafür da, die mußte man erst bauen,
b) es waren auch nicht genügend Besatzungen vorhanden,
c) strategisch ist der Verlust vom 2-3 Schlachtschiffen und ein paar Kreuzern mehr bei den Alliierten nicht,
d) glaubst du nicht, daß die Briten und Franzosen genau da ihre dichteste U-Boot-Sicherung hatten?
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Mario am 21 Januar 2006, 14:20:14
Es ist immer sehr schwierig, Jahre im voraus zu planen, was und wieviel man später an Waffen benötigt. Es gab zwar Stimmen, die schon Mitte der 30-ger Jahre für einen verstärkten Ausbau der deutschen U-Boot-Waffe eintraten, aber damals konnte es sich Deutschland politisch nicht erlauben, allzusehr auf die U-Boote zu setzen. Den Siegern des 1.Weltkrieges war es in den Jahren nach dem Krieg gelungen, die U-Boote zu ächten und als Greuelwaffe darzustellen.
Ein weiteres Problem war die Tatsache, daß die Briten und Franzosen mit dem verstärkten Bau von Sicherungsfahrzeugen auf den Bau von U-booten in Deutschland reagiert hätten.
Ein Angriff auf die Knotenpunkte der britischen und französischen Schiffahrt kam schon deshalb nicht in Frage, weil diese Seegebiete von Geleitkräften und Flugzeugen permanet überwacht wurden und ein Aufenthalt deutsche U-Boote dort ein zu großes Risiko darstellte. Scapa-Flow war eine Ausnahme, die Briten hatten hier einen Fehler in der Sicherung und die Deutschen nutzten diesen, wenn auch mit viel Glück.
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Scharnhorst66 am 21 Januar 2006, 15:44:33
Stefan ,
Deutschland hat erst im Juni 1935 wieder angefangen mit dem Ubootbau ..
die ersten in Dienst gestellten Boote , waren sogenannte Einbäume gerade mal 250t groß , welche nicht Altlantik fähig waren ..

Im September 1939 verfügte Deutschland über 57 Uboote , davon 30 dieser Einbäume für die Nord und Ostsee .. nur 27 Boote waren für den für dem Atlantik tauglich.
Am 1 September 1939 waren wirklich Einsatzbereit  19 Boote des Typs VII & VIIB , I & IX  + 17 Einbäume vom Typ II , IIB , IIC ..

Wie sollten also die Uboote die von Dir angesprochenen Aufgaben übernehmen  ..

Gerade bei Kriegsanfang mussten viel Uboote erst einmal ungeliebte Minenlegefunktionen übernehmen.

Als weiteres Manko ist anzusehen , das sich AH nicht für den Wunsch Dönitz aussprach mehr Uboote zu bauen , sondern den Z-Plan nach Readers Plan zu bevorzugen .. somit wurden viele Ressourcen anderweilig verwendet .
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Wilfried am 21 Januar 2006, 16:00:55
Moin, moin zusammen!

Vielleicht eine kleine Anmerkung noch; Hitler glaubte am Anfang des Waffenganges daran, England daraus zu halten. Sein Ziel war in erster Linie Rußland, bzw. der Osten Europas.
Wäre ein Waffengang gegen Albion als erstes geplant worden, hätte es sicherlich andere Überlegungen geben müssen.
So vertraute Raeder darauf, daß eine Auseinandersetzung erst ab dem Jahre 1944 aktuell werden könne?!

Mit einem lieben Gruß
der Wilfriedn
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Marcel V. am 22 Januar 2006, 02:18:06
Wäre es nicht sinnvoll gewesen, wenn man mit dem U-Boot Bau früher angefangen bzw. den Krieg später begonnen hätte? Dann hätten die deutschen U-Boote die all. Konvois noch stärker zusetzten, vll. sogar komplett stoppen können...
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Blane am 22 Januar 2006, 02:28:12
Kurze Zwischenfrage:
War nicht Deutschland der Bau von U-Booten durch den Versailler-Vertrag verboten, bzw stark beschränkt?
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Marcel V. am 22 Januar 2006, 02:35:37
Stimmt...
Zitat
keine schweren Waffen wie U-Boote, Panzer, Schlachtschiffe oder Flugzeuge, chemische Kampfstoffe


Hat ich vergessen :wink: , sorry
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Marcel V. am 22 Januar 2006, 02:37:13
...wer ihn ganz lesen will:
http://de.wikipedia.org/wiki/Versailler_Vertrag#Folgen_des_Vertrages
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: harold am 22 Januar 2006, 03:28:00
äähhh - wánn früher angefangen?

Nach Mitte 1935 erst war  der U-Boot-Bau "legal" - lassn wir mal die diversen Spassettln auf holländischen und  anderen Werften außer Betracht.
Scharnhorst hat ja eh die Zahlen hier reingestellt.

Ketzerisch gesprochen, wären hochseetaugliche schwere Zertstörer wohl das bessere Diversifikations-Mittel gewesen .. in  einer deutschen Marine der Jahre 1938/39/40.

Und, BTW, einen späteren Kriegsbeginn kann ich mir nur imaginieren, wenn für Polen auch verbindliche Bündnisfälle eintreten könnten auch gegen die UdSSR... also ein "Danziger Patt".
Wäre wohl ein "München"-2 geworden; und genauso brüchig... Ablaufdatum etwa 1.5 Jahre.-

Grad so meine Meinung, will hier keinen alternativ-Geschichts-thread lostreten..
Harold
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Huszar am 22 Januar 2006, 09:27:23
Noch eine kleine Anmerkung:

Die Versenkung von 100 Handelsschiffen samt Ladung wiegt mehr, als die Versenkung von 10-30 Kriegsschiffen.

Die angesprochene Version hat Japan gemacht (U-Boote gegen Kriegsschiffe einsetzen) - ging in die Hose...

mfg

alex
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Mario am 22 Januar 2006, 11:01:49
@ Marcel
Na klar, hinterher ist man immer schlauer. Stell Dir vor, Deutschland hätte den Bau von Überwasserkampschiffen 1936 komplett eingestellt und nur noch hochseetüchtige U-Boote gebaut. 1939 hätten sich die Alliierten vollkommen aus dem Krieg herausgehalten und es wäre 1940 zu einem deutschen Einmarsch in die Sowjetunion gekommen. Wozu dann die U-Boote ??? In der flachen Ostsee gegen die kleine Baltische Flotte vollkommen nutzlos.
Genausogut hätte man den Amerikanern auch empfehlen können, den Bau der Atombombe schon Mitte der 30-ger Jahre forcieren zu lassen. Dann hätten sie sich die riesigen Mengen an Schiffsmaterial sparen können.
Es hat halt keiner gewußt, welcher Weg Jahre später zu Erfolg führen würde.

@Huszar
Auch die US-Navy hat jahrelang U-Boote auf durch Ultra-Meldungen erfasste Kriegsschiffbewegungen der japanischen Marine angesetzt. Der Erfolg war mehr als mager.
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Stefan am 22 Januar 2006, 13:24:40
Hallo
Ich denke, Hitler hat damals die Marine ohnehin schon "Stiefmütterlich" behandelt. Ich überlege nur das die 19 Einsatzbereite U-Boote in den ersten Tagen des 2.Weltkrieges hätten besser eingesetzt werden können. Eine bessere Abstimmung, Planung und Strategie wären von Vorteil gewesen. Wie gesagt, es ist nur eine Theorie bzw ein Gedankenspiel, nach dem Motto. Was wäre wenn gewesen.... Wie ein vorzeitiger Bau von U-Booten bzw Ausbildung von Personal ausgesehen hätte steht auf einem anderen Blatt.
Viele Grüße
Stefan
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Spee am 22 Januar 2006, 13:42:15
@Stefan,

1.) Fakt ist, Adolf Hitler hat die Marine 1939 mit reichlich Vorzügen ausgestattet. "Stiefmütterlich" ist da absolut falsch.
2.) Wie sieht denn ein strategisches Konzept mit 19 U-Booten aus?
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Mario am 22 Januar 2006, 14:39:55
die deutschen U-Boote wurden 1939 sehr vorsichtig eingesetzt.
Zum Einen lag das an dem Befehl, alle französischen Schiffe ungeschoren zu lassen. Zweitens mußten sich die Boote zunächst noch streng an die internationalen Vorschriften halten.
Die Deutschen wollten den Konflikt mit den beiden westlichen Alliierten möglichst begrenzt halten, in der Hoffnung auf ein baldiges Einlenken der beiden Großmächte. Um die Weltöffentlichkeit nicht allzusehr gegen Deutschland aufzubringen mußten sich die U-Boote sehr zurückhalten.
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Stefan am 22 Januar 2006, 18:38:47
Hallo
Wir müssen uns jetzt entscheiden.
Halten wir uns an die historischen Fakten, dass die Deutschen den Konflikt zu Beginn des Krieges eher vermeiden wollten bzw franz.Schiffe eher ungeschoren zu lassen oder wir entwerfen einen eigenen Plan der auf der Grundlage von vorhandenen Material ( Anzahl der Schiffe ) basiert.
Nach dem Motto, wie hätte ich gehandelt.
Wenn ich gehandelt hätte, hätte ich meine vorhandenen 19 U-Boote an strategischen Punkten eingesetzt und alle zu einem gemeinsamen Zeitpunkt losschlagen lassen.
Beispiel: Scapa Flow - der Angriff von U-47 nur im großen Stil und mit mehr Booten an verschiedenen Häfen ( Portsmouth, Plymouth, Brest ect.).
Dieser Raid bedarf natürlich einer guten Vorbereitung.
Zeitpunkt; Sept - Okt `39.  
Wäre mal ein Gedankenspiel..... ( siehe Beisp. Verteidung Panamakanal )

Viele Grüße
Stefan
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: harold am 22 Januar 2006, 18:53:45
Bedarf ein solches Gedankenspiel nicht auch der Annahme, dass sich die KM schon längere Zeit auf einen "paukenschlags-mäßigen" Einsatz vorbereitet hätte?
Oktober - da ist das Überraschungsmoment schon weg.
Und ... in den ersten Septembertagen -?
Das würde ein ausgesprochenes "Angriffs-Krieg-Denken" voraussetzen, und eine taktische Planungsstelle, der nicht so peinliche Pannen passieren wie eine GU in kanarischen Gewässern ohne einen scharfen Schuß Munition - und gleichzeitig eine Zuspitzung der politischen Lage ...

...obwohl, wer weiß, diese Positionierung von GU kann durchaus auch Anlass zum Nachdenken sein. Und stimmt das mit der Übungsmunition? War das damals auch der präsumptiven Gegnerseite bekannt? Ein deutscher Schlachtkreuzer auf Position im Atlantik, vollgetankt ... oijoij.
Wäre aber n anderen thread wert...

Ciao,
Harold
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Spee am 22 Januar 2006, 18:54:22
@Stefan,

zu wenig Boote. Ich bin mal wohlwollend und gebe den 19 Booten 1 schweren und 2 leichte Kreuzer, dazu 3 Zerstörer als Erfolge. Du verlierst dabei 17 Boote und hast dann was?
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Stefan am 22 Januar 2006, 19:17:59
Hallo Spee
Ich gehe vom Überraschungsmoment aus.
Die Raid in Scapa Flow war doch auch erfolgreich und das nur mit einem Boot. Die gleiche Taktik an verschiedenen Häfen...
Ich würde da eher von einer höheren Erfolgschance ausgehen.
Viele Grüße
Stefan
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Mario am 22 Januar 2006, 19:52:13
@Stefan
Der Raid gegen Scapa Flow war eine einmalige Sache. Die Briten waren dabei, alle Zugänge zu sperren. Lediglich an einer einzigen Stelle fehlte noch ein Blockschiff, um die Sache zu beenden. Und dieses letzte Blockschiff war bereits unterwegs. Es waren viele glückliche Umstände, die es ermöglichten, daß die deutsche Luftaufklärung diese kleine Stelle entdeckten.
Den Briten war das Risiko auch bewußt und viele ihrer Schiff wurden an die schottische Westküste verlegt, nur die alte Royal Oak blieb noch in Scapa Flow.
Übrigens war Scapa Flow nicht ein langbenutzter Kriegshafen, sondern ein lage verwaister Stützpunkt aus der Zeit des 1. Weltkrieges. Erst im Sommer 1939 entsannen sich die Briten dieses Ankerplatzes. Deshalb war er im Gegensatz zu den anderen Stützpunkten noch relativ ungesichert. Einen anderen Platz anzugreifen wäre für ein deutsches U-Boot reiner Selbstmord gewesen. Hier bestand eine Chance und Prien hatte sie genutzt.
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Huszar am 22 Januar 2006, 19:52:26
Da gibt es zwei grundsätzliche Probleme:

1, der Krieg mit den Westmächten war nicht erwartet
2, Kriegsschiffe lassen sich aus einem unerfindlichem Grund recht schlecht versenken (hohe Geschwindigkeit, meist starkes Geleit, Panzerung)


Scapa ist eine Geschichte für sich, den Ankerpaltz kann man nicht mit anderen Häfen vergleichen! Soweit ich weiss, sind Häfen meistens recht beengte Gewässer, während Scapa eigentlich keinHafen ist, sondern eine Lagune.
In Häfen reinfahren geht also nicht (klappte auch im 1wk nicht - auch in Scapa nicht).
Du kannst die Boote höchstens vor Häfen legen, und warten bis ein Kriegsschiff vorbeikommt. Frachter gab es aber mehr, also ist die Möglichkeit, einen in einer Hafeneinfahrt zu treffen größer. Schießen wir jetzt auf diesen Frachter - und verraten unsere Position - oder warten wir auf mindestens einen Kreuzer?


mfg

alex
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Mario am 22 Januar 2006, 20:06:24
Und bevor der Kreuzer kommt, suchen jede Menge kleiner U-Boot-Jäger das Gebiet vor der Hafeneinfahrt ab. Das ist ein zu großes Risiko.
Wenn ich recht überlege, dann ist die Versenkung der HMS Royal Oak ein Einzelfall. Höchstens noch vergleichbar mit den italienischen Torpedoreitern in Alexandria.
Wenn es alles so einfach wäre, warum sind dann nicht die britischen U-Boote in einen der deutschen Nordseehäfen eingedrungen ??? Im Gegensatz zu den deutschen Booten wurden die britischen fast ausnahmslos zur Jagd auf deutsche Kriegsschiffe benutzt. Wozu auch sonst, es gab ja kaum deutsche Frachter auf den Weltmeeren.
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Marcel V. am 22 Januar 2006, 21:03:44
@harold
Zitat
äähhh - wánn früher angefangen?

1-2 Jahre vor Kriegsbeginn!?!

@Huszar
Zitat
Noch eine kleine Anmerkung:

Die Versenkung von 100 Handelsschiffen samt Ladung wiegt mehr, als die Versenkung von 10-30 Kriegsschiffen.

Das hatt' "ich" ja vor, nur mit 19 U-Booten einen Krieg anzufangen (bei dem der Einstieg Englands vorprogrammiert war) ist Wahnsinn. Mit mehr Booten hätte man die Nahrungskonvois mehr zusetzen/komlplett stoppen können

@Mario
Zitat
Wozu dann die U-Boote ???

Schon alleine das Raushalten/der Austritt (aus dem Krieg, da die Konvois mit mehr U-Booten gestoppt worden wären) Englands wäre strategisch wichtig gewesen....dann hätte man alle Truppen nach osten schicken können.
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Stefan am 23 Januar 2006, 20:49:26
Hallo
Ein Frage an die Runde:
Was hättet Ihr zu Beginn mit 29 U-Booten gemacht bzw sie am besten eingesetzt um so dem Gegner empfindlich zu schlagen ?
Welcher Zeitpunkt und welche Taktik zu Beginn des Krieges wäre hier entscheidend gewesen ?

Viele Grüße
Stefan
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Spee am 23 Januar 2006, 20:56:47
@Stefan,

mit 19 Atlantik-U-Booten kann man einen Gegner wie die Royal Navy nicht empfindlich schlagen. Soviel Glück gepaart mit Zufall gibt's nicht.
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Seydlitz am 26 Januar 2006, 11:23:34
Sehe ich genau so! U-Boote nur gegen Kriegsschiffe einzusetzen macht wenig Sinn! Die Hauptaufgabe der U-Bootwaffe ist und bleibt der Handelskrieg. Und da die Konvois ja von Kriegsschiffen geschützt werden, ergibt es sich von selbst, das früher oder später ein Kriegsschiff ins Fadenkreuz läuft. :) Allerdings sollten dann auch die Torpedos funktionieren!! Und nicht sowas wie in Norwegen passieren.

Ausgehend von der geringen Anzahl der Boote hat Dönitz, wie die Erfolge auch beweisen, schon die richtige Strategie gewählt.

Was wäre wohl passiert wenn Dönitz, wie gefordert, bei Kriegsbeginn seine 300 Boote gehabt hätte? Ich sag nur "Good night Britain"
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Scheer am 26 Januar 2006, 11:28:33
Wenn Dönitz seine 300 U-Boote gehabt hätte, dann wäre das ein klarer Vertragsbruch gewesen. Diesen hätten die Briten nie hingenommen !

Und selbst wenn, dann hätten sie schon beim Aufbau der deutschen U-Boot Flotte die Ausrichtung der KM-Strategie erkannt und ihre eigene Flotte entsprechend anders strukturiert.
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Seydlitz am 26 Januar 2006, 11:38:10
Sehe ich etwas anders! Woher sollen die Briten das denn Spitz kriegen? Sie wußten zu beginn des Krieges ja auch nichts über die genauen Bootszahlen.

Zum Vertragsbruch kann ich nur sagen, das die ersten Botte (Typ II) auch vor unterzeichnung des Flottenvertrags begonnen wurde. So, das Sie kurz nach der Unterzeichnung Fertig waren.

So sind jedenfalls meine Informationen. Lasse mich aber immer gerne eines besseren belehren. :)
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Scheer am 26 Januar 2006, 11:43:55
Nun ja, die ersten Boote gingen nach der Unterzeichnung in Dienst. Somit kein vollkommener Bruch sondern ein wenig Auslegung oder Beugung..
300 Boote wären aber ein klarer Bruch geworden, ausser du hättest nur Biber gebaut  :)

Überleg mal, wir reden von 300 Booten !!
Eine derartiges Aufrüstungsprogramm wäre nicht verborgen geblieben.
Immerhin wären das 5-mal soviel Boote wie tatsächlich gebaut wurden.
Bei diesen Zahlen hätten die Briten genug erfahren um den Vertragsbruch zu erkennen.
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: t-geronimo am 26 Januar 2006, 12:03:56
Eben.
In Friedenszeiten haben solche komischen Männer in Trenchcoats und mit Sonnenbrillen, Geheimdienst-Agenten genannt, ein leichtes, überall hinzukommen und such Sachen anzusehen, die eigentlich gar nicht für sie bestimmt sind.
So etwas kann man gar nicht geheim halten, schon gar nicht im Frieden.
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Dominik am 26 Januar 2006, 12:05:00
Ein Geheimhalten des U-Boot-Baus in diesen Dimensionen dürfte wohl auch sehr schwer fallen. Bei dieser Zahl von U-Booten hätte ja fast die gesamte Werftindustrie eingebunden werden müssen, die dann keine anderen Schiffe mehr hätte bauen können. Und wie willst Du den Briten / Franzosen weissmachen, dass in den Werften kein Kriegsschiff gebaut wird? Während alle anderen Wehrmachtsteile fast explosionsartig vergrößert werden? Stelle ich mir zumindest etwas schwer vor...

Und gleichzeitig fahren Sonderzüge zur U-Boot-Schule, um die Massen an Kadetten durchzuschleussen?

Ein paar Boote können geheim blaiben, diese Zahl jedoch nicht.

Gruß

Dominik
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Scheer am 26 Januar 2006, 12:34:12
Wo genau spricht Dönitz eigentlich von dieser Zahl "300" ?
Ist das in 10 Jahre 20 Tage ?
Kann mal jemand die Textstelle posten ?
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: ufo am 26 Januar 2006, 12:40:22
Zitat von: t-geronimo
Eben.
In Friedenszeiten haben solche komischen Männer in Trenchcoats und mit Sonnenbrillen, Geheimdienst-Agenten genannt, ein leichtes, überall hinzukommen und such Sachen anzusehen, die eigentlich gar nicht für sie bestimmt sind.
So etwas kann man gar nicht geheim halten, schon gar nicht im Frieden.


Trenchcoats? Eher im Blaumann!
Paul Zieb schreibt, dass nach dem Krieg allein fuenf waschechte Englaender, die auf 'seiner' Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven gearbeitet haben, ihre Auszeichnugen bekommen haben.
Die Teilnehmenden Nation duerften ihre Ruestungsbetriebe gegenseitig liebevoll mit Maulwuerfen durchsetzt gehabt haben. Schon der Bau von zwei oder drei U-Booten sollte durchgesickert sein.

Ciao,
Ufo
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Reiner am 26 Januar 2006, 12:52:18
@Seydlitz

Und was wäre die Konsequenz aus 300 vorhandenen U-Booten schon 1939 gewesen?
Es hätte mangels Personal, Rohstoffen und Werftkapazitäten keins der Schlachtschiffe gegeben. Und die Engländer hätten statt KGV`s eben Zerstörer und Korvetten in Masse gebaut.
Das Ergebnis wäre das gleiche geblieben. Statt der versenkten Schlachtschiffe hätte es dann viel mehr versenkte U-Boote gegeben.

Gruß
Reiner
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Seydlitz am 26 Januar 2006, 13:01:24
@ Scheer

Ich suche dir die Stelle für Morgen raus! Bin grad auf Arbeit!

@ Reiner

Personalmangel?? :?
Glaub ich weniger. 1943 hatte Dönitz seine 300 Boote. Und ich glaube nicht, das sie ferngesteurt durch den Nordatlantik fuhren.
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Reiner am 26 Januar 2006, 13:06:57
@ Seydlitz

Mit Personalmangel habe ich auch eher Werftarbeiter gemeint. Die vorhandenen Leutchen konnten mit Sicherheit nicht gleichzeitig an den vielen U-Booten UND an Schlachtschiffen rumschrauben. Dazu war einfach nicht genügend qualifiziertes Personal da.

Gruß
Reiner
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Scharnhorst66 am 26 Januar 2006, 13:07:51
Das Personal war ab 1942 / 43 kein Problem .. nach den anfänglichen Erfolgen wollten ja viele Ubootfahrer werden.
Viele Ubootfahrer waren ja vorher bei der Handelsmarine
Das Problem lag dann eher in der Ausbildung .. viele Boote wurden dann nach sehr kurzer Ausbildung in den Kampf geschickt ..
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: ufo am 26 Januar 2006, 13:29:39
Logisch Personalmangel! An allen Enden!

In der Treue Denkschrift, wo die Kriegsgeschichtliche Abteilung nachguckt, warum man eigentlich so relativ schlecht dasteht im Seekrieg, wird recht deutlich, dass gutes (!) Personal bis in den Krieg hinein entschieden Mangelware war.

Die Marine wuchs schneller, als sie Leute ausbilden konnte. Im Jahre 1937 wurden gleich zwei Crews eingestellt. Eine Notlösung, um den eklatanten Mangel an Offizieren zu beheben.

Um die Boote, die Doenitz 1943 in See hatte laufen zu lassen musste er erstens massiv gutes Personal von grossen Einheiten abziehen und zweitens zähneknirschend einen deutlichen Abfall der Qualität unter das Niveau von 1939 / 4o hinnehmen.

Das die Allierten 1944 / 45 Scheibenschiessen auf die Deutschen U-Boote machen konnten lag zu einen gewissen Teil auch daran, dass das Deutsche Personal schlechter geworden war.

Um 1939 3oo Boote auszuruesten, haette man die Besatzungen dafuer etwa 1934 einstellen muessen. No way!


Auf der Werftenseite sah die Lage eher noch garstiger aus. Liesst man sich durch die Protokolle der Besprechungen zwischen Raeder / Doenitz und Hitler, so ist es der Kriegsmarine ein ewiges Anliegen Werftpersonal zu bekommen. Und arbeitet man sich durch die Protokolle, wird deutlich, dass die Marine das Personal normalerweise nicht bekommen hat
Da werden Reparaturen an grossen Einheiten entwerder verzögert oder schlicht gar nicht erst gemacht und ein kleiner Kreuzer dann halt auf weniger Maschienen gefahren oder ein Flugzeugträger eben einfach nicht gebaut.

Und auch das Problem zeigt sich lange vor dem Krieg. Die Germania Werke Kiel klagen, dass sie von 1ooo eingestellten Facharbeitern 6oo nicht halten können, weil es zu wenig Wohnungen in Kiel gäbe und die Arbeiter wieder abwandern [ebenfalls nach Treue].

Mehr Marinerüstung war da nicht drin. Schwerpunkte hätte man noch verschieben können aber jede Massnahme führte wo anders zu Einbrüchen. Zeppelin fertigstellen kostete so und soviele U-Boote, die dann nicht fertig wurden. Dem Prinzen sein Knickheck wieder anbauen, liess sich ebenfallsdirekt in U-Boote umrechnen. Da war nicht viel Spielraum drin.  

Ufo
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Reiner am 26 Januar 2006, 13:40:59
@Ufo

Meine Worte!! :D  :D

Gruß
Reiner
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Huszar am 26 Januar 2006, 17:55:51
Vertraglich wären wahrscheinlich einige wenige boote mehr drinngewesen.
Glaube nicht, dass die U-Bootwaffe 45% der Verdrängung der RN hatte.

Wenn wir schon beim Flottenvertrag sind...

Wurde dieser nicht zufällig noch lange vor Kriegsbegin gekündigt?  :D

Wie dem auch sei, ufo hat das Problem auf den Punkt gebracht: wesentlich mehr Boote gingen nicht.
(Ich sags mal so: einige Stück, vielleicht ein halbes Dutzend wären noch drinn gewesen, aber einige wenige machen keinen Unterschied in dieser Situation...)


mfg

alex
Titel: U-Boot Krieg 1939
Beitrag von: Seydlitz am 27 Januar 2006, 07:27:10
@ Scheer

Die genaue Stelle in 10 Jahre 20 Tage kann ich dir leider nicht nennen. Hab das Buch in meinem Umzugsstress nicht finden können.  :cry:

Hab aber in anderen Büchern auch was dazu gefunden:

In Wolfgang Frank "Die Wölfe und der Admiral" heißt es auf Seite 56:
O-Ton Dönitz: "Ich brauche mindestens 300 operative U-Boote,..."

und in E. P. von der Porten " Die deutsche Kriegsmarine im zweiten Weltkrieg" heißt es auf Seite 35: "...Dönitz` Forderung nach einer großen Zahl von U-Booten - eine Forderung, die nach den Wintermanövern 1938/39 eine Zahl von 300 Booten erreichte."
und auf Seite 40: "Im Januar 1939 erklärte Dönitz, daß er 300 U-Boote benötige, um seine Taktik zu entscheidenen Erfolg zu verhelfen."


Ansonsten gib mal in Google "300 Boote+Dönitz" ein!!


Gruß Sven