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Flotten der Welt => Die Rote Flotte und die russischen Marinen => Die Rote Flotte und die russischen Marinen - Schiffe => Thema gestartet von: hillus am 02 Dezember 2011, 21:40:20

Titel: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: hillus am 02 Dezember 2011, 21:40:20
Modernisierung der atomaren Raketenkreuzer Typ KIROV

Die Modernisierung des atomaren Raketenkreuzers ADMIRAL NAKHIMOV (Projekt 11442 ORLAN, ex KALININ) bei der Schiffbauwerft OAO PO SEVMASH wird erst im Jahre 2012 begonnen. Als erste Maßnahme soll die Raketenausrüstung modernisiert werden, teilte der Generaldirektor von SEVMASH Andrej Djatschkow mit.
Der Kreuzer ADMIRAL NAKHIMOV befand sich in den letzten zehn Jahren in konserviertem Zustand  auf dem Werftgebiet von SEVMASH.

Die Modernisierung der Bewaffnung wird enorme Maßnahmen und Arbeit beanspruchen, besonders mit dem Raketenkomplex. Er hat noch immer den Raketenkomplex GRANIT für Flügelraketen an Bord. Dieses RK-System ist jedoch nicht mehr in der Produktion und veraltet. Weder in der Zerstörungskraft und der Reichweite entspricht der Raketenkomplex den modernen Bedingungen des Seekrieges. Deshalb soll geprüft werden, ob die mächtigen Raketenkomplexe KALIBER und ONYX aufgestellt werden können, erklärte Djatschkow.

Er betonte weiterhin, dass sich die atomare Energetik nicht ändern wird. Bis Ende April 2012 sollen die Konstruktionsarbeiten beendet sein, wonach die Arbeiten nach dem Projekt der Reparatur und der Modernisierung anfangen werden sollen. In aller Voraussicht werden 2012 bei SEVMASH nach diesem Projekt die Arbeit nicht durchgeführt werden, erklärte Djatschkow.

Ursprünglich wollte das Ministerium für Verteidigung zwei Verträge schließen, einmal für die Durchführung der Konstruktionsarbeiten und andermal für die Reparatur sowie Modernisierung. Im Laufe der Verhandlungen kam man jedoch zum Entschluss, dass ohne eine gewählte und genehmigte endgültige Variante der Modernisierung die Arbeit von SEVMASH einfach sinnlos ist. Deshalb wurden die Arbeiten nach der Reparatur und der Modernisierung zunächst gestoppt worden. Er hat mitgeteilt, dass der Vertrag mit Nord - PKB für die Entwicklung eines verringerten technischen Projektes abgeschlossen wurde. Das Nord - PKB soll klären, in welche Richtung die Modernisierung des Schiffes gehen wird.

Das Ministerium für Verteidigung hat zugestimmt, die Dauer der Liegezeit des Schiffes bei an der Pier von SEVMASH für die Zeit der Durchführung der notwendigen Konstruktionsarbeiten zu bezahlen.

Es zu beachten, dass es nur um die Modernisierung der ADMIRAL NAKHIMOV geht. Das Typschiff ADMIRAL USHAKOV ex KIROV Projekt (1144) befindet sich bei der OAO TsS ZVEZDOCHKA in Sewerodwinsk. Der atomare Raketenkreuzer befindet außer Dienst gestellt und im konservierten Zustand im Werftgebiet von ZVEZDOCHKA.

Ergänzung hillus: Das vierte Schiff ADMIRAL LAZAREV ex FRUNZE befindet sich einem jämmerlichen konservierten Zustand bei der Pazifik Flotte und nach Beurteilung mir vorliegender Fotos muß gewaltig an einer Wiederherstellung gezweifelt werden. flop flop flop

Zur Zeit befindet nur der atomae Raketenkreuzer PYOTR VELIKIY bei der Nord Flotte im Kampfbestand der russischen Seekriegsflotte. Er ist das dritte Schiff des modifizierten Projektes (Projekt 11442). Der Kreuzer wurde der russischen Seekriegsflotte 1998 übergeben. Er wird gerade generalüberholt.

Zu später Stunde grüßt

hillus
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Tostan am 18 Oktober 2012, 10:23:02
Hallo,

durch einen anderen aktuellen Beitrag bin ich nochmal auf das Thema aufmerksam geworden.

Die Modernisierung der Bewaffnung wird enorme Maßnahmen und Arbeit beanspruchen, besonders mit dem Raketenkomplex. Er hat noch immer den Raketenkomplex GRANIT für Flügelraketen an Bord. Dieses RK-System ist jedoch nicht mehr in der Produktion und veraltet. Weder in der Zerstörungskraft und der Reichweite entspricht der Raketenkomplex den modernen Bedingungen des Seekrieges. Deshalb soll geprüft werden, ob die mächtigen Raketenkomplexe KALIBER und ONYX aufgestellt werden können, erklärte Djatschkow.

Diese Aussage vom Herrn Djatschkow ist ja nun absolut nicht zu halten. Gerade was Zerstörungskraft und Reichweite betrifft, sind die  P-700 Granit immer noch ungeschlagen. Weder KALIBER(3M14E Kalibr, gehört zur Klub-Familie, NATO: SS-N-27) noch ONYX(P-800 Onyx(manchmal als P-800 Bolid bezeichnet) NATO: SS-N-26) erreichen diese Reichweite und Sprengkraft.

Das Problem des Raketenkomplexes ist meiner Meinung nach ein anderes: Diese Waffen hatten einen speziellen, eng begrenzten Einsatzzweck: Die Vernichtung eines Flugzeugträgers(oder ähnlich wichtigen Schiffes) mit hoher Überlebenswahrscheinlichkeit des Angreifers. Daher die hohe Reichweite(>500km) und Zerstörungskraft(750 kg Sprengkopf), ein Flugkörper welcher durch den Abwehrschirm dringt sollte sicher ausreichen für einen Träger.

Eine Modifikation würde den Kreuzern also ein breiteres Einsatzspektrum verschaffen(Kalibr gegen Landziele, Onyx gegen Überwassereinheiten) und somit den modernen Einsatzszenarien("den modernen Bedingungen des Seekrieges") besser entsprechen, trotz geringerer Zerstörungskraft und Reichweite der Flugkörper.

Irgendwo habe ich gelesen, dann ein neuer, universeller Raketenkomplex entwickelt werden soll, der je nach Bedarf mit unterschiedlichen Raketen bestückt werden kann, ähnlich dem amerikanischen VLS. Nur finde ich jetzt die Quelle leider nicht mehr. Nur ein Gerücht, oder weiss jemand mehr dazu?
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: der erste am 20 Oktober 2012, 13:17:56
Ein kurzer Hinwies zu den Reichweiten. Bei den neuen Raketen (ONYX,Kaliber) werden in russsichen Verlautbarungen nur die Reichweiten für exportierende Raketen genannt. Und die liegen bei max. 300 km. Man muß davon ausgehen, das die für die eigene Flotte beschaften weiter fliegen.
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Tostan am 22 Oktober 2012, 13:16:12
Naja, aber gerade die Kenngrößen Sprengkraft und Reichweite sind doch stark von Größe und Gewicht des FK abhängig. Ich glaube nicht, dass da für die russischen Versionen die Werte mehr als verdoppelt wurden bei ähnlichen Abmessungen(und das müssten sie um die P-700 zu "schlagen".)

Aber im Grunde genommen ist das doch eh nur Quartett spielen. "Der FK ist in genau der Kenngröße besser als der andere". hat wenig praktische Aussagekraft für den Wert des Waffensystems. Es störte mich nur etwas, dass da gerade die zwei Sachen herausgepickt wurden, die eben durch die neuen FK vermutlich nicht verbessert werden. Dabei gäbe es genügend plausiblere Gründe, den Raketenkomplex zu wechseln(Flexibilität, Probleme mit der veralteten Steuerung der P-700(diese ist zwar von der Funktionsweise her immer noch innovativ, meines Wissens nach gibt es so was außerhalb Russlands nicht, aber im Prinzip doch vermutlich Technologie der 70er Jahre)), Probleme mit der Wartung der FK's oder andere Gründe.

Btw: Wenn schon die P-700 ausgetauscht werden sollen weil sie veraltet sind, was ist dann mit den  P-500 Basalt(SS-N-12 Sandbox) der Kreuzer des Projektes 1164(Slawa-Klasse). Dieser Raketenkomplex ist ja noch älter, und eine Außerdienststellung der Kreuzer ist noch bei weitem nicht in Sicht.
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: der erste am 22 Oktober 2012, 22:27:40
Die P-500 wurde zumindest auf einem Kreuzer gegen die P-1000 getauscht, auf der "Moskwa". Allerdings hatte man dort Probleme mit den Starttriebwerken, die bei den ersten Starts die Containerdeckel zerstörten.
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Admiral Kummetz am 29 Januar 2013, 17:46:19
Bei wikipedia steht das geplant sei, alle vier Schiffe zu modernisieren und wieder in Dienst zu stellen.
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: hillus am 29 Januar 2013, 19:32:42
Hallo,

nichts gegen Wikipedia, es kann durchaus für einige Klarheit sorgen. Es sorgt aber auch für viel durcheinander. Darüber wurde hier im Forum schon viel diskutiert.
Fakt ist, Primärquelle bleibt Primärquelle und Wikipedia ist eben nur Secundärquelle, egal welchen Anspruch man erhebt.
Bitte lese nochmals meinen Beitrag vom 02.12.2011. Daran hat sich nichts geändert. Bei den Russen sollte man immer beachten, dass zumeist der Wunsch der Vater des Gedankens ist.
Außer bei der ADMIRAL NAKHIMOV ex KALININ ist bei den anderen Kreuzern nicht mehr viel zu machen. An der ADMIRAL NAKHIMOV wird nach Auswertung der Fotos der beauftragten Werft OAO PO SEVMASH tüchtig gearbeitet. Allerdings beachte immer, die Russen sind für Überraschungen gut.

In diesem Sinne grüßt

hillus
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: olpe am 31 Januar 2013, 23:08:47
Hallo,
hier der Versuch eines kleinen Überblicks in Kurzform.
Die Bilder sind leider nicht topaktuell, reflektieren aber m.E. ausreichend auch den heutigen Stand …

Name, alt Name, heuteProjektindexBilder
______________________________________________________________
”KIROV””ADMIRAL USHAKOV”1144-1- (http://kuleshovoleg.livejournal.com/100859.html?thread=500987), -2- (http://navsource.narod.ru/photos/02/165/02165067.jpg), -3- (http://navsource.narod.ru/photos/02/165/02165055.jpg)
”FRUNSE””ADMIRAL LAZAREV”11442-1- (http://navsource.narod.ru/photos/02/166/02166042.jpg), -2- (http://navsource.narod.ru/photos/02/166/02166041.jpg)
”KALININ””ADMIRAL NAKHIMOV”11442-1- (http://ic.pics.livejournal.com/bmpd/38024980/109157/109157_original.jpg), -2- (http://s49.radikal.ru/i124/1012/80/6f25c601a580.jpg), -3- (http://alternathistory.org.ua/files/users/user4261/nahimov.jpg), -4- (http://www.ljplus.ru/img4/i/g/igorriw/IMAG0390.jpg)
”YURIY ANDROPOV””PETR VELIKIY”11442-1- (http://navsource.narod.ru/photos/02/168/02168018.jpg)
”ADMIRAL KUZNETSOV”abgebrochen11442-.. -
Ergänzungen sehr gerne  :-)
Grüsse
OLPE
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Kaschube_29 am 01 Februar 2013, 20:19:21
Moin Olpe,

da hat sich aber eine Verwechslung eingestellt:
- die "Admiral Lazarev" ("Адмирал Лазарев") befindet sich in der Pazifikflotte in der Strelok bzw. Abrek-Bucht in einem recht hoffnungslosen Zustand,
- während die "Admiral Nakhimov" ("Адмирал Нахимов") an der Pier des "Schiffsinstandsetzungszentrums Zvezdochka" ("Центр судоремонта Звездочка") in Sewerodwinsk (Северодвинск) liegt.

Grüsse

Kaschube_29
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: olpe am 01 Februar 2013, 22:18:21
da hat sich aber eine Verwechslung eingestellt:
... danke ... :MG: ... geändert ... !
Grüsse
OLPE
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: olpe am 02 Februar 2013, 23:55:16
Hallo,
von den Atomkreuzern ergänzend noch einige Farbbilder … im Hinblick auf die ersten drei Einheiten eher aus früheren Tagen … (für die Bildersammlung … oder den Desktop …):

Name, alt Name, heuteBilder (hist.)
”KIROV””ADMIRAL USHAKOV”-1- (http://navsource.narod.ru/photos/02/165/02165021.jpg), -2- (http://navsource.narod.ru/photos/02/165/02165075.jpg), -3- (http://navsource.narod.ru/photos/02/165/02165070.jpg), -4- (http://navsource.narod.ru/photos/02/165/02165071.jpg), -5- (http://navsource.narod.ru/photos/02/165/02165072.jpg)
”FRUNSE””ADMIRAL LAZAREV”-1- (http://navsource.narod.ru/photos/02/166/02166002.jpg), -2- (http://navsource.narod.ru/photos/02/166/02166017.jpg), -3- (http://navsource.narod.ru/photos/02/166/02166023.jpg), -4- (http://navsource.narod.ru/photos/02/166/02166033.jpg), -5- (http://navsource.narod.ru/photos/02/166/02166038.jpg)
”KALININ””ADMIRAL NAKHIMOV” -1- (http://navsource.narod.ru/photos/02/167/02167002.jpg), -2- (http://navsource.narod.ru/photos/02/167/02167003.jpg), -3- (http://navsource.narod.ru/photos/02/167/02167019.jpg), -4- (http://navsource.narod.ru/photos/02/167/02167016.jpg), -5- (http://navsource.narod.ru/photos/02/167/02167017.jpg)
”YURIY ANDROPOV””PETR VELIKIY” -1- (http://navsource.narod.ru/photos/02/168/02168013.jpg), -2- (http://navsource.narod.ru/photos/02/168/02168036.jpg), -3- (http://navsource.narod.ru/photos/02/168/02168038.jpg), -4- (http://navsource.narod.ru/photos/02/168/02168043.jpg), -5- (http://navsource.narod.ru/photos/02/168/02168053.jpg), -6- (http://navsource.narod.ru/photos/02/168/02168065.jpg)
Grüsse
OLPE
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Albatros am 03 Februar 2013, 12:31:21
Hallo Olpe,

Danke Dir für die tollen Bilder der atomaren Raketenkreuzer, kannst Du eventuell den Aufnahmeort und den ungefähren Zeitraum der Bilder 2,3 und 4 der ”PETR VELIKIY” benennen?

 :MG:

Manfred
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: olpe am 03 Februar 2013, 20:50:44
... kannst Du eventuell den Aufnahmeort und den ungefähren Zeitraum der Bilder 2,3 und 4 der ”PETR VELIKIY” benennen?
Hallo Manfred,
die Aufnahmen stammen vom Besuch der "PETR VELIKIY" in Toulon und wurden auf der dortigen Reede gemacht. Der Fotograf: Stephane Saissi. Hier alle Toulon-Bilder von der russischen Page...

05.11.2005, morgens:      -1- (http://navsource.narod.ru/photos/02/168/02168033.jpg),-2- (http://navsource.narod.ru/photos/02/168/02168034.jpg),-3- (http://navsource.narod.ru/photos/02/168/02168035.jpg)
06.11.2005, nachmittags: -4- (http://navsource.narod.ru/photos/02/168/02168036.jpg)
07.11.2005, vormittags:   -5- (http://navsource.narod.ru/photos/02/168/02168037.jpg),-6- (http://navsource.narod.ru/photos/02/168/02168038.jpg)
08.11.2005, früh:             -7- (http://navsource.narod.ru/photos/02/168/02168039.jpg), -8- (http://navsource.narod.ru/photos/02/168/02168040.jpg),-9- (http://navsource.narod.ru/photos/02/168/02168041.jpg),-10- (http://navsource.narod.ru/photos/02/168/02168042.jpg),-11- (http://navsource.narod.ru/photos/02/168/02168043.jpg),-12- (http://navsource.narod.ru/photos/02/168/02168044.jpg),-13- (http://navsource.narod.ru/photos/02/168/02168045.jpg)

Viel Spass beim Ansehen ...  :-)
Grüsse
OLPE

Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Albatros am 10 Februar 2013, 18:08:53
Hallo Olpe,

Danke Dir für das Einstellen der Bilder, die Nato bezeichnet sie ja wenn ich mich nicht irre als Schlachtkreuzer, wie auch immer ich finde es sind schöne Schiffe.


 :MG:

Manfred
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Seafire am 16 März 2013, 19:45:52
Hallo Leute
Ich denke mal,das Geld für eine Wiederaufarbeitung wird nicht reichen. Der Zustand ist einfach mehr als schlecht. Der Faktor Zeit spielt ebenfalls eine nicht unbedeutende Rolle,da in Russland alles seine Zeit braucht.
Gruß Seafire
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: mranderson am 20 September 2014, 09:03:51
Es kommt Bewegung in die Sache...Die Admiral Lazarev wurde eingedockt. Hat einer von euch weitere Informationen?

(http://www.militaryphotos.net/forums/attachment.php?attachmentid=225454&d=1411037906)

Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Kaschube_29 am 20 September 2014, 12:17:16
Moin Moin,

an diesem schweren Atom-Raketenkreuzer (die Bau-Nr. 2 der Klasse mit ursprünglichem Namen "Frunze" ["Фрунзе"]) wird nur gesichert, um nicht noch an der Pier unterzugehen. Eine Instandsetzung dieser vernachlässigten und abgewirtschafteten Einheit wird im russischen Fernen Osten ob der dortigen dürftigen Schiffsinstandsetzungskapazitäten nichts werden. Sicher gibt es diverse Möchtegern-Meldungen über das Wollen, diese Einheiten wieder nutzen zu können, aber die Bau-Nr. 1 ("Admiral Ushakov", ex "Kirov" ["Aдмирал Ушаков", бывший "Киров"]) und die Bau-Nr. 2 werden nie wieder als Kampfeinheiten in See stechen; da mögen die Gelder in den Haushalten der Russischen Föderation vorhanden sein, aber die Industriekapazitäten (Werften und Zulieferer) fehlen dazu.

Gegenwärtig wird die Bau-Nr. 3 der Klasse, die "Admiral Nakhimov" ex "Kalinin" ("Aдмирал Нахимов", бывший "Калинин")  zum Eindocken in die Dockkammer vom "Nördlichen Maschinenbauunternehmen" in Sewerodwinsk vorbereitet, aber vor 2018 ist die Instandsetzung und Modernisierung dieser Einheit nicht abgeschlossen. Dann ist die "Petr Velikiy" ("Пётр Великий") an der Reihe zu einer Modernisierung.

Über die Bau-Nr. 1 und 2 würde erst dann die Rede sein können!


Bis dann,

Kaschube_29 (Axel)
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: hillus am 08 Oktober 2014, 15:54:38
Hallo,

wieder etwas zum schweren atomaren Raketenkreuzer KIROV!

Das Kommando der Nordflotte hat den Veteranen der KIROV seine Verwertung mitgeteilt
Text: Zentrale Kriegsmarineportal vom 07.10.2014

Der Chef der technischen Verwaltung der Nordflotte hat den Veteranen des Kreuzers KIROV auf ihre Anfrage über das Schicksal des Schiffes geantwortet. Als die Hauptgründe der Unmöglichkeit einer Reparatur und Modernisierung des Kreuzers hat er die nicht mehr serienmäßig vorhandenen Systeme sowie den hohen Aufwand für eine notwendige Modernisierung genannt. In Zusammenhang mit der erhöhten Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zum Schicksal des KIROV's kann sein Name auf eines der neuen Schiffe der russischen Seekriegsflotte übergehen.

Die Kreuzerveteranen, die zur sowjetischen Zeit den Dienst auf dem schweren atomaren Raketenkreuzer (ТАРКР - TARKR = schwerer atomarer Raketenkreuzer - Ergänzung hillus) KIROV ableisteten, haben einen Brief an die Adresse des Kommandos der Nordflotte mit der Forderung geschrieben, die Verwertung des Schiffes aufzuheben und ihn wieder instandzusetzen. In der Antwort heißt es, dass zur Wiederherstellung des Schiffes ca. 80 Mrd. Rubel notwendig sind und tatsächlich nicht vor 2025 damit begonnen werden könnte.

"Bei Betrachtung der Frage über das weitere Schicksal des Kreuzers muss man berücksichtigen, dass der TARKR KIROV " seit 1980 im Bestand der Seekriegsflotte war. Die Laufzeit des Schiffes war mit 25 Jahren angesetzt, aber entsprechend einer entsprechenden Direktive des Oberbefehlshabers der Seekriegsflotte (Admiral der Flotte W.N. Tschernawin -Ergänzung hillus) von 1988 wurde die Laufzeit der Schiffe des gegebenen Projektes auf 35 Jahren verlängert. Unter Berücksichtigung der planmässigen Produktionsauslastung des Unternehmens und Absicherung der Finanzierungen, kann die Instandsetzung des Kreuzers nicht früher als 2025 beginnen und eine Fertigstellung vor 2030 nicht möglich sein. Die Laufzeit Schiffskörpers würde dann 50 Jahre betragen, bemerkte der Chef der Technischen Verwaltung der Nord Flotte, Kapitän zur See Lunew.

Hier ist von mir eine Anmerkung notwendig:
TARKR KIROV hatte nur zwei aktive Einsätze in seinem militärischem Leben, einmal 1984 zu einem Mittelmeereinsatz und dann vom 01.12.1989 bis 17.02.1990, bei dem er eine Havarie in der Antriebsanlage (Reaktorhavarie) hatte und dadurch in die Reserve versetzt wurde. Das Schiff wartete trotz unterschiedlichster Ankündigungen auf seine Instandsetzung, die faktisch bis Anfang der 2000-ziger an den fehlenden finanziellen Mitteln scheiterte. Es wurden nur kleinere werterhaltende Maßnahmen realisiert. Alle weiteren Ankündigungen von 2009 und 2011 erwiesen sich als Luftnummern. Die Havarie als Grund der Außerdienststellung wurde wohlweislich unterschlagen!!!


Weiter mit der Meldung:
Das Presseamt der OAO TsS ZVEZDOCHKA teilte indessen mit, dass mit der Verwertung des Schiffes nicht früher als 2016 begonnen werden kann. "Ins Budget der Staatsgesellschaft ROSATOM soll im kommenden Jahr die Summe aufgenommen werden", erklärtet Jewgenij Gladyschew. Der Vertreter des Unternehmens bemerkte, dass der abgearbeitete nukleare Brennstoff bisher nicht aus dem Schiff ausgeladen wurde, jedoch waren von den Fachkräften ZVEZDOCHKA's die Kapselung der gefährlichen Reaktorzonen durchgeführt worden.

Die Experten und die Vertreter der wissenschaftlichen Assoziationen teilten in den Massenmedien mehrfach mit, dass der nicht ausgeladene nukleare Brennstoff des Reaktors des TARKR ADMIRAL USHAKOV (seit 22.04.1992 neuer Name) eine Gefahr für die ökologische Sicherheit der Region darstellt. Noch 2013 erklärte der Generaldirektor von ZVEZDOCHKA, Wladimir Nikitin, dass vom Schiff "eine bestimmte Bedrohung für Sewerodwinsk und seiner Bewohner besteht".

Der schwere atomare Raketenkreuzer ADMIRAL USHAKOV (ehemalig KIROV), das Typschiff des Projektes der 1144 ORLAN (deutsch "Seeadler" - Ergänzung hillus) wurde 1973 bei den Baltischen Werken auf Kiel gelegt und im Dezember 1980 ist in den Bestand der russischen Seekriegsflotte übernommen. Die letzten 17 Jahre lag das Schiff im Werftgebiet von ZVEZDOCHKA. ADMIRAL USHAKOV ist aus der Schiffsliste der russischen Seekriegsflotte gestrichen und wartet auf die weiteren Verwendungen seitens des Staates.


Das war etwas ausführlicher!

hillus
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: hillus am 21 Oktober 2014, 14:32:31
Moin,

es wird ernst mit der Generalüberholung des TARKR ADMIRAL NAKHIMOV. Er soll nun nach mehrfach verschobenem Termin am 24.10.2014 eingedockt werden.

Hier die übersetzte Meldung:

ADMIRAL NAKHIMOV soll am 24.10.2014 eingedockt werden
Text: Zentrales Kriegsmarineportal vom 21.10.2014

Die Eindockung des schweren atomaren Raketenkreuzers ADMIRAL NAKHIMOV bei SEVMASH in Sewerodwinsk ist für den 24. Oktober eingeplant.
Als Reservedatum steht der 25. Oktober zur Verfügung, wie das zentrale Portal der Seekriegsflotte von der Nordflotte erfuhr. Den Worten eines Sprechers der Nord Flotte zufolge wird das Docken langsam gehen, deshalb es ist gut möglich, dass die Operation nicht nur einen Tag in Anspruch nehmen wird. Das Eindocken war bereits im Sommer geplant durchzuführen, aber später wurde es mehrfach verlegt.

Die Reparaturarbeiten auf dem Kreuzer ADMIRAL NAKHIMOV starteten Anfang 2014. Für die Einbringung des Schiffes in die Dockkammer von SEVMASH stellten die Werftarbeiter vier Pontonblöcke her, wie sie auch bei der Eindockung des Flugzeugträgers VIKRAMADITYA verwendet wurden. Diese Konstruktionen werden das Schiff anheben, um den Durchgang durch die Schwelle des Betontores ins Dock des Unternehmens für die Errichtung einer festen Grundlage zu gewährleisten.
Wie erwartet, wird die Reparatur bis 2018 dauern, wonach ADMIRAL NAKHIMOV in den Kampfbestand der Nordflotte zurückkehren wird. Der Generaldirektor des Nordentwurfsbüros Wladimirs Spiridopulo bemerkte, das der Kreuzer ADMIRAL NAKHIMOV nach der Modernisierung in Bezug der Kampfmöglichkeiten den schweren atomaren Raketenkreuzer PYOTR VELIKIY, der sich noch in Dienst befindet, deutlich übertreffen und seine Dienstzeit noch 30-40 Jahre betragen wird.

hillus
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Baunummer 509 am 21 Oktober 2014, 14:37:02
Hallo hillus (und Rest!),

danke für die kontinuierlichen Updates  top

Manchmal erheitern mich einige der Begrifflichkeiten in den Übersetzungen, wie "Tankschwimmbad" oder "Abschuss aus Unterwasserlage".  :-)

Woher kommen diese im deutschen Sprachgebrauch doch recht ungewöhnlichen Formulierungen? Sind das direkte Übersetzungen aus dem Russischen (der erste verwendet Sie auch manchmal)?

Gruß

Sebastian
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Trimmer am 21 Oktober 2014, 14:52:11
Hallo Jochen - verstehe ich jetzt nicht ganz. Eindockung Admiral Nakhimov für den 24.Nov. geplant - Reservedatum  der 25.Oktober  :? Liegt das Reservedatum vor dem geplanten Datum   :? oder ist Dir da ein kleiner " Dreher" untergelaufen

Gruß - Achim - Trimmer
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: hillus am 21 Oktober 2014, 15:04:19
Dreher im Monat!! Schon berichtigt!  Sorry!!!!

Jochen
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: der erste am 21 Oktober 2014, 20:48:26
Hallo hillus (und Rest!),

danke für die kontinuierlichen Updates  top

Manchmal erheitern mich einige der Begrifflichkeiten in den Übersetzungen, wie "Tankschwimmbad" oder "Abschuss aus Unterwasserlage".  :-)

Woher kommen diese im deutschen Sprachgebrauch doch recht ungewöhnlichen Formulierungen? Sind das direkte Übersetzungen aus dem Russischen (der erste verwendet Sie auch manchmal)?
Sebastian
Es gibt immer 2 Arten zu übersetzen, wörtlich oder sinngemäß. Im russischen gibt es, wie auch im Deutschen, für viele Wörter 2 oder 3 Bedeutungen. Axel und Jochen übersetzen meistens wörtlich, ich mache es sinngemäß, schon um viele direkte Übersetzungen zu umgehen. Dabei spielt eine Rolle, wie du die Sprache erlernt hast. In der Schule, direkt in der SU oder Russland und wie oft man sie heute noch spricht. Ich habe da studiert, war insgesamt mit Studium, Baubelehrung, nochmals Studium, Werftaufenthalten ca. 8 Jahre drüben. Heute spreche ich fast täglich noch russisch per Skype oder Telefon mit meinen Bekannten dort. Bei Axel und Jochen war das etwas anders. Ich wollte eigentlich nur sagen, wir haben unterschiedliche Herangehensweisen, aber ergänzen uns doch. Und wenn man auf die Sprache angewiesen ist, dann übersetzt man sich nicht alles im Kopf, man weiß was gemeint ist. Das wiederum erschwert den schriftlichen Ausdruck, weil du dann unwillkürlich nach Wörtern suchst, die das ausdrücken, was du schon weißt.Ich hätte zum Beispiel Dockkammer geschrieben. Bei vielem orientier ich mich aber an Übersetzungen wie sie in der DDR üblich waren, dort hatten wir nach meinem Empfinden eine sehr genaue Art des Übersetzens entwickelt. Aus dieser Zeit habe ich noch viele Wörterbücher zu den unterschiedlichsten Fachgebieten, die auch helfen.
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Baunummer 509 am 22 Oktober 2014, 07:56:21
Hallo und guten Morgen,

Danke für die Aufklärung und noch einmal danke dass Ihr euch die Mühe macht  :-)

Gruß Sebastian
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Kaschube_29 am 18 Dezember 2014, 22:55:28
Moin Moin,

in den letzten Wochen sind einige russischsprachige Artikel zu den bisher gebauten schweren Atom-Raketenkreuzern des Projekts 1144 "Orlan" veröffentlicht worden:

Quelle rg.ru vom Donnerstag, den 27.November 2014 (18.44):

Die „Admiral Nakhimov“ („Aдмирал Нахимов“) kehrt 2018 in den Bestand der Seekriegsflotte zurück

Text: Alexander Jemeljanow (Aлександр Емельянов)

In den nächsten drei Jahren wird der schwere Atom-Raketenkreuzer (TARKR = tyazhelyy atomnyy raketnyy kreyser [TAPKP = тяжёлый атомный ракетный крейсер]) „Admiral Nakhimov“ („Aдмирал Нахимов“), der der Nordflotte zugeschrieben ist und offiziell für die Instandsetzung und Modernisierung an „Sevmash“ übergeben wurde, von wo vor einem Jahr wie als Neubau der Flugzeugträger „Vikramaditya“, der früher als „Admiral Gorshkov“ („Aдмирал Горшков“) bekannt wurde, nach Indien lief.

Zum Glück wird dem Atomkreuzer „Admiral Nakhimov“ („Aдмирал Нахимов“), der lange auf die Instandsetzung wartete, eine derartige Reinkarnation mit dem Wechsel der Flagge nicht drohen. Entsprechend den Plänen des Verteidigungsministeriums und der Seekriegsflotte wird der erneuerte Kreuzer bereits im Jahre 2018 in den Gefechtsbestand zurückkehren, wo gegenwärtig nur ein derartiges Kriegsschiff, der schwere Atom-Raketenkreuzer „Petr Velikiy“ („Пётр Великий“), seinen Dienst versieht.

Am Donnerstag, den 27.November, haben Vertreter der Nordflotte und der Weißmeer-Marinebasis (BelVMB)  mit der Werftführung das Schriftstück über die Übernahme/Übergabe des Kreuzers in die Instandsetzung unterzeichnet. Die militärische Besatzung mit 170 Mann, die bis dahin alle technischen Systeme betrieb, wobei die Kernantriebsanlage einbezogen ist, hat die Befugnis niedergelegt und das Kriegsschiff verlassen, das bereits in das flutbare Becken von „Sevmash“ verbracht und auf festen Untergrund gestellt wurde. Es steht auf derselben Betonplatte, die auf spezielle Weise für den Flugzeugträger „Vikramaditya“ verstärkt wurde und die jetzt für die Instandsetzung der größten Überwasserkriegsschiffe unserer Seekriegsflotte genutzt wird. Direkt nach der „Nakhimov“ kommt die Reihe an die „Petr Velikiy“ („Пётр Великий“) und dann geht es auch an den einzigen Flugzeugträger „Admiral Kuznetsov“ („Aдмирал Кузнецов“).

Wir man gegenüber der „Rossiyskaya Gazeta“ im Pressedienst der Werft mitteilte, werden gegenwärtig rund um die „Nakhimov“ Gerüste und Kräne aufgestellt, als auch die Säuberung des Rumpfes begann. Parallel hiermit wird die Arbeitsfront für die „Sevmash“-Unterauftragnehmer, wie die Spezialisten der „Nördliche Produktionsvereinigung «Arktika»“ , bestimmt, das für die gesamte Elektroausrüstung verantwortlich ist, was das Ziehen und die Montage von Kabeln einschließt, die Dutzende von Kilometern Länge erreichen.

Hier die russische Meldung im Original: http://www.rg.ru/2014/11/27/kreiser-site-anons.html


Quelle ria.ru vom Montag, den 08.Dezember 2014 (12.53):

Der Atomraketenkreuzer „Petr Velikiy“ („Пётр Великий“) lief zu Übungen auf See aus

Moskau, 8.Dezember – RIA Novosti.
Der schwere Atom-Raketenkreuzer der Nordflotte „Petr Velikiy“ („Пётр Великий“) lief zu Übungen zur Suche und übungsmäßigen Vernichtung von Unterseebooten auf See aus, wurde am Montag im Pressedienst des Westlichen Militärbezirks  für die Nordflotte mitgeteilt.

Die Übungen finden in neutralen Gewässern in einem der Übungsgebiete der fernen Meereszone an der Grenze der Norwegensee und der Grönlandsee statt.

„Heute nahm der schwere Atom-Raketenkreuzer «Petr Velikiy» («Пётр Великий») Kurs auf des Durchführungsgebiet der U-Bootabwehrübung“, heißt es in einer Mitteilung.

Wie der Chef des Stabes der Nordflotte Vizeadmiral Nikolaj Jewmenow (Николай Евменов) anmerkte, dessen Worte vom Pressedienst zitiert werden: „die Besonderheit dieser Übungen wird das Durchführungsgebiet werden – es ist weiter entfernt und entsprechend den Hydologiebedingungen gegenüber jenen Gebieten deutlich schwierigerer, in denen wir derartige Übungen regelmäßig ausführen“.

Dieses Gefechtsausbildungsvorhaben wird in einer „Duell“-Variante durchgeführt werden, wenn dem Raketenkreuzer gleich mehrere Unterseeboote der Nordflotte unterschiedlicher Klassen gegenüberstehen. Mit Abschluß der Übungen wird der schwere Atom-Raketenkreuzer „Petr Velikiy“ („Пётр Великий“) einen Komplex von Übungs- und Gefechtstorpedoschießen und von Wasserbombenwerfen durchführen.

Der schwere Atom-Raketenkreuzer „Petr Velikiy“ („Пётр Великий“) ist das größte nicht flugzeugtragende Angriffs-Kriegsschiff mit Atomantriebsanlage, das für die Vernichtung von großen Überwasser- und Landzielen, als auch die Gewährleistung der komplexen Luft- und U-Bootabwehr von Kriegsschiffsverbänden vorgesehen. In den Jahren 2012 und 2013 hat die Besatzung des Kreuzers planmäßige Fahrten in hohen Breiten des Nördlichen Eismeeres durchgeführt und im Mai 2014 stellte es die Sicherheit des Transports von syrischen Chemiewaffen sicher.

Hier die russische Meldung im Original: http://ria.ru/defense_safety/20141208/1037141660.html

Quelle flotprom.ru vom Mittwoch, den 17.Dezember 2014 (16.14):

Der Kreuzer „Admiral Lazarev“ („Aдмирал Лазарев“) wird für den Liegeplatz in der Pazifikflotte vorbereitet

Im Jahre 2014 haben die Schiffbauer des „30.Schiffsinstandsetzungswerk“ („30.SRZ“ = „30.Sudoremontnyy zavod“ [„30.CP3“ = „30.Cyдоремонтный завод“]) der Pazifikflotte die Dockinstandsetzung des schweren Atom-Raketenkreuzers „Admiral Lazarev“ („Aдмирал Лазарев“) abgeschlossen. Wie dem Zentralen Seekriegsportal  eine Quelle im Verteidigungsindustriekomplex mitteilte, ist das mit der Notwendigkeit bedingt, die Aufliegezeit des Kriegsschiffs im einkonservierten Zustand zu verlängern.

„Der Jahresplan der fernöstlichen Werften für das Jahr 2015 ist noch nicht abgestimmt worden, deshalb kann noch nicht gesagt werden, ob die wiederherstellenden Arbeiten am Kreuzer „Admiral Lazarev“ („Aдмирал Лазарев“) fortgesetzt werden. Die Dockinstandsetzung im Jahre 2014 war für die Gewährleistung der Sinksicherheit des Kriegsschiffs notwendig, das sich eine lange Zeit an der Pier befand“, erklärte der Gesprächspartner des Zentralen Seekriegsportal.

„Wenn man über die Variante der Verbringung der «Admiral Lazarev» («Aдмирал Лазарев») nach Sewerodwinsk  spricht, wo sich bereits zwei Atomkreuzer des Projekts 1144 befinden, so stellt sich die Durchgeleitung des Kriegsschiffs auf dem Nördlichen Seeweg in seinem gegenwärtigen Zustand als sehr problematisch dar“, unterstrich die Quelle.

In Sewerodwinsk selbst wartet man ebenfalls nicht auf einen weiteren „Orlan“ („Opлан“) . Im Pressedienst des „Schiffsinstandsetzungszentrum «Zvezdochka»“  teilte man dem Korrespondenten des Zentralen Seekriegsportals mit, dass der Platz an der Pier des Unternehmens gegenwärtig vom Atomkreuzer „Admiral Ushakov“ ([„Aдмирал Ушаков“] die ehemalige „Kirov“ [„Kиров“]) desselben Projekts, dessen Arbeiten zur Verwertung nicht vor dem Jahre 2016 beginnen werden. „Selbst wenn die Entscheidung zur Verbringung der «Admiral Lazarev» («Aдмирал Лазарев»)  nach Sewerodwinsk getroffen werden sollte, ist hier einfach kein Platz. So konnten wir beispielsweise von zwei erst vor kurzem zu einer Modernisierung eingetroffenen Atomunterseebooten bei „Zvezdochka“ nur eines Aufnahmen; das zweite wartet an der Pier der Weißmeer-Marinebasis, bis es an der Reihe ist“, erzählte Jewgenij Gladyschew (Eвгений Гладышев).

Der schwere Atom-Raketenkreuzers „Admiral Lazarev“ („Aдмирал Лазарев“) wurde bereits im Jahre 1999 aus dem Gefechtsbestand der russischen Seekriegsflotte herausgenommen. Gleichzeitig hiermit begann die Vorbereitung zu dessen Verwertung. In den Jahren 2004 – 2005 wurden vom Kriegsschiff Komponenten der Kernantriebsanlage entladen. Offizielle Erklärungen der Führung über das weitere Schicksal des Kriegsschiffs wurden in den Medien nicht verbreitet. Aber bezüglich des Schicksals eines der Kriegsschiffe dieses Projekts, des Kreuzers „Admiral Ushakov“ („Aдмирал Ушаков“), hat die Nordflotte bereits das eindeutige Verdikt verkündet: er unterliegt keiner Wiederherstellung.

Die „Admiral Lazarev“ („Aдмирал Лазарев“) ist einer der vier hochautonomen schweren Atom-Raketenkreuzer des Projekts 1144 „Orlan“ („Opлан“), die auf dem „Baltischen Werk“  in Sankt-Petersburg  gebaut wurden. Das einzige Kriegsschiff dieses Projekts, das im Dienst verblieb, ist der Kreuzer „Petr Velikiy“ („Пётр Великий“), der Flaggschiff der Nordflotte ist. Ein weiterer, die „Admiral Nakhimov“ („Aдмирал Нахимов“) wurde kürzlich für eine Modernisierung in das flutbare Becken des Sewerodwinsker Unternehmens „Sevmash“ verbracht. Es wird erklärt, dass die „Nakhimov“ („Нахимов“) nach der Modernisierung das stärkste Kriegsschiff der Serie sein wird. Das Typschiff des Projekts 1144 „Admiral Ushakov“ ([„Aдмирал Ушаков“] die ehemalige „Kirov“ [„Kиров“]), befindet sich an der Werftpier von „Zvezdochka“ und erwartet die Verwertung; dieses Projekt beginnt die Staatliche Kooperation im kommenden Jahr auszuarbeiten.

Hier ist die russische Meldung im Original nachzulesen: http://flotprom.ru/2014/178567/

Damit einmal zusammengefaßt der gegenwärtige Sachstand zum Projekt 1144 "Orlan" ("Opлан"):

- die Baunummer 1 „Admiral Ushakov“ („Aдмирал Ушаков“), ex „Kirov“ („Kиров“), befindet sich aufgelegt in Sewerodwinsk und wartet ab 2016 auf seine Verwertung (sprich: Verschrottung);
- die Baunummer 2 „Admiral Lazarev“ („Aдмирал Лазарев“), ex „Frunze“ („Фрунзе“), wurde im russischen Fernen Osten im Herbst 2014 eingedockt, um die Schwimmfähigkeit des Rumpfes als Auflieger zu sichern. Ernsthafte Absichten zu einer Wiederherrichtung des Kriegsschiffs bestehen gegenwärtig nicht, noch die dazu benötigten freien Werftkapazitäten; im russischen Fernen Osten wären die Werften dazu deutlich nicht in der Lage mangels der notwendigen Zahl der Arbeitskräfte, noch der entsprechenden Qualifikation der Werftarbeiter;
- die Baunummer 3  „Admiral Nakhimov“ („Aдмирал Нахимов“), ex „Kalinin“ („Kaлинин“), wurde im Herbst 2014 in das Werftbecken vom "Nördlichen Maschinenbauunternehmen" in Sewerodwinsk eingedockt und soll 2018 modernisiert wieder der Flotte zugehen;
- die Baunummer 4 „Petr Velikiy“ („Пётр Великий“), ex „Yuriy Andropov“ („Юрий Андропов“), ist gegenwärtig einsatzbereit.

Bis dann,

Kaschube_29 (Axel)
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Kaschube_29 am 28 April 2015, 22:57:59
Moin Moin,

hier noch einmal eine (kleine) Meldung von einem (fast) toten Kriegsschiff:

Quelle flot.com vom Montag, den 27.April 2015 (09.45):

Schwerer Atom-Raketenkreuzer „Kirov“ („Kиров“) beging den 34.Jahrestag des Aufenthalts im Bestand der Flotte

Am Sonnabend, den 25.April, fand auf dem schweren Atom-Raketenkreuzer (TARKR)  „Kirov“ („Kиров“) die Zeremonie des feierlichen Hissens der Andreasflagge statt, die dem 34.Jahrestag des Aufenthalts des Kreuzers im Bestand der Seekriegsflotte gewidmet war.

Die Andreasflagge wird auf der „Kirov“ („Kиров“) täglich gehißt, aber dieses Mal war die Zeremonie besonders feierlich. Hierzu reisten Veteranen des Kriegsschiffs an und kommen Kommandanten von anderen Kriegsschiffen.

Der schweren Atom-Raketenkreuzer „Kirov“ („Kиров“) vom Projekt „Orlan“ („Opлан“) befindet sich in Sewerodwinsk in Erwartung der Verwertung, die für das Jahr 2016 eingeplant ist. Dessen ungeachtet wird das Kriegsschiff im Bestand der Flotte gezählt und auf ihm befindet sich eine Besatzung.

Hier ist die Meldung nachzulesen (und sind auch drei Aufnahmen zu sehen, die mit Anklicken auf die Pfeile sich öffnen): http://flot.com/2015/192804/

Ab dem kommenden Jahr wird die Zahl der Rümpfe dieser Klasse dann schließlich abnehmen; die Bau-Nummern 1 und 2 sind nur noch gut für den Schweißbrenner.

Bis dann,

Kaschube_29 (Axel)
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: bodrog am 28 April 2015, 23:12:13
... kleines klugscheißerisches Schmankerl: "Andreaskreuz" seit 34 Jahren? - oder war die Kirow in einer russischen Marine, die es zwischen 1917 und 1992 garnicht gab...  :angel: Patriotismus geht halt über alles...
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Kaschube_29 am 28 April 2015, 23:36:20
Moin Moin,

in der Meldung steht nicht, dass das Andreaskreuz 34 Jahre lang gehißt wurde; zunächst wurde die Seekriegsflagge der UdSSR gehißt als Zeichen, dass das Kriegsschiff im Bestand der Seekriegsflotte (seinerzeit der Sowjetunion) war und dann war die "Kirov" im Bestand der russischen Seekriegsflotte, die dann wieder zum Andreaskreuz zurückkehrte.

Die Aussage ist: 34 Jahre des Aufenthalts im Bestand der Flotte.

Die Seekriegsflagge änderte sich einmal grundlegend in diesem Zeitraum: am 26.Juli 1992, als offiziell wieder das Andreaskreuz auf den russischen Kriegsschiffen gehißt wurde.


Bis dann,

Kaschube_29 (Axel)
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Kaschube_29 am 29 April 2015, 23:38:25
Moin Moin,

gestern wurde noch folgendes vermeldet:

Quelle ria.ru vom Dienstag, den 28.April 2015 (10.04):

Die Verwertung des Atomkreuzers „Admiral Ushakov“ („Aдмирал Ушаков“) erfordert 221 Millionen Rubel

Moskau, 28.April – RIA Novosti. „Rosatom“ ("Pocaтом") verkündete eine Ausschreibung zur Ausarbeitung des Projekts zur Herausnahme aus der Nutzung und der Verwertung des ältesten schweren Atom-Raketenkreuzers (TARKR)  „Admiral Ushakov“ („Aдмирал Ушаков“) des Projekts 1144 mit der Werksnummer 800 (die ehemalige „Kirov“ [„Kиров“]); der Anfangswert (maximaler Wert) des Staatlichen Vertrags beträgt fast 221 Millionen Rubel. Die entsprechende Erklärung wurde auf dem Portal für Staatliche Ankäufe plaziert.

Der Bau des allerersten und Typkriegsschiffs des Projekts 1144 wurde am 26.März 1973 auf dem „Baltischen Werk“  („Baltiyskiy zavod“ [„Балтийский завод“]) begonnen. Der Stapellauf fand am 27.Dezember 1977 statt; am 30.Dezember 1980 wurde der Kreuzer der Seekriegsflotte übergeben. Gegenwärtig ist der Kreuzer im Pierbereich des „Schiffsinstandsetzungszentrums «Zvezdochka»“  in Sewerodwinsk (Archangelsker Gebiet) platziert worden. Die maximale Länge des Schiffs beträgt 250,1 m, die maximale Breite 28,5 m und die volle Wasserverdrängung 25.860 t.

„Der praktische Wert der Verwertung des Kreuzers liegt in der Verringerung der Aufwendungen des Betriebsverfahrens «Aufliegen» eines atomgetriebenen Schiffs der Seekriegsflotte des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation, die Gewährleistung der Sicherheit für das Personal, die Bevölkerung und die Umwelt“, heißt es im Dokument.

Im Gefechtsbestand der russischen Seekriegsflotte befinden sich vier Atomkreuzer der „Kirov“-Klasse, von denen drei der Nordflotte („Admiral Ushakov“ [„Aдмирал Ушаков“], „Admiral Nakhimov“ [„Aдмирал Haxимов“] und „Petr Velikiy“ [„Пётр Великий“]) und einer der Pazifikflotte („Admiral Lazarev“ [„Aдмирал Лaзарев“]) angehören. Der Atomantrieb des Kriegsschiffs umfaßt zwei Druckwasserreaktoren.

Die Anmeldungen für die Teilnahme an der Ausschreibung werden bis zum 13.Mai angenommen; die elektronische Auktion ist für den 19.Mai festgesetzt worden. Die Arbeiten sollten bis zum 30.November 2016 abgeschlossen werden.

Hier ist die Meldung nachzulesen: http://ria.ru/economy/20150428/1061316834.html

In der russischen Meldung ist auch ein Namensträger des Namens „Admiral Ushakov“ („Aдмирал Ушаков“) abgebildet, allerdings gehörte die dargestellte Einheit dem Projekt 68bis (NATO: "Sverdlov") an.

Wenn es einen Sieger bei dieser Ausschreibung gibt, dann ist Ende 2016 das Typschiff nicht mehr wieder herstellbar und Geschichte geworden. Interessant ist bei dieser Meldung auch, dass der letzte Name „Admiral Ushakov“ („Aдмирал Ушаков“) verwendet wurde, der inzwischen dem letzten fahrfähigen Vertreter des Projekts 956 (NATO: "Sovremennyy"-Klasse) in der russischen Nordflotte verliehen wurde.

Bis dann,

Kaschube_29 (Axel)
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Albatros am 02 Mai 2015, 10:04:32
Moin Axel,

die sich noch an Bord befindende Besatzung ist sicher zum größten Teil für die Überwachung der Reaktoren an Bord?

 :MG:

Manfred
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: der erste am 02 Mai 2015, 14:06:15
Auch, aber nicht nur. Hauptsächlich wird es wohl darum gehen, das Schiff vor dem Untergehen zu bewahren. Also Schiffssicherungsaufgaben und verhindern, das Teile gestohlen werden.
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: hillus am 06 Juli 2015, 11:46:43
Melde mich doch noch einmal!

Der Kreuzer ADMIRAL LAZAREV wird bis 2016 verschrottet
•Text: www.topwar.ru

Die Modernisierung des zweiten der vier TARKR des Projektes der 1144 ORLAN (deutsch - "Seeadler"), der schwere atomare Raketenkreuzer ADMIRAL LAZAREV ist nicht geplant, sonder er wird verschrottet, wie "Interfax" im Hauptstab der Seekriegsflotte erfuhr.
«Die Lösung über eine Rückführung in den Bestand des atomaren Kreuzers ADMIRAL LAZAREV wird nicht gefasst. Allem Anschein soll das Schiff nun im folgenden Jahr verwerten werden, wurde der Agentur mitgeteilt. Da dazu üblich ist, ein offiziellen Dokumentes zu verfassen, wird erwartet, dass es bis zum Ende d. J. erscheinen wird», – wurde ergänzt.
Der Gesprächspartner des Hauptstabes teilte weiter mit, "das Schiff ist veraltet und physisch und moralisch abgenutzt, deshalb ist es nicht unreal, auf eine Wiederherstellung der technischen Bereitschaft noch mehr als ein Jahre zu warten. Außerdem sei es sehr problematisch, den atomaren Kreuzer aus dem Fernen Osten nach Sewerodwinsk zu verlegen. Die regionalen Schiffsreparaturunternehmen werden zur Wiederherstellung eines Schiffes solch großer Wasserverdrängung auch in den nächsten fünf Jahren nicht fertig sein", bemerkt er weiter.
Der TARKR ADMIRAL LAZAREV wurde nach dem Projekt 1144.2 gebaut. Er wurde 1999 aus dem Kampfbestand der Pazifikflotte herausgeführt und nach fünf Jahren waren vom Schiff die atomaren energetischen Anlagen entfernt, wonach der Kreuzer konserviert war.
Im Dezember 2014 wurde der Kreuzer einer Dockreparatur unterzogen, damit er nicht absäuft ( Ergänzung hillus). Danach wurde nichts über eine weitere Lösung verlautet.

hillus
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: hillus am 31 August 2015, 12:59:18
Moin,

einmal ein kleiner Zwischenbericht des Fortgangs der Arbeiten am TARKR ADMIRAL NAKHIMOV!


Auf dem TARKR ADMIRAL NAKHIMOV ist die Demontage der Ausrüstungen beendet

Datum: 31. August 2015
Quelle: flotprom
Die Demontagearbeiten für die Ausrüstungen und damit auch der Bewaffnung auf TARKR ADMIRAL NAKHIMOV (Projekt 11442М ) wurden beendet. Der atomar angetriebene Raketenkreuzer befindet sich derzeit zu einer umfassenden Generalüberholung und Modernisierung bei der OAO PO SEVMASH. Zur Zeit werden auch die Innenräume einer Schleifreinigung unterzogen, was von einer Spezialabteilung der Werft durchgeführt wird.
Die Reinigung des äußerlichen Schiffskörpers und der inneren Konstruktionen begann im April 2015 und soll laut dem Zeitplan im laufenden Jahr enden. Das Schleifmittel, das unter Druck aufgespritzt wird, ermöglicht die Metalloberflächen und die Korosionsstellen zu reinigen, damit die unterschiedlichen Stufen der Defekte und der Korrosion bestimmt werden können. Weiterhin werden derzeit in Zusammenarbeit mit Konstruktionsbüros Lösungen zur Reparatur oder den notwendigen Ersatz dieser oder jener Konstruktionen gesucht.
Parallel wird die Einkaufskampagne geführt. Die OAO PO SEVMASH bereitet zusammen mit der OAO NORD-Konstruktionsbüro die Dokumente aus, die im Voraus es ermöglichen sollen, die Ausrüstungen mit einem langwierigen Zyklus der Herstellung zu bestellen.
Der TARKR ADMIRAL NAKHIMOV war zur Reparatur und Modernisierung bei SEVMASH am 14. August 1999 eingetroffen. Aber erst im September 2008 war die Ausladung des abgearbeiteten nuklearen Brennstoffes von Bord des Kreuzers durchgeführt. Am 13. Juni 2013 hat die OAO PO SEVMASH den Vertrag mit dem Verteidigungsministerium der Russischen Föderation zur Reparatur und Modernisierung des Schiffes abgeschlossen. Am 24. Oktober 2014 wurde dann das Schiff ins Dock des Unternehmens eingebracht. Die Rückführung des Schiffes in den Kampfbestand der Flotte wird bis 2018 geplant.

Bis bald!

hillus
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Kaschube_29 am 22 März 2016, 11:37:59
Moin Moin,

während der eine Kreuzer modernisiert wird („Admiral Nakhimov“ [„Aдмирал Нахимов“]), geht es bei einem anderen Vertreter dieser Klasse langsam an das Eingemachte: die Vorarbeiten zum Verschrotten des Typschiffs der Klasse gehen langsam weiter, wie hier berichtet wurde:

Quelle tass.ru vom Freitag, den 18.März 2016 (15.50):

„Zvezdochka“ entlädt den Kernbrennstoff vom gestrichenen Kreuzer „Kirov“ („Киров“) mit italienischen Mitteln

Archangelsk, 18.März – TASS-Korrespondent Wladimir Anufrijew (Владимир Ануфриев). Die Verteidigungs-Schiffswerft „Schiffsinstandsetzungszentrum «Zvezdochka»“  in Sewerodwinsk entlädt in diesem Jahr mit italienischen Mitteln den abgearbeiteten Kernbrennstoff aus einem aus der Nutzung genommenen größten Kriegsschiffe der nationalen Überwasserflotte, den schweren Atom-Raketenkreuzer (TARK)  „Kirov“ („Киров“) . Dies teilte am Freitag dem TASS-Korrespondenten der offizielle Vertreter des Werks Jewgenij Gladyschew (Евгений Гладышев) mit.

„«Zvezdochka» wird bis Ende des Jahres die Entladung des abgearbeiteten Kernbrennstoffs aus den Reaktoren des Atomkreuzers durchführen, der früher als «Kirov» («Киров»), dann «Admiral Ushakov» («Адмирал Ушаков») bezeichnet wurde und nun unter der Nummer 090 geführt wird“, sagte Gladyschew. Er präzisierte, dass das „Werk zwei Verträge unterschrieb, nach denen «Rosatom»  die Vorbereitung zur Entladung finanziert, während die direkten Arbeiten zur Entladung der Reaktoren von Italien finanziert wird.“ Die Summe der Verträge wurde nicht genannt. „Das technologische wissenschaftliche Forschungs- und Entwurfsbüro «Onega»  (Sewerodwinsk) erarbeitet das Projekt der Verwertung des Kriegsschiffsrumpfs. Wenn dieses Projekt fertig ist, wird «Rosatom» eine Ausschreibung zur Durchführung der Arbeiten zur Verschrottung des Kreuzers veröffentlichen“, erklärte der „Zvezdochka“-Vertreter.

Am 9.Oktober 2015 wurde in der Staatlichen Holding „Rosatom“ ein internationaler Vertrag zur Entladung des abgearbeiteten Kernbrennstoffs aus den Reaktoren des gestrichenen schweren Atom-Raketenkreuzers „Kirov“ („Киров“) veröffentlicht. Er wurde im Rahmen der Vereinbarung zwischen den Regierungen der Russischen Föderation und Italiens über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Verwertung von russischen Atomunterseebooten, die aus dem Bestand der Seekriegsflotte herausgenommen wurden, als auch der Sicherheit beim Umgang mit radioaktiven Abfällen und abgearbeitetem Kernbrennstoff vom 5.November 2003 geschlossen.

Der Kreuzer traf im Jahre 1997 bei „Zvezdochka“ zur Instandsetzung ein. Aber die Arbeiten zur Wiederherstellung des Kreuzers haben nicht begonnen; er wurde aus dem Gefechtsbestand der Seekriegsflotte herausgenommen und lieft bis jetzt ain der Werft an der Pier. Seine Reaktoren sind abgeschaltet, die gesamte Außenbordarmatur ist hermetisiert worden und die Schiffssicherung des Kriegsschiffs wird von einer reduzierten Besatzung der Nordflotte aufrechterhalten. Seit dem Bau im Jahre 1980 wurde aus den Reaktoren des Kreuzers der Kernbrennstoff nicht entladen. Nach Expertenmeinung wird die Verwertung des schweren Atom-Raketenkreuzers fast zehnmal teurer werden, als die Demontage des größten Atomunterseebootes, weil die Technologie und Erfahrung der Verwertung von derartigen Schiffen in Rußland noch nicht vorliegt.

Der schwere Atom-Raketenkreuzer „Admiral Ushakov“ („Адмирал Ушаков“), der bis zum Mai 1992 „Kirov“ („Киров“) hieß, wurde auf dem Baltischen Werk in Sankt-Petersburg im Jahre 1980 gebaut. Seit dem Jahre 1990 benötigt das Kriegsschiff eine Instandsetzung und war an Seefahrten nicht mehr beteiligt. Entsprechend den Angaben aus offenen Quellen hat ein Kreuzer des Projekts 1144 „Orlan“ („Орлан“) eine Länge von 251 m, eine Wasserverdrängung von 24.500 t; die Antriebsanlage besteht aus zwei Kernreaktoren mit einer Gesamtleistung von 600 Megawatt. Insgesamt wurden vier Kriegsschiffe dieses Projekts gebaut. Im Gefechtsbestand verblieben nur zwei von ihnen: die „Admiral Nakhimov“ („Адмирал Нахимов“) mit dem Baujahr 1989, die sich seit dem Jahre 1999 in der Instandsetzung auf der Sewerodwinsker Werft „Sevmash“ befindet und die „Petr Velikiy“ („Пётр Великий“), das Flaggschiff der Nordflotte, die im Jahre 1996 gebaut wurde.

Hier ist diese Meldung nachzulesen: http://tass.ru/armiya-i-opk/2751988



Nun ist anscheinend Italien an der Reihe, bei der Beseitigung von Atommüll in Russland sich aktiv zu beteiligen.

Bis dann,

Kaschube_29 (Axel)
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: RonnyM am 22 März 2016, 16:41:09
...daraus kann man schließen, dass die Finanzierung der westlichen Staaten in dieser Maßnahme nicht unter das Embargo fallen... :?

Grüße Ronny

PS Find`ich gut.
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Trimmer am 22 März 2016, 16:51:39
Mein lieber Ronny - das ist eine sehr gute Frage  top Die Einen gehen durch das Embargo Pleite und die  anderen verdienen sich eine goldene Nase

Gruß - Achim
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Kaschube_29 am 17 Januar 2017, 23:33:46
Moin Moin,

in diesen Tagen wurden neue Informationen zum Verlauf der Instandsetzung und Modernisierung des schweren Atom-Raketenkreuzers „Admiral Nakhimov“ („Адмирал Нахимов“) gegeben:

Quelle tass.ru vom Freitag, den 13.Januar 2017 (01.01):

„Sevmash“ plant den Abschluß der Instandsetzung und der Modernisierung des Kreuzers „Admiral Nakhimov“ („Адмирал Нахимов“) bis zum Jahre 2020

Moskau, 13.Januar – TASS. Das Schiffbauunternehmen „Sevmash“  in Sewerodwinsk  plant bis zum Jahre 2020 den Abschluß der Instandsetzung und der durchgreifenden Modernisierung des schweren Atom-Raketenkreuzers (TARKR = tyazhelyy atomnyy raketnyy kreyser [TAPKP = тяжёлый атомный ракетный крейсер])  „Admiral Nakhimov“ („Адмирал Нахимов“). Dies teilte der Vertreter der Abteilung für Information und Massenkommunikation des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation für die Seekriegsflotte Igor Dygalo (Игорь Дыгалo) mit.

„In Übereinstimmung mit dem Plan wird das Werk den Ersatz und die Erneuerung von Lebenserhaltungssystemen des Kriegsschiffs, von funktechnischer Ausrüstung und von Systemen der Schiffsantriebs- und -energieversorgung durchführen“, heißt es in der Mitteilung. „Auf dem Modernisierungsplan ist der Ersatz von Komplexen der Flugkörper- und der Artilleriebewaffnung des schweren Atom-Raketenkreuzers «Admiral Nakhimov» («Адмирал Нахимов») vorgesehen.“

„Durch die Modernisierung wird der schwere Atom-Raketenkreuzer «Admiral Nakhimov» («Адмирал Нахимов») über vollkommen neue taktisch-technische Charakteristika verfügen und wesentlich da Potential der Überwasserkräfte der russischen Seekriegsflotte verstärken“, merkte Dygalo an.

Im Frühling 2013 wurde der Staatliche Vertrag über die Instandsetzung und Modernisierung des Kriegsschiffs geschlossen, das im Herbst 2014 in das Trockendock gelegt wurde.

Die „Admiral Nakhimov“ („Адмирал Нахимов“) des Projekts 1144 „Orlan“ („Орлан“) trug bis zum Jahre 1992 den Namen „Kalinin“ („Калинин“). Er wurde am 17.Mai 1983 auf dem „Baltischen Schiffbauwerk“  auf Kiel gelegt. Vom Stapel lief das Kriegsschiff am 25.April 1986. Am 30.Dezember 1988 ging es in den Gefechtsbestand der russischen Seekriegsflotte ein. Am 22.April 1992 wurde es in „Admiral Nakhimov“ („Адмирал Нахимов“) umbenannt.

Hier ist die Meldung nachzulesen: http://tass.ru/armiya-i-opk/3937498

Damit wurde wieder einmal ein versprochender Übergabezeitpunkt (hier: das Jahr 2018) einkassiert und auf das Jahr 2020 verschoben; auch diese Information bestätigt einmal wieder die nicht sehr hohe Produktivität russischer Werften und der dahinter stehenden Zuliefererindustrie...

Bis dann,

Kaschube_29 (Axel)
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Gonzo am 20 Januar 2017, 02:23:51
Heißt das jetzt das sich auch die Instandsetzung/Modernisierung der Admiral Kuznetsow verzögern wird? So wie ich es in Erinnerung habe ist doch nur dieser eine Platz im Trockendock für Schiffe dieser Größe vorhanden.

Warum Italien den Russen die Entsorgung ihrer Atomreaktoren bezahlt bleibt mir genauso schleierhaft wie warum das Deutschland einst getan hat (oder noch tut?). Und wie man das gut finden kann verstehe ich auch nicht.

Gibt es auch Neuigkeiten zum Kreuzer Kertsch, der Kara-Klasse? Mein letzter Stand ist das dort neue Gasturbinen wieder ausgeschlachtet wurden, weil sie aufgrund der Sanktionen anderswo gebraucht wurden. Für die Kertsch soll das wohl wieder einmal die Verschrottung bedeuten, aber das hies es ja schon öfter.

Gruß
Gonzo
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: kalli am 20 Januar 2017, 11:05:41
Warum Italien den Russen die Entsorgung ihrer Atomreaktoren bezahlt bleibt mir genauso schleierhaft wie warum das Deutschland einst getan hat (oder noch tut?). Und wie man das gut finden kann verstehe ich auch nicht.

Grundlage dafür ist das „Multilaterale Nuklear-und Umweltprogramm in der Russischen Föderation – MNEPR“, am 21.05.2003 in Stockholm unterzeichnet.
Dem gingen fünfjährige Verhandlungen zwischen Rußland und den westlichen Geberländern voraus (mit dabei EU und Euratom). Es sind westliche Projekte in Rußland. Das heißt unter anderem auch, dass diese Gelder wieder in die vom Westen beauftragten Firmen zurückfließen. Wie das bei Verträgen so ist, werden sie zum gegenseitigen Nutzen abgeschlossen. Man kann darüber in den Protokollen der damaligen Bundestagssitzungen, einschließlich diverser Anfragen der Oppositionsfraktionen nachlesen. Vorsicht! Das ist mit einigem Aufwand verbunden.
Es ist ein Vertragswerk, das man auch im Zusammenhang mit anderen Verträgen, Abkommen und Dialogen sehen sollte. Dass es diesen Dialog mal gab, ist in der aktuellen Situation fast in Vergessenheit geraten (Nato-Verbindungsstelle, Bekämpfung der organisierten Kriminalität, Sachfragen zum Kyoto Protokoll, Gespräche in Verbindung mit den NATO Beitritten der baltischen Länder, Plutoniumvernichtung, und so weiter).

Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: olpe am 29 Januar 2017, 17:12:16
Hallo,
im Netz fand ich einen interessanten Bildvergleich der Baunummer 1 der Kreuzerserie: die "KIROV", die von 1992 bis zur Streichung 2004 den Namen "ADMIRAL USHAKOV" trug (Anm.: im gleichen Jahr wurde der Name an den Sovremennyy-Zerstörer "BESSTRASHNYY" weitergegeben).
Unten nun die Bilder (zum Verkleinern und zentrieren der Bilder einfach draufklicken ...):

Der Stützpunkt Severomorsk im Kola-Fjord 1985. Blick auf die Back der "KIROV"
(https://img-fotki.yandex.ru/get/104403/13428093.74/0_da556_61252f7b_orig)

Das gleiche Motiv, aber zu heutiger Zeit. Das Schiff, nun ex. "ADMIRAL USHAKOV", liegt an der südwestlichen Seite der
Yagry-Insel in Severodvinsk, dort, wo sich die Schiffsreparaturwerft "Zvezdochka" befindet ...
(https://img-fotki.yandex.ru/get/42618/13428093.74/0_da558_61ab5227_orig)

Nochmal ein höherer Fotopunkt und ein breiterer Blickwinkel. Die "Zvezdochka"-Werft ist in gerader Bug-Richtung zu erkennen,
rechts die Hallen gehören zur Neubauwerft "Severnoe Mashinostroitel'noe Predpryatie" (SevMash)
(https://img-fotki.yandex.ru/get/93500/13428093.74/0_da557_a3f58f4a_orig)

Grüsse
OLPE
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Kaschube_29 am 12 Februar 2017, 21:53:55
Moin Moin,

Anfang Januar wurde eine wahrscheinliche Darstellung der „Admiral Nakhimov“ („Адмирал Нахимов“) nach dem Ende der Umbauten veröffentlicht und die Projekt-Nr. 1144.4 genannt.
Hier ist die Darstellung zu finden: http://vpk-news.ru/sites/default/files/images/2017/01/16/08-04.jpg

Gemäß dieser russischen Darstellung ist aber noch nicht komplett klar, welche Flugkörpersysteme nun definitiv eingebaut werden; teilweise ist das auch (noch) nicht so wichtig, weil "Baukasten"-Flugkörperlager- und -starteinrichtungen genutzt werden...

Und hier ist der entsprechende Hintergrundartikel (unter dem übersetzten Titel "Tsirkon-Upgrade") dafür nachzulesen:
http://vpk-news.ru/articles/34732

Bis dann,

Kaschube_29 (Axel)

P. S.: zu Fristen der angekündigten Instandsetzung/Modernisierung des Flugzeugträgers "Admiral Kuznetsov" ("Адмирал Кузнецов") wird im Moment geschwiegen...
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: hillus am 28 September 2017, 17:10:18
Hallo,

nach längerer Zeit sollte wieder einmal zum schweren atomaren Raketenkreuzer ADMIRAL NAKHIMOV geschrieben werden.

Hier die Übersetzung:

Die Reparatur von "Admiral Nakhimov" wird bis 2021 abgeschlossen sein
Text: www.Navy.ru vom 28. September 2017

Die Reparatur und Modernisierung des TARKR ADMIRAL NAKHIMOV wird bis 2021 abgeschlossen sein, teilte der Leiter der Technischen Verwaltung der Seekriegsflotte, Konteradmiral Igor Swaritsch, mit. Früher hatte der Oberbefehlshaber der russischen Seekriegsflotte, Admiral Wladimir Koroljow, berichtet, dass das Schiff 2020 zur Flotte zurückkehren werde.

"Derzeit sind die technischen Voraussetzungen geschaffen worden, um die neuen Ausrüstungssysteme, Reparaturen und Erneuerung der Lebensunterhaltungssysteme, Verlegung von Kabelstrecken in Angriff zu nehmen, teilte Konteradmiral Swaritsch der Nachrichtenagentur RIA Novosti mit.
Swaritsch teilte in einer Erklärung weiter mit, dass in einem Workshop über die Reparatur und Wartung der Marineschiffe beraten wurde, der unter der Leitung von Admiral Koroljow stattfand.

Der schwere nukleare Raketenkreuzer (TARKR) Projekt 1144 ADMIRAL NAKHIMOV ist seit 1999 bei Sevmash in Sewerodwinsk. Im Jahr 2008 wurde dem Schiff der abgebrannte Kernbrennstoff entnommen. Im Jahr 2013 wurde mit dem Verteidigungsministerium eine Vereinbarung zur Generalüberholung und Modernisierung des Kreuzers gemacht, und ein Jahr später verlegte er in das Reparaturbassin der OAO PO SEVMASH.
Im Zuge der Modernisierung wird der Kreuzer mit den modernen Cruise Missiles der KALIBR-Familie und dem neuen Flak-Raketensystem POLIMENT-REDUT ausgestattet. Die Werft SEVMASH selbst wird die Lebenssicherungssysteme des Schiffes, die radiotechnischen Systeme (Funkmess, Nachrichten, Kosmos - Anmerkung hillus) und die Energiesysteme des Schiffes modernisieren.

Grüße aus Braunschweig

hillus
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Kaschube_29 am 22 April 2019, 23:38:21
Moin Moin,

über die Bau-Nr. 1 und 2 des Projekts 1144 ist nun (endlich) die Entscheidung zur Verschrottung mit der entsprechenden Ausschreibung für die für die notwendigen Arbeiten seitens der zuständigen russischen Firma "Rosatom" getroffen worden:

- für den schweren Atom-Raketenkreuzer (TARKR = tyzhelyy atomraketnyy kreyser [ТАРКР = тяжёлый атомный ракетный крейсер]) „Admiral Ushakov“ („Адмирал Ушаков“) ex „Kirov“ („Киров“ [Werksnummer 800]) aus dem Bestand der Nordflotte sind in einer Ausschreibung von "Rosatom" 400 Millionen Rubel für die Verschrottung vorgesehen und
- für den schweren Atom-Raketenkreuzer „Admiral Lazarev“ („Адмирал Лазарев“ [Werksnummer 801]) aus dem Bestand der Pazifikflotte sind 350 Millionen Rubel für die Verschrottung vorgesehen.


Beide Kreuzer sollen bis zum Jahre 2021 verschrottet werden, wie die russische Zeitung "Izvestiya" bereits am 18.April 2019 meldete: https://iz.ru/868993/aleksei-ramm-aleksei-kozachenko-bogdan-stepovoi/kreiserova-sonata-atomnyi-flot-otpraviat-v-util


Ob diese Beträge tatsächlich für die komplette Beseitigung dieser Überwasserkriegsschiffe ausreichen werden, zeigt die Zukunft... Damit kommen etwaige (unrealistische) Spekulationen ob einer Wiederindienststellung dieser Kriegsschiffe zu ihrem natürlichen Ende.


Bis dann,

Kaschube_29 (Axel)
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Kaschube_29 am 23 Februar 2021, 22:22:14
Moin,

und nun kommt der Schlußakkord im Schiffsleben eines der Atom-Raketenkreuzers des Projekts 1144 näher:

Quelle militarynews.ru vom Donnerstag, den 18.Februar 2021 (17.54):

Eine Quelle erklärte, dass der Kreuzer „Admiral Lazarev“ („Адмирал Лазарев“) wegen des technischen Zustands verschrottet wird

Moskau, 18.Februar – Interfax. Die Entscheidung zur Verschrottung des schweren Atomkreuzers  „Admiral Lazarev“ („Адмирал Лазарев“) wurde nach der Bewertung des technischen Zustands des Kriegsschiffs getroffen, teilte am Donnerstag eine Quelle in der Industrie gegenüber „Interfax“ mit.

„Seine Wiederherstellung würde teurer sein, als der Bau von einigen modernen Kriegsschiffen der ozeanischen Zone“, sagte der Gesprächspartner der Agentur.

„Das ist tatsächlich ein altes Kriegsschiff, das schon einige Jahrzehnte nicht mehr im Dienst ist. Pläne zur Verwertung sind durch die Logik diktiert – der Serienbau von neuen Kriegsschiffe der fernen Meereszone findet statt“, merkte er an.

Die Verwertung des schweren Atomkreuzers „Admiral Lazarev“ („Адмирал Лазарев“) beginnt in diesem Jahr, wie aus den Materialien auf dem Portal für Staatliche Ankäufe  zu entnehmen ist. Entsprechend dem Material des Portals wurde von der Staatlichen Kooperation „Rosatom“ mit dem 30.Schiffsinstandsetzungswerk der Vertrag über die „Verwertung des schweren Atomraketenkreuzers «Admiral Lazarev» («Адмирал Лазарев») des Projekts 1144.1 der Auftragsnummer 801“ abgeschlossen.

Die Kosten der Arbeiten betragen 5 Milliarden Rubel. Der Kreuzer soll auf dem Zerlegeplatz des 30.Schiffsinstandsetzungswerks Ende August 2021 liegen. Es ist geplant, die Arbeiten zu Verschrottung zum 30.November 2025 abzuschließen.

Der Kreuzer gehört zum Projekt „Orlan“ („Орлан“) . Die „Admiral Lazarev“ („Адмирал Лазарев“) wurde der Seekriegsflotte im Jahre 1980 übergeben. In den 90-er Jahren wurde sie einkonserviert. Seit dieser Zeit war ihr Schicksal unbestimmt; zu unterschiedlichen Zeiten waren sowohl Pläne zur Modernisierung, als auch zur Verwertung des Kreuzers zu vernehmen.

Insgesamt wurden vom Projekt „Orlan“ (zu deutsch: „Adler“) vier Kreuzer gebaut. Im gefechtsbereiten Zustand befindet sich einer von ihnen, das Flaggschiff der Nordflotte „Petr Velikiy“ („Пётр Великий“). Es wurde mitgeteilt, dass die Modernisierung der „Petr Velikiy“ („Пётр Великий“) nach dem Rückkehr des modernisierten Schwesterschiffs „Admiral Nakhimov“ („Адмирал Нахимов“) in den Gefechtsbestand beginnt. Der Kreuzer „Admiral Ushakov“ („Адмирал Ушаков“) wurde im Jahre 2002 aus dem Flottenbestand genommen und erwartet ebenfalls das Verschrotten.
Der Kreuzer „Admiral Nakhimov“ („Адмирал Нахимов“) durchläuft gegenwärtig eine tiefgreifende Modernisierung. Das Kriegsschiff soll Ende 2022 in den Bestand der Seekriegsflotte der Russischen Föderation zurückkehren, teilte im Dezember 2020 der Stellvertreter des Verteidigungsministers der Russischen Föderation Alexej Kriworutschko (Алексей Криворучко) mit.

Im Verteidigungsministerium wurde mitgeteilt, dass die „Admiral Nakhimov“ („Адмирал Нахимов“) der modernste Kreuzer der russischen Seekriegsflotte wird. Sie wird beispielsweise mit „Tsirkon“ (ein neuer russischer Hyperschall-Flugkörper, der Erprobungen durchläuft und von der Kooperation „Taktische Raketenwaffen“ [KRTV] ausgearbeitet wird) und „Kalibr (Familie von aerodynamischen Flugkörpern, die vom Versuchs-Konstruktionsbüro „Novator“ der Aktiengesellschaft „Konzern VKO «Almaz-Antey»“ ausgearbeitet wurde) bewaffnet.

Hier ist diese Meldung nachzulesen: https://www.militarynews.ru/story.asp?rid=1&nid=545800&lang=RU


Damit geht das Schiffsleben dieses Kreuzers zu Ende; anzumerken ist, dass bei der Verschrottung keine westlichen Mittel verwendet werden, sondern diese allein aus dem russischen Staatshaushalt kommen.

Bis dann,

Kaschube_29 (Axel)

P.S.: der Kreuzer „Admiral Lazarev“ („Адмирал Лазарев“) wurde als „Frunze“ („Фрунзе“) am 31.10.1984 in Dienst gestellt. Nach einem Brand am 16.08.1991 wurde der Atomkreuzer in die Reserve 2.Kategorie eingestuft und lag seit der Zeit in der Strelok-Bucht im Fernen Osten auf...
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: olpe am 24 Februar 2021, 21:54:01
Hallo,
... Danke Axel für den Zustandsbericht der "ADMIRAL LAZAREV". Ergänzend unten vier Bilder. Es sind nicht die Allerneuesten, sie geben aber einen Eindruck der Ereignisse der letzten Jahre:
(Bilder Q: Slg. OLPE; kuleshovoleg.livejournal.com, forums.airbase.ru; fleetphoto.ru, yandex.ru)
Soweit.
Grüsse
OLPE
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Albin am 24 Februar 2021, 21:59:52
Interessant bei Bild 4 ist die fast unsichtbare Überlagerung von einem Landungsschiff,  Projekt 775 (?).
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Kaschube_29 am 24 Februar 2021, 22:10:21
Moin,

bei Bild 4 ist im Vordergrund das seinerzeit in Polen gebaute große Landungsschiff "Peresvet" ("Пересвет") zu sehen, die dem Projekt 775/3 angehört (NATO: "Ropucha-2"-Klasse) und am 10.April 1991 in Dienst stellte und damit in diesem Jahr bereits 30 Jahre im Dienst sein wird.

Bis dann,

Kaschube_29 (Axel)
Titel: Re: Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer
Beitrag von: Albin am 24 Februar 2021, 22:23:58
Danke für die Info Axel, lag ich mit Projekt 775 doch richtig ...