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Autor Thema: Demenzokrates - eine Fiktion  (Gelesen 765 mal)

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Albatros

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Demenzokrates - eine Fiktion
« am: 12 Juni 2009, 17:44:01 »
Sokrates wurde 469 vor Christi Geburt geboren und starb 399 vor Christi Geburt an Arroganz und Ignoranz, an Neid und Missgunst, an Bosheit und Verlogenheit seiner zeitgenössischen Widersacher.
 
Dabei blieb Sokrates durch sein gesellschaftshygienisch erwünschtes Frühableben möglicherweise jenes Unheil erspart, das wie ein Damoklesschwert über dem letzten Lebensabschnitt der körperlich rüstigen Siebzigjährigen unserer Tage hängt:  :O/S
 
Galoppierende Demenz und Pflegestufe III  :-o
in einer jener geschlossenen Anstalten, die von der hochprofitablen Pflegeindustrie zum Segen ihrer Anteilseigner betrieben werden.  :-(
 
Womöglich wüssten wir heute gar nichts von Sokrates, wäre er nicht zum Tode verurteilt worden. Womöglich hätte er nach 399 vor Christi Geburt seine letzten Jahre in fortschreitender geistiger Wirrniss verbracht.
Platon wäre dann - konfrontiert mit dem geistigen Niedergang des Lehrers - womöglich ins Zweifeln geraten. Wie leicht hätte er seine Aufzeichnungen vernichten und dem sokratischen Gedankengut abschwören können,
 
oder, noch schlimmer,
 
Platon hätte auch weiter alles für bare Münze genommen, was der demente Sokrates von sich gegeben hätte.
 
Dann wäre unsere abendländischen Philosophie nicht geprägt von der ergebnisoffenen Suche nach Erkenntnis, wie es Sokrates bis zu seinem Tode lehrte, sondern womöglich von starrsinniger Rechthaberei;
 
wir wüssten womöglich nichts davon, dass richtiges Handeln aus richtiger Einsicht folgt und glaubten stattdessen dem Gebrabbel des Demenzokrates, dass selbst beste Einsichten das Handeln des Starken nur hemmen.
 
Demenzokratische Überlieferung ließe uns heute glauben, Grundbedingung des Seelenheils sei nicht Gerechtigkeit, sondern abgrundtiefe Dummheit, weil die leichter herzustellen ist und die gleiche Wirkung hat.

Vor allem aber müssten wir die sokratische Weisheit:

"Unrecht tun ist schlimmer als Unrecht leiden",
 
insoweit relativieren, als wir ergänzen: "Aber einer muss es schließlich tun. Wenn nicht ich, dann tut es eben ein anderer."
 
Zu lesen in Deutschland geht unter

http://www.egon-w-kreutzer.de/0PaD2009/23.html


Da ist was dran.......

Gruß, :MG:

Manfred
 
« Letzte Änderung: 12 Juni 2009, 18:03:33 von Albatros »