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Autor Thema: Gleichberechtigung für Frauen ...und Männer  (Gelesen 2176 mal)

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Offline Klaus_Trophobie

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Gleichberechtigung für Frauen ...und Männer
« am: 08 März 2004, 11:38:10 »
Hallo,

erstmal vielen Dank für die Begrüßung.

Heute am 8. März möchte ich außerdem die Damen im Forum besonders
grüßen.

Der Frauentag hat auch mit  meinem Thema zu tun. Jedes Jahr aufs Neue
werden an diesem Tag Verantwortliche aller gesellschaftlichen Bereiche
daran erinnert, daß Frauen z. B. immernoch weniger Geld für die gleiche Arbeit bekommen, weniger Chancen auf Führungspositionen haben und
Ähnliches.

Auch Organisationen, die sich für die Rechte der Frauen einsetzen wie z.B.
Gewerkschaften weisen immer wieder darauf hin und fordern auf, auf diesem Gebiet mehr zu tun.

Auf der anderen Seite wird immer wieder die Wehrpflicht in Frage gestellt,
und sie scheint nur deshalb nicht abgeschafft zu werden, weil die ganzen
fehlenden Zivildienstleistenden der Volkswirtschaft einen großen Schaden
zufügen würden. An dieser Stelle muß man realisieren:
Kriegsdienstverveigerer haben einen großen wirtschaftlichen Nutzen in
Deutschland. :lol:

Wenn man jetzt alle Zutaten in einen Topf wirft, kräftig umrührt, und daraus ein neues Süppchen kocht, könnte folgende Situation dabei
herauskommen:

Die Wehrpflicht wird umbenannt in "Sozialpflicht".
Diese Sozialpflicht wird auf z.B. 12 Monate festgesetzt, und gilt für alle
dauerhaft in Deutschland lebenden Menschen - egal welchen Geschlechts
oder Nationalität.

Diesen Dienst an der Gesellschaft kann man wahlweise bei der
Bundeswehr, Feuerwehr, Katastrophenschutz, Krankenhäusern,
gemeinnützigen Vereinen und Organisationen, Altenheimen u. s. w.
ableisten.

Ich glaube, das ist ein ausbaufähiges Modell für Gleichberechtigung, Integration und Abrüstung, und nichtzuletzt ein gutes Signal im
Generationenkonflikt.
Abgesehen davon ist es nicht nur finanzierbar, sondern hat wahrscheinlich
positive Efekte auf die Wirtschaft.

Vielleicht liegt es ja dem Einen oder Anderen ein solches Modell einmal
rechnerisch durchzuspielen.
 :?:
God SHAVE The Queen!

Offline kalli

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Gleichberechtigung für Frauen ...und Männer
« Antwort #1 am: 08 März 2004, 15:48:40 »
Dein fiktives Süppchen hört sich ja ganz nett an. Und wir spekulieren hier ja besonders gerne. Ich glaube aber kaum, dass das jemand aus löffeln wird. Da werden nämlich bei der Realisierung mächtige Hürden zu überwinden sein. Ich denke nur mal an das Grundgesetz, dass die Wehrpflicht für Männer enthält. Eine Pflicht für die Leistung von sozialen Diensten durch Frauen müsste erst mal durch ein Grundgesetz - Änderungsverfahren. Das wird in absehbarer Zeit politisch nicht durchsetzbar sein.
Zitat
Heute am 8. März möchte ich außerdem die Damen im Forum besonders
grüßen.

Scheer, wo hast du all die Damen versteckt ? Du Schlingel !

Offline Klaus_Trophobie

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Gleichberechtigung für Frauen ...und Männer
« Antwort #2 am: 08 März 2004, 18:04:42 »
Der Papst ist auch nicht an einem Tag ergraut. :roll:

Aber die gesellschaftliche Unterstützung für die Einführung eines sozialen Pflichtjahres wäre bei gleichzeitiger Abschaffung der Wehrpflicht sicherlich größer. Und die kompromisslose Abschaffung der WP kann sich der Staat in absehbarer Zeit auch nicht leisten (wegen der fehlenden Zivis u.a. im Gesundheitswesen). Außerdem müsste für die simple Abschaffung der Wehrpflicht auch das Grundgesetz geändert werden.
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Offline Mario

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Gleichberechtigung für Frauen ...und Männer
« Antwort #3 am: 08 März 2004, 18:18:54 »
Existiert das, von Klaus_Trophobie geschilderte Szenario nicht schon in Frankreich ???  Ich glaube, letztens im Radio solch einen Beitrag gehört zu haben.
Und dann natürlich ein herzliches Willkommen an Klaus. Dein Name ist ja Megastark   :lol:  :lol:  :lol:

Offline kalli

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Gleichberechtigung für Frauen ...und Männer
« Antwort #4 am: 08 März 2004, 19:15:35 »
@Klaus_Trophobie,
Zitat
Außerdem müsste für die simple Abschaffung der Wehrpflicht auch das Grundgesetz geändert werden.

da hast du natürlich völlig recht. Herr Struck und sein Kanzler mogeln sich da ja noch herum. Es werden eben einfach nicht mehr soviel Wehrpflichtige einbezogen. Auf die Klagen zur Wehrgerechtigkeit bin ich auch künftig mal gespannt.

Offline Klaus_Trophobie

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Gleichberechtigung für Frauen ...und Männer
« Antwort #5 am: 08 März 2004, 20:23:04 »
Richtig!

Zivildienstleistende werden eingezogen, weil der Bedarf da ist. Wehrdienstleistende können darauf hoffen, um ihre Einberufung herumzukommen. Wo ist da die Wehrgerechtigkeit? Außerdem ist die ganze gesetzliche Materie diesbezüglich durch etliche Zugeständnisse in der Vergangenheit schon dermaßen aufgeweicht, dass es mittlerweile kaum noch Wehrpflichtige gibt. Die Altersgrenze beispielsweise ist auf 25 herabgesetzt worden. Hat ein Bruder den Grundwehrdienst schon abgeleistet, sind weitere Söhne der betreffenden Familie befreit u.s.w.
Diese Leute müssen sich natürlich auch keine Gedanken über Alternativen machen, stehen der Gesellschaft also auch nicht als Krankenfahrer, Altenpflegehelfer o. ä. zur Verfügung.  :idea:
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Offline Klaus_Trophobie

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Gleichberechtigung für Frauen ...und Männer
« Antwort #6 am: 08 März 2004, 20:27:10 »
Zitat von: Mario
Dein Name ist ja Megastark   :lol:  :lol:  :lol:


Danke Mario! Ich hatte schon wahnsinnige Angst, er passt nicht.

...Aus Platzgründen :lol:  :mrgreen:  :lol:
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Offline Klaus_Trophobie

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Gleichberechtigung für Frauen ...und Männer
« Antwort #7 am: 18 März 2004, 14:08:15 »
Also ob die Franzosen einen Ersatzdienst eingeführt haben, weiß ich jetzt nicht. Zumindest haben sie ´97 die allgemeine Wehrpflicht abgeschafft. Aber auch Belgien und die Niederlande haben schon ´92 und ´93 den Zwang aufgehoben und sind auf dem Weg schlanke und nicht mehr ganz so teure Berufsarmeen zu entwickeln. Spanien wird wohl folgen. Großbritannien kommt schon seit den Sechzigern ohne Wehrpflicht aus und selbst Uncle Sam hat nach dem Vietnamkrieg angesichts einer Vielzahl von Kriegsdienstverweigerern den Dienst an der Waffe freigestellt.

Möglicherweise kommen wir ja auch ohne eine Ersatzleistung aus. Vielleicht ist es ja für die Wirtschaft sogar besser, wenn aus den Zivildienststellen echte Arbeitsplätze mit sämtlichen Abgaben werden. Durch die Abschaffung von Zivi - Jobs würden auch deren staatliche Beihilfen freigesetzt wie Krankenversicherung, AV, RV, PV, Tagessatz, Fahrgeld... - sicher keine Peanuts!
Außerdem wären Einkommen aus tariflicher Tätigkeit schließlich steuerpflichtig. Hier sind wieder die Mathematiker gefragt.

Solche Gelder könnten doch für die Unterstützung von caritativen Einrichtungen verwandt werden, um diesen die Einrichtung von echten Angestelltenverhältnissen zu erleichtern. Denn Zivis blockieren auch effektiv vorhandene Stellen im Arbeitsmarkt.
Und genaugenommen wäre es doch auch ein Dienst an der Gleichberechtigung, wenn dafür gesorgt würde, daß junge Männer in Zukunft nicht mehr dazu gezwungen wären, zu Dumpinglöhnen gut ausgebildeten Facharbeiterinnen die Jobs wegzunehmen.
Es ist ja kein Geheimnis, daß die meisten Zivis in Frauendomänen wie Krankenhäusern und Pflegeheimen eingesetzt werden.
God SHAVE The Queen!