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HMS HOOD

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Leutnant Werner:
Hallo Freunde,

War mal wieder, meinem Stuhldrang folgend, ein eifriger Leser in Francois Emmanuel Brezets Werk: Die Deutsche Kriegsmarine 1935-1945. Obwohl ich alle B-Schiff-Themata eigentlich aus Prinzip auslasse, trifft Brezet eine wirklich bemerkenswerte normative Aussage. Ich zitiere:

"Obwohl er mit PRINCE OF WALES (Captain Leach) über eines der modernsten Schlachtschiffe der Royal Navy verfügte, hatte Holland seine Flagge auf der HOOD (Captain Kerr) gesetzt. Er glaubte, gute Gründe dafür zu haben: Die PRINCE OF WALES hatte ihre Erprobungsphase noch nicht abgeschlossen (wegen der letzten Arbeiten waren Zivilisten an Bord), und jetzt kommt´s und die HOOD galt trotz ihres Alters von 20 Jahren mit 48000 t ( bei voller Gefechtsbeladung), ihrem starken Panzerschutz, einer Artilleriebewaffnung von  8 x 38 cm und einer Höchstgeschwindigkeit von 31,7 Knoten als das schnellste und mächtigste Schlachtschiff der Welt."

Normalerweise wird ja vom Untergang der HOOD in einer Art berichtet, als hätte das B-Schiff einen alten Pappkarton zusammengefaltet. Die obenstehende Aussage wertet das vollkommen anders.

Kommentare zum Gefechtswert der HOOD sind äußerst erwünscht....

LG
Lt.

Huszar:
Hallo, Ekke

Hab vor einigen Monaten im Rahmen des grossen "Wettschiessens" (allen damaligen Schlachtschiffe mit allen damaligen Kanonen beschossen - wir wollten es damals auch graphisch umsetzen) auch die Hood drangenommen. Wie es sich herausgestellt hat, hatte sie eine negative Immunitätszone...

Allerdings:
Dieser Umstand sollte damals NICHT bekannt gewesen sein. Auf dem Papier konnte man durchaus damit rechnen, dass die Panzerung halten wird. Der Mythos "Hood" hat sein übriges getan. Es ist unbestreitbar, dass sie eines der schnellsten Schlachtschiffe damals gewesen ist, und den gleichschnellen Schiffen haushoch überlegen war (von einer VV und Richelieau mal abgesehen).

An Hollands Stelle wäre ich auch auf Hood eingestiegen (wenn eine Nelson nicht zV steht...)

mfg
alex

Ralf:
Naja, sie war ja die größte in Europa. Yamato hatte ja irgendwie gar keiner auf der Rechnung. Dann hatte sie ja auch einige erfolgreiche Fahrten hinter sich, auch wenn sie in keiner dieser Situation einem Schiff wirklich "Auge in Auge" gestanden hat... Der Umbau war geplant, wurde aber wegen des Ausbruchs des Krieges verschoben...

Aber letztendlich war sie ein schneller Papiertiger. Der ja für ganz andere Aufgaben gebaut worden war... Imposant, schicke Linie, stolz... Aber eben aus Papier...

Zwar steht im Gröner: "Dass die HOOD im WW II trotzdem (Revision der Panzerung und Umbauten) durch unglückliche Treffer verloren ging, sprach an sich weniger gegen dieses Pamzerungssystem als solches, sondern vor allem gegen die nicht mit der Zeit gegangenen Schutzeinrichtungen der Munitionskammer."
Gröner, Seite 189, Spalte II, 1. Absatz

Wenn ich mir die Panzerschemata im Gröner anschaue, dann war der Seitenpanzer mit bis zu 305mm im Gürtelbereich evt. vergleichbar. Aber die Deckspanzerung ist ja alles andere als robust...

Was sicher eine starke Karte war, waren die 8 x 38,1 cm SK/42... Sie hatten mit den neueren Zielvorrichtungen eine böse Zeilsicherheit und konnte mit seiner Geschwindigkeit das Geschehen gegen die meisten Gegner bestimmen... Ich hätte meine Standarte auch auf die HOOD gepflanzt...

EDIT: Lol, Alex...  :MG:

Btw.: @ Ekke: Man gut wir haben kein Geruchsforum!  :O/S

Urs Heßling:
Hallo, Lt.

wenn ich diesen Text (ich traue wikipedia eigentlich nicht so sehr)
http://de.wikipedia.org/wiki/Lancelot_Holland
richtig interpretiere, war die HOOD schon vorher Hollands Flaggschiff, er blieb also "einfach" an Bord (dort hatte er seine "eingerichtete" Kabine, es war auch sein Stab eingeschifft und es gab eine geübte Zusammenarbeit mit der Schiffsbesatzung). Also kein "Einsteigen".
Demnach hätte sein Verbleiben auf der HOOD nichts mit einer Einschätzung des Gefechtswert des Schiffs seinerseits zu tun (dazu kam dann noch die "Unerfahrenheit" der PoW)

Gruß, Urs

t-geronimo:
Das beste an ihr waren definitiv die Geschütze, die sicherlich zu den besten Marine-Geschützen gehören.
Und verglichen mit den alten Pötten der QE-, R- und Nelson-Klasse war sie sicherlich immer noch schnell, aber die 31 kn erreichte sie definitiv nicht mehr.
Für den Rest zitiere ich mal Raven/Roberts "Die britischen Schlachtschiffe des 2. WKs":

"1939 wurden die Maschinenanlagen 20 Jahre alt und sie zeigten überall Verschleiß. Sie bedurfte neuer Kessel und die Turbinen hatten eine Neubeschaufelung nötig. Die Möglichkeit, unbegrenzte Zeit mit hoher Fahrtstufe zu laufen war nicht mehr gegeben.
Ihre Verdrängung war zu groß, die Stabilität zu niedrig und der Horizontalschutz bedurfte der Verstärkung."

Die Modernisierung war für 1941 geplant, nachdem die von Queen Elizabeth abgeschlossen war. Dazu kam es dann ja nicht mehr wegen eines Schiffes, dessen Name mit B anfing...

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