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Elektrische Kraftübertragung

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graylion:
[edit: thread abgezwackt aus "Fleuzer:Dieselantrieb", da kein Zusammenhang damit. Thema allgemein jedoch offenbar interessant...]
- harold]


ich sachs nochma :) elektrische Kraftübertragung!

harold:
tjaaa...
aufm Passenger-Liner, sofort.

Sehen wir mal von Trefferwahrscheinlichkeiten in die Motorenräume ab (die blieben sich ja wohl gleich), so machen (zum kleineren Teil, weil zT anstelle der Getriebe) die Generatoren und die E-Motoren eine nicht unerhebliche Vermehrung des trefferanfälligen Areals aus.

Aber während auch ein vollgelaufener Wellentunnel noch Kraftübermittlung an die Schraube zulässt (vorausgesetzt, die Lagerungen sind OK), ist das eben mit einer Hochspannungs-Leitung im nassen Element nicht ganz so fein.
Und selbst wenn wir Widerstandsverluste einkalkulieren, und mit hohen Stromstärken fahren, Salzwasser ist nun mal ein ausgezeichneter Elektrolyt.

E-Motoren am Heck machen nur bei kürzester Wellenführung Sinn (sonst können wir´s ja gleich bleiben lassen...), d.h. sie sind in einem Bereich von SEHR wenig Schutzbreite gegen Wassereinbrüche.
Auch das ist nicht gerade ideal.

Und wenn ich mir noch vorstelle, dass in gefluteten Abteilungen sogenannte "erdfreie Kenngrößen" herumgespenstern, sei es auch nur durch eine mitdrehende Schraube, die ihrerseits ihren Motor als Generator mitdreht, ...klingt nach kollektiver Elektrokution der jeweilgen Leckwehr.

Da schmeiß ich mir doch lieber beim Wannenplätschern gleich den Föhn ins Badewasser...
Ciao,
Harold

graylion:
hmm, die US NAvy hatte exzellente Erfahrungen mit elektrische Kraftübertragung und hat aufgrund der besseren wasserdichten Unterteilung auch eine erhöhte Standkraft gesehen. Lies mal http://www.navweaps.com/index_tech/tech-038.htm

graylion:
achja, und für Bismarck war's auch ne Weile lang geplant, wurde AFAIK nicht gemacht, weil die Elektrik nicht rechtzeitig geliefert werden konnte.

Und lies Dir in dem o.g. Artikel mal die Treffer durch die besagte USN Schlachtschiffe so abbekommen haben ;)

harold:
Unter Gefechtsbedingungen hat keine der amerikanischen Antriebsanlagen gezeigt, ob oder wie anfällig/sicher sie ist (ich meine jetzt zB einen Treffer wie auf PoW). Und so viel ich weiß, war auch nie einer der Motoren direkt durch Wassereinbruch betroffen (die besser geschützten Generatoren lass ich jetzt mal beiseite).
Der Rückbau von BB 40 kann natürlich so -oder -so als Argument hergenommen werden; lassen wir die Amerikaner mal außen vor...

Das oft angeführte Argument der "schnellen" Umschaltbarkeit gefällt mir ... wobei natürlich hier "schnell" ziemlich relativ ist. Die Ankermasse eines schweren E-Motors ist nicht unbeachtlich, und das Moment von Welle und Schraube : gegen 100 t / Welle schätz ich : das mal runterbremsen aus ca 230 rpm.
Natürlich, wenn´s dringend ist, ist´s auch wurscht, welche Wicklungen durchbrennen. Schlimmstenfalls ist der Motor halt dann auszubauen (mach mal!). Ansonsten gilt auch hier: Leistungsübertragung trennen (wie? -ohne dass der Generator qualmt -also DOCH auskuppeln-) Wellenbremse, full stop, langsam anlaufen lassen entgegen bisheriger Richtung.
Dauert auch seine Zeit.

Mehrere Generatoren auf verschiedenste Motoren leiten, next argument:
Je mehr criss-cross die Kraftleitungen laufen, desto anfälliger wird die Übertragung gegen Flutungen. Wir sind in Spannungsbereichen von 10+ kV, bitte das nicht zu unterschätzen.
Ein Treffer, der die Außenhaut in diesem Bereich zerlegt, macht auch mit den Isolationsmaterialien der damaligen Zeit ziemlich kurzen Prozess. Und auch der beste Ölschutz-Schalter ist SEHR empfindlich gegen Auslaufen.

Last, but not least: das Magnetfeld, welches die angedachten Leistungen evozieren ... nicht nur die immer empfindlicher werdende (damals noch Röhren-) Technik der Bord-Elektrik hat damit keine rechte Freude nicht, sondern auch die Möglichkeit, das Schiff selbst mit irgendeiner Art von EMS zu versehen, ist perdú.---

Also das B-Schiff, scho wieda... um die gleiche effektive Leistung abzugeben, bräuchten wir also 120,5 MW auf drei Wellen, dh. pro Welle so etwa knapp über 40 MW.
Ob S&H das mit je éinem Motor hinbekommen hätte? Fraglich- - - (Frage an die Leut, die eine 34-er "Hütte" haben, oder ein paar alte Daten von Siemens & Halske),  auch 2 E-Motoren á 20 MW sind noch a bissl sehr science fiction für die Mittdreißiger.
Genauso fraglich siehts bei den Generatoren aus ...

Schade, dass mein Vater seit 12 Jahren tot ist - der WAR in den mittleren/späten 20-erJahren bei S&H, da ging´s um die Entwicklung von Generatoren für Wasserkraftwerke.

Ciao,
Harold

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