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Autor Thema: Wotan  (Gelesen 2831 mal)

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Offline Benny-U-30-Licht

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Wotan
« am: 11 November 2008, 19:28:27 »
Habe gelesen das der Wotan-stahl bei der Bismarck nur auf achterdeck und Bug eingesetzt wurde, kann mir jemand FREUNDLICH sagen warum dieser Stahl, der sehr gut gewesen sein soll,nicht auch für die restliche Panzerung verbaut hat...?
Es gibt nur 3 Arten von Menschen:1. die Lebenden, die Toten und 3. die zur Seefahren

Offline Commander3

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Re: Wotan
« Antwort #1 am: 11 November 2008, 20:02:47 »
habe da wenig ahnung aber ich könnte denken, dass es am mangel von legierungsmetallen lag. Soll heißen man hatte nich genug MAngan, Wolfram (oder was auch immer man für Wotan-hart und wotan-weich braucht) um diesen Stahl in ausreichenden Mengen herzustellen. Dieses Problem zieht sich bekanntlichermaßen durch die ganze geschichte der Wiederaufrüstung nach Versailles. :MZ:
Gruß aus Harra

mfg Alex

Offline harold

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Re: Wotan
« Antwort #2 am: 11 November 2008, 20:39:12 »
Freundlich, so wills der Herr?
Freundlich... - also wenn ich's richtig verstehe, ist über das "Mürwik-Dozenten-Dönkes" inzwischen genug Gras gewachsen.
Ob das nun auch klein-feine Würzelchen schlägt?... so im Geiste zumindest?

Rein sachlich kannstu's haben:



"warum dieser Stahl, der sehr gut gewesen sein soll, nicht auch für die restliche Panzerung verbaut hat...?"
Jo-jo, er "hat verbaut", der Stahl. Sich selbst? Oder ist-worden?  :-D

BTW, die Diskussion um Stahlqualitäten hatten wir hier schon mal ...
... rausgekommen ist, dass außer der schönen Bezeichnung ("Wotan") für diverse high- oder low-tensible steels an den deutschen Stählen nix war, was nicht auch an britischen, italienischen, amerikanischen, französischen ...etc Stählen dran war.-

"habe da wenig ahnung aber ich könnte denken" (Zitat C.3) => Fachleute dafür, hier in Forum:
Lutscha, Spee; und außerhalb unseres Kreises Nathan Okun.

...freundlichst,
Harold




4 Ursachen für Irrtum:
- der Mangel an Beweisen;
- die geringe Geschicklichkeit, Beweise zu verwenden;
- ein Willensmangel, von Beweisen Gebrauch zu machen;
- die Anwendung falscher Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Offline Commander3

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Re: Wotan
« Antwort #3 am: 11 November 2008, 21:47:38 »
dann hau ich halt mal so ran, wie lag bei der aufrüstung der flotte und des restes der armee der stand von entsprechenden legierungsmetallen. Ich denke mal der größte Teil aus der UdSSR durch den Hitler-Stalin-Pakt, oder?
Gruß aus Harra

mfg Alex

Offline Benny-U-30-Licht

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Re: Wotan
« Antwort #4 am: 11 November 2008, 21:49:08 »
Danke.Habe mich wohl etwas komisch ausgedrückt. also war dieser Stahl gar nicht besser,als sagen wir mal der Stahl der Engländer?

@harold: ja da ist Gras drüber gewachsen, zumindestens für mich. Will jetzt einfach ein gutes Mitglied werden. Das kostet nun mal Zeit und viel Lese- und Zuhörbereitschaft.
Und mit FREUNDLICH wollte ich nur zum Ausdruck bringen das ich nicht für diese Frage keine Schelte kriegen will....#
 :-)
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Offline Teddy Suhren

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  • Jörg K.
Re: Wotan
« Antwort #5 am: 11 November 2008, 22:09:42 »
Hai

Wenn du zum Lesen und Zuhören bereit bist, fang mal hier an:
http://forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,541.0.html

Ist nur ein Thread zum Thema Wotan Stahl...es gibt noch mehr.  :wink:

Offline Benny-U-30-Licht

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Re: Wotan
« Antwort #6 am: 11 November 2008, 22:19:00 »
Vielen Dank für den Link jetzt bin ich um einiges schlauer. Das der Wotan so gut sein soll ist nur eine Legende. er ist genauso gut wie der anderer Länder nur das er schweißbar war....
Es gibt nur 3 Arten von Menschen:1. die Lebenden, die Toten und 3. die zur Seefahren

Offline harold

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Re: Wotan
« Antwort #7 am: 11 November 2008, 23:54:24 »
Tja, Benny, du bist ja "selber angehender KFZ-Mechatronikermeister" -also auch für die Metallurgie zuständig, oder?

... "nur das(s) er schweißbar war" ... na hoppsa!

Wenn du da n unschweißbaren Fe-irgendwas-Werkstoff gefunden hättest?
Nobelpreis! -ansonsten:
Ab in die Lehrlingswerkstatt, und dort Elektroden sortieren ... oder tun heutige "Meister" nur noch Bauteile nach Bestellkatalog austauschen?-
-
"also war dieser Stahl gar nicht besser,als sagen wir mal der Stahl der Engländer":
Erstaunlicherweise JA, denn Fe mit n paar C- und sonstwas- Zuschlägen (http://de.wikipedia.org/wiki/Stahl - ich geniere mich fast, dir so eine allgemein zugängliche Quelle nennen zu müssen!) war seit etwa eineinhalb Jahrtausenden bekannt dafür, a bissele härter zu sein als Eisen.
Dass Metall-Legierungen sich nun "je nach Nation" anders verhalten sollten, wäre ein (ebenfalls nobelpreiswürdiges!) Novum.
---
Ich fürchte, ich fürchte: der kleine "unser Doktor" mit'm Klumpfuß geht auch heute noch spukisterlich um, so zeitweise; tut den Leuten das Hirn verseuchen mit "deutscher Physik".
---
Kurzum:
"...ist genauso gut wie der anderer Länder ...."
Eben.
Andre Länder, andre Sitten, und die selben Elektroden;
 :MV: Harold



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Offline Spee

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Re: Wotan
« Antwort #8 am: 12 November 2008, 00:00:40 »
@Benny,

die legierten Panzerstähle der anderen Länder waren ebenfalls schweißbar. Speziell die Franzosen haben das ausgiebig genutzt.
Kurz und knapp, kein Land besaß einen wirklichen Vorteil im Bereich Panzerstahl, legiert wie zementiert. Die wußten alle, wie man einen guten Panzerstahl herstellt.

PS: Mit dem C muß man vorsichtig sein. Genau der bewirkt bei zu hohem Anteil im Stahl, daß du deine Elektrode nur abbrennst. Schweißen ist dann nicht mehr drin.
Servus

Thomas

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Casto Secundino María Méndez Núñez

Offline Ralf

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Re: Wotan
« Antwort #9 am: 12 November 2008, 08:41:29 »
@Benny: ...es ist nicht der schädigende, der bestimmt, wie schnell Gras wächst...  :MS:
Gruß
Ralf
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„Du kannst Dein Leben nicht verlängern und Du kannst es auch nicht verbreitern. Aber Du kannst es vertiefen!“
Gorch Fock

Offline Huszar

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Re: Wotan
« Antwort #10 am: 12 November 2008, 09:17:56 »
Hallo,

Um die Frage mal freundlich (und kurz) zu beantworten:

Zitat
warum dieser Stahl, der sehr gut gewesen sein soll,nicht auch für die restliche Panzerung verbaut hat...?

Nun, es gibt zwei Arten von Panzer, homogen und zementiert. Erstere ist elastischer, und kann deshalb sinnvoll nur an Decks und Schotten eingebaut werden, wo a, die Granaten mit einem ziemlich flachen Winkel treffer und b, Druckwellen und Splitter abgewehrt werden sollen. Homogener Panzer wird die betreffende Granate nicht oder kaum zerbrechen können, dafür kann sie Biegebeanspuchungen besser widerstehen.
Zementierter Panzer - eine sehr harte Oberfläche, auf eine weniger harte Unterlage zementiert - ist wesentlich rigider, kann Biegebeanspruchungen kaum widerstehen. Dafür kann die sehr harte Oberfläche Granaten mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit kaputt machen. Schweissbar ist zementierter Panzer nicht, vor allem wegen der Oberfläche (entweder brennst du die Elektroden ab, oder machst den Panzer kaput).
Zementierter Panzer kann ausserdem nur oberhalb einer gewissen Dicke hergestellt werden (ca. 80mm).

mfg

alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

Offline Spee

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Re: Wotan
« Antwort #11 am: 12 November 2008, 09:56:39 »
@harold,

hatten wir uns darüber unterhalten, daß die Franzosen die Rückseiten ihrer zementierten Platten schweißen konnten? So nachts halb 4 nach ichweißnichtwievielen Bier/Wein/Grappa/Grillanzündern von Alex?
Servus

Thomas

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Casto Secundino María Méndez Núñez

Offline Benny-U-30-Licht

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Re: Wotan
« Antwort #12 am: 12 November 2008, 14:26:33 »
 @Ralf da hast du recht mit, ich entscheide das nicht. Ich habe in der Meisterschule diese Art der Metallverarbeitung noch vor uns. Momentan haben wir Berechnungen der Kolben... und kaufmännische Sachen...
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Offline harold

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Re: Wotan
« Antwort #13 am: 12 November 2008, 17:49:24 »
@Spee,

..."daß die Franzosen die Rückseiten ihrer zementierten Platten schweißen konnten?"

Im Prinzip ja (frei nach Radio Eriwan) - in http://www.phpbbplanet.com/warshipprojects/viewtopic.php?t=135&start=0&mforum=warshipprojects
kommt dies auch zur Sprache.
Allerdings waren die Platten auch auf einer 60mm-Hartholz-Rücklage verschraubt (Ahorn (érable), wenn ich mich korrekt erinnere).
Holzrücklage deshalb, um die sehr spannungsanfälligen zementierten Platten nicht in die Schiffsbewegungen zu integrieren (also als Schwingungs-Absorber).
Wenn ich mich recht an die Gespräche mit Robert Dumas im letzten Sommer erinnere, waren auch nie mehr als drei Platten längs miteinander verschweißt (ca 4.8m Länge), und die Verschraubung lief in Langlöchern (eben wegen der Bewegungen). Die Platten waren in 4 Reihen übereinander, Stöße liefen senkrecht durch.-

Unsere Fachsimpeleien ... nu; eher noch vor Mitternacht, bei einem sehr reichhaltigen Büffet, jedoch ebenfalls bei einer (?-naja, doch mehreren...)  bouteille du bon rouge - wir hätten eben ein Tonband mitlaufen lassen müssen  :wink: .
Zur Sprache kam dies damals, weil ich naseweis nachfragte, welche Begründung denn der leicht mittig absackende Kiel bei den Dunkerque's und den Richelieu's hatte - und da kamen wir eben auf Schiffsbewegungen, und aufs Panzermaterial.
 :MZ: Harold
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Offline Spee

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Re: Wotan
« Antwort #14 am: 12 November 2008, 23:38:55 »
Ah ja. Danke für die Auffrischung.
Servus

Thomas

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Casto Secundino María Méndez Núñez