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Wellenbilder...

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Peter K.:
Hallo SPEE!

Über britische Tests zum Bugwulst ist mir nichts bekannt, aber ich kann folgendes zum Thema anmerken:

Mitte der Dreißgerjahre war man im Schiffbau allgemein der Ansicht, dass ein Bugwulst nur für größere, schnellere Schiffe ab einer Froudschen Zahl von 0,23 in Frage kommt.

Schon die Schnelldampfer EUROPA und BREMEN hatten einen (sehr voluminösen) Bugwulst erhalten, der einige Prozente Leistungsgewinn brachte. Später erhielten ihn auch  POTSDAM und PRETORIA, aber auch die schnellen Troßschiffe der Kriegsmarine.

Jedenfalls wirkt der Bugwulst widerstandsvermindernd, weil Verdrängungsanteile aus Bereichen, wo sie den Widerstand erhöhen, d.i. vornehmlich an der vorderen Schulter (Übergang der Vorschiffs in parallele Mittelschiff), in den Wulst verschoben werden. D.h. der Wellen- und auch der Reibungswiderstand wird vermindert, indem die Wellenbildung an der Schulter verringert, die Interferenz mit der Bugwelle verbessert und die Bugwelle verringert wird. Dadurch ergibt sich bei gleicher Antriebsleistung eine erhöhte Geschwindigkeit!

Bereits etwa 1920 untersuchen die Briten in Haslar das Spiegelheck anhand von Modellen der BADEN, CARADAC und TURBINA, die auch durchaus positiv verliefen (insbesondere in Bezug auf die Höchstgeschwindigkeit). Daher wurde das Spiegelheck auch auf ADVENTURE eingebaut, bewährte sich aber für die spezielle Aufgabe dieses Schiffes (Minenleger) überhaupt nicht und wurde schließlich erst wieder auf der FIJI-Klasse verwendet!

Modellversuche an einem Flugzeugträger ergaben mit einer Spiegelheckfläche von 3,5 % der Hauptspantfläche ein widerstandsneutrales Verhalten bei 10 kn, eine Erhöhung des Widerstandes um 4 % bei 20 kn und eine Verminderung des Widerstandes um 4,5% bei 30 kn.

Das Spiegelheck der VANGUARD brachte einen Geschwindigkeitsgewinn von 0,33kn.

Grüße & Gute Nacht
Peter K.

Graf Luckner:
Na,da bedanke ich mich doch recht herzlich für die ausführlichen Informationen.
Daß der Energieaufwand sich bei Bugwulstschiffen verringert,wußte ich.
Wenn ich nochmal fragen darf:Bei den Schiffen,die ich bisher damit sah,lag der Bugwulst entweder zur Hälfte ÜBER oder knapp UNTER der Wasserlinie.Lag das an der Beladung?So kann ich mir eine Strömungsverbesserung allerdings net so gut vorstellen-eher schon beim Wulst UNTER Wasser,wo er den Wasserwiderstand für den folgenden Rumpf "brechen" kann.(Sorry,wenn ich mich vielleicht etwas "verdreht"ausdrücke,ich hoffe,ihr versteht dennoch,was ich meine)

Andererseits-wenn ich mir meine "Yamato" so ansehe,die ja auch einen Wulst hatte...der liegt dann für meine Begriffe ziemlich tief.Funtioniert das ebenso effektiv?

Gruß Joe

harold:
Servus Graf Luckner,
mit zweieinhalbmonatiger Verspätung eine - wie ich hoffe, brauchbare- Antwort auf die Bugwulst-Frage
http://forum-marinearchiv.de/smf/viewtopic.php?p=14453#14453
...ich hab dort versucht, das in einem etwas weiteren Zusammenhang darzustellen.
Ciao,
Harold

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