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Koeffizienten und ihre Bedeutung

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harold:
Ich wurde mehrere Male drauf angesprochen, WAS denn die Parameter für eine Unterwasser-Gestaltung eines Schiffsrumpfes bedeuten.

Hier ein paar Antworten, vereinfacht, schnell, und graphisch aufbereitet:

1)   Die Rumpfform als solche : Spanten, Kiel, Wasserlinie (blau).

2)   Wasserplan:  der Anteil an Wasseroberfläche, den unser Schiff einnimmt; als Koeffizient (=einer der Parameter)  ein entsprechender Prozentanteil am Rechteck  -Breite(CWL) mal Länge(CWL)- , wobei CWL Konstruktionswasserlinie bedeutet.
Je größer dieser Koeffizient ist, desto „fetter“ und „blockiger“ ist unser Schiff – in der Wasserlinie. Wie´s drunter aussieht... siehe:

3)   Block-Koeffizient : würden wir das Unterwasser-Schiff aus einem Holz-Block mit den Dimensionen Länge x Breite x Tiefgang  schnitzen, so blieben uns  soviel Prozent übrig an Unterwasser-Rumpf, wie dieser Koeffizient aussagt.
Und er sagt eigentlich nicht sonderlich viel aus, nur: wieviel weggehobelt worden ist, aber nicht WO. Dies tut der

4)  Zylinder-Koeffizient, manchmal auch fälschlich Spantkoeffizint genannt : der ist schon aussagekräftiger. Nehmen wir eine Trog-Form an, deren Trog-„Spant“  dem Hauptspant unseres Schiffes entspricht, und hobeln wir davon unsere Schiffs-Form heraus, so ist das verbliebene Volumen der Prozentsatz dieses Koeffizienten.
Dieser Koeffizient sagt aus, welchen Belauf Vor- oder Achterschiff im Vergleich zum Mittelschiff haben, und auf welche Strecke das Mittelschiff „völlig“ ist.

5)  Spant-Koeffizient (hier nicht graphisch dargestellt) :  sagt für JEDEN Spant aus, in welchem Prozentsatz er zu einem Rechteck aus Tiefgang x Breite steht.  
Die Werte der Spant-Koeffizienten von vorn nach achtern sollten möglichst „gleitend“ sein; alles andere mag das umströmende Medium Wasser nicht gerne, und reagiert mit recht hohen Wellen darauf.



Ich bitte um Fragen, Anregungen, Kritiken...

MfG
Harold

Scheer:
Jetzt komme ich doch tatsächlich selber auf die Bismarck. Schande über mich !

Der Grund ist folgender:
In irgendeinem Buch (ich müsste suchen wo es war, ist aber für den Sachverhalt nicht sehr entscheidend) las ich von den hervorragenden Eigenschaften der Bismarck als Artillerie Träger. Dieses hatte angeblich mit dem "massigen" Unterwasserschiff zu tun.

Frage(n): Ist dieses nun mit dem Blockkoeffizienten zu beschreiben, oder einem anderen ? Oder ist es mit einer Mischung mererer zu erfassen ?

In wie weit wären hier Vergleiche der verschiedenen Schiffe möglich ?

Spee:
@Scheer,

zur Steinigung bitte links.

@harold,

ganz toll. Endlich verstehe ich einige Sachverhalte mal richtig. Danke dir dafür.

harold:
Hallo Wolfgang!
Wenn jemand "massig" sagt für ein Unterwasserschiff, dann meint derselbe mit größter Wahrscheinlichkeit den Zylinderkoeffizinten.

Für die Brauchbarkeit als Artillerieträger würde ich aber eher die MZH oder die damit korrelierende Rollperiode hernehmen - und im Fall der deutschen Schiffe auch noch, wie weit sie vorne einstampfen und nass werden... oder wie schlecht ihr Wasserplan und ihre Spantvölligkeit im Vorschiff ausgelegt waren.
...in allen diesen Bereichen liegt BM ganz gut im oberen Mittelfeld! (offenbar haben die Konstrukteure SCHNELL gelernt).

Wenns denn interessiert, mach ich mal ein paar allgemeine Graphiken zu diesen Belangen.

Ciao,
Harold

Scheer:
Mhhh, ja, ich meine das es etwas mit der Lage des Schiffskörpers bei Artilleriegefechten zu tun hatte.
Also Krängung nach Vollsalve und Zeit bis zur Re-Stabilisierung.
An die "Nässe" wurde in diesem Zusammenhang nicht gesprochen.

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