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Autor Thema: MAN Bericht Panzerschiff "Admiral Scheer"  (Gelesen 2097 mal)

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Offline dark-schnuffi

  • Oberfähnrich
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MAN Bericht Panzerschiff "Admiral Scheer"
« am: 24 Februar 2008, 16:56:43 »
Panzerschiff "Admiral Scheer"

Motoranlage - Ausgeführte Änderungen


Allgemeines:

Auftragserteilung: 14.7.31

8 Hauptmotoren M9Zu42/58
Höchstleistung 7100PSe bei n = 450

4 Hilfsmotoren M5Z42/58 n = 425

1.Werftprobefahrt: 1.Oktober 34
Indienststellung: 12.11.34
Übergabefahrt: 16.1.35
Beginn der Gewährleistungsfrist: 19.4.35
Garantiezeit um 1 Jahr verlängert für dichte Kolben, Brennstoffiltergehäuse, Gebläse: 20.6.36
Umbau aller 4 Räume: 1.2. bis Juli 40
(Es werden ausgewechselt: Zylinder-Mittelstücke, Zylinderhauben, Kolbenstangen, Kolben teilweise, Zylinder-Schmierpumpen, Regler, neu eingebaut Massenausgleichsgetriebe für Hilfsmotoren.)


Spülluftgebläse:

Schon auf dem Prüfstand war die Leistungsaufnahme zu gross, die Laufräder wurden von 1500mm Durchmesser auf 1440mm abgedreht. Wie die ersten Probefahrten erwiesen haben, hat diese Massnahme nicht genügt, den bei Füllung 7,5 waren mehr als etwa 390 Umdrehungen der Hilfsmotoren nicht zu erreichen, sodass alle Gebläse- und Pumpendrücke für Höchstlast zu gering blieben. 24.10.34
Abdrehen der Gebläseläufer unterbleibt. 30.10.34
Aus Druckraum-Gebläsegehäuse R III bricht ca. 20cm² grosses Wandstück; Ursache Gussfehler. 16.12.34
Ähnlicher Bruch am Gehäuse R I. 6.1.35
BBO baut Reinaluminium-Flickstücke ein. 2.2.35
Es zeigen sich weitere Risse. 25.2.35
Alle 4 Gebläsegehäuse sollen erneuert werden. 19.11.35
Alle 4 Gehäuse werden in der Liegezeit vom 27.2. bis 25.4.36 gegen neue ausgetauscht. Hierbei müssen die Gebläseräder auf 1420mm abgedreht werden. 7.4.36


Brennstoffpumpen:

An den Zylindern der Brennstoffpumpen, Ölseite, bes. der Hilfsmotoren zeigen sich Aushöhlungen, die durch Einziehen von Gewindestiften notdürftig beseitigt werden. 20.11.34
Die Brennstoffpumpen der Hilfsmotoren sind mit Schutzringen versehen. 10.1.35
Es werden 200 federnde Schutzringe für Brennstoff-Pumpenzylinder bestellt. 12.10.35
Während des Umbaues im Jahre 1940 erhalten alle Brennstoffpumpen neue Schutzringe gegen Ölkavitation. 12.2.40


Schmier- und Kühlölpumpen:

Die Öldrücke sind bei höheren Leistungen nicht ausreichend. Daher neue Kreisel mit grösserem Durchmesser des ND-Rades und Trennwand zwischen ND- und HD-Teil. 16.12.34
Durch Vergrösserung der Ölvorräte und bessere Entlüftung des Öles werden die Pumpendrücke auch erhöht. 23.4.35


Kreuzkopfmuttern:

2 Muttern innen horizontal gerissen. 29.1.35
Eine dritte Mutter zeigt splitterartigen Riss. 3.2.35
Ursache: Zu sprödes Material, nämlich C 60.61, geglüht bei zu hoher Temperatur. 8.2.35
Ersatzmuttern aus "VCN05 w", einem legierten Stahl mit grösserem Arbeitsvermögen, zäher und weicher als C 60.61. 1.3.35
Es reissen weitere Muttern. 9.3.35
Alle Muttern werden ausgewechselt. 23.4.35
Neue zweiteilige Bundmuttern nach - D 113 197 -, - D 112 832 - ( - D 113 179 -). Beim Reissen der Innenmutter wird nur diese ersetzt, die äussere wird nie beschädigt. 12.10.35
Auch diese Muttern reissen. Es werden neue einteilige aus VCN 15 w konstruiert. 16.11.35
Die einteiligen Muttern bewähren sich bisher am besten, die Bundmuttern am schlechtesten, da fast immer Bund unten abreisst. 11.2.37
36 Stück einteilige Kreuzkopfmuttern, vor 2 Jahren eingebaut, elektromagnetisch untersucht, gut. 8.12.37
Gelegentlich des Umbaues 1940 werden die Kreuzkopfmuttern erneuert.


Kolbenkühlölabflussringe:

Bei AK-Fahrt reissen drei solche Ringe aus Stahlguss. 3.3.35
Ersatz durch solche aus Schmiedeisen - D 110 606 -. 6.3.35
Im ganzen 8 Ringe gerissen. 8.3.35
Sämtliche Ringe werden gegen geschmiedete ausgewechselt. 12.3.35


Kolben:

Mehrere Kolbenringe brechen, besonders wo Ringspiele zu gross, ca. 0,4 - 0,6mm. 9.3.35
Kolbenkühlölzuflussrohre in den Stangen werden besonders in den Hilfsmotoren durch Ölwirbel erodiert,nachgeschweisst. 13.3.35
An einem Kolben wird der untere Ölführungsring anscheinend infolge mangelhafter Schweissung beschädigt; Folge war Kühlöldrosselung und dadurch Temperaturanstieg. 29.4. und 10.5.35
An allen Hilfsmotoren werden die Ölführungsringe unten, die z.T. beschädigt sind, ausgebaut.
Einige Kolben der Hilfsmotoren werden ölundicht, ausgebaut und nachgezogen. 21.7.35
Auch an einem Hauptmotor wird ein loser Ölführungsring gefunden. 3.10.35
Wieder zeigt sich, dass viele Kolbenunterteile auf der Kolbenstange lose waren. 3.10.35
Ursache für undichte Kolben ist vermutlich Ringspalt zwischen Stange und Unterteil 0,5mm Spiel im Durchschnitt. Durch diesen Spalt können Koksteile zur Sitzfläche gelangen. Daher versuchsweise Kupferring eingestemmt zum Verschliessen des Ringspaltes, der bei "Deutschland" nicht ist, und Schleifwerkzeug für Egalisieren der Sitzflächen von Stange und Kolben. 5.12.35
Es wird auch eine Abdichtung durch Gummiring nach - D 114 317 - versucht. 23.12.35
Versuchsweise soll Kolbenunterteil gegen Stange durch Einziehen einer Büchse gestützt werden, wodurch Ringspalt fortfällt - D 115 403 -. 29.2.36
Kolbenringe aus besonders hartem Gusseisen am Hilfsmotor II bewähren sich, haben blanken Spiegel, keine Ringbrüche. 6.3.36
Während Liegezeit werden an 78 Kolben die Unterteile durch Schleifen neu zusammengepasst. 14.3.36
Es werden neue Erfahrungen über Festziehen der Kolbenteile auf den Stangen gewonnen und die hierfür dienende Vorrichtung verbessert. 7.4.36
4 Kolben sind versuchsweise mit Bronzebüchsen zwischen Unterteil und Stange ausgerüstet. 10.4.36
Versuchsweise werden Kolbenringe mit Nickelzusatz und 175-195 Brinell und solche ohne Nickel, aber besonders hart SH, rd. 200 Brinell geliefert. 26.2.37
Kolben für die Tulpenform der Kolbenstangen nach - D 119 431 -. 8.3.37
Die besonders harten Kolbenringe SH bewähren sich nicht, brechen. 13.7.37
Die Kolbenringe mit Nickelgusszusatz SA im Motor 4a, Zylinder 8 und 9 bewähren sich. 20.11.37
888 Betriebsstunden. 29.11.37
Während des Umbaues 1940 werden die Kolben teilweise erneuert nach - D 121 405 -.


Zylinder-Gestell:

Risse an Versteifungsblechen Hi IV werden geschweisst. 15.3.35
An den Schweissnähten der Versteifungsbleche aller Hilfsmotoren sind Risse aufgetreten; werden nachgeschweisst. 6.6.35
Für Hi IV wird neues verstärktes Gestell bestellt. 5.1.39
Mehrgewicht 290kg, - D 129 051 -, - D 129 052/53/54/55. 25.3.39


Messinstrumente:

Mechanische Tachometer von Noris zeigen trotz Überholung durch die Firma falsch an. 28.4.35
Drehschwingungsanzeiger von Wösthoff sind unbrauchbar. 28.4.35
Verbesserte Messgeräte von Wösthoff sind an allen 8 Hauptmaschinen eingebaut. 12.10.35
Die Drehschwingungsanzeiger entsprechen nicht dem neuesten Stand der Entwicklung. 1.11.37
Gelegentlich des Umbaues 1940 werden neue elektrische Füllungsanzeiger eingebaut.


Regulierung:

Sicherheitsregler löst manchmal beim raschen Anstellen der Anlassluft und auch beim Anfahren der Motoren vom Hauptstand aus. 18.5.35
Verzögerungsgestänge mit Zusatzfeder am Regler bringen Abhilfe, - D 111 214 -. Zu hohe Brennstoffdrücke beim Auslösen, die die Filtergehäuse sprengen, unschädlich gemacht. 20.5.35
Federwaage - D 610 083 -. 24.5.35
Für Hauptmotoren werden neue Drehzahlregler nach - D 124 617 - bestellt, die niedrigere Drehzahl ermöglichen. 6.4.39
Die neuen Regler werden während des Umbaues 1940 eingebaut.


Zylinderhauben- und Mäntel:

Am Hilfsmotor II und III werden versuchsweise alle Schmieranstiche oben höher, unten tiefer gelegt, um die Abnützung durch Kolbenringe zu verringern. 13.6.35
Riss in der Stopfbuchse untere Haube Hi I 3. Haube ausgewechselt 27.7.35.
Bisher sind schon 3 Zylinderhauben gerissen. 5.9.35.
Teilweise aufgetretene Abnützung der Hauben kann vielleicht auch von zu grossem achsialem Kolbenringspiel (7/10 mm) herrühren, sodass Gasdruck die Ringe an Zylinderfläche presst. 27.12.35.
Bisher sind 6 untere und 2 obere Hauben ausgewechselt wegen Risse 2.2.36.
Zylinderbüchsen Hilfsmotor III besonders stark abgenützt bis zu 3 mm 6.3.36.
3 weitere untere Zylinderhauben sind gerissen 17.6.36.
Bisher sind 14 untere und 8 obere Hauben wegen Rissen ausgewechselt 17.7.36.
Neue untere Hauben nach D 104 984/85, obere nach D 104 988/89 12.8.36.
Am Motor 2a Zylinder 9 werden die beiden Hauben verchromt. 3.12.37.
Verchromung bewährt sich nicht, vergl. Seite 24. 23.12.37
Es scheint, dass nur Kolbenringe mit Bronzeeinlage (Brinell) schlecht auf Chromschicht laufen. 29.1.38.
Zum Umbau der anlagen werden 100 Stück obere und untere Hauben mit wellenförmiger Teilfuge bestellt. 5.4.39.
Verchromung der Hauben nur im Kompressionsraum nach neuem Verfahren, wonach sich Ölfilm besser bildet, bewährt sich. W'haven will möglichst viele Umbau-Hauben hiernach verchromen 29.12.39 - D 133 101.
Die Erfahrung lehrt, dass die Chromschicht tiefer nach unten gezogen werden muss, damit zu starke Abnützung der nackten Zylinderwand vermieden wird, - D 133 332 - 27.1.40.
Während des Umbaues 1940 werden die Zylinderbüchsen ausgewechselt, sämtlich verchromt nach D 132 332, D 133 101.


Auspuffanlage:

Auspuffsammelrohr am Hauptmotor 3 i zum 8. Mal gebrochen 27.7.35.
Auspuffleitungen in R II und R III sind ungekühlt mit vorgespanntem Kompensator, ausgeführt 20.10.35.


Kolbenstangen:

Am Hauptmotor 2a bricht eine Kolbenstange eben oberhalb unterem Kolbenboden. 25.10.35.
5 bis 6 weitere Kolbenstangen sind schadhaft, davon 2 im Gewinde fest, 3.9.36.
Die nähere Untersuchung zeigt, dass die Stangen im oberen Gewinde gerissen sind. 22.9.36.
Von 64 Kolbenstangen, die untersucht wurden, sind 26 gerissen, davon 2 Stangen im unteren Gewinde 19.1.37.
Die oben gerissenen Stangen werden z. T. mittels Verlängerungsstücken geflickt 21.1.37 D 119 344.
Neue Stangen in Tulpenform D 119 459 8.3.37.
Messungen der dynamischen Beanspruchungen der Kolbenstangen an Hi in R II durch Materialprüfungsamt Dahlem am 5.3.37.
Kolbenstangen werden neuerdings nitriert geliefert. 21.6.37.
Zur Vermeidung der Ölkavitation im Kreuzkopf erhalten die neuen Kolbenstangen nach D 119 459 keine Schlitze mehr für Öldurchtritt sondern Bohrungen 7.7.37.
21 Kolbenstangen erweisen sich als oben gerissen. 1.11.37
Neuerdings werden auch die Laufflächen der Kolbenstangen nitriert, müssen danach um 0,03 - 0.04 mm im Schnitt nachgeschliffen werden. 17.2.39.
Zum Umbau werden 100 Stück Kolbenstangen (Nitrierstahl) mit Kreuzkopfmuttern bestellt. 5.4.39.
Von den mit Flickstück verwendeten alten Stangen sind bisher 6 gebrochen. Ersatz durch nitrierte Tulpenstangen. 11.8.39.
Während des Umbaues 1940 werden alle Kolbenstangen nach D 119 459 ausgewechselt.


Zylindermittelstücke:

Am 30.10.35 ca 25 mm langer Riss am Mittelstück Hi/1 Zylinder 3. 9.11.35
Zylinder-Mittelstücke werden verstärkt nach D 117 498/99 5.9.36.
Am Motor 2a Zylinder 9 wird Lauffläche Mittelstück verchromt 3.12.37.
Verchromung bewährt sich nicht, Kolbenringe sind rauh und riefig. Chromschicht zeigt Risse, blättert an Kanten ab. 23.12.37.
Zum Umbau werden 100 Stück Mittelstücke mit wellenförmiger Trennfuge bestellt. 5.4.39.
Alle Mittelstücke werden ausgewechselt nach D 101 196, 97, 98 und zwar nicht verchromt.


Apparate:

Mehrfach reissen Leichtmetallgehäuse der Brennstoffilter. Ursache: Drucksteigerung durch Sicherheitsregler, Spannungen anschliessender Rohrleitungen, zu schwache Konstruktion. 15.1.36.
Für die ganze Anlage werden neue Öler, Bauart Bosch, mit der Füllung regelbar, bestellt. 23.12.37.
Gelegentlich des Umbaues der Anlage 1940 werden die Ölkühler am unteren Deckel mit Mannloch versehen, damit man bei undichten Rohren besser an dies heran kann. 20.2.40.


Kurbelwellen:

Gegengewichte der Kurbelwelle am Kuppelflansch Motor 2a löst sich, fällt in die Bilge. 18.1.36.
Befestigungsschrauben sind vermutlich durch Kolbenbruch beschädigt. Es fehlt auch Scherbolzen. Sämtliche Kurbelwellen sind mit Scherbolzen für Gegengewichte versehen, 1940.


Maschinen-Fundamente:

Schiffsfundament von Ha 2a hat Risse. 23.3.36.
Während des Umbaues 1940 werden die Maschinenfundamente verstärkt und erneuert.


Kreuzköpfe:

Am Motor 2a, Zylinder 5 bricht ein Kreuzkopf. 9.5.36.
Ursache Vermutlich alter Stangenbruch.
Am Motor 4 i, Zylinder 6 bricht wieder ein Kreuzkopf. 10.8.36.
Kreuzkopfbrüche sind vielleicht darauf zurückzuführen, dass Gleitbahnspiele zu klein (0,07), Kolbenspiele zu gross (1,0) sind, sodass zusätzliche Biegungsbeanspruchungen auftreten. 7.9.36.
Am Motor 2a, Zyl. 4 bricht ein Kreuzkopf. 14.10.36.
Neues Gleitbahnspiel in Laufrichtung 0,2 mm, in Achsenrichtung 0,25 mm, Kolbenspiele 0,4/0,5 mm Æ. 24.2.37.
Am Motor 4 i, Zyl. 3 bricht am 30.9.37 der Kreuzkopf.
Es werden 100 neue Kreuzköpfe nach D 121 066, D 121 067 bestellt. 28.1.38, sie werden während der Werftliegezeit gegen die alten ausgewechselt, 18.10.38, einschl. der Kreuzkopfmuttern.


Brennstoffventile:

An den oberen Düsenköpfen treten häufig Risse auf. 20.10.36.
Die Düsen werden verstärkt nach D 68 742, 68 743 - 18.11.36.
Düsenbrüche gehen trotzdem weiter. 9.12.36.


Treibstangen:

Am Motor 2a, Zyl. 4 bricht eine Treibstange, 24.11.36.
Ursache: Fressen des Kreuzkopfzapfens infolge Ölmangels, 14.1.37.
Treibstangen letzte Ausführung nach D 121 429/30 - 1940.


Schwingungsdämpfer:

Während der Werftliegezeit werden die Sandner-Dämpfer gegen Hülsenfederdämpfer ausgewechselt 18.10.38 - D 120 846 mit je 40 Hülsenfederpaketen M 1508 "A"110"12. Beanspruchung der Kurbelwellen werden damit wesentlich geringer, besonders über n = 300 U/min. 30.12.38.


Erschütterungen:

Für die Hilfsmotoren werden 4 Massenausgleichsgetriebe bestellt. 6.4.39.


Quelle: Historisches Archiv MAN AG Augsburg
« Letzte Änderung: 24 Februar 2008, 17:07:21 von dark-schnuffi »
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