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Hilfe beim Planlesen

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Torpedo:
Hallo,

wie Ihr wißt, baue ich seit Jahren an meinem Torpedoboot nach Original-Werftplänen. Viel konnte ich schon herausfinden, aber jetzt brauche ich ein wenig Hilfe.

Was sind die mit roten Pfeilen markierten "Dinger" auf Deck?


Was ist das blau markierte Rädchen und wozu dient so etwas direkt neben dem Geschütz? Ist es flach oder hochstehend?

Also wenn jemand Ideen hat...Ich habe übrigens auch noch einen Plan des darunterliegenden Raumes, der mir aber bei den rot markierten Dingern z.B. nicht weiterhelfen konnte.

Der Rest ist wie üblich auf:
http://forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,1311.new.html#new

Tyrsus:
Meine Vermutungen:

Rot:
Die länglichen Dinger neben den Ankerketten sind mit 99%iger Sicherheit Gewindehülsen, deren Haken man nach dem Einholen der Ankerkette in deren Glieder einpickt und so mittels Schraubzurrung die kette einerseits sichert, andererseits die Ankerwinden entlastet.

Blau:
Vom markierten Rädchen vermute ich, daß es über Gestänge mit dem Seeventil unter der Mun- Kammer verbunden war und im Brandfall eine unverzügliche Flutung der "heißen Ware" ermöglicht hat (Diese Räder und Gestänge werden von F. Ruge in seinem Buch "Scapa Flow 1919" ausdrücklich erwähnt; auch die Gestänge, die zur Erschwerung britischer Bergungsversuche an- oder durchgesägt wurden...)
Es dürfte nicht mehr als 30cm über Deck hochgestanden sein oder aber in einem Teleskopschacht auf Deck gelegen haben... 
...Photographien wissen mehr.

Hoffe, geholfen zu haben

Torpedo:
Klasse Tyrsus. Das hilft weiter.

Wo genau hast Du bei Ruge darüber gelesen (der WAR ja auf meinen B-Boot zur Versenkung!!!)

Die Ankersicherung ist doch auch daneben! Diese Ketten auf Deck, also warum noch diese "Gewindehülsen"?

Tyrsus:
Die Ketten:

sind dazu da, die Ankerkette bei hohen Belastungen sicher zu halten, da sie Stöße eher vertragen als gezogene Blechhülsen. Wenn in etwas rauherer See das Vorschiff pumpt, hätte eine nur mit Ankerwinde und Ketten aufgeholte und gesicherte Kette keine Chance, dieser stoßweisen Last standzuhalten (vom Deck und den Heißrohren sei hier geschwiegen...)

Deshalb mußte eine mit der Ankerwinde mit kleinster Dampffüllung geheißte Kette erst mittels starker Hanfseile und der vorbesprochenen Gewindehülsen auf minimales Spiel angeholt werden. dann erst wurden die solideren Kettensicherungen in die jeweils äußersten erreichbaren Kettenglieder eingehakt (mit Patentauslöser, um den Anker im Notfall auch ohne mühseliges Hülsendrehen in einem Ruck lösen zu können...).

Als gewesener Panzerfahrer lernte ich dieses Prozedere von den Bahnverfrachtungen unserer Krücken besser kennen, als mir damals lieb war...


Die Ventilräder:

an Deck sowie ihre Funktion und Unbrauchbarmachung werden von Ruge in den Versenkungsvorbereitungen nach Abnahme aller Funkempfänger des Internierungsverbandes in Verbindung mit sporadisch eintrudelnden Zeitungen und schließlich dem Vorbereitungdbefehl für §11/Stander Z recht anschaulich geschildert.


Hoffe, meine Hilfe in brauchbare Form gekleidet zu haben...

             Gruß        Tyrsus

Peter K.:
... dazu passend:

Kein verantwortungsvoller Skipper einer Segelyacht wird die volle Last der Ankerwinsch übertragen, sondern den Druck auf die Winsch durch einen, im Gegensatz zur Kette reckfähigen Tampen ("Teufelskralle", in die Kette eingeschorene Leine, etc.) nehmen. Dieser fängt außerdem die stossartigen Bewegungen der Yacht beim Schwojen ab und nachts gibt es keine Geräuschbelästigung aufgrund der rutschenden Ankerkette - die Crew im Vorschiff wird es danken!
  :MZ:

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