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Autor Thema: Gefechtsbericht Motorsegler " Carao " Emp 518  (Gelesen 1421 mal)

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Offline Zerstörerfahrer

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Gefechtsbericht Motorsegler " Carao " Emp 518
« am: 31 Oktober 2007, 12:58:48 »
Aus dem KTB der 3./31. Mar.Bord-Flak-Abt. (Quelle: Nara), Namen gekürzt.


Gefechtsbericht

In der Nacht vom 12.05. – 13.05.44 befanden wir uns mit dem M.S. " Corao " auf der Fahrt von Iraklion nach Suda. Um 01.00 Uhr befanden wir uns auf der Höhe von Rethymnon, als plötzlich um 01.10 Uhr aus 270° Artilleriefeuer eines U-Bootes einsetzte.
Schon der 3. Schuß war ein Treffer im Flakstand, der darauf heftig zu wackeln begann. Darauf verließen wir ihn und begaben uns auf das Vorschiff. Der sechste Treffer ging in die 2 cm Munition und brachte diese zur Explosion. Durch die heftige Explosion stürzte der Flakstand in sich zusammen und der Treibstoff, der sich in unmittelbarer Nähe befand, begann zu brennen. Wir hatten mehrere Benzinfässer geladen, die nach und nach zu brennen begannen und dann mit heftigen Stichflammen explodierten. Durch die immer unerträglicher werdende Hitze mußten wir das Schiff verlassen.
Durch den Schein des Feuers sahen wir das U-Boot unter weiterem Beschuß auf uns zukommen. Ich erkannte, daß ein Entkommen nicht mehr möglich war, vernichtete mein Sodabuch, meine Erkennungsmarke und riß meine Dienstgradabzeichen und den Hoheitsadler ab, da ich den Willen hatte, um jeden Preis die Flucht zu ergreifen. An Bord des U-Bootes wurde ich von einem amerikanischen Offizier und 2 Soldaten, von denen mir einer die Pistole auf die Brust setzte, verhört. Ich gab zuerst keine Antwort. Sicherlich nahmen sie dadurch an, daß ich ein Grieche sei. Nun fragte mich ein Italiener auf griechisch, wo die Deutschen seien. Ich gab ihm ebenfalls auf griechisch zur Antwort, daß alle gefallen seien. Darauf durchsuchten sie mich und zusammen mit der griechischen Mannschaft verließ ich das U-Boot. Auf dem U-Boot sah ich, daß sie den Segler mit einem 7,5 cm und einem 10,5 cm Geschütz beschossen hatten.
Sofort suchten wir die anderen Kameraden auf, unter ihnen auch den verwundeten Ob.Gefr. St., dem ein Splitter durch den rechten Fuß gegangen war.
Da die See von Suda kam, mußten wir mit dem Beiboot nach Santorin rudern, wo wir nach 20 Stunden ankamen.