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Autor Thema: Die am 10.05.1940 beschlagnahmten deutschen Schiffe in Niederländisch-Indien  (Gelesen 37042 mal)

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Offline STOLZENFELS

  • Maat
  • *
  • Beiträge: 27
Ich möchte Euch auf meine Rubrik "Seeleute" aufmerksam machen. Dort ist der Lebenslauf von "Harald Wentzel" als Seemann aufgezeichnet. Er war zur gegebener Zeit in Niederländisch Indien und hat die Beschlagnahmung miterlebt. Bis zur Beschlagnahmung der Schiffe konnte sich die Besatzung frei bewegen, wie auf einigen Fotos zu sehen ist.

Peter Kiehlmann

www.ddghansa-shipsphotos.de

Albatros

  • Gast
Hallo Peter,

Danke Dir für Deinen Hinweis,  top

 :MG:

Manfred

Offline swexx

  • Matrose
  • *
  • Beiträge: 2
Hallo,

ich kann hier einige Angaben dazu machen, wie es die Besatzung der Sophie Rickmers geschafft hat, ihr Schiff noch rechtzeitig zu versenken. Mein Großvater war damals Schiffsoffizieranwärter auf besagtem Frachter.

Im Gegensatz zu den anderen deutschen Schiffen ankerte die Sophie nicht im "Hafen" von Sabang, sondern in der Bucht Lho Pria Lhaot. Ich kann nicht genau sagen weshalb, aber ich denke, weil die Bucht noch bedeutend geschützter vor den patroullierenden Briten war als Sabang. Nach kurzer Zeit kam allerdings eine australische Privatyacht in die Bucht; man nahm an, um das deutsche Schiff zu observieren.

Am 9. Mai 1940 meldet die BBC den deutschen Truppenaufmarsch vor Holland und die Seekriegsleitung setzt einen Funkspruch ab, sofort auszulaufen, falls möglich. Aufgrund der britischen Präsenz vor Pulau We war dies jedoch nicht möglich. Am 10. Mai verschwindet die australische Yacht plötzlich im Morgengrauen und ein englischer Kreuzer blockiert weiterhin die Abfahrt. 

Mittags erhält die Sohpie Rickmers eine verstümmelte Funknachricht, die den Einmarsch in Holland (nach der Interpretation des Funkers) zu bestätigen scheint. Daraufhin werden sofort alle Vorbereitungen gegen eine feindliche Kaperung der SR getroffen. Über Radio empfängt man schließlich eine Propagandaansprache Goebbels zum Angriff auf Holland und Belgien.

Gegen 16 Uhr meldet der Ausguck "Kriegsschiff in Sicht"! Als der Kapitän dieses als holländische Fregatte (namens "Wega") verifiziert, gibt er sofort Befehl zur Selbstversenkung. Jetzt ist alles eine Frage der Zeit, denn wenn die Holländer rechtzeitig an Bord kommen und den Vorgang bemerken, könnten sie die geöffneten Ventile wieder schließen. Zwar kommt das Prisenkommando schnell genug an Bord, der holländische Offizier, vom Kapitän der SR geschickt ins Gespräch verwickelt, bemerkt die Versenkung jedoch erst, als im Maschinenraum die Instrumente platzen und Dampf aufsteigt - zu spät! Da die Evakuierung perfekt vorbereitet ist, kommen alle Besatzungsmitglieder unbeschadet auf der Wega an - doch die nächsten Monate werden für sie in holländischer Gefangenschaft die Hölle auf Erden bedeuten.

Offline Tostan

  • Fregattenkapitän
  • *
  • Beiträge: 1341
Hallo,

Im Gegensatz zu den anderen deutschen Schiffen ankerte die Sophie nicht im "Hafen" von Sabang, sondern in der Bucht Lho Pria Lhaot. Ich kann nicht genau sagen weshalb,

Auf einestages.spiegel.de gabs jetzt einen Artikel zur Sophie Rickmers. Darin steht: Während die anderen deutschen Schiffe im Hafen der kleinen Stadt Sabang ankerten, musste die "Sophie Rickmers" in einer abseitigen Bucht festmachen, da ihre Ladung, die teilweise aus Sprengstoff bestand, als Gefahr gesehen wurde.