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Autor Thema: Artilleriegefecht vor Tsingtau, 23.08.1914  (Gelesen 3783 mal)

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Offline Mark Alt

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Re: Artilleriegefecht vor Tsingtau, 23.08.1914
« Antwort #15 am: 12 Mai 2019, 14:58:37 »
Naval Staff Monographs Vol. V. – The Eastern Squadrons, 1914 (PDF: http://www.navy.gov.au/sites/default/files/documents/Naval-Staff-Monographs-Vol.V_opt.pdf ) - Auf Seite 49 wird das Gefecht kurz beschrieben:

Zitat
“ Kennet ” and S.90.—In the evening of August 22 Captain FitzMaurice withdrew his squadron from Tsingtau so as not to come in the way of the Japanese should they take action during the night. Just as the ships were moving away the destroyer Kennet observed the German destroyer S.90 making for Tsingtau from the east and gave chase, in the course of which she suffered some damage and casualties from the guns of the German destroyer. Although the Kennet fired 136 rounds and one torpedo she does not appear to have damaged the S.90 at all. The whole British squadron withdrew to Wei-hai-wei while the Dupleix proceeded south for Hong Kong to join the Admiral.

Gruß
Andreas

Offline Mark Alt

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Re: Artilleriegefecht vor Tsingtau, 23.08.1914
« Antwort #16 am: 13 Mai 2019, 23:23:56 »
Ein Autor namens Kurt Küchler schrieb einen Roman über S 90 noch während des Ersten Weltkrieges mit dem Titel „Die Helden von S 90 und andere Erzählungen aus dem Weltkrieg”. (Cöln 1916)

In einem anderen Roman mit dem Titel Die letzten Tage von Tsingtao (Heilbronn 1916) wird das Gefecht mit der Kennet auf den Seiten 106-107 kurz erzählt. Dieses Buch ist frei zugänglich:
https://digital-beta.staatsbibliothek-berlin.de/werkansicht?PPN=PPN672623951&PHYSID=PHYS_0001&DMDID=DMDLOG_0001


Es handelt sich um historischen Ereignissen, aber mit viel Fiktion.
Leider ist das andere Buch nicht runterladbar.

----

Eine britische Meldung über das Ereignis lautet wie folgt:

Zitat
BRITISH DESTROYER IN ACTION

Casualties On HMS Kennet 22nd Aug 1914

The following was issued by the Press Bureau at 1 o'clock this morning
The Commander-in-Chief, China, states that on Saturday the destroyer Kennet,
while chasing the German destroyer S 90, approached too close to the battery
at Tsingtao and sustained the following casualties. The Kennet was not materially damaged.

Killed.
John Armstrong, A.B., J 3996.
P.O. David James, 183045.
John James Ryan, A.B., SS 3609.

Severely Wounded.
Amos Arthur Barton, A.B., J 5016.
Albert Edward Lane, A.B., 211520.
Alfred Shute, Stoker, 1st Cl., K 8282.

Slightly Wounded.
Thomas John Alderman, A.B., J 5475.
William Ambrose Bryant, Stoker, 1st Cl., K 8302.
Sidney George East, Stoker, 1st Cl., K 7444.
Allen Thomas Thurston, Chief Stoker, 284846,

(Quelle: http://ww1photos.com/CasualtyLists/1914Aug25th.html )

Gruß
Andreas

Offline Mark Alt

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Re: Artilleriegefecht vor Tsingtau, 23.08.1914
« Antwort #17 am: 14 Mai 2019, 16:33:49 »
In seinem Bericht behauptet Kapitänleutnant Paul Brunner, dass die Kennet um 18:05 gesichtet wurde und das Gefecht um 18:45 endete. Das ganze dauerte ungafähr 40 Minuten. Die Geschwindigkeit der S 90 betrug zur Zeit der Sichtung 12 Knoten, die aber nur allmählich gesteigert werden konnte bis zur maximal erreichbaren 20-21 Knoten, vorerst am Anfang nur bis 18-19 Knoten. Brunner behauptet, der Zerstörer wurde aus einer Entfernung von 4-5000 Meter erkannt, sich mit hoher Fahrt nähernd. Er soll die Entfernung während des Gefechts um 1200 Meter verkürzen können. So stand er um 18:45 ungefähr 2800 Meter hinter S 90.

Diese Darstellung scheint etwas widersprüchlich. Denn die Höchstgeschwindigkeit der Kennet betrug 24 Knoten und war damit um 3-4 Knoten schneller als S 90. Also sollte er das Torpedoboot längst überholen müssen, wenn sie schon mit hoher Fahrt näherte mit der Absicht, das deutsche Boot vom Hafen abzuschneiden. Wieso ist es nicht so geschehen?

Ist es eigentlich möglich, dass von dem deutschen Boot aus der Gegner erst aus einer Entfernung von 5-6 km gesichtet werden konnte? Es war der 22. August, um 18 Uhr war es sicherlich nicht so dunkel. Brunner schreibt nichts über die Sehverhältnisse. Ist so anzunehemen, daß das Wetter eines durchschnittlichen Spätsommerabends entsprach (?).

Der Munitionsverbrauch auf deutscher Seite war 262 Granaten, auf der britischen Seite nur 136. Das obwohl die Briten zuerst das Feuer eröffneten und mit mehr Kanonen schießen konnten (3 gegen 2, bzw. 2 gegen 1). Hatte das 5 cm-Geschütz eine so größere Feuerrate? Spielte die eine Rolle darin, daß die S 90 Treffer erzielen konnte, die Kennet aber nicht? Oder womit ist die bessere Effektivität zu erklären?

Vielleicht hat jemand eine Idee oder Informationen zum Thema…

Gruß
Andreas