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Royal Clipper Bericht

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Ferenc:
Hallo,
habe jetzt eine Art Kurzbericht über die Karibikkreuzfahrt mit der ROYAL CLIPPER zusammengeschrieben
mfg
Ferenc



Mit der Royal Clipper durch die Karibik.


Die Royal Clipper ist ein im nostalgisch elegantem Stil gehaltenes Segelschiff, baulich der berühmten „Preussen“ nachempfunden, nur eine Spur kleiner. Der Luxussegler fährt in den Wintermonaten in der Karibik und im Sommer im Mittelmeer.

Daten:
5 Masten mit Rahbetakelung, die bis zu 54 Meter hoch sind,
42 Segel mit 5.000m² Segelfläche,
Verdrängung: 5.000 BRT,
Länge: 134 Meter, Breite: 16 Meter,
Tiefgang: 5,6 Meter,
Anti-roll tanks zur Stabilisation
Registriert in Luxembourg
Heimathafen: Bridgetown, Barbados
Klassifiziert: DNV 1A1+
6 verschiedene Kabinenkategorien von 10 qm bis 33 qm
Besatzung: 106
Passagiere: 227.

Unsere einwöchige Kreuzfahrt auf diesem Luxusschiff sah so aus:

Da wir wegen einer nicht vorgesehenen Zwischenlandung in Düsseldorf (KLM) unseren Anschlussflug in Amsterdam (MartinAir) versäumten, mussten wir via New York (wieder KLM) und nach einer Nächtigung dort, weiter bis nach St Lucia (Jamaika Air) fliegen. Dort konnten wir mit einem Tag Verspätung, dafür ohne jegliches Gepäck,  an Bord gehen. Na Bravo.
Am Abend gegen 23.00 Uhr legt die Royal Clipper ab.
 
Jetzt wurde es aber doch noch schön.
Die Masten und Rahen waren beleuchtet. Beim Setzen der Segel erklang aus den Bordlautsprechern stimmungsvolle Musik der Gruppe Van Gelis.
Den Gästen war es gestattet sich auf der offenen Brücke aufzuhalten und die Arbeit des Kapitäns und der Mannschaft zu beobachten.
Das Schiff nahm Fahrt auf und im Freien Wasser wurde notwendigerweise die Beleuchtung bis auf die erforderlichen Positionslichter abgeschaltet. Die Augen gewöhnten sich an die Dunkelheit und die durch den Seegang bedingten rollenden Schiffsbewegungen setzten ein. Die Segel und die Masten hoben sich im Mond- und Sternenlicht ab und bewegten sich dem Wellengang entsprechend zum Hintergrund des Sternenhimmels.
Eindrucksvoller und sentimentaler kann Segelschiffromantik nicht erlebt werden.


Am Dienstag vormittag segelte die Royal Clipper im Verband mit der, der gleichen Reederei gehörenden Star Clipper. Alle Segel waren gesetzt und auf der Star Clipper enterten Matrosen auf die Rahen und dem Bugspriet.
Es war zwar ein Schauspiel für die Gäste aber sehr schön anzusehen

Zu Mittag erreichten wir Dominica,
Die Royal Clipper ankerte vor dem Cabrits National Park unter dem gleichnamigen britischen Fort.
Ich machte meinen ersten Tauchgang (mit geborgter Ausrüstung, meine war ja nicht da) am Wrack eines neuzeitlichen Fischerbootes. Die Fischwelt und die Korallen sind nicht übermäßig reichhaltig, unterscheiden sich aber zur Unterwasserwelt des Roten Meeres und des Indischen Ozeanes. Mir fielen die Schwämme auf, die eine beachtliche Größe erreichen.
Am Nachmittag während der Fahrt nach Roseau, konnten die Schwindelfreien und Mutigen, unter die ich mich auch mischte (beim Hinaufschauen bekam ich zwischendurch Zweifel) unter entsprechender Absicherung die Wanten auf den Hauptmast bis zur ersten Plattform in ca 14 Meter Höhe aufentern. Ich war mit dem Klettern, Schauen und Fotografieren so beschäftigt, das ich vergaß schwindlig zu werden
Am Abend ertönten von der Brücke her, die für die Karibik fremden Klänge eines Dudelsackes. Kapitän Klaus Müller hatte es sich als passionierter Dudelsackspieler zur Gewohnheit gemacht vor dem Abendessen ein bisschen zu üben. Er hatte nichts dagegen beobachtet und fotografiert zu werden.
Nach Einbruch der Dunkelheit versammelten sich die Gäste wieder am Oberdeck. Es  wurden die Anker gelichtet, die Segel gesetzt und die Royal Clipper glitt hinaus aufs offene Meer.


Gegen 10.00 Uhr vormittags erreichte die Royal Clipper Antigua und warf auf der Reede von Falmouth Harbour ihre Anker.
Als Tagesprogramm standen zur Auswahl, eine Besichtigung der historischen englischen Hafenstadt, eine Inseltour zur ‚Süd- und Westküste, ein Tauchgang an der Südseite der Insel, eine Kayak-Tour und ein Besuch von „Stingray-City“, eine Lagune in der man auf Hautkontakt mit Stachelrochen gehen kann.
Ich wählte den Tauchgang und den Besuch der Stachelrochen in „Stingray City“.
Natürlich hörte ich nicht auf die Erklärungen der Guides und musste den Tintenfisch falsch halten, sodaß mich der Rochen ordentlich in die Finger zwickte. Dafür habe ich aber an irgendwelchen Polypen oder sonstigen Getier genesselt. Den Ausschlag habe ich noch jetzt am linken Ellenbogen.

Am Abend gab es an Bord ein karibisches Musik- und Tanzprogramm.
Erst gegen Mitternacht wurrden die Anker gelichtet und die Segel gesetzt.
Bei diesen Aktivitäten war ich immer dabei. Es war immer wieder ein grandioses Erlebnis.

Am Donnerstag waren wir auf St Kitts.
Es wurden wieder verschiedene Ausflugstouren angeboten unter anderem eine Tour mit der Schmalspurbahn. Wir blieben aber in der Stadt und kauften die letzen noch notwendigen Sachen ein.
Zu Mittag verlegt das Schiff zur South Friar’s Bay. Dort wurden am Strand verschiedene Wassersportarten angeboten. Ich machte mit dem Tauchteam einen Tauchgang zum Wrack eines im Hurrikan gesunkenen kleinen Frachtschiffes (neuzeitlich, keine hist. Bedeutung), das in zwei Teile zerbrochen in nur max 14 Metern auf Grund liegt. Da ich in jede Luke und Öffnung reinschwimmen musste, wie es halt meine Wracktauchergewohnheit ist (wenn ich mal ohne Fotoapparat unterwegs bin – mein Unterwassergehäuse ist ja nicht mitgekommen), zog ich mir ein paar Fingerzeige und Flossenzupfer der Guides zu, denen das ein bisschen spanisch vorkam. Was mir aber reichlich wurscht war. Ich ärgerte mich über die entgangenen Unterwasserfotos, die ich machen hätte können
Am späteren Nachmittag verließ die Royal Clipper St Kitts und segelte in Richtung Iles de Saintes.

Die Iles de Saintes sind eine Gruppe kleiner unabhängiger Inseln, die sich direkt vor Guadeloupe befinden. Wohlhabende französische Investoren haben luxuriöse Ferienhäuser und Anlagen gebaut.
Die Royal Clipper warf auf der Reede von Le Bourg die Anker.
Die Besichtigung der kleinen bunten Ortschaft Le Bourg ist sehr empfehlenswert. Die Häuser im karibischem Stil sind besonders malerisch und gepflegt. Exotisch wirkt auch der Friedhof. Die Wege und zum Teil die Gräber sind durch große Schneckengehäuse eingefasst. Von der oberhalb der Bucht gelegenen Festung aus dem 19. Jhdt hat man einen traumhaften Ausblick auf die Bucht und die Schiffe.
Die Iles de Saintes gehören meiner Meinung nach zu den schönsten Inseln der Karibik.
Ich machte den letzten möglichen Tauchgang dieser Woche, der vor Pain de Sucre durchgeführt wurde.
Bereits gegen 17.00 Uhr fuhr die Royal Clipper wieder los
Am Abend wird das bekannte „Captains dinner“ gegeben.

Samstag in der Früh waren wir in Martinique und legten im Hafen von Fort de France an.
Die französische Karibikinsel Martinique, auf welcher am 23.06.1763 Napoleons erste Frau Josephine unter den Namen Marie-Josephe Rose Tascher de la Pagerie geboren wurde, stellt mit Goudeloupe Frankreichs westlichstes „Departement“ dar. Seine Bewohner sind französische Staatsbürger.
Die Festung am Hafen wird nach wie vor von der franz. Marine verwendet und ist leider nicht zu besichtigen.
Dafür sahen wir uns den  botanische Garten sowie die Altstadt von Fort de France mit seinen Märkten und Läden an.
Am frühen Nachmittag fuhren wir wieder los und zwar „zurück“ nach Barbados.
Während der Fahrt gab es die Möglichkeit, den Maschinenraum zu besichtigen (das Maschinenpersonal muss irgendwann taub werden bei dem Lärm), oder wieder den Großmast zu besteigen.
Die Crew der Royal Clipper ist vom Kapitän bis zum Kabinenjungen ausgesprochen freundlich und zuvorkommend.

Am Sonntag Vormittag, in Barbados, Bridgetown verlassen wir das Schiff und nach kurzem Strandaufenthalt ging es zum Flughafen.

Der Ärger hatte uns wieder. Unser liegen gebliebenes Gepäck wurde erst nach lautstarken Protesten herausgerückt.
Zu Hause hatten wir Gottseidank alles wieder (vor allem mein UW-Gehäuse)
 

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