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Vor 40 Jahren: versehentlich Abschuss einer Harpoon zerstört Ferienhaussiedlung

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maxim:
Heute vor 40 Jahren, am 6. September 1982, gab führte ein Offizier auf der dänischen Fregatten Peder Skram einen Systemtest der Harpoon-Antischiffsraketen durch. Dabei sollte keine der teuren Raketen gestartet werden, nur das System überprüft werden. Also gab der Offizier den Kurs "123" für den Raketen ein und Hoppla - eine der Raketen startete und flog in Richtung Kopenhagen. Die Rakete explodierte aber schon in einer Ferienhaussiedlung bei Lumsås im Norden Seelands und zerstörte vier Ferienhäuser und beschädigte 130 weitere - da dies außerhalb der Ferienzeit war, kam glücklicherweise kein Mensch zu schaden.

Dieser Zwischenfall ist in Dänemark unter dem Namen "Hovsa-Missilet" (Hoppla-Rakete) sehr bekannt.

Anfangs wurde der für den Test verantwortliche Offizier angeklagt, aber dank der Arbeit einiger Journalisten kam heraus, dass technische Fehler der Harpoon verantwortlich waren und bereits 1981 der Zerstörer USS Coontz versehentlich eine Harpoon abgeschossen hatte. Entsprechende wurde der Hersteller der Rakete, McDonnel Douglas, gezwungen, für die Schäden aufzukommen.

Kann jemand sagen, ob das damals bei der Bundesmarine diskutiert wurde, die damals Harpoon auf der Bremen-Klasse einführte?

Peder Skram  ist heute ein Museumsschiff in Kopenhagen (siehe hier und hier).

Zum Andenken an den Zwischenfall habe ich ein Modell im Maßstab 1/700 gebaut:


Dänische Fregatte Peder Skram (1/700)

The Voice:
Moin!
Ich erinnere mich noch gut daran! Einen Tag später lief die Fregatte in Kopenhagen ein.
Wir passierten mit dem 2. Schnellbootgeschwader die Stadt.
Der Ausguck machte mich darauf aufmerksam, dass es eventuell auf der Fregatte gebrannt habe,
da auf der Back Schmauchspuren vom Flugkörperstart zu erkennen waren!
Die Ursache habe ich erst deutlich später erfahren.

Gruß: Uwe

maxim:
Hi Uwe,
d.h. ihr habt damals nicht bekommen, dass es diesen versehentlichen Abschuss der Harpoon gab?

Du schriebst ja "deutlich später". In Dänemark war das in den 1980ern groß in den Medien, aber ich habe gerade nicht geschaut, ab wann genau.

Ich hätte vermutet, dass so etwas stark diskutiert wird - wie übrigens auch bei den Versagen der SM-2 2018 auf der Sachsen und 2015 auf der The Sullivans.

Grüße
Lars

The Voice:
Hallo Lars,

Wir haben damals nur Nachrichten über den "Ticker" aus dem Flottenkommando bekommen.
Ob der Unfall damals überhaupt erwähnt wurde, weiß ich gar nicht mehr.

Das der SM-2 - Unfall auf der Hessen so großes Interesse geweckt hatte, lag sicher an dem im Internet veröffentlichtem Video.
Was ich später im Internet so darüber gefunden hatte, habe ich hier als PDF mal beigefügt.

Gruß: Uwe

maxim:
Hi Uwe,
im Einsatz wäre diese Meldung wahrscheinlich nicht gekommen, aber vielleicht später in der Zeitung oder sonstigen Nachrichten?

Die verlinkte Datei kommt von dieser Seite:
http://www.navalhistory.dk/English/History/1945_1989/Missile%20Incident.htm

Ich würde halt vermuten, dass man solche versehentlichen Starts wie der Harpoon auf Coontz und Peder Skram oder die Explosion der SM-2 auf Sachsen und The Sullivans auch als persönliches Risiko der Marineangehörigen betrachtet werden. Ein versehentlicher Start kann alleine schon Leute an Bord töten - und eine scharfe Harpoon kann viel anrichten. Die der Peder Skram hätte ja z.B. auch in eine volle Fähre fliegen können - oder in eine bewohnte Siedlung. Das mit der Harpoon kam damals auch schnell heraus, weil sie so viele Schaden in einer zivilen Siedlung angerichtet wurde.

Der Schaden auf der Sachsen sieht ja auch ziemlich heftig aus - glücklicherweise sind damals nicht mehr Raketen in dem Starter explodiert.

Grüße
Lars

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