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Autor Thema: Hilfskreuzer sozusagen  (Gelesen 435 mal)

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Offline Teddy Suhren

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Hilfskreuzer sozusagen
« am: 20 Juni 2022, 17:58:50 »
Hai

Gestern - vor fast 160 Jahren fand das ungleiche Gefecht zwischen USS Kersarge und dem Blockadebrecher Alabama in Sichtweite des Hafens von Cherbourg statt.
 --/>/> Wiki zu Kersarge
Gruß
Jörg

WoWs Nick: Teddy191

Online Urs Heßling

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Re: Hilfskreuzer sozusagen
« Antwort #1 am: 20 Juni 2022, 21:36:25 »
moin

Blockadebrecher Alabama
wesentlich mehr Hilfskreuzer als (gelegentlich) Blockadebrecher !
Zwei US-Zerstörer wurden nach ihrem Kommandanten Raphael Semmes benannt

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Offline maxim

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Re: Hilfskreuzer sozusagen
« Antwort #2 am: 21 Juni 2022, 08:40:59 »
Hilfskreuzer waren Kearsarge und Alabama nicht, das waren typische Kreuzer für ihre Epoche, also klassifiziert als Sloop, und waren als Kampfschiffe gebaut. Das gilt insbesondere auch für Alabama, die das Vorbild einer ganzen Generation von Kreuzern in verschiedenen Marinen wurde.

Zum 150. Jahrestag des Gefechts am 19.06.1864 hatte ich ein paar Modellvorstellungen gesammelt:
https://www.modellmarine.de/index.php/jahrestage/3902-19061864-150-jahre-uss-kearsarge-vs-css-alabama

Offline Teddy Suhren

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Re: Hilfskreuzer sozusagen
« Antwort #3 am: 21 Juni 2022, 17:13:58 »
Wenn das stimmt - wieso war das Gefecht dann so einseitig und die CSS Alabama zog jämmerlich den kürzeren?
Gruß
Jörg

WoWs Nick: Teddy191

Offline maxim

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Re: Hilfskreuzer sozusagen
« Antwort #4 am: 21 Juni 2022, 18:39:13 »
Alabama war viel länger auf See gewesen, die Besatzung demotiviert, die Bewaffnung war auch etwas schlechter...

Die Literatur ist auf jeden Fall eindeutig, dass Alabama als Kriegsschiff entworfen wurde, z.B. "CSS Alabama Anatomy of a Confederate Raider" von Andrew Bowcock. Man kann sich auch den Rumpf und die Aufstellung der Bewaffnung anschauen - eindeutig ein Kriegsschiff und zwar ein Kreuzer.

Alabama wurde auch zum Angriff auf die Handelsschiffe der Nordstaaten eingesetzt, nicht als Blockadebrecher. Alabama war der erfolgreichste Handelsstörer des Amerikanischen Bürgerkriegs und war deshalb auch Vorbild für viele Kreuzer anderer Marinen.

Offline Strandurlauber

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Re: Hilfskreuzer sozusagen
« Antwort #5 am: 21 Juni 2022, 20:00:25 »
Moin,

auf dem Papier waren sich die Kontrahenten ziemlich ähnlich, ca.65 m lang, etwa 10 m Breit, mit einer Besatzung von 150 bzw. 170 Mann.
CSS Alabahma: hatte 6 32-pdr je 3 in der Breitseite, dazu einen 110-pdr Vorderlader mit glattem Lauf und einen gezogenen 68-pdr. Die beiden letzteren mittschiffs an Deck nach beiden Seiten schwenkbar. Ähnlich waren auf der USS Kersarge die beiden 11-inch-Dahlgren aufgestellt (glatte Vorderlader für 166-pdr Vollkugeln, bzw 133-pdr Granaten, noch keine der aufkommenden Spitzgeschosse sondern vergleichbar einer Hohlkugel mit Sprengladung und Zünder ..., Reichweite ca. 3500 m max.), dazu 4 32-pdr und einen gezogenen 30-pdr.

Sicher war die Kersarge technisch in besserem Zustand als die Alabahma nach 2 Jahren auf Fahrt.
Aber als ausschlaggebend wird der rudimentäre Panzerschutz der Kersarge angesehen, der an den Bordwänden angebracht, die Maschinenanlage schützte.
Das waren vermutlich noch kein Platten aus Panzermaterial, wenn ich es noch richtig weiß, wurden damals oft Eisenbahnschienen oder sogar Eisenketten verwendet.

Ob Alabahma so viel schneller schoss kann ich nicht sagen, aber sie eröffneten das Feuer zuerst und auf große Entfernung, was z.T. die vielen Fehlschüsse erklären würde.
Kersarge wartete bis die Entfernung unter 1000 Yards gefallen war, traf besser und konnte im Gegensatz zur ungeschützten Alabahma auch einige Treffer wegstecken, was den Ausschlag gab.

Gruß
Ulf
"Damn the torpedoes! Full speed ahead!" D. G.  Farragut

(1864 Battle of Mobile Bay; ... er wusste offenbar was USS Cairo auf dem Yazoo River zum Verhängnis wurde, aber auch dass die Minen schon längere Zeit im Wasser lagen und durchsickerndes Wasser in den Trimmtanks diese nach und nach absacken ließ ...)

Offline maxim

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Re: Hilfskreuzer sozusagen
« Antwort #6 am: 22 Juni 2022, 06:32:40 »
Moin Ulf,
die Panzerung war wohl nicht so ausschlaggabend. Die bestand aus Ketten und wurde in dem Gefecht nur zwei mal getroffen. Beides Mal wurde die "Panzerung" durchschlagen, aber der Rumpf dahinter nur leicht beschädigt - aber beide Treffer waren auch so hoch über der Wasserlinie, dass weder ein Wassereinbruch noch eine Beschädigung der Maschinen drohte. Alabama schoss wohl einfach zu schnell, im Sinne von zu ungenau.

Bis denn
Lars

Offline Teddy Suhren

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Re: Hilfskreuzer sozusagen
« Antwort #7 am: 22 Juni 2022, 10:19:22 »
Geben die Bücher was her zu anderen Taktischen Vorteilen von USS Kersarge?
Wind (Wenn das eine Rolle spielt), Strömung vor der Hafeneinfahrt, bessere Position/ Stellung. Oder ähnliches?
Gruß
Jörg

WoWs Nick: Teddy191

Offline maxim

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Re: Hilfskreuzer sozusagen
« Antwort #8 am: 22 Juni 2022, 10:50:05 »
Wind, Strömung etc. spielten keine Rolle, da beide Schiffe nur ihren Dampfantrieb nutzten und sich auf kreisförmigen Kursen beschossen - also jedes Schiff mal in jeder Position relativ zu Wind und Strömung war.

Entscheidend war schon die Treffgenauigkeit. Kearsarge erzielte viele schwere Treffer, die Alabama zum Sinken brachten, Alabama schoss überwiegend daneben.

Offline TomRohwer

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Re: Hilfskreuzer sozusagen
« Antwort #9 am: 24 Juni 2022, 12:30:49 »
Zwei US-Zerstörer wurden nach ihrem Kommandanten Raphael Semmes benannt
Dasselbe gilt übrigens für den Kommandanten der USS Kearsarge, John Ancrum Winslow.
Er war Namenspatron für das Torpedoboot USS Winslow (TB-5), den Zerstörer USS Winslow (DD-53), und (zusammen mit seinem Cousin Admiral Cameron McRae Winslow) für den Zerstörer USS Winslow (DD-359).

Bemerkenswert ist auch, daß 17 Besatzungsmitglieder der USS Kearsarge für ihren Einsatz im Gefecht mit der CSS Alabama die "Medal of Honor" verliehen bekamen. (1861 im Bürgerkrieg eingeführt, und für längere Zeit die einzige Tapferkeitsauszeichnung des US-Militärs.)
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Editierte Neuausgaben alter Marine-Literatur und neue Veröffentlichungen zur Marine- und Militärgeschichte.