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Autor Thema: Off Topic : Karte des Krieges: liveuamap  (Gelesen 3885 mal)

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Offline Matrose71

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Re: Off Topic : Karte des Krieges: liveuamap
« Antwort #30 am: 22 September 2022, 05:24:57 »
Salve,

vielleicht wollen die Leser hier auch eine recherchierte Gegenmeinung lesen, anstatt nur Behauptungen!
https://www.nzz.ch/meinung/sanktionen-gegen-russland-der-lange-abstieg-des-systems-putin-ld.1702453
Viele Grüße

Carsten

Offline maxim

  • Kapitän zur See
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  • Beiträge: 2557
Re: Off Topic : Karte des Krieges: liveuamap
« Antwort #31 am: 30 September 2022, 11:12:24 »
Meine Meinung das sich Russland im wesentlichen selbst versorgen kann bleibt.

Schau dir mal die Marineprogramme Russlands an. Die Antriebe kamen ursprünglich im großen Umfang aus der Ukraine (Gasturbinen) und Deutschland (Diesel). Entsprechend sind viele Neubauprogramme nach 2014 entweder stark verzögert (um russische Ersatzprodukte zu erhalten) oder praktisch eingestellt. So sollte von der Admiral Grigorowitsch-Klasse - im Endeffekt auch schon ein Ersatz wegen der Verzögerungen bei den Fregatten der Admiral-Gorschkow-Klasse - ursprünglich sechs Schiffe gebaut werden. Es wurden nur drei für Russland fertig gestellt - für die restlichen Schiffe fehlen die Antriebe, weshalb sie an Indien verkauft wurden bzw. gar nicht begonnen wurden.

Es gibt haufenweise Berichte, dass in Russland aus allen möglichen Haushaltsgeräten etc. die Chips ausgebaut werden, um Rüstungsgüter bauen zu können....

Es gibt haufenweise Berichte, dass in Russland die zivile Luftfahrt massiv unter Ersatzteilmangel leidet...

Die russische Wirtschaft ist veraltet und war in diesem Jahrhundert von Importen von Hightech-Produkten abhängig. Diese Abhängigkeit zu beenden, wird für Russland extrem teuer und langwierig werden. Die Entwicklung kostet sehr viel und dauert Zeit - und für alles eigene Entwicklung und Produktion zu betrieben ist sehr, sehr teuer. Die russische Wirtschaft ist nicht besonders groß, das nominelle BIP ist geringer als das von Italien und pro Person ist es nur ein Drittel des von Italien. Entsprechend wird es schwierig, überhaupt nur die Ressourcen hierfür aufzubringen.

Autarkie war historisch immer ein Holzweg. Es ist kein Wunder, dass die Staaten, die so etwas versucht haben, entweder stark verarmt sind oder haufenweise Angriffskriege geführt haben, um ihre wirtschaftliche Basis und den Zugang zu Ressourcen zu erweitern.

Warum hatte die UdSSR wohl so stark auf den Export von Rohstoffen in den Westen gesetzt, um Devisen für den Import von Hightech-Gütern zu erhalten?

Offline Kaschube_29

  • Fregattenkapitän
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  • Beiträge: 1383
Re: Off Topic : Karte des Krieges: liveuamap
« Antwort #32 am: 30 September 2022, 19:39:45 »
Moin,

wenn schon etwas geschrieben wird, dann bitte bei den Tatsachen bleiben.


...
 So sollte von der Admiral Grigorowitsch-Klasse - im Endeffekt auch schon ein Ersatz wegen der Verzögerungen bei den Fregatten der Admiral-Gorschkow-Klasse - ursprünglich sechs Schiffe gebaut werden. Es wurden nur drei für Russland fertig gestellt - für die restlichen Schiffe fehlen die Antriebe, weshalb sie an Indien verkauft wurden bzw. gar nicht begonnen wurden.
...

Tatsache ist: alle sechs Einheiten wurden seinerzeit begonnen; die Bau-Nr. 4 und 5 werden für die indische Marine fertiggestellt; die Bau-Nr. 6 wurde erst einmal "technisch" zu Wasser gelassen, um die Helgen frei zu bekommen. Das Schicksal der "Admiral Kornilov" ("Aдмирал Корнилов") ist noch nicht bestimmt worden.

Im Jahre 2024 wird ein komplett ohne Zulieferungen aus dem Westen gebautes ziviles Passagierflugzeug vom Typ MS-21 fertig sein und dann auch in die russische Zivilluftfahrt gehen.

Bis dann,

Kaschube_29 (Axel)

P. S.: Russland wird man durch Sanktionen nicht klein bekommen.
Immer eine Handbreit Wasser unter den Kiel (Bcегда семь футов под кильем)!

Offline maxim

  • Kapitän zur See
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  • Beiträge: 2557
Re: Off Topic : Karte des Krieges: liveuamap
« Antwort #33 am: 01 Oktober 2022, 09:16:50 »
Es stimmt, die Quelle, die ich dafür gecheckt hatte, war falsch, aber der Punkt war ja nicht, dass die russischen Werften einen weiteren Rumpf bauen konnten, sondern dass das Bauprogramm der Admiral Grigorowitsch-Klasse massiv durch die Sanktionen von 2014 beeinträchtigt wurde. Statt sechs Schiff erhielt die russische Marine bisher nur drei - und selbst diese drei sind im Vergleich zu den eigentlich geplanten Fregatten der Admiral-Gorschkow-Klasse technisch deutlich rückschrittlicher. Wobei die Verzögerungen bei der Admiral-Gorschkow-Klasse nicht nur durch die Sanktionen, sondern auch durch die wirtschaftliche Schwäche und Rückschrittlichkeit bedingt sind.

Das Passagierflugzeug des Typs MS-21 ist ein weiteres Beispiel dafür, dass ein Programm massiv verzögert ist - bisher mehr als zehn Jahre (wenn wir die Ursprünge des Programms ignorieren; dann wären es noch mehr).

Die russische Wirtschaft war schon vor den Sanktionen relativ klein und rückschrittlich - und es müssen für das Militär vergleichsweise mehr Ressourcen aufgewendet werden (vor dem Krieg, 2021, waren es schon 4,1% des BIP). Alleine durch die enormen Kosten des Kriegs wird es zusätzliche Probleme geben, die die sowieso schon massiv verzögerte Modernisierung des russischen Militärs weiter verzögern werden. Die schon vor dem Krieg verzögerte Modernisierung sieht man z.B. daran, dass das Flaggschiff der Schwarzmeerflotte ein mehr als 40 Jahre altes, kaum modernisiertes Schiff war - was auch prompt versenkt wurde. Durch die Kombination von Kriegskosten und Sanktionen wird das noch schlimmer. Selbst bei den deutlich stärkeren Wirtschaften der USA und UK hatten die Kosten des Afghanistan- und Irakkriegs deutlich negative Auswirkungen auf die Ausrüstung und Modernisierung des Militärs. Für die russische Wirtschaft, die stark vom Import von Hightech-Gütern und dem Export von Rohstoffen abhängig war, wird das ungleich schwerer.