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„Österreich-Ungarns U-Boote und ihre Werften 1906 bis 1918“ im Motorbuch Verlag

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Asahi.3:
Liebe Marinefreunde!

Heute wurde mein Buch: Wilhelm M. Donko: „Österreich-Ungarns U-Boote und ihre Werften 1906 bis 1918“ im Motorbuch Verlag in Stuttgart veröffentlicht: Hardcover, gebundene Ausgabe,‎ 176 Seiten, ISBN-13:‎ 978-3613044562, Hochformat 21.5 x 1.7 x 28.6 cm, 29,90 Euro.

Das Buch beschreibt die Geschichte des U-Bootbaus in Österreich-Ungarn und die Hintergründe der Beschaffung von k.u.k. U-Booten und Baulizenzen im Ausland, konkret in Deutschland und den USA, sowie die Involvierung der englischen Rüstungsindustrie in diese Abläufe (Vickers und Armstrong). Zu einem erheblichen Teil geschieht das auf Basis völlig unbekannter historischer Dokumente aus Privatarchiven, die der Forschung bisher nicht zugänglich waren. Beschrieben werden aber auch sämtliche österreichisch-ungarischen U-Boote und ihre Einsätze und Erfolge, zudem auch die strategische Zusammenarbeit mit der Kaiserlich Deutschen Marine im Mittelmeer, deren Boote über lange Strecken dort unter der rot-weiß-roten Flagge operierten und spektakuläre Erfolge erzielten.

Die Geschichte der Unterseeboote Österreich-Ungarns und ihrer Einsätze ist eigentlich gut erforscht und in mehreren Fachpublikationen aufgearbeitet, allen voran das exzellente zweibändige Standardwerk „Die Unterseeboote Österreich-Ungarns“ von Wladimir Aichelburg, das 1981 in Graz erschien und heute leider nur noch als antiquarische Rarität im Umlauf ist. Ich kenne oder kannte alle der Autoren sehr gut und stehe in regelmäßigen Austausch mit ihnen. Natürlich konnte es bei einem solch spezifischen Thema nicht meine Absicht sein, aus ihren durchwegs guten Büchern schlicht ein neues zu produzieren, sondern ich wollte mit dieser Arbeit vor allem versuchen, ein paar Aspekte rund um den Bau und die Werften, vor allem die einzige mit eigenständiger österreichisch-ungarischer U-Boot-Baugeschichte um die Whitehead-Werft in Fiume, in den Fokus zu rücken.

In diesem Zusammenhang schulde ich besonders meinem Kollegen und Freund Botschafter a.D. Dr. Philipp Hoyos meinen Dank für die Möglichkeit zur Einsichtnahme in Quellen aus dem Familienarchiv Hoyos, die der Forschung zur österreichischen Marinegeschichte bisher nicht bekannt waren. Besonders die unveröffentlichten Erinnerungen des Generaldirektors der Whitehead-Torpedofabrik und Werft, Edgar Graf Hoyos, haben mir hier völlig neue Erkenntnisse ermöglicht. Ebenfalls bisher zu wenig in der Forschung herangezogen wurden meines Erachtens amerikanische Quellen. Die k.u.k Boote der ersten Generation hatten teilweise starke amerikanische Wurzeln, die tatsächlichen Konstrukteure wurde bisher nur sehr oberflächlich oder gar nicht gewürdigt. Und schließlich soll auch der Mythos hinterfragt werden, wonach 1907 mit U 3 und U 4 auf Krupps Germania-Werft in Kiel moderne U-Boote von einem erfahrenen Hersteller angekauft wurden. In Wahrheit war es außerordentlich mutig von Österreich-Ungarn, so früh U-Boote in Deutschland zu ordern, da die Erfahrungen im U-Boot-Bau dort noch sehr marginal waren und in hohem Ausmaß auf frisch erworbenen Kenntnissen aus Frankreich beruhten, die ein spanischer Ingenieur (über den Umweg Frankreich) zu Geld machte.

Die Stadt Fiume (Rijeka) in Österreich-Ungarn war zudem die Geburtsstätte des Torpedos, einer Waffe, ohne der die U-Boote nicht den Seekrieg derartig revolutionieren hätten können. Der englische Vickers-Konzern erwarb 1907 die Mehrheitsanteile an der gut gehenden Torpedofabrik Whitehead in Fiume und entschied sofort, an diesem Standort auch groß in den U-Bootbau zu investieren. Es wurden hier Unterseeboote „Made in Austria-Hungary“ für den Export hergestellt und auch der k.u.k. Marine zum Kauf angeboten. Durch eine Reihe von eher unglücklichen Entscheidungen und Zeitabläufen bis zum Ersten Weltkrieg, deren Tragweite nicht sofort absehbar war, hat es die Doppelmonarchie, dann aber verabsäumt, selbst ausreichend in den Aufbau einer leistungsfähigen Infrastruktur zum U-Bootbau zu investieren und fällte 1913 stattdessen die Entscheidung zum günstigen Ankauf von modernen U-Booten aus Deutschland. Das geschah, obwohl eigentlich eine sehr moderne und innovative Stahl- und Schiffbauindustrie vorhanden war. Bei Kriegsbeginn 1914 waren diese in Kiel bestellten Boote noch nicht ausgeliefert und der Neubau von U-Booten im Krieg erwies sich als ein sehr dornenreiches Unterfangen.

Mein besonderer Dank gilt auch meinem langjährigen Freund Professor Erwin Sieche in Wien, dem ich das Buch auch gewidmet habe.

Insgesamt hoffe ich, wie schon oftmals zuvor, wieder auf das Interesse auch in diesem Forum und danke schon im Voraus dafür.

Mit herzlichen Grüßen, (noch) aus Oslo, aber kurz vor meiner Übersiedlung nach Bangkok Ende nächsten Monats,
Asahi.3

t-geronimo:
Vielen Dank für die interessante Vorstellung!  :TU:)

maxim:
Vielen Dank für den Hinweis und die Vorstellung!

Sind dann ein paar Bücher über die thailändische Marine geplant?  :wink:

Ferenc:
Sehr interessant,
Danke und liebe Grüße an den Autor :TU:)
Ferenc

Nikolaus Sifferlinger:
Habe Buch diese Woche erhalten - sehr schön - gratuliere.
Es gibt immer wieder etwas neues.

Mit besten Grüßen
Nik

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