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Dreiwellenbauweise Deutsche Einheiten

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ufo:

--- Zitat von: E-Meister ---

...
Dreiwellen-Anlagen ( bei Kriegsschiffen ) sind sicherlich nicht ökonomisch , aber sie bringen (im Gefecht) mehr Sicherheit !

Gruss ,

E-Meister
--- Ende Zitat ---


Hm … bei der Vierwellen Anlage kaufe ich das sofort. (und oekonomisch ist sie auch noch)

Und bei der Dreiwellen Anlage zweifle ich keine Sekunde daran, dass ein Ausfall der Mittelwelle kaum Geschwindigkeitsverlust bringt. (selbst, wenn man die Mittelwelle gar nicht mehr antreiben kann und die Maschienleistung der Mittelanlage einfach vollkommen verliert) Hat der Prinzregent ja auch hinlänglich bewiesen.

Aber ich würde mal schätzen dass ein Dampfer der Baden-, Scharnhorst-, Bismarck- oder Sonstwerbauweise bei einem Ausfall einer Aussenwelle rund 40% Vortrieb los ist.

Das ist der Punkt, der mir nicht echt einleuchtet.

Natürlich bringt eine Konstruktion mit Vier Wellen eine vollkommen andere Heckform, andere Strömungsverhältnisse, andere … bis zum Abwinken. Aber das hatte man ja alles bei des Kaisers Schlachtkreuzern schon gebaut. Die Pläne lagen ja in der Schublade, direkt neben denen von SMS Baden.  



Chrischnix Quelle bringt ein wenig Licht ins Dunkle. Vielleicht war hohe Manövrierbarkeit in engen Gewässern tatsächlich so sehr gewollt, dass man die Nachteile von Dreiwellenkonstruktionen (technische und oekonomische) in Kauf nahm.
Quasi eine Zweiwellen Anlage mit Manövrier- und Hilfsmaschiene in der Mitte.


Aber die hohe Redundanz bei Wellen-, Schrauben- oder Maschienenschäden sehe ich bei Dreiwellen Anlagen eben im Gegensatz zu Vierwellenbauten nicht.

Ciao,
Ufo

harold:
Hallo ufo,
die Frage nach der Dreiwellen-Anlage hab ich bei unserem Besuch bei B&V auch gestellt, und Hr. Dr. Wessel hat mir folgendes zu denken gegeben:

1) Schraubenform - um 1905/10 konnte man eine Schraube guten Gewissens mit vielleicht 20-23.ooo WPS belasten, dann kam die (Angst-)Grenze der Kavitation.
Schraubenformen um die Dreißigerjahre waren schon wesentlich "gefinkelter" (m.E. fängt in diesen Jahren das strömungstechnische Denken auch erst so richtig an - vielleicht angeregt durch die Parallel-Entwicklungen in der Aerodynamik?);
bei etwa 50-55.000 WPS ist aber damals endgültig Schluß der Fahnenstange...

2) andersrum wird auch n Schuh draus: wie viel Leistung krieg ich eigentlich pro Welle mit meinen verfügbaren Aggregaten (Maschinen, Getriebe) zusammen? Breyer macht (in BBs 1905-70, S. 315 unten) eine sehr interessante Nebenbemerkung zur ursprünglichen gedachten "Motorisierung" der SH-Klasse ...
auch im Turbinenbau stiegen die outputs in diesen Jahrzehnten ja beträchtlich-

3) Gewicht sparen!!! = maximale Leistung pro Welle, minimale "Kraftwerksanzahl" =  pro Welle + "Kraftwerk" schätz ich für die infrage kommenden Jahre etwa 750-1000 ts; je nach Verdrängung also doch ein ganz netter Prozentanteil am Schiff.

Wie gesagt, die Äußerung von Dr. Wessel brachte mich auf diese Spur - magsein, dass unser Freund Wolfgang "schiffbauer" da noch viel viel mehr zu sagen hat!

Servus a te,
Harold

schiffbauer:
Hallo Ufo, Harold,

Harold, Du hast schon richtig zitiert, da kann ich gar nicht viel mehr dazu tun.
Vielleicht nur noch ein weiteres Argument für den 3-Wellenantrieb:
Jede zusätzliche Welle, jeder weitere Wellenbock etc würde zu einem Anstieg des sog. Anhängewiderstand führen, also den Widerstand des Schiffsrumpfes im Wasser bei Fahrt erhöhen. Hier warder 3-Wellenantrieb dem 4-Wellenantrieb überlegen.
Im Übrigen glaube ich, daß bei der Wahl des 3-Wellenantriebes auch eine gewisse Portion "Verhaftung in der Tradition des Althergebrachten" mit entscheidend war. (Dies ist heute noch bei den aktellen Projekten für die dt. Marine spürbar!)
 :mrgreen:
Gruß
Schiffbauer

graylion:

--- Zitat ---(Dies ist heute noch bei den aktellen Projekten für die dt. Marine spürbar!)
--- Ende Zitat ---


Hmm, gib mal Beispiele ;) Mir fällt so die massive standkraft ein mit den drei großen gitterträgern ...

harold:
...einen von mir vor einigen Monaten gemachten Einwurf, nämlich den mit dem "Gewicht-Sparen", nehm ich (schlauer geworden durch allerlei Berechnungs-Ideen) wieder zürück.
So viel ist das nicht...

Anhängewiderstand, wie ihn Wolfgang anführt, kann ich mir als Gegenargument vorstellen (aber auch da helfen Wellenhosen, sind sogar anströmungstechnisch recht feine Wirkungsgrad-Pusher);
aber das verschärfteste Argument GEGEN 3 Wellen ist für mich nach wie vor die Interferenz der diversen Vibrationen, v.a. wenn zwei der drei Wellen gleich lang sein sollten.
So viel ich aus Maschinen-Layouts herauslesen kann, ist das bei Vierwellen-Anlagen nun nicht zwingend der Fall.
Aber auch da : abwarten, bis unser Schiffbauer (ja wo steckt denn der all die Zeit über??) wieder hier vorbeiguckt.
Ciao,
Harold

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