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Dreiwellenbauweise Deutsche Einheiten

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ufo:
Nicht dass die Frage zum ersten Mal aufgekocht wird aber weil ich grad auf der Frontseite des Forums das Bild vom Prinzregenten sehe …


Ich bin ja eher kein Freund von Dreiwellendampfern. Zuviel Probleme für zuwenig Vorteile.

Der Prinzregent Luitpold sollte ja Diesel auf der Mittelwelle bekommen, die sich dann nie materialisiert haben. Ergo lief der Gute eben einfach mit zugeschweistem Mittelwellenlager und halt eben nur auf zwei Wellen.

Für seine Maximalgeschwindigkeit hab hab ich 21.7 sm ausgebuddelt – der Dampfer hatte nicht den Hauch eines Problems mit seinen Geschwistern mitzuhalten! Die liegen so zwischen 22.1 und 23.7 sm. Die haben gerade mal zwei Knoten extra aus ihrer Mittelmaschiene geholt!
Nun gut – der Prinzregent hatte 4 m Propeller auf seinen Wellen; seine Schwestern 3.75 m Propeller aussen. Trotzdem – wo um alles in der Welt lag dann der so signifikante Vorteil der Mittelwelle?!

Klar – Redundanz und so – trotzdem – dass ein versehentlicher Zweiwellendampfer einer Dreiwellenklasse lustig mit den anderen mithält ist doch schon – nun – eigenwillig, ist es nicht!

Weiss jemand warum die Reichsmarine und nach ihr die Kriegsmarine so hartnäckig am Dreiwellentyp festhielten?

Ich befasse mich damit nun schon einige Zeit habe aber bisher keinen echt überzeugenden Vorteil entdecken können und kenne auch keine Deutschen Dokumente, wo der Entscheidungsprozess en detail nachvollziehbar wäre.

Hat jemand von Euch?

Danke,
Ufo

kalli:
@ufo,
gehört jetzt leider nicht zu Deiner Frage. Hast Du was zum Prinzregenten ?

harold:
Servus ufo!
Hab mir mal die Daten der Maschinenraum-Dimensionen für SH/GU sowie BM/TP näher angeschaut (Garzke-Dulin) (die zur Hipper-Klasse im Augenblick nicht zur Hand); und da schien mir, dass bei Beibehalt der Auslegung der Kesselräume zumindest bei der SH-Klasse für zwei achterlich nebeneinander liegende Maschinenräume in der Breitenausdehnung zu wenig Platz war.

Wie weit dann mit BM/TP dies stur weiterverfolgt wurde -da hätte die lokale Breite nämlich gereicht!- entzieht sich meiner logischen Erkenntnisfähigkeit.
MfG
Harold

ufo:
Stimmt schon; aber wenn man auf die Heckform von Scharnhorst guckt ist das Kind ja gewissermassen schon in den Brunnen gefallen.
Hätte man nicht vorher stutzen sollen?
Die Mittelwelle von Admiral Scheers Dampfern scheint für maximal zehn Prozent Vortrieb gut gewesen zu sein. Ganz schön viel Aggewars für zehn Prozent Vortrieb!

Aus einem Bericht von HMS Anson nach dem Krieg, wo sie mit Maschieneproblemen herumlaboriert kann man sich rausrechnen, dass sie so etwa zwanzig Prozent aus den Innenwellen und dreissig aussen rausgeholt hat.
Bei Nagato lag das glaube ich noch dichter an ein Viertel je Welle.

Und selbst innerhalb der Hochseeflotte muss man ja festgestellt haben, dass Derfflinger ihre Maschienen irgendwie ökonomischer nutzte als Bayern. Während die meisten Marinen ja in einer gewissen Tradition festsitzen hatte die Reichsmarine doch gewissermassen die Chance auf einem weissen Blatt Papier neu anzufangen.

Ist schon komisch was vererbt worden ist aus den Erfahrungen des Kaiserreiches und was nicht.

Ich frag mich halt immer noch, ob es ueberzeugende Vorteile gibt mit den drei Wellen. Bisher: Fehlanzeige!

Ciao,
Ufo

Huszar:
Ich kann bei der Wellenanordung keine wirklichen Vor- und Nahcteile sehen - egal, ob 2,3 oder4 Wellen.

Bestes Beispiel: kuk Tegetthoff-Klasse. 3 der Schiffe hatten 4 Wellen, Szt. István nur zwei, war aber trotzdem nicht langsamer.

Wenn es überhaupt Unterschiede gibt, dann im Innenleben der Schiffe.

mfg

alex

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