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Autor Thema: ASS-Nummer: 16104a  (Gelesen 828 mal)

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Offline Axel Niestle

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ASS-Nummer: 16104a
« am: 17 August 2021, 15:55:20 »
Korrektur U-Booterfolge U 630 und U 635 am Konvoi H.X. 231 am 05.04.1943

1.   Die Torpedierung der britischen Dampfer Shillong und Waroonga am 05.04.1943 aus dem Konvoi H.X. 231 wird bisher in ASS den U-Booten U 630 (Oberleutnant zur See Werner Winkler) und U 635 (Oberleutnant zur See Heinz Eckelmann) zugerechnet. In anderen Quellen wird auch angegeben, dass beide Schiffe zunächst durch U 635 torpediert worden sein sollen und später von U 630 mit Fangschuß versenkt worden seien. Beide Boote kehrten von Ihrer Einsatzfahrt nicht zurück, so dass keine Kriegstagebucheinträge der Beteiligten auf deutscher Seite dazu vorliegen.

2.   Aus den vorliegenden englischen Berichten zu den Geschehnissen geht jedoch unzweifelhaft hervor, dass die bisherigen Spekulationen über die Abläufe auf deutscher Seite nachweislich falsch sind. Bemerkenswert ist dabei, dass bereits im Jahr 1974 als englische Originalausgabe, ein Jahr später in deutscher Übersetzung eine ausführliche Darstellung der Kämpfe um den Geleitzug H.X. 231 als Buch erschienen ist. Autor ist der spätere Vice Admiral Peter Gretton, der im April 1943 als Führer der Ocean Escort Group B7 mit der Sicherung des H.X. 231 beauftragt war und somit aus erster Hand berichten konnte. Unterstützt wurde er dabei durch die Auswertung seines damaligen Gefechtsberichtes (jetzt TNA, ADM 199/575) und die ausführliche Zuarbeit seitens der Naval Historical Branch des britischen Ministry of Defence, für die auch die seinerzeit noch in England verwahrten Kriegstagebücher der U-Bootwaffe der Kriegsmarine ausgewertet wurden.

3.   Zusammengefasst ergibt sich daraus für die britische Seite der folgende Sachverhalt:
a)   Der britische Dampfer Shillong in Position 121 erhielt am 05.04.43 um 02.10 Uhr deutscher Sommerzeit (DSZ) [=00.10 GMT] einen Torpedotreffer an Backbord mittschiffs im Maschinenraum, der das Schiff innerhalb von 12 Minuten zum Sinken brachte. Zum Zeitpunkt des Treffers fuhr das Schiff etwa 2-3 Kabellängen vor seiner planmäßigen Position auf Konvoikurs mit 10,5 kn. Von der 72-köpfigen Besatzung konnte sich zwar die Mehrzahl in das Rettungsboot #3 bzw. auf das achtere Floß retten, doch wurden schließlich nur 7 Mann am 12.04.43 durch das Rettungsschiff Zamalek aus dem Konvoi O.N. 177 aufgenommen.
b)   Das britische Motorschiff Waroonga erhielt am 05.04.43 um 03.03 Uhr DSZ [=01.03 GMT] in der Konvoiposition 44 einen Torpedotreffer an Steuerbord achtern im Laderaum 5, meldete aber kurz danach, dass sie trotz des Treffers Kurs und Geschwindigkeit im Konvoi beibehalten könne. Zum Zeitpunkt des Treffers fuhr das Schiff auf seiner Position mit Kurs 0°, Fahrt 9 kn. Erst gegen 07.00 Uhr DSZ am 06.04.43 musste das Schiff stoppen, da durch den rauen Seegang die Schotten zu brechen drohten, worauf der Kapitän den Befehl zum Verlassen des Schiffes gab. Das Schiff sank um 08.50 Uhr DSZ, eine Stunde nachdem die Besatzung das Schiff verlassen hatte. 72 Mann wurden von der Korvette HMS Loosestrife, weitere 41 Mann von dem freiwillig zurückgebliebenen amerikanischen Liberty-Schiff Joel Roger Poinsett unter schwierigen Wetterbedingungen aus den Rettungsbooten übernommen, 19 Mann gerieten in Verlust.

4.   Aus den britischen Angaben geht somit eindeutig hervor, dass beide Schiffe in zeitlich und örtlich getrennten Angriffen torpediert wurden und in jedem Gefecht nur ein deutsches U-Boot an der Torpedierung bzw. Versenkung beteiligt war.

5.   Keines der übrigen, außer U 630 und U 635, gegen den Konvoi operierenden U-Boote meldete für die angegebenen Angriffszeiten einen Angriff gegen Schiffe des H.X. 231.

6.   Aus den von U 635 abgegebenen Funksprüchen an die Befehlsstelle des BdU liegen folgende Informationen vor:
a)   04.04.43 20.19 Uhr DSZ Kurzsignal: AK 1994 Feindstandort, 10 Grad
b)   04.04.43 22.55 Uhr DZS Kurzsignal: Konvoi in AK 1993, Kurs 0°, 10 kn.
c)   05.04.43 05.17 Uhr DSZ FT: Letzter Geleitstandort 02.55 Uhr AK 0117. Kurs 20 Grad, Fahrt 9 sm. Bisher versenkt 2 Dampfer mit 13.000 BRT.
d)   05.04.43 09.10 Uhr DSZ Kurzsignal: AK 1852 Feind mit 0 Grad, Fahrt 9 sm [letzter Funkspruch des Bootes vor der Versenkung um 15.53 Uhr DSZ am selben Tag].

7.   Das von U 635 um 20.19 Uhr abgegebene Kurzsignal wurde von der HF/DF-Bedienung auf der Fregatte HMS Tay (Führerschiff EG B7) in Richtung 350° vom Konvoi gepeilt, d.h. an Backbord voraus.

8.   Aus den von U 630 abgegebenen Funksprüchen an die Befehlsstelle des BdU liegen folgende Informationen vor:
a)   04.04.43 23.27 Uhr Kurzsignal: Feind in Sicht AK 1964. 1 Zerstörer 21.30 Uhr.
b)   05.04.43 11.30 Uhr FT: Fühlung verloren um 01.58 in AK 0114. Wabos. Torpediert 6.000 BRT Tanker und weiteren Dampfer, Sinkgeräusche. 84 m³, 10 + 2.

9.   Aus den von U 630 und U 635 gemeldeten Zeiten über den Fühlungsverlust am Geleitzug, der sehr wahrscheinlich als Folge des jeweiligen Angriffes mit anschließendem Ablaufen aus dem Sicherungsschirm eintrat, geht hervor, dass nur U 635 für den Angriff auf die Waroonga in Frage kommt, da U 630 zu diesem Zeitpunkt schon seit über einer Stunde die Fühlung mit dem Konvoi verloren hatte. Da es zudem raumzeitlich unwahrscheinlich ist, dass sich U 635 weniger als eine Stunde zuvor auf der anderen Seite des Konvois befand, um den erfolgreichen Angriff auf die Shillong durchführen zu können, muss der Angriff auf dieses Schiff durch U 630 erfolgt sein. Dieses Scenario stimmt auch mit dem von diesem Boot gemeldeten Fühlungsverlust um 01.58 Uhr und den gehörten Sinkgeräuschen überein, die nur von der Shillong herrühren können.

10.   Somit ist die Versenkung der beiden Schiffe wie nachfolgend festzuhalten:
a)   05.04.43 01.58 U 630 AK 0114 Tanker 6000 BRT versenkt / 05-0210 br D Shillong 5529 BRT versenkt 57°10’N, 35°30’W.
b)   05.04.43 01.58 U 630 AK 0114 Dampfer torpediert / 05 Fehlbeobachtung.
c)   05.04.43 02.55 U 635 AK 0117 Dampfer 7000 BRT versenkt / 05-0303 br D Waroonga 9365 BRT torpediert 57°19’N, 35°45’W, 06-0850 gesunken, Position nicht archiviert, etwa 58°20’N, 28°00’W.
d)   05.04.43 02.55 U 635 AK 0117 Dampfer 6000 BRT versenkt / 05-Fehlbeobachtung.

Vielleicht möchte ja Jemand die Einträge zu U 630 und U 635 ändern, um zukünftiges Unheil zu verhindern.

Beste Grüße

Axel Niestlé

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Re: ASS-Nummer: 16104a
« Antwort #1 am: 17 August 2021, 18:48:02 »
Hallo Axel,
Vielen Dank für Deine ausführlichen Korrekturvorschlag.
Ich habe die ASS-Einträge geändert und hoffentlich keinen Fehler "eingebaut".
Liebe Grüße, Thomas

Offline ARANTALES

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Re: ASS-Nummer: 16104a
« Antwort #2 am: 18 August 2021, 21:51:14 »
Grüß Axel,

Schliesse mich sehr gerne Thomas an.
Auch DUIKBOOT wurde korrigiert (erst ersichtlich im HMA nach nächster Aktualisierung).

Met vriendelijke groeten,
Walter

Offline Axel Niestle

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Re: ASS-Nummer: 16104a
« Antwort #3 am: 21 August 2021, 15:08:38 »
Hallo Axel,
Vielen Dank für Deine ausführlichen Korrekturvorschlag.
Ich habe die ASS-Einträge geändert und hoffentlich keinen Fehler "eingebaut".
Liebe Grüße, Thomas

Hallo Thomas,

hast Du aber leider! Der Hinweis bei den Angriffen von U 635 auf die Shillong ist natürlich Unsinn und muß bitte entfernt werden. Eckelmann hat bei den herrschenden Sicht- und Wetterverhältnissen und auch zeiträumlich ganz sicher nichts von der Shillong mitbekommen. Vielmehr wurden zu dieser Zeit zahlreiche Wasserbomben durch Sicherungsschiffe geworfen, die von ungeübtem Personal auch leicht mal mit Torpedodetonationen verwechselt wurden.

Der Link zum Forum funktioniert bei mir auch nicht. Weis nicht, ob es an mir liegt oder am Link.

beste Grüße

Axel

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Re: ASS-Nummer: 16104a
« Antwort #4 am: 22 August 2021, 19:03:01 »
Danke Axel. Der unsinnige Satz ist entfernt.
Der Link funktioniert auch auf meinem Tablet, folglich also auch extern.
Gruß, Thomas

Offline ARANTALES

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Re: ASS-Nummer: 16104a
« Antwort #5 am: 22 August 2021, 21:33:17 »
Grüß Thomas,

Axel steht nicht alleine mit dem(die) nicht funktionierenden Link(s).

Bei mir bringen die Links zum Forum in ASS bei die SHILLONG und WAROONGA (und insofern ich sehe nur hier) ein ... völlig leeres FMA-Titelblad auf dem Bildschirm.
Dies auf W10-Rechner (Windows 10, Version 21H1) sowohl unter Google Chrome wie unter Firefox. Ebenso auf ein Smartphone.

Links zum Forum in ASS an andere Stellen (wie die 2 oben erwähnte) bringen mir wohl zum betreffendem FMA-Thread im Forum.

Keine Ahnung wo es schief geht, sicherlich so weil die Links bei Dir funktionieren.

Met vriendelijke groeten,
Walter



Offline t-geronimo

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Re: ASS-Nummer: 16104a
« Antwort #7 am: 22 August 2021, 22:53:08 »
Thomas, ich weiß nicht, wie du die Links generierst, aber da darf nichts mit PHPSESSID drin stehen.

Der Link zu diesem Thema lautet https://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,35241.0.html
Den kann ich direkt aus der Adresszeile meines Browsers rauskopieren.
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

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Re: ASS-Nummer: 16104a
« Antwort #8 am: 22 August 2021, 23:52:36 »
Eigentlich kopiere ich nur die Adresse (URL) des Threads aus der Adresszeile und füge sie in die Leerzeile "Forenlink" ein.

Morgen schaue ich mir die Zeile(n) noch Mal genau an.
Ich habe dunkel in Erinnerung, dass mir solche Veränderungen meiner Eingaben beim Verfahren copy and paste schon mal passiert sind. Seltsam ....

Offline t-geronimo

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Re: ASS-Nummer: 16104a
« Antwort #9 am: 23 August 2021, 00:40:02 »
Ich habe dunkel in Erinnerung, dass mir solche Veränderungen meiner Eingaben beim Verfahren copy and paste schon mal passiert sind. Seltsam ....

Das war ein sehr guter Hinweis.  :TU:)
 --/>/> https://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,8017.msg342999.html#msg342999

Fehler beseitigt.  :O/Y
Gruß, Thorsten

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