collapse

* Benutzer Info

 
 
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren. Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

* Suchfunktion


* HMA

Autor Thema: … nicht immer Dampfturbinen 3.0  (Gelesen 198 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Turbo-Georg

  • Oberleutnant zur See
  • *
  • Beiträge: 664
  • Avatar: Nd-Turbinenschaufel
… nicht immer Dampfturbinen 3.0
« am: 18 Juli 2021, 17:55:43 »
Liebe Modellbaufreunde und alle, die Freude beim Anblick von „Technik“ verspüren.

Wie ihr wisst, werde ich weiterhin über den Bau des US-Army-Trucks
HEMTT (Heavy Expanded Mobility Tactical Truck) in der Bauform M977, das heißt, mit einem Heck seitig montierten Teleskop-Ladekran, berichten.
Mit dem Beitrag https://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,30811.0.html hatte ich bereits im Dezember 2018 den Baubeginn beschrieben.
Ich habe mich entschlossen diesen Beitrag nach einer Unterbrechung von 18 Monaten nicht ohne Weiteres fortzusetzen.
Ich hatte ausgiebig Gelegenheit nachzudenken. Mit dem Ergebnis, dass ich meine zwischenzeitlich recht begrenzte Leistungsfähigkeit ausschließlich diesem Projekt widmen werde und alle anderen Vorhaben auf unbestimmte Zeit verschiebe. Ich möchte den Selbstbau so gering wie möglich halten, dafür aber geeignet erscheinende und schnell verfügbare Teile hinzukaufe oder andere umfunktioniere.
Teile, die ursprünglich mit hohem Zeitaufwand handwerklich aus Metall hergestellt werden sollten, werde ich im 3D-Druck herstellen, falls die mechanischen Anforderungen es erlauben.
Ich werde versuchen durch den 3D-Druck gestalterisch und konstruktiv Vorhaben zu verwirklichen, an deren Realisierung vorher nicht zu denken war.
Dennoch möchte ich auf den obigen Beitrag inhaltlich aufsetzen und beginne den neuen Beitrag quasi mit einer kurzen Bestandsaufnahme. Ich werde mich hierzu einfacherweise auch einiger Bilder bedienen.

Das Vorhaben, alle vier Achse mit Einzelradfederung zu versehen, habe ich verworfen. Wenn ihr euch die alten Bilder in Antwort #92
https://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,30811.90.html anseht, werdet ihr bestätigen, dass der Anblick zwar eine Augenweide darstellt, aber diese Fahrwerkteile (… ursprünglich aus dem Sportwagen-Bereich.) für den rauen Geländeeinsatz zu fragil sind. Auch ist die Herstellung zu vieler Bauteile zur Ergänzung und zur Anpassung erforderlich.

Ich bin also auf die ursprünglichen  Pendelachsen mit Blattfedern zurück gekommen. Allerdings habe ich Probe weise an den Hinterachsen statt der einfachen Öldruck-Stoßdampfer, vier einstellbare Stoßdämpfer mit Schraubenfedern montiert. Nachteil: Kürzerer Federweg.
Bevor ich die Pendelachsen in den noch völlig jungfräulichen Rahmen montieren kann, muss ich erst den Platzbedarf des Kranes ermitteln. Ich kann die Abmessungen nicht von der Zeichnung abnehmen, da ich mit diesem Raum nicht auskomme.
Es ist nicht möglich in den maßstäblichen Abmessungen der Hydraulik-Zylinder irgendeine Art von elektrischen Linear-Antrieb zur Simulation der Hydraulik unter zubringen.
Eine Lösung mit maßstäblicher Modell-Hydraulik scheidet   aus Kostengründen aus. Auch die Unterbringung der vergleichsweise großen, fernsteuerbaren Hydraulikventile, sowie der Hydraulikpumpe und des Ölbehälters ist praktisch nicht möglich. Gar nicht zu reden von dem Umstand, das fast alle Drucköl-Leitungen irgendwie über den Drehkranz, den Zylindern geführt werden müssen, ohne dass der Schwenkbereich des Krans all zu sehr eingeschränkt wird.
 Deshalb muss ich mich vorrangig mit der Konstruktion eines faltbaren Heckkranes befassen, der im Aussehen möglichst wenig vom Original abweicht.
Ich habe mir hierfür kleine Getriebemotoren mit Gewindespindel kommen lassen, mit denen ich, nach entsprechender Modifikation, Hydraulik-Antriebe simuliere. Sie benötigen allerdings wiederum mehr Raum, als ihnen „scale“ zusteht.
Meine Lösung des Problems und einige verworfene Alternativen präsentiere ich euch zur Beurteilung beim nächsten Mal.
Auf euer Interesse bin ich gespannt.

Vermeintlich Schwieriges leicht verständlich machen.

Gruß Georg

Offline Turbo-Georg

  • Oberleutnant zur See
  • *
  • Beiträge: 664
  • Avatar: Nd-Turbinenschaufel
Re: … nicht immer Dampfturbinen 3.0
« Antwort #1 am: 19 Juli 2021, 17:22:10 »
Liebe Modellbaufreunde,
bleiben wir beim Heck-Kran.
Damit ihr euch eine Vorstellung von der Problemstellung machen könnt, habe ich versucht ein urheberrechtlich freies Bild vom Heck-Kran des HEMTT zu finden. Leider ohne Erfolg.
Wenn ihr bei Google den Suchbegriff,
Oshkosh m85 hitch crane
eingebt, müsste eigentlich eine Aufnahme vom Heck eines HEMTT mit Kran erscheinen und nach Anklicken des Bildes seht ihr eine Anzahl von detaillierten Bildern, auf denen die Hydraulik-Zylinder zu erkennen sind.
Sie haben natura ca. 85 mm bzw. ca. 135 mm Durchmesser. Das entspricht bei Maßstab 1 : 12 etwa 7 bzw. 11 mm Durchmesser.
Wie ich bereits eingangs bemerkte, ist unter diesen Abmessungen kein elektrisch betriebener Linear-Antrieb unter zubringen.
Einen Heck-Kran zu konstruieren, der dem Original optisch und in der Funktionalität im höchsten Maße entsprechen soll, stellt eine große Herausforderung dar.
Der Kran darf zusammengefaltet, also eingefahren, weder die Fahrzeugbreite noch die Oberkante der Pritsche überschreiten.
Ausgefahren sollte er sich der Kran kollisionsfrei um 360° drehen lassen. Der Teleskop-Ausleger  muss die gesamte  Länge der Pritsche überdecken. Selbstverständlich sollten alle Funktionen, einschließlich der ausfahrbaren Hydraulik-Stützen, fern steuerbar sein.
Ich erwähnte ebenfalls, dass ich die kleinsten, verfügbaren Getriebemotoren mit Gewindespindel habe kommen lassen. Ich hoffe, dass sie bei 6V Betriebsspannung eine ausreichende Leistung entwickeln, um einen realitätsnahen Kranbetrieb zu ermöglichen.
Bild 5 zeigt einen dieser Motoren mit einer M4-Gewindespindel, einen 5mm Kolben mit Schubgelenk sowie  ein dünnwandiges 6 mm Edelstahlrohr. Es stellt später die Nachbildung des Hydraulikzylinders zur Aufnahme des Kolbens.
Bild 6 zeigt die Zeichnung des Gehäuses zur Aufnahme des Motors. Um Verwechslungen zu vermeiden, benutze ich hierfür den Kunstbegriff „E’drauik“.
Das Gehäuse verfügt an einem Ende über einen Lagerbock zur Aufnahme von zwei Kugellagern 3x6x2,5, durch die später die tragende 3mm-Welle geführt wird.
Bild 7 stellt das E’draulik-Gehäuse  in 3D dar. Es wurde mit dem free-ware- Programm  TINKERCAD erstellt. Das ist eine CAD-Software, die die spätere Umwandlung der Zeichnungsdaten in eine vom 3D-Drucker lesbare Sprache erlaubt. TINKERCAD ist sehr einfach aufgebaut und deshalb vom Einsteiger sehr leicht zu erlernen. Wie ihr seht, kann man damit bereits recht  anspruchsvolle Sachen realisieren. Ich werde später noch etwas näher darauf eingehen, denn es macht unglaublichen Spaß, damit zu arbeiten.
Auf Bild 8 seht ihr die E’draulik-Antriebe meines Kranes. Für Interessierte: die Gehäuse sind aus PLA+ gedruckt, nachdem sich Standard-PLA als nicht allzu Temperatur-beständig zeigte und Versuche mit PETG vorerst an der mangelhaften Präzision scheiterten.
Bild 9 zeigt den Entwurf des Kranes mit den E’draulik-Antrieben, in den jeweiligen Positionen “eingefahren“ und „ausgefahren“.
Alle Grenzmaße werden eingehalten. Ein theoretischer Kollisionstest verlief positiv, den Rest muss die Realität zeigen.

Nun bitte ich mir erst ein Mal wieder etwas Zeit zur Weiterarbeit aus. Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung, falls sie thematisch nicht vorgreifen
Vermeintlich Schwieriges leicht verständlich machen.

Gruß Georg