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Peter K.:
In Freiburg ist unter der Signatur RM 8/1491 die meiner Meinung nach hochinteressante Gliederung einer Arbeit mit dem Titel "Geschichte der deutschen Marine 1919 - 1939" zu finden, ebenso wie auf der NARA-Rolle 3407 als PG-33965H. Außerdem wurde sie beim Nürnberger Kriegsverbrecherprozess als Dokument 017-C (Band 34, Seite 164 ff.), das auch online zu finden ist, verwendet, wobei dort vermerkt ist, dass sie zu einem geplanten Geschichtswerke zum Thema von Oberst SCHARFF, was ich grundsätzlich schon einmal eigenartig finde, gehörig wäre.

Ist jemandem bekannt, ob diese Arbeit tatsächlich geschrieben wurde oder kann sogar Hinweise geben, wo sie gegebenenfalls zu finden wäre?
Ich bin für jeden Tipp dankbar und danke im voraus für jede Hilfe!

Violoncello:
Hallo Peter,

Walter Scherff, zuletzt Generalmajor,  war Leiter der Kriegsgeschichtlichen Abteilung im Oberkommando der Wehrmacht (OKW). Im Mai 1942 wurde er von Hitler zum "Beauftragten des Führers für die militärische Geschichtsschreibung" ernannt, um den "großdeutschen Freiheitskampf" auch im großen Rahmen darzustellen.
Die Arbeiten dürften über die "Materialsammlung" nicht hinausgekommen sein. Nach der Verlagerung von großen Teilen des Reichsarchivs von Potsdam nach Liegnitz wurden die Bestände dort verbrannt. Weitere Materialien hat Scherff wohl auch noch vor seinem Freitod 1945 selbst vernichtet.

Viele Grüße

Violoncello

OWW:
Hallo,
ich wäre an einem Link interessiert, wo das Dokument 017-C zu finden ist.
Gruß
Oliver

Peter K.:
Herzlichen Dank für deinen Hinweis, HARTWIG. Diese Verbindung hatte ich tatsächlich nicht auf dem Schirm, wobei ich mir aber nach wie vor nicht vorstellen kann, dass SCHERFF selbst diese Arbeit in Angriff genommen haben soll. Vielmehr nehme ich an, das er diese Aufgabe an die Kriegswissenschaftliche Abteilung der Kriegsmarine, die ja zur Zusammenarbeit angewiesen war, delegiert hat. Immerhin könnte man implizieren, dass zumindest die Gliederung zwischen 01.09.1941 (Beförderung zum Oberst) und 01.09.1943 (Beförderung zum Generalmajor) entstanden ist.

OLIVER, guckst du z.B. hier (dort Online-Seite 173) ...

Violoncello:
Hallo Peter,

deine These hat natürlich einiges für sich. Andererseits werden in der von dir zitierten Gliederung neben Großadmiral Raeder die Admirale Zenker (verstorben 1932), Behnke (verstorben 1937) und Trotha (verstorben 1940) als Bearbeiter bezeichnet. Dies spricht dafür, dass auf vorhandenes Material zurückgegriffen werden sollte, zumindest auf Material, das von Zeitzeugen mit "Blick für das Ganze" verfasst worden war oder noch werden sollte. Ich neige insofern zu der Einschätzung, dass in den RM-Archivalien keine Entwürfe für Beiträge zu der "großen" Gesamtdarstellung überliefert sein dürften.

Im Bundesarchiv ist unter der Signatur BArch B 198/4635 eine Dokumentation "Der Beauftragte des Führers für die militärische Geschichtsschreibung" (Laufzeit 1958-1976) überliefert. Möglicherweise lassen sich hieraus weitere Informationen gewinnen.

Viele Grüße

Violoncello

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