Hypothetische Szenarien > Konstruktions-Planungen

Atlantik-Zerstörer als Projekt 1937

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Sven L.:
Moin Dirk,

Nein, es gab keine Längsschotten. Ein Längsschott hätte im Fall eines Wassereinbruchs die Gefahr des Kenterns deutlich erhöht.

Die Beherrschbarkeit hängt davon ab wie groß das Loch und somit die Menge des einströmenden Wassers ist.

Bergedorf:
Moin Sven,

danke für die Info. Mein Gedanke war, dass sich bei einem Rollen des Schiffes die Wassermassen im Schiff aufschauckeln und dadurch zu einem Kentern führen könnten. Mit einem Längsschott, war mein Gedanke, dass das Aufschaukeln so nicht stattfinden kann und dass man ggf. durch Gegenfluten die Stabilität des Schiffes wieder herstellen könnte? Hätten hierfür die flutbaren Räume bei den DDs gefehlt?

Gruss

Dirk

Sven L.:
Hallo Dirk,

um nochmal auf die einströmende Wassermenge einzugehen:
Die Strömungsgeschwindigkeit des Wassers hängt von der Größe des Lecks und der Lage zur Wasseroberfläche ab. Die einfache Formel lautet v = √(2gh). Wenn die Leckgröße 1 m² beträgt und die Druckhöhe 3 m, beträgt v = 7,67 m/s und die stündlich einströmende Wassermenge somit ~27.600 m³ pro Stunde.

Es ist anzunehmen, das die Seitenbunker auch zum Gegenfluten verwendet werden können. David K. Brown schreibt hierzu über die Maschinenanordnung und das Kentern der Amphion-Klasse folgendes:

--- Zitat ---Von der Amphion-Klasse an war bei den britischen Kreuzern die Maschinenanlage so angeordnet, dass zwei Kessel nebeneinander im vorderen Kesselraum standen. Davor die beiden Turbinen für die Außenwellen. Die Kessel des hinteren Kesselraums standen entlang der Mittschiffslinie hintereinander und neben diesem Kesselraum waren kleinere Seitenräume angeordnet. Im hinteren Maschinenraum standen die beiden Turbinen für die Mittelwellen.
Wenn einer der kleineren Seitenräume geflutet wird, verursacht dies nur eine geringe Neigung. Ein Torpedotreffer in dieser Region hingegen würde vermutlich beide Maschinenräume, den hinteren Kesselraum und einen Seitenraum fluten. Die Stabilität würde massiv verringert  und die asymetrische Auftriebskraft durch den anderen Seitenraum würde das Schiff zum Kentern bringen - sehr schnell
--- Ende Zitat ---

Natürlich wäre es eine Massive Einschränkung, wenn im vorliegenden Fall der Maschinen- und/oder der vordere Kesselraum geflutet werden würden. Dann wären nur noch die Dieselmotoren für den Antrieb vorhanden. Noch dramatischer wäre ein unglücklicher Treffer, der sowohl Dieselmotoren- als auch Turbinenraum fluten würde.

apendics.de.ore:
Guten Morgen,

wie bereits das "Schottenproblem" beschrieben, so gibt es Teillösungen, um die Fließgeschwindigkeit zu regulieren.
Mit Halbschotten vom Kiel aufwärts in gelochter Form oder teildurchlässiger Art und Weise, kann man das Volllaufen
hinauszögern bzw. begrenzen, um der Mannschaft mehr Zeit zu verschaffen zu reagieren oder auch das Schiff verlassen
zu können. Eine konstruktive Lösung, basierend auf den in Tiefe zunehmenden Wasserdruck und dem herrschenden
Druck im Schiffsrumpf. Eine Lösung, die auch bei Torpedoschutzsystemen einen Einfluss hätte.

( P.S.: Ich weiß jedoch nicht, ob dies wirklich schon verbaut wurde und wenn nicht, melde ich es hiermit zum Patent an  :-) )

Würde auch bei einem Seitenpanzer funktionieren, wenn man Einfallwinkel, Geschoßdurchmesser, Geschoßlänge und
Plattenwinkel den "Löchern" anpasst. Eine Möglichkeit, wenn man wenig Panzergewicht zur Verfügung hat.

Gruß

Marco

delcyros:
Die Einfließgeschwindigkeit des Wassers ist auch davon abhängig, ob der Raum entlüftet ist. Werden Räume geschlossen, dann komprimiert das Wasser die im Raumluft nur bis zum Druckequilibrium (wie bei einer Taucherglocke). Eine Möglichkeit, die Wasseraufnahme zu verzögern besteht darin, einen entsprechenden Verschlußzustand bzw. -versiegelung der Räume herzustellen. Eine Unterteilung mit Längsschotten ist vom Standpunkt der Querstabilität her eine Gefahr, da die metazentrische Querstabilität um Potenzen geringer ist als die Längsstabilität. D.h. eine wasserdichte Unterteilung der Länge nach mit Querschotten ist für solche Rümpfe vorzuziehen.

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