Hypothetische Szenarien > Konstruktions-Planungen

Atlantik-Zerstörer als Projekt 1937

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Sven L.:
Atlantik-Zerstörer Projekt 1937-K

Vorwort

Seit Mitte der 1930er Jahre, genauer ab ca. 1937, wurde in Deutschland über die Verwendung von Zerstörern als Begleiter für den Einsatz in Kampfgruppen im Atlantik nachgedacht bzw. diverse Projekte ausgearbeitet. Die Projektreihen 1937, 1938 und Spähkreuzer setze ich als bekannt voraus.
Das Aus für die 1937er Projektreihen war der geringe Fahrbereich. Erstaunlich fand ich das als Hauptbewaffnung nicht 15-cm sondern 12,7-cm vorgesehen worden sind. Breyer schreibt hierzu in Die Deutsche kriegsmarine, Band 7 auf Seite 115:

--- Zitat ---Ungeachtet seiner nicht geringen Größe wurde jedoch ein Heraufgehen im Geschützkaliber auf 15 cm abgelehnt, weil man fürchtete, daß ein solcher Zerstörer für den Atlantikeinsatz zu schwer würde. Zu diesem Zeitpunt galt es auch als nicht erwünscht, zu einem Mischtyp aus Kreuzer und Zerstörer zu gelangen.
--- Ende Zitat ---
In einer einer Fußnote auf derselben Seite schreibt er:

--- Zitat ---*) Für die „Zerstörer 1937“ werden zwar in verschiedenen Quellen 15-cm-SK gemeldet (so bei Gröner und Fock), jedoch zeigen die damals entstandenen Pläne eindeutig 12,7-cm-SK !
--- Ende Zitat ---
Darüber hinaus wiesen einige der Projekte einen 12,7-cm-SK-Zwillingsturm auf der Back aus!
Ich habe nun versucht ein Projekt mit folgenden Vorgaben zu erstellen:

* Hauptbewaffnung ausschließlich in geschlossenen Türmen
* Großer Fahrbereich
* Schiff in Zerstörergröße
Mir war von vorneherein klar, dass sich diese Vorgaben mur realisieren lassen, wenn die Geschwindigkeit als Nachrangig betrachtet wird. Dies fiel mir nicht besonders schwer, weil die Projekte 1937-II und 1937-III/IV auch nur eine Konstruktionsgeschwindigkeit von ca. 35,25 kn hatten.

Der Entwurf
Die Abmessungen des Entwurfs sind denen des Zerstörers 1936 C gleich.
Länge C.W.L. – 121,5 m, Breite - 12,15 m, Tiefgang C.W.L. – 3,88 m und Seitenhöhe – 6,65 m
Der Spantenriss für den Zerstörer 1936 lag mir vor und bei entsprechender Änderung der Abmessungen von Breite und Höhe ergibt sich eine Konstruktionsverdrängung von 3.097 t, wovon rd. 1.050 t auf die Gewichtsgruppe Schiffskörper entfallen. Die Antriebsanlage habe ich als Dreiwellen-Anlage vorgesehen. Hierbei wirken auf die Mittelwelle – für die Marschfahrt – 4 Dieselmotoren über ein Vulcan-Getriebe. Die Konfiguration entspricht dem der Kreuzer Leipzig/Nürnberg. Auf die Außenwellen wirken jeweils eine Getriebe-Turbine. Das Gesamtgewicht der Antriebsanlage beträgt ca. 875 t. Weil die Schiffshilfsmaschinen gegenüber des Zerstörers 1936 ausschließlich als elektrisch betrieben vorgesehen sind, habe ich 200 t angenommen. Die Ausrüstung ohne Wasser entsprechend der Entwurfsmethoden Einheitsgewichte und Gebundener Entwurf ist mit 130 t angenommen.
Die Artilleriebewaffnung besteht aus:

* 6x 12,7-cm L/45 Drh LC/38 (120 Schuß je Rohr)
* 6x   3,7-cm L/83 C/30 (2.000 Schuß je Rohr)
* 12x 2,0-cm L/65 C/38 (2.000 Schuß je Rohr) Anzumerken ist, dass die Dotierung für die mittlere und leichte Flak durchaus höher liegen kann. Es ist genug Stauraum dafür vorhanden.
Gewicht der Artilleriebewaffnung: 241 t

Die Torpedobewaffnung besteht aus einem 53,3-cm Vierlingssatz und zwei 53,3-cm Zwillingssätzen. Hinzu kommen vier Lagerbehälter für Reservetorpedos.
Gewicht der Torpedobewaffnung: 64 t

An Speerwaffen sind vier Wabo-Werfer zu zweien an jeder Seite des Achterdecks angeordnet. Weil mir keine Angaben über die Anzahl der mitgeführten Wabo’s bekannt sind, bin ich von 24 Stück ausgegangen.
Gewicht der Sperrwaffen: 10 t

Zu den Gewichten der Bewaffnung kommt noch das Gewicht für die E-Messer, Kabel, Schalt- und Rechenstellen usw.
Dieses wurde mit 29 t eingerechnet.

Nachfolgend die Ansichten:


Und der Längsschnitt:


Leider ist die Konstruktionsgeschwindigkeit (rein rechnerisch) mit rd. 35,0 kn etwas niedrig, aber gewollt, weil die Priorität beim Fahrbereich liegt.


Als Anlage meine obligatorischen Zeichnungen

Sven L.:
Nachtrag

Der Fahrbereich beträgt bei 19 kn rd. 6.000 sm und bei 15 kn werden fast 10.000 sm erreicht.

apendics.de.ore:
Hallo Sven,

Es ist nicht so einfach, die Zerstörer in ihrer Kalkulation, in Ende der dreißiger Jahre, folgen zu können.
In Bezug der Dieselmotorenanlagen werden zuerst die Höchstleistungen angegeben, im Verlauf des Krieges,
dann die Dauerleistung. Beispiel Z51: Zweimal 12.500 PSe auf den Außenwellen und viermal 10.000 PSe auf
der Innenwelle, also 65.000 PSe Höchstleistung, doch und so auch angegeben 57.120 PSe Dauerleistung
( Differenz = 12,123 % )
Es ist schön, dass du dich für die Angabe der Dauerleistung entschieden hast und die erreichbaren 35 kn
sich nur darauf beziehen.
Was mich bei der TB C/36 etwas stutzig gemacht hat, ist die Länge von 7165 mm, die bei Kaliberlänge 50
ein Innenkaliber von genau 14,33 cm ergeben würde. Bezogen auf die 28,3 cm SK, die ja 11" + ( 27,94 cm + 0,36 cm )
ergibt. Also für die TB 5,5" + (13,97 cm + 0,36 cm = 14,33 cm).
Ebenso im Vergleich von TB C/36 zur TB KL/45 mit einem Gewicht von 3990 kg zu 7200 kg im Minimum.
Ladungs- und Geschoßgewicht: KL/45 = 8,32 kg zu 45,3 kg; TB C/36 = 13,5 kg zu 45,3 kg.
Die Laderaumgröße von 14,06 dm³ erinnert stark an die 14,37 dm³ einer 12,8 cm Kanone.

Grüße

Marco

Sven L.:
Hallo Marco,

auf die schnelle von der Arbeit:

Die 12,8 cm hatte auch nur tatsächliche 12,7 cm.

Bergedorf:
Moin Sven,

wieder eine schöne Arbeit. War es bei den Zerstörern in der Zeit üblich, dass es keine Längsschotten im Maschinen-/Kesselbereich gab?

Wäre ein Wassereinbruch dort -gerade wenn man noch ein wenig Seegang in Betracht zieht- noch beherrschbar gewesen?

Gruß

Dirk

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