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Heute vor 80 Jahren - die Vernichtung der HMS Hood

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Rheinmetall:
Hallo Forumsgemeinde,

habt Ihr an den heuten, geschichtsträchtigen Tag (genauer an das Datum: 24.05.1941) gedacht ?
Denn heute vor 80 Jahren stellte die HMS Hood in Begleitung der HMS Prince of Wales in dem sogenannten "Gefecht in der Dänemarkstraße" die beiden deutschen Einheiten Bismarck und Prinz Eugen.
Auf eine Entfernung von 23 Kilometern eröffneten die britischen Schiffe um 05:52 Uhr das Feuer, welches zunächst der voraus marschierenden Prinz Eugen galt, die sie für den weitaus gefährlichere Bismarck hielten.
Drei Minuten später erteilte Kapitän z.S. Lindemann an Bord der Bismarck den Feuerbefehl, wobei Bismarck und Prinz Eugen sich schnell auf die Briten einschießen konnten.
Bereits die dritte Salve der Bismarck lag deckend bei der Hood.
Den ersten Treffer auf der Hood erzielte jedoch die Artillerie der Prinz Eugen mit ihrer vierten Salve, als eine 20,3-cm-Granate (schwere Artillerie des Kreuzers) in der Bereitschaftsmunition der 10,2 cm Geschütze traf, welche daraufhin detonierte.
Der hierbei entstandene Brand erlosch jedoch rasch wieder.

Admiral Holland, welcher sich an Bord der Hood befand, gab um 6:00 Uhr den Befehl, zur Kursänderung, um auch die Türme an Achtern mit ihrer schweren Artillerie zum tragen zu bringen.
Diesen beiden Türme war es aufgrund der eigenen Aufbauten bis dahin nicht gelungen in den Feuerkampf einzugreifen.
Während dieser Drehung traf eine 38 cm Granate aus der fünften Salve der Bismarck um 6:01 Uhr die unzureichende Deckpanzerung direkt über der achternen Hauptmunitionskammer der Hood, jene Stelle, welche bei der letzten Modernisierung aufgrund von Zeitmangel vernachlässigt worden war.

Von Bord der Bismarck wurde dieser verhängnisvolle Treffer vom 1. Artillerieoffizier Adalbert Schneider wie folgt kommentiert: "Nanu, war das ein Blindgänger ? Der hat sich wohl reingefressen"
Um 06:01 Uhr, als nur 6 Minuten nach Eröffnung des deutschen Feuers explodierte die besagte Munitionskammer und zeriss den Schlachtkreuzer nahe dem achterern Mast auseinander.
Hierbei wurde eine weitere Explosion in der Munitionskammer im Vorschiff ausgelöst.
Vor- & Achterschiff wurden daraufhin steil aus dem Wasser gehoben und versanken dann innerhalb kürzester Zeit (je nach Quelle zwischen 2-3 Minuten) im Atlantik. 

Die Prince of Wales, welche nun auf sich alleine gestellt war, entging nur durch einen Ausweichkurs dem Zusammenstoß mit dem Wrack der sinkenden Hood.
Ohne dieses Korrektur wäre sie mit großer Sicherheit in die sechste, deckende Salve der Bismarck gelaufen, welche zu diesem Zeitpunkt bereits in der Luft war.
Nachdem die Prince of Wales vier Treffer durch die Bismarck und drei weitere durch die Prinz Eugen erhalten hatte, wobei einer die Brücke traf und bis auf den Kommandant, einen Signalmaat und den Navigationsoffizier alle Anwesenden tötete, nebelte sich das Schiff ein und zog sich zurück.

Von den 1418 Mann Besatzung der Hood überlebten lediglich drei Mann.

Signalgast  Edward „Ted“ Briggs (1923–2008)
Obermatrose  Robert Ernest Tilburn (1921–1995)
Oberfähnrich  William John Dundas (1923–1965)

Signalgast Briggs hörte auf seiner Position auf der Brücke der Hood nicht die Explosion, jedoch schoss plötzlich eine Flammenwand wenige Schritt entfernt vorn am Kompasshaus empor und Briggs wurde zu Boden geschleudert.
Nachdem sich die Brückenmannschaft damit bemühte, wieder auf die Beine zu gelangen, neigte sich das Schiff erst stark nach Steuerbord, richtete sich kurz auf, bevor es noch eine stärkere SChlagseite nach Backbord einnahm.
Der Rudergänger meldete, dass das Steuer ausgefallen war, wobei der Kommandant seelenruhig befahl, auf Notruder umzuschalten, was zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich war.
Für den Befehl "Alle Mann von Bord" blieb keine Zeit, dass Schiff sackte ihnen unter den Füßen weg.
Briggs begab sich zur Steuerbordtüre der Brücke, wobei er bemerkte, dass Admiral Holland nichts tat, um seinen Platz zu verlassen.
Briggs kletterte gerade die Leiter hinunter, als ihn das Wasser erreichte und verschluckte.
Er bemühte sich mit hektischen Schwimmbewegungen von den sinkenden Aufbauten weg zu kommen, wobei er sich jedoch hilflos fühlte, dann aber plötzlich an die Wasseroberfläche gespien wurde.
Obwohl er an Steuerbord unter Wasser gesogen wurde, kam er an der Backbordseite des Wrack der Hood wieder nach oben, welches nun ca. 50 Meter von ihm entfernt, mit dem Vorschiff nach oben, fast senkrecht in der See stand.
Briggs schwamm um sein Leben und sah hierbei nicht das Schiff unter Wasser gleiten.

Obermatrose Tilburn befand sich in seiner Flakstellung auf dem Bootsdeck der Hood, als diese der verhängnisvolle Treffer erhielt.
Eine Granate zeriss das Deck neben ihn und verwandelte alles in verbogenem und glühenden Stahl.
Kaum war Tilburn wieder auf die Beine gelangt, als er von einer schwarzen, dichten Rauchwolke eingehüllt und anschließend in ein Flammenmeer gestürzt wurde.
Er schaffte es gerade noch, in den Atlantik zu springen und sich dort seine Gasmaske und seinen Helm vom Kopf zu reißen.
Fast wäre er hierbei von einer heran fliegenden Munitionskiste erschlagen worden, welche ihn nur kurz verfehlte.
Während er gegen den Sog der sinkenden Hood ankämpfte, wickelte sich ein Antennendraht um seinen Stiefel.
Es gelang ihm hierbei jedoch, sein Taschenmesser heraus zu holen und den Draht zu kappen.
Als er wieder auftauchte, war sein Schiff verschwunden.

Oberfähnrich Dundas entkam auf die erstaunlichste Weise der drei Geretteten.
Aus seiner Station im Ausguck, also dem höchsten bemannten Punkt des Schiffes, wurde er buchstäblich durch ein Fenster in die See geschleudert, als die Hood sank.

Alle drei Seeleute wurden zwei Stunden später auf ihren Rettungsflößen von dem Zerstörer HMS Electra aufgenommen.

Das Wrack der Hood wurde am 19. Juli 2001 von einem Team um David Mearns in einer Tiefe von 2804 Metern entdeckt.
Hierbei wurde festgestellt, dass das Schiff in drei große Stücke zerbrochen war.
Nach dem Fund wurde das Wrack der Hood von der britischen Regierung zum Seekriegsgrab erklärt.
Ted Briggs legte als letzter Überlebende seines Schiffes eigenhändig von Bord des Suchschiffes aus, durch Lösen eines Robotergarmes am Wrack eine Ehrentafel aus Bronze ab, welche von der HMS Hood Association gestiftet worden war.

Am 7. August 2015 wurde die Schiffsglocke von einem Team um Paul Allen geborgen.
Die gut erhaltene Glocke wurde restauriert und ist seitdem im National Museum of the Royal Navy in Portsmouth zu besichtigen.


Matze


kawa1705:
R.I.P.

 :MG:

kawa1705:
Dann gibt es wohl am Donnerstag noch ein historischen Gedenktag.

 :MG:

tirpitzpeter:
Ich hab zum heutigen Gedenktag mein Modell der Hood (1:200) nach einjähriger Bauzeit in Heideck das erste mal seinem Element übergeben.
Am Donnerstag passiert das selbe mit der Bismarck :wink:

Zum Gedenken an alle auf See gebliebenen :MG: :MG:

maxim:
Auf Modellmarine haben wir auch einige Modelle zu 80 Jahre Versenkung der Hood und Bismarck zusammen getragen (und es kommen noch mehr):

21.-27.05.1941 - 80 Jahre Unternehmen Rheinübung

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