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Minensucher der U.S. Navy seit 1920

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wittigis:
Wilhelm M. Donko: Minensucher der U.S. Navy seit 1920. Motorbuchverlag. Stuttgart 2021. 29,90 EUR. ISBN 978-3-613-04380-0.

Von 1965 bis 2003 erschienen 30 Bücher von Stefan Terzibaschitsch über die US Navy seit 1939. Die Bücher des Marineenthusiasten (Titel seiner Autobiographie 2006) umfassten Flottenverzeichnisse und Monographien zu Flugzeugträgern, Schlachtschiffen, Kreuzern, Zerstörern, Geleitzerstörern, konventionellen U-Booten, Waffensystemen, fliegenden Material, und zuletzt im Eigenverlag zu Landungsschiffen, Hilfsschiffen und Hafenfahrzeugen der USN. Diese umfassten neben Schiffslisten und Klassenbeschreibungen meist ausgezeichnete Schiffsskizzen und Fotographien. Orientiert wurde sich stets nach dem weltweit so einmaligen Schiffs-Klassifikations-System mit Buchstaben und (Hull-)Nummern der USN. Vor 33 Jahren erschien, quasi als Ergänzung und Fortführung des Kreuzerbandes von seinem Mitarbeiter und Freund Wilhelm M. Donko das Buch “Die Atomkreuzer der U.S. Navy”. Im letzten Jahr hat Wilhelm Donko mit seinem Buch über die US Landungsschiffe von 1939 bis 2020 hier wieder angeknüpft.
Nun erschien ein weiteres hervorragendes Werk von Wilhelm Donko zum Thema Minensucher der USN, das er Stefan Terzibaschitsch gewidmet hat. Zwar fehlen in dem 224 Seiten-Band die Schiffsskizzen, dafür sind aber zahllose ausgezeichnete Fotos, auch viele akltuelle Farbfotos aller relevanten Minensucher-Klassen enthalten. Auch die Schiffstabellen sind wieder kompakter und übersichtlicher gestaltet als früher bei Terzibaschitsch. Auch Donko hat sich streng an die Klassifikation als Minensucher der USN zur Abgrenzung des Themas gehalten, es finden sich jedoch zahlreiche Querverweise auf verwande Schiffskategorien wie z.B. Hilfsschiffe und auf die zahlreichen exportierten Einheiten. Nach Einführungen zum Thema und zu den einzelnen Schiffskategorien werden alle Hochsee-Minensucher, Hafen-Hilfsminensucher, Küsten-Minensucher, Binnen-Minensucher,  Minenabwehrschiffe, Schnelle Minensuch-Zerstörer und Minenabwehr-Unterstützungsschiffe jeweils namentlich mit Schiffkennung, Klassenbeschreibung und Verbleib vorgestellt. Kapitel über Räumboote und, als Exkrurs, die Litorial Combat Ships und die Minensuch-Hubschrauber, und Abkürzungsverzeichnisse runden das Werk ab. Leider konnten aus Platzgründen die Minenlegeschiffe der USN nicht mehr berücksichtigt werden. Vielleicht wäre dies duch eine Straffung der Teilkapitel über zu Hochsee-Minensuchern umgebaute Fischkutter und Yachten möglich gewesen. Nun fehlen im “Terzibaschitsch/Donko – Universum” eigentlich außerdem nur noch Bücher zu Wachschiffen, Schnellbooten und U-Boot-Jägern (“P”-Kennungen) und zu den Atom-U-Booten der USN.

Asahi.3:
Ich bin erstaunt und positiv überrascht, dass das Buch schon ausgeliefert ist, also am Tag des offiziellen Erscheinens bei Motorbuch. Ich habe es hier in Norwegen natürlich noch nicht erhalten bzw. gesehen.
Danke für den kenntnisreichen Kommentar und die Anmerkungen zum Hintegrund. Die Kritik zum Fehlen der Gattung der Minenleger ist berechtigt. Ich wollte sie anfangs tatsächlich mit einbauen, es ging sich aber aus Platzgründen nicht aus, ohne zu starke Abstriche bei den Minensuchern im Fototeil. Eine „Straffung der Teilkapitel über die zu Hochsee-Minensuchern umgebaute Fischkutter und Yachten“ wäre möglich gewesen, wolle ich aber nicht, weil genau das ja auch irgendwie die „Schmankerl“ sind, die man nicht so einfach im Internet nachschlagen kann. Vielleicht kommt doch noch irgendwann ein Band über die „Minen- und Netzleger der US Navy“, falls der Verlag für so ein Orchideenthema zugänglich ist.
Was die anderen noch offenen Themen von USN-Schiffsgattungen in Bezug auf Terzibaschitsch betrifft, kann ich noch nichts sagen, außer dass derzeit keines davon in Arbeit ist. Aber man weiß nie, was die Zukunft bringt.

Hier noch der Klappentext zum Buch „Minensucher der U.S. Navy seit 1920“:
„Die USA haben die Ausübung von Seemacht perfektioniert, die amerikanische Marine ist heute unbestritten die mächtigste der Welt und verfügt über beeindruckende Flugzeugträger, Kreuzer und Zerstörer modernster Bauart, High-Tech Unterseeboote, Landungsschiffe etc. Dabei erstaunt, in welchem Ausmaß parallel die Schiffe zur Minenabwehr seit Jahrzehnten vernachlässigt wurden und wie sehr sich die USA in diesem Bereich schon im Kalten Krieg auf die Fähigkeiten ihrer Verbündeten in Europa und Asien verlassen mussten. Wohl auch, weil die Minenkriegsführung traditionell kleineren Seestreitkräften auf den Leib geschneidert ist. Wilhelm M. Donko stellt in diesem Band alle Schiffe zur Minenabwehr der U.S. Navy nach Typen und Klassen vor, von Beginn der modernen Klassifikation 1920, über den Zweiten Weltkrieg, als umfangreiche Serien produziert wurden, den Koreakrieg, in dem sie eine sehr bedeutsame Rolle spielten, bis in die Gegenwart und setzt sie mit über 250 Fotos ins Bild. Den Hauptteil nehmen zahlenmäßig die klassischen Minensucher bzw. Minenräumer ein, aber auch Minenjäger und Hubschrauber zur Minenabwehr werden beschrieben, außerdem moderne Mehrzweckschiffe für küstennahe Gefechtsführung inklusive Minenabwehr (Littoral Combat Ships), sowie diverse Spezialschiffe.“

Motorbuch, Stuttgart 2021, 224 Seiten, Hochformat 265 x 230 mm, 29,90 EUR, ISBN 9783613043800, 1. Auflage (27. April 2021).

Ich habe das Buch meinem Freund Stefan Terzibaschitsch gewidmet (1926-2008).

Mit besten Grüßen vom Oslofjord,
Asahi 3 (Wilhelm M. Donko)

Darius:
Danke für den Hinweis.


 :MG:

Darius

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