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Autor Thema: Walter Gregor: Ltzs. im WK 1 (Crew 15) und/oder Marine-Oberstabsarzt d.R. im WK2  (Gelesen 409 mal)

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Offline Axel66

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Ich wünsche einen guten Tag in die Runde der Experten.

Als neues Mitglied suche ich Informationen zu Walter Gregor, einem entfernten Verwandten. Nach ausgiebiger Recherche konnte ich bisher nur lückenhafte und teilweise widersprüchliche Hinweise finden:

1. Hinweis: WK 1
Walter Gregor, geb. vermutlich 1898, wahrscheinlich in der Nähe von Memel / Ostpreußen, später wohnhaft in Elbing, dem heutigen Elblag. Beruf: Arzt. Verheiratet mit Barbara Gregor, geb. Hirschberger. Eintritt in die Kaiserliche Marine im Juli 1915 (mit 17 Jahren?). Bei Kriegsende vermutlich als Leutnant zur See ausgeschieden.

2. Hinweis: WK 2
Dr. Walter Gregor, Marine-Oberstabsarzt der Reserve. Vermutlich 1945 gefallen.

Vielleicht kann ja jemand aus dem Forum diese (vagen) Hinweise zuordnen?

Es gibt aus diesem Familienzweig zwei weitere Marine-Offiziere, von denen ich die Daten soweit bestätigt habe: Fritz Theodor Gregor (1891 – 1918), als Kommandant von UB-33 im April 1918 in der Nähe von Dover gefallen (Minentreffer), sowie dessen Sohn Dr. Fritz Gregor (1918 – 1945), als Marine-Stabsarzt auf S-181 in der Nähe von Den Helder gefallen (als Teil der Brückenbesatzung, bei einem Luftangriff der Royal Air Force).

Vielen Dank für eure Hinweise!

Axel

 

Offline joern

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Hallo Axel,
hier mal aus der Ehrenrangliste zu  Walter Gregor, geb. 17.8. 1898
Diensteintritt: 7.15
Ernennung z. Ltnt. z. S am 17. 9.1917
1939- Prakt.Arzt in Elbing, A.-H.Str. 14
Grüße joern
« Letzte Änderung: 27 März 2021, 15:17:37 von joern »

Offline ufo

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Eine Anschriftenliste der Crew VII/15 von April 1919 fuehrt in auf als: Walter Gregor, Landwirt, Memel, Marktstr. 27-28.
Im Dezember 1920 fuehrt die Crew in dann als Studenten der Medizin auf, mit gleicher Anschrift.

Ein Crewheft der Crew VII/15 von 1955 fuehrt ihn dann als Dr.med unter den gefallen Kameraden mit dem Todesdatum 21.03.1945.

Ciao,
Ufo

Offline Axel66

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Vielen Dank, Ufo und Jörn für die schnelle Rückmeldung.
Soweit könnte das alles passen. Es wäre ja denkbar, dass besagter Walter Gregor zwischen den beiden Kriegen als ziviler Arzt tätig war, und er dann im WK als Reservist in den Sanitätsdienst der Marine eingezogen wurde. Wobei ich über die Zeit im WK2 leider bisher überhaupt nichts gefunden habe.
Mir kommt nur das Todesdatum 21.03.45 merkwürdig vor. Das wäre nahezu identisch mit dem bestätigten Todesdatum des anderen Verwandten, Dr. Fritz Gregor, ist, der in der Nacht vom 21./22.03.45 wie oben erwähnt als eingeschiffter Stabsarzt auf einem Schnellboot gefallen ist. Das mit dem gleichen Datum wäre schon ein ziemlicher Zufall, und ich frage mich, ob seinerzeit bei der Erfassung und Archivierung der Meldungen etwas verwechselt wurde, und ob besagter Walter Gregor nicht an anderer Stelle bzw. Zeit gefallen oder gestorben ist...

Danke nochmals und mit kameradschaftlichem Gruß

Axel (Crew 07/85, ehem. STO Schnellboot S60 Kranich im 5. SG)
 

Offline bodrog

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Hast du mal in der Reichsärztekartei nachgesehen? Dort sollte sein Werdegang bis ca. 1944 ärztlicherseits beschrieben sein...

Offline Sven L.

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Hallo in die Runde,

es ist zwar nicht mein Themengebiet, aber mich wundert es, dass ein Stabsarzt auf einem Schnellboot gefahren ist.
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


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Solange man seinen Gegner nicht bezwungen hat, läuft man Gefahr, selbst bezwungen zu werden.
Clausewitz - Vom Kriege

Offline ufo

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...
Mir kommt nur das Todesdatum 21.03.45 merkwürdig vor. Das wäre nahezu identisch mit dem bestätigten Todesdatum des anderen Verwandten, Dr. Fritz Gregor, ist, der in der Nacht vom 21./22.03.45 wie oben erwähnt als eingeschiffter Stabsarzt auf einem Schnellboot gefallen ist. Das mit dem gleichen Datum wäre schon ein ziemlicher Zufall, und ich frage mich, ob seinerzeit bei der Erfassung und Archivierung der Meldungen etwas verwechselt wurde, und ob besagter Walter Gregor nicht an anderer Stelle bzw. Zeit gefallen oder gestorben ist...

Danke nochmals und mit kameradschaftlichem Gruß

Axel (Crew 07/85, ehem. STO Schnellboot S60 Kranich im 5. SG)

Mag das seltsame Zusammentreffen vielleicht ein Fehler bei Fritz Gregors Dokumentation sein?

Das Crewbuch der Crew IV/37 zum fünfzigjährigen Jubiläum schreibt zu ihm:

Fritz Gregor (san), *12.07.1918
II.SSO, Gorch Fock, Medizinstudium, 1942 Approbation, Promotion, 7. S.Flottillenarzt, gefallen Ende 1944 Mittelmeer.

Wie mein alter Physikprof immer sagte: "Meist bringt jede Antwort zwei neue Fragen. Man wird also immer dümmer - rein relativ betrachtet."  :-D

Ufo

Nachtrag: Das Crewbuch von Crew 09 mit dem Eintrag zu Fritz Theodor Gregor bestätigt allerdings das von Dir angegebene Datum. Dort heißt es:

"Sohn Fritz geb. 12.7.18 gefallen 22.3.45 als Mar.Stabsarzt (Crew 37) auf einem Schnellboot vor England, später beigesetzt auf dem Heldenfriedhof Ysselstein / Niederlande"

Mag dann vielleicht das Todesdatum Ende 44 im Mittelmeer zu Walter Gregor gehören und Crew IV/37 hat die beiden bei ihrer Recherche verwechselt?
« Letzte Änderung: 28 März 2021, 14:05:21 von ufo »

Offline Teddy Suhren

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Hai

https://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/s_boote/lebenslauf_boot.php?where_value=166
Erstaunlich das im Lebenslauf des Bootes für den 21.03. alle möglichen gefallenen Personen des Brückenpersonals namentlich angegeben sind aber der Stabsarzt soll unter den 7 weiteren sein?!

Offline Axel66

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Nochmal vielen Dank für die bisher gesammelten Info's und neue Querverweise zu Dr. Fritz Gregor (S-181)

@Sven, S-181 war wohl Führungsboot eines größeren Verbandes und hatte wie oft üblich einen Teil des Flottillen-Stabes an Bord (z.B. der Flottillen-Kommandeur KptLt. oder KK Hermann Opdenhoff, der bei dem Einsatz auch gefallen ist). In dem Zusammenhang war wohl bei auch Fritz Gregor als Arzt eingeschifft, er war sicherlich kein reguläres Besatzungsmitglied.

@Ufo: der Hinweis Mittelmeer 1944 ist interessant, dem werde ich mal nachgehen...

@bodrok: Reichsärztekammer ist ein guter Tip, da muss ich mal suchen ...

@Teddy Suhren (auf jeden Fall mal ein sehr interessanter Benutzername): ich meine, in einer englischen Quelle gelesen zu haben, wo auch Dr. Fritz Gregor namentlich erwähnt wurde. Aber kann natürlich sein, das auch das nicht 100% richtig ist. Ich schätze die älteren Quellen haben alle mal voneinander "abgeschrieben", und mögliche Fehler haben sich dann in der Literatur ungefiltert fortgesetzt. 

Das mit dem Grab in Ysselstein / NL hatte ich auch gelesen, nur leider nichts Konkretes gefunden. Möglicherweise wurde Fritz Gregor im April '45 zuerst auf dem Friedhof in Huisduinen (in der Nähe von Den Helder) bestattet, und später im Juli '49 nach Ysselstein umgebettet, nachdem wohl die Kriegsgräberstätte Huisduinen von den Holländern aufgelöst wurde.

Offline Urs Heßling

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moin,

... aber mich wundert es, dass ein Stabsarzt auf einem Schnellboot gefahren ist.

Siehe HMA/Schnellboote/Fakten und Betrachtungen [Zitat]
Die Moral der Besatzungen war bis zum Kriegsende gut.
Als ganz wesentliche Faktoren sehe ich hier
    ...
    ...
    und, zum Schluß, die ständige Anwesenheit des Flottillenarztes im Einsatz, der u.U. bei plötzlichen schweren Erkrankungen einen Abbruch des Unternehmens bewirken konnte und bereit war, im Seegang von einem auf ein anderes Boot, dessen Personal seiner Hilfe bedurfte, hinüberzuspringen.

[Zitat Ende]
Die Flottillenärzte waren so einsatzerfahren, daß sie oft bei Einsätzen an Bord von "neuen" Kommandanten mitfuhren, um als "Mentoren" zu wirken.

Erstaunlich das im Lebenslauf des Bootes für den 21.03. alle möglichen gefallenen Personen des Brückenpersonals namentlich angegeben sind aber der Stabsarzt soll unter den 7 weiteren sein?!
Die Personennamen wurden aus dem Hümmelchen-Buch übernommen
(unbekannte Quelle, in der Einsatzübersicht des FdS, das einzige aus dem BA/MA verfügbare Originaldokument, stehen sie nicht.)

S-181 war wohl Führungsboot eines größeren Verbandes
Führerboot der 2. Schnellboot-Flottille, an diesem Tag nur mit 3 Booten im Einsatz

Gruß, Urs

"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Offline JensA

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Allerdings lässt sie das Todesdatum von Walter Gregor sich durch die Suchseite von dem Volksbund (https://www.volksbund.de/erinnern-gedenken/graebersuche-online) bestätigen, aber leder nicht dessen von Fritz.
Siehe angehängte Auszug.

Jens

Offline Axel66

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@Jens, Danke für die Info und den Auszug vom Volksbund zu Dr. Walter Gregor. Bleibt für mich zu klären, auf welcher Einheit er abkommandiert war. Anfrage bei der WASt in Berlin läuft ...
Ein Grab in Kopenhagen deutet ja darauf hin, dass er Ende März '45 entweder an Bord bei einem der letzten Einsätze in der Ostsee gefallen ist, oder er war in Dänemark an Land z. B. in einem Marine-Lazarett stationiert. Eine andere Möglichkeit wäre vielleicht noch, dass er ausgehend von seinem Heimatort in Ostpreußen (Elbing, Memel o.ä.) irgendwie im Zusammenhang mit den vielen Flüchtlingstransporten, welche die Marine ja noch durchgeführt hat, ums Leben gekommen ist.
VG
Axel