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Schwimmkran PK-175 - Herkunft und Schicksal

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SchlPr11:
Hallo,
der Schwimmkran PK-175 wurde im Jahr 1941 bei der Werft Gusto Firma A.F. Smulders Schiedam-Holland erbaut. Seine Baunr. 787. Dieses dürfte sich auf den Ponton beziehen, der eigentliche Kran von Verschure-Conrad, Amsterdam-Harlem-Holland mit gleichem Baujahr.

Angaben nach den Bauplaketten, die sich vielleicht auch noch heute irgendwo am Kran finden lassen könnten!

Möglicherweise war es ein direkter sowjetischer Auftrag, was den späteren Weg nach Osten erklären ließe.
Der Zusammenbau des Kranes durch Aufbau des Auslegers fand in Gotenhafen mit Hilfe des dortigen 350 t-Schwimmkranes statt. Das Farbfoto bestätigt hier zusätzlich den Aufenthalt in Gotenhafen. Später verlegte der Schwimmkran nach Danzig zur F. Schichauwerft dort.

Soweit ist die Geschichte belegbar.

Bei Besetzung von Danzig durch die Rote Armee dürfte der Schwimmkran noch in der Werft dort gelegen haben. Schwimmfähig oder defekt? Bleibt als Frage!
Vor Übergabe an Polen wurde die Danziger Industrie von den Trophäenabteilungen total ausgeräumt.
Da war Berlin noch nicht einmal erobert!
Polen bekam die Stadt sozusagen "besenrein", was Fotos vom Hafen aus der Epoche belegen.
Der spätere Kran PK-175 wird in dieser Zeit seinen Weg nach Leningrad gefunden haben. Wenn eigener sowjetischer Auftrag nach Holland, eben zu Recht, ansonsten Teil der Kriegsbeute. Man war nicht bereit mit Polen als Verbündeten zu teilen. Am 21. Juli 1945 unterzeichnete Stalin den Beschluß Nr. 9534 des Staatskomitees für Verteidigung mit dem er persönlich festlegte, daß erst ab dem 15.08.1945 Polen eine gewisse Hoheit über das Territorium erhielt.
Da dürfte der Schwimmkran längst in Leningrad angekommen sein.
REINHARD

MarkusL:
Hallo,
wie immer tolle Bilder von Reinhard.
Der Kran ist in der Tat als "Russenauftrag" von der KM bei Gusto übernommen worden.

Dokumentiert bei German documents in Russia

https://wwii.germandocsinrussia.org/de/nodes/3932-akte-138-listen-von-den-in-betrieb-genommenen-schiffen-und-schiffsneubauten-die-in-den-von-deutschland-besetzten-l-ndern-erfasst-sind-zeitrahmen-1940-1943#page/130/mode/inspect/zoom/4

Den sehr rührigen Freunden der niederländischen Werf Gusto Gruppe gebührt die Ehre, sogar eine Fotodokumentation des Baus in Schiedam erstellt zu haben.
Es gibt dort sogar Bemühungen zum Kranerhalt.

https://werf-gusto.com/?page_id=2846

Ein sehr schönes Bild des Kranes vor seiner Ablieferung vor der Bauwerft in "Rotterdam Oorlogshaven".
Im britischen Luftbild von Gotenhafen ist der Kran ab Oktober 1942 nachweisbar.
Mit Beginn des Typ XXi-Baus wurde der Kran der Danziger Werft zugeordnet, bei Rössler "Typ XXI" (5. Aufl.) ein Bild vom Aufsetzen der Sektion 2 für U 3501 vom 19.03.44 auf Transportfloß.
Übrigens dort der einzige Kran für die schweren Sektionen 6 und 3.
In Danzig gelangte der Kran dann in die Hände seiner eigentlichen Besteller.

Gruß
Markus

olpe:
Hallo Markus,
… feine links  … top … auch und gerade der von den niederländischen Freunden … Die Bauabfolge des Pontonrumpfes mit Nietung ist recht sehenswert. Man kann nur die Daumen drücken, das der Kran museal erhalten bleibt … 
Grüsse
OLPE

Felix Hristenko:
Oha, hier sehe ich die Informationen und Fotos von dem, das ich niemals gehört und gesehen habe! Vielen Dank!

Unser Kapitän hat nur erzählt, das der Kran als Trophäe von der deutschen Marine genommen wurde, aber das der von UdSSR bestellt wurde höre ich zum ersten Mal!
Kapitän hat auch erzählt, das der Kran in Polen eine Bombe bekam und sank.
Man kann ja die Stelle, da wo die Bombe getroffen hat noch sehen und kleine "Löcherchen" in 1-2cm dicken Metallbalken auch.
Dann wurde er gehoben und nach Riga (heute Lettland) gebracht. Dort wurde er zum arbeitstauglichen Zustand repariert und ungefähr zum Jahre 1949 kam der nach Sankt-Petersburg (damals Leningrad).
So klang die Geschichte von Kapitän.

Zum den "Museal erhalten" ist es leider nicht so..
Der Kran wird täglich genutzt und sehr schlecht bedient, auch gegen den Ufer kracht das fast jeden Tag und muss ab und zu geschweist werden. Nur wegen seiner Zuverlässigkeit und unglaublicher Qualität bleibt er noch in Betrieb.

Hoffentlich schaffen das die Gustoleute den zu retten, befor er seine Tätigkeit verliert..
Das ist wirklich eine Legende!
Die Schansen sind zwar wenig, aber die Hoffnung stirbt als letzte:(((

SchlPr11:
Hallo,
als Anregung - vielleicht läßt sich von den Admins der Schwimmkran-lastige Teil hier trennen und separat im Ressort Schwimmkräne unter Schwimmkran PK-175 - Herkunft und Schicksal führen?
Selbst mußte ich jetzt schon sehr suchen, um wieder Anschluß zu finden.

Ich bin mir sicher, daß PK-175 bislang unbekannt in Warnemünde tätig war, um z. B. Kessel der Reparationsschiffe SOWJETSKIY SOYUZ und YURI DOLGORUKI zu montieren. Sicher auch auf weiteren Schiffen bis ca. 1955. Bislang ist von seiner Anwesenheit nichts bekannt, doch dieses einzige mir bekannte Foto nährt diese Vermutung schon stark. Rechts am Bildrand ist der Ausleger eines großen Schwimmkrans zu erkennen. Die Katzenführung erinnert stark an PK-175!
Neben dem 100 t- Schwimmkran der Neptunwerft gab es in der DDR zu dieser Zeit keine entsprechenden Kräne. Dieser war von Auslage und Hubkraft (?) für diese Arbeiten nicht geeignet. Leider kenne ich keine Daten der Kessel aus dem VEB Dampfkesselbau Hohenthurm.
Die SOWJETSKIY SOYUZ verließ am 13.10.1955 die Warnowwerft und scheint hier kurz vor der Auslieferung zu stehen.
So stelle ich diese Vermutung hier einmal zur Diskussion - REINHARD

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