Hypothetische Szenarien > Konstruktions-Planungen

Zerstörer 1936C mit Dieselantrieb

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Sven L.:
Ich habe gerade eben das Buch Die Deutsche Kriegsmarine 1935-1945, Bd.7 von Siegfried Breyer erhalten.

In der Tat hatte ich mit der Feststellung recht, das Koop/Schmolke bei der Summierung ein Rechen-/Druckfehler unterlaufen ist. D.h. das die Konstruktionsverdrängung 3.021 t betragen hätte.

apendics.de.ore:
Hallo Sven,

eine schöne Maschinenanlage hast du da zusammengestellt. Passend auch für einen Achttausendtonner mit 10" Hauptbewaffnung und 30 kn.

Für die Generatoren: Die Nutzung der Hauptmaschinen wäre doch auch sinnvoll, selbst ein Einzylinder-Versuchsmotor hatte stets funktioniert
und die Stromversorgung bekommt nicht so schnell nasse Füße.


Gruß

Marco

apendics.de.ore:
… eine weitere Möglichkeit der Bauform des Diesel-Aggregats wäre eine Halbsternenform.

Vier Zylinder in einem Einzelwinkel von 36°, einem Gesamtwinkel von 144°, mit angehängten Spülgebläse.
Die Raummaße wären Länge: 2 m, Breite 5 m, Höhe 5 m mit Abgasanlage. Diese im Verbund als Blockbauweise
gekuppelt in der Länge, auch versetzt, ergäbe eine 12 Zylinder-Anlage von 8 m.

Gruß

Marco

Ein Frührentner (49) mit viel Zeit  :wink:.

Sven L.:
Hallo Leute,

weil ich nach Trimm usw. gefragt wurde, habe ich mich daran gesetzt. Es ist viel zu rechnen - noch schlimmer ist's wenn Zahlen nicht so recht zueinander passen,  oder Gewichte geraten werden müssen.
In den letzten Tagen sind mir einige Bücher ins Haus geflattert, welche sich allesamt mit dt. Zerstörern und Torpedobooten beschäftigen.
Bei S. Breyer, Entwicklungsgeschichte der Zerstörer und Torpedoboote findet sich auf den Seiten 164 und 165 einiges an Zahlen zum Typ 36C.
Für die Artilleriebewaffnung sind in der Gewichtsgruppenübersicht (Entwurf) 194 t angegeben.  Wenn man hingegen die Gewichte entsprechend der Übersicht zur Bewaffnung eine Seite davor zugrunde legt,  ergeben sich "nur" 140 t. Wenn ich die Gewichte nur für die Artilleriemunition entsprechend der Schußanzahl rechne, komme ich auf rd. 54 t, wogegen in der Tabelle 41 t angegeben sind. Das sind jede Menge offener (Artilleriegerät?) und zu hoher (Munition) Gewichte. Falls jemand sinnvolle Antworten darauf kennt, bin ich über eine entsprechende Aufklärung dankbar.

Sven L.:
Zerstörer 1936C mit Hochdruck-Heißdampf (IS?)

Vorwort

Ursprünglich wollte ich an dieser Stelle zum Trimm des Entwurfs mit Dieselantrieb Stellung nehmen. Beim Rechnen bin ich jedoch zu der Überzeugung gekommen, dass die Dieselmotorenanlage doch schwerer wäre als die angegebenen 1.050 t. Bei Verwendung von V-Motoren statt der R-Motoren würde ein Motorenanlage bei dann höherer Konstruktionsgeschwindigkeit möglich sein. Darum verfolge ich das Projekt Zerstörer 36C mit Dieselantrieb nicht weiter.
Um das Projekte Zerstörer 1936C weiter zu verfolgen blieb mir nur den Dampfantrieb zu verbessern. Hier bot es sich an den Entwurf mit einer IS-Anlage zu versehen. Näheres hierzu dann bei der Beschreibung der Antriebsanlage.
Nachfolgend die Entwurfsbeschreibung.

Der Entwurf
Nach dem Zulauf diverser Literatur sind die Abmessungen dem „Tatsächlichen“ angepasst, also …
Länge C.W.L. – 121,5 m, Breite - 12,15 m, Tiefgang C.W.L. – 3,88 m und Seitenhöhe – 6,65 m
Der entsprechend abgeänderte Spantenriss ergibt nun eine Konstruktionsverdrängung von 3.097 t. Die ca. 25 t Mehrgewicht gegenüber der in der Literatur üblichen Angabe von 3.072 t darf nicht überbewertet werden. Die zwei in Bau gegebenen Boote Z 46 und Z 47 sind nie endgültig verwogen worden. Die Angabe ist nur nach Entwurf gemacht, wobei es selbst bei S. Breyer Differenzen gibt, wie ich in einem vorhergehenden Post schon angedeutet habe.
Die Gewichtsgruppe Schiffskörper enthält nun 1.047 t. Die Schiffshilfsmaschinen ergeben jetzt ein Gewicht von rd. 178 t. Die 9 t Mehrgewicht gegenüber dem originären Typ 36C sind dem Mehrgewicht der rein elektrisch betriebenen Hilfsmaschinen geschuldet. Die Ausrüstung ohne Wasser entsprechend der Entwurfsmethoden Einheitsgewichte und Gebundener Entwurf ist mit 132 t angenommen.
Die Artilleriebewaffnung besteht aus:

* 6x 12,7-cm L/45 Drh LC/41 (120 Schuß je Rohr)
* 8x 3,7-cm LM44 (2.000 Schuß je Rohr)
* 16x 2,0-cm L/65 C/38/43 (2.000 Schuß je Rohr) Anzumerken ist, dass die Dotierung für die mittlere und leichte Flak und auch der Hauptartillerie durchaus höher liegen kann. Es ist genug Stauraum dafür vorhanden.
Geleitet wird die Artillerie (Seeziel- und Flak) durch die neuartigen Leitgeräte M-42, welches die Schusswerte optisch und durch Funkmessortung ermittelt.
Gewicht der Artilleriebewaffnung: 236 t

Die Torpedobewaffnung besteht aus den obligatorischen zwei 53,3-cm Vierlingssätzen. Hinzu kommen vier Lagerbehälter für Reservetorpedos, wie sie die Zerstörer vom Typ 34/34a ebenfalls hatten.
Gewicht der Torpedobewaffnung: 49 t

An Speerwaffen sind vier Wabo-Werfer zu zweien an jeder Seite des Achterdecks angeordnet. Deutschland hatte „Ablaufbahnen“ mit entweder je 3 oder 1 Wabo. Ich habe an den Seiten im Achterschiff je 6 mit einer Wabo an Steuer- und Backbord eingefügt. Das Ottergerät habe ich z.Zt. noch nicht eingezeichnet. Die Minenbahnen waren im Krieg dauerhaft installiert, jedoch nicht in Friedenszeiten. Dann nur nach Bedarf.
Gewicht der Sperrwaffen: 6 t

Zu den Gewichten der Bewaffnung kommt noch das Gewicht für die E-Messer, Kabel, Schalt- und Rechenstellen usw.
Dieses wurde mit rd. 30 t angenommen.

Das Gesamtgewicht der Bewaffnung beträgt 320 t.

Die Antriebsanlage wurde komplett geändert. Wie die Hochdruck-Heißdampf-Anlagen geändert werden müsste, um effektiver zu arbeiten, hat sich bereits der vormalige L.I. Kpt.Ltn. (Ing.) Günter Illies Gedanken gemacht und hierzu im Jänner 1942 und im April 1942 Eingaben an höheren Stellen gemacht, wofür er sich zuerst eine Rüge und danach Kammerarrest eingefangen hat. Letztendlich fand sein Vorschlag doch Gehör und er durfte ab 1943 in Elbing bei der Schichau-Werft seine Anlage bauen. Am 8. Jänner 1944 wurde Anlage erstmalig in Betrieb genommen und am 20. Jänner 1944 wurde sie dem OKM mit Schiffbaukommision und den Abteilungen K II und K IV sowie am 1. Februar 1944 dem Chef des Hauptamtes Kriegsschiffbau vorgeführt. Die Resultate müssen wohl zufriedenstellend gewesen sein, weil die Anlage schließlich für das „Flottentorpedoboot 1944“ vorgesehen wurde. Möglicherweise auch für den „Zerstörer 1945“.
Was bedeutet nun IS-(Illies-Schichau)-Anlage? Zuallererst das sämtliche Hilfsmaschinen elektrisch betrieben werden und somit der erzeugte Dampf ausschließlich den Antriebsturbinen zugutekommt. Gemäß den hier -> Thermodynamische Kreisprozesse gezeigten Möglichkeiten sähe das Schema der Antriebsanlage in etwa so aus:

Nun ist mir bekannt, dass die IS-Anlage mit Anzapfung zwecks Speisewasservorwärmung erfolgte, jedoch ist mir nicht bekannt wieviele Anzapfungen vorgenommen werden sollten. Ich habe mit zwei Anzapfungen gerechnet, welche jeweils am Ende der HD-Stufe und am Ende der MD-Stufe erfolgen. Hierbei ist bereits eine Brennstoffersparniss von ca. 16% möglich! Wenn man nun noch die Ersparnis durch den Wegfall der Dampfbetriebenen Hilfsmaschinen hinzurechnet, wäre eine Erweiterung des Fahrbereichs um ca. 50% als durchaus realistisch anzusehen. Nicht ganz unwichtig ist dabei auch das geringere Gewicht der Dampfkessel, weil die Rauchgasvorwärmung zum großen Teil oder gänzlich entfallen kann.
Für den vorliegenden Entwurf habe ich jetzt eine Konstruktionsgeschwindigkeit von 37,5 kn angenommen und hierfür eine Antriebsleistung von 80.000 WPS errechnet. Dies entspräche in der Leistung der des „Zerstörers 1945“, weshalb ich die Anlage gemäß diesem Typ gezeichnet habe. Das Maschineneinheitsgewicht beträgt hierbei 12 kg/WPS.
Einen wichtigen Punkt bzgl. der IS-Anlage habe ich noch vergessen. Bisher üblich war die Regelung an der Turbine. Dieses sollte bei der IS-Anlage entfallen und stattdessen an den Kessel mittels Regulierung der Heizölzufuhr geschehen. Dies ist die Gleitdruckregelung. Hierbei sollte der Druck bei 25 kn auf ca. 19 bar heruntergefahren werden und dann bis zur Höchstleistung auf 65-70 bar erhöht werden. Die Heißdampftemperatur betrug rd. 400 Grad.

Nachfolgend die Ansichten:


Trimm

Der Formschwerpunkt (F) liegt 60,60 m vor Spt.0
Der Gewichtsschwerpunkt liegt 60,10 m vor Spt. 0

Das bedeutet für vorne einen um rd. 2,4 cm geringeren und achtern einen um 1,4 cm größeren Tiefgang gegenüber dem Konstruktionstiefgang von 3,88 m.

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