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Studie zu einem Panzerschiff

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Sven L.:
Studie zu einem Panzerschiff

Vorwort:
Es gab bereits einige Studienentwürfe zu Nachfolgern der deutschen Panzerschiffe. Angefangen von der Rekonstruktion der Panzerschiffe „D“ und „E“, als auch diverse andere Entwürfe in verschiedensten Konfigurationen. Der Letzte hierzu mit der außergewöhnlichen Aufstellung der SA im Achterschiff.
Dies hat mich dazu angeregt über einen vor längerer Zeit dargestellten Entwurf neu nachzudenken. Als Ausgangspunkt hatte ich mir gesetzt, dass die Panzerschiffe „D“ und „E“ als moderat verbesserte Schiffe gebaut werden. Das heißt, etwas stärkere Panzerung und die Mittelartillerie in je zwei 15-cm Zwillingstürmen an den Seiten. Dazu die schwere Flak um 2 Geschütze im Mittschiffsbereich vermehrt. Die Standardverdrängung liegt bei 15.000 t. Im Endergebnis kam folgende Zeichnung heraus:


Vorgaben:
Auf der Londoner Flottenkonferenz von 1936 wurde unter anderem beschlossen, dass eine Baupause für Schwere Kreuzer und alle Schiffe, die zwischen 8.000 ts und 17.500 ts verdrängten und ein Kaliber über 20,3 cm besaßen, bis Ende 1942 eingehalten wird.
Bei dieser Studie geht es also um ein Panzerschiff „F“ mit einer Mindest-Standardverdrängung von 17.500 t. Entsprechend dem im Vorwort genannten früheren Entwurf wollte ich die schwere Artillerie im Vorschiff und die Mittelartillerie im Achterschiff konzentrieren. Die Geschwindigkeit sollte 29+ kn betragen und der Antrieb aus Dieselmotoren bestehen. Grundlage für den Schiffskörper sollte der Linienriss des Panzerschiffs „C“ sein.

Der Entwurf:
Weil bei der gewünschten Geschwindigkeit größere Motoren als bei den Original-Panzerschiffen von Nöten sein würden und sich somit ein deutlich größere Schiffslänge herauskommen würde, habe ich die Länge in der CWL auf 200 m festgelegt. Entsprechend der Verhältniswerten der originalen Panzerschiffe ergab sich eine maximale Schiffsbreite von 23,90 m und ein Tiefgang von 7,20 m. Mit diesen Ausgangswerte habe ich die hier erhältliche Tabelle gefüllt.

Die Artillerie bekam folgende Konfiguration:

* SA mit 6 Rohren 28,3-cm und je 100 Schuß
* MA mit 6 Rohren 15-cm und je 150 Schuß
* sFlak mit 16 Rohren 10,5-cm und je 400 Schuß
* mFlak mit 8 Rohren 3,7-cm und je 2.000 Schuß
* lFlak mit 8 (9) Rohren 2,0 cm und je 2.000 SchußDazu kommt ein Flugzeug Arado 196 mit Hangar und drehbarem Katapult sowie 6 Torpedorohre und je 2 Drillingssätzen.
Gemäß der Zeichnung ergab sich ein Bunkerinhalt für Diesel und Schmieröl von 3.650 t, wovon 6% für das Schmieröl zu rechnen sind. Dies reicht für einen Fahrbereich bei einer Marschgeschwindigkeit von 20 kn von ca. 18.500 sm.

Der Antrieb stellt sich wie folgt dar:
Auf jede Welle – es sind zwei vorhanden -  arbeiten 4 Dieselmotoren vom Typ M 11 Z 46/64 wobei jeweils zwei Motoren von je einem Dieselmotor M 6 Z 42/58 als Spülluftmotor unterstützt werden. Die Anordnung der Vulcan-Kupplung und des Untersetzungsgetriebes erfolgt wie bei den Original-Panzerschiffen.
Die Reihenfolgen der Räume ist:  M D M M D M
M = Motorenraum, D = Drucklagerraum
Jeder Haupt-Motor leistet bei 420 U/min. ca. 10.850 PSe an Höchstleistung. Bei 8 Motoren ergeben sich ca. 80.724 PSe an Dauerleistung und reicht für die geforderten 30 kn Höchstgeschwindigkeit.
Ich habe den Motor M 11 Z 46/64 gewählt, weil der Motor M 12 Z 42/58 nicht genügend Leistung erzeugt um mit acht Motoren auszukommen. Darüber hinaus war der 46/64 bei MAN durchaus in der Planung gewesen ist. Bei Verwendung des 42/58 müssten 10 Motoren verbaut werden, was bedeutet das eine Welle mehr untergebracht werden müsste und die Maschinenräume insgesamt viel länger werden würden. Jetzt beträgt die Maschinenraumlänge 72,50 m.

Die Gewichtsgruppen:
Das Gesamtgewicht verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Gewichtsgruppen:
Gewichtsgruppe GewichtSchiffskörper 4.968 tPanzerung 4.850 tHauptmaschinen 2.413 tSchiffshilfsmaschinen 913 tBewaffnung 3.105 tAusrüstung o. Wasser 742 tTrink- und Waschwasser 212 tBaureserve 291 tStandardverdrängung 17.494 tBrennstoff, Schmieröl 3.650 tKonstruktionsverdrängung 19.319 tSonstiges:

In der Zeichnung zu dem Entwurf ist noch der alte Brückenturm der Panzerschiffe zu sehen. Es ist durchaus möglich das dieser als Turmmast ausgeführt worden wäre. Angenehmerweise ließ sich bei der Länge des Entwurfs ein Hangar für die Fliegerkomponente unterbringen.
Die Idee mit der im Vorschiff untergebrachten schweren und der im Achterschiff angeordneten mittleren Artillerie ist in Deutschland nicht unbekannt. Weniger durch die britische HMS Nelson, als eher dadurch, das in den Vorentwürfen zum Panzerschiff „A“ auch solche mit der hier genannten Anordnung auftauchen.
Die Baukosten betragen ca. 102,2 Mio. RM. Bei der Annahme, dass die Panzerschiffe „D“ und „E“ bei rund 90 Mio. RM liegen und zu diesen vier des hier vorliegenden Entwurfs dazu kommen, entstünde eine Einsparung von rund 82 Mio. RM gegenüber den tatsächlich gebauten deutschen Großkampfschiffen. Von diesem eingesparten könnten entweder zwei weitere leichte Kreuzer, oder sieben Zerstörer gebaut werden.

Hier nun die Ansichten zu dem Entwurf:

Sven L.:
Hier noch zwei Zeichnungen mit den untersten zwei Decks. Stauung und unteres Plattformdeck:

Stauung:


Unteres Plattformdeck:


Bei der Stauung ging es mir in erster Linie um die Lage und Ausstattung der Maschinenräume. Bei den Plattformdecks, hier erstmal nur das Untere, um die Stauung der Munition.

ede144:
Wären eigentlich Vierlinge möglich?

AND1:
Vierlinge haben sich schon bei der KGV-Klasse nicht bewährt.

Smutje Peter:
Moin zusammen

Interessanter Entwurf Sven.

Vom Zeitfenster her ist die Artillerieaufstellung up to date. Neben der britischen Nelson ist auch Dunkuerque in Frankreich ein Vertreter dieser Entwurfsströmung. Desgleichen ist die Antriebsanlage von den Gewichts- Leistungs- und Raumparametern für die Zeit realistisch. Soweit ich das beurteilen kann, war ein solcher Entwurf zur genannten Zeit technisch realisierbar.

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