Tansill: "Die Hintertür zum Kriege"

Begonnen von Sprotte, 27 April 2020, 23:09:21

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Sprotte

Momentan lese ich " Die Hintertür zum Kriege" von Charles callen Tansill.
Es ist nur indirekt Marineliteratuer, Tansill beschreibt, dass FDR ( Roosevelt) bereits um 1940 ein Abkommen mit den Niederlanden, Grossbritanien, China und Australien schloss mit dem Hintergrund, sollten die Japaner eine bestimmte Linie überschreiten, befinden sich die vertragsschliessenden Staaten automatisch mit Japan im Kriegszustand. Und das war bereits am 06.12.41 gegen 10.20 Uhr der Fall.
Von dem völker- und kriegsrechtlichen Zustand eine sehr interessante Position. Die Frage ist nur, ob jemand wagt, dieses heisse Eisen anzufassen.
Auch im Orchester des Lebens dringt das Blech am meisten durch.

Spee

Servus,

das Eisen ist nicht mal lauwarm. Wenn der Gegenüber (Japan) sowieso kein kriegs- und völkerrechtlichen Positionen einhält, dann ist's hinfällig. Die besagte "ABDA-line" war den Japanern bekannt und es hat sie fürchterlich nicht interessiert, nur als Propagandamittel daheim.
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Sprotte

Auf jeden Fall gab es wegen Pearl Harbor mehre Untersuchungsausschüsse des Senats; auch schon während des Krieges. Erst nach Beendigung des Krieges wurden die Fakten publik, weil die Geheimhaltung keine Rolle mehr spielte.
Hätte Roosevelt den Krieg überlebt, wäre er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch ein Impeachment aus dem Amt gejagt worden.
Auch im Orchester des Lebens dringt das Blech am meisten durch.

Spee

Keinesfalls wäre Roosevelt irgendetwas passiert. Er wäre der Präsident gewesen, der den Krieg gewonnen hat, alles Andere wäre nachrangig gewesen. Ausser ein paar Senatoren hätte es Niemanden interessiert ob er etwas wusste oder nicht.
Fakt ist, Japan hat angegriffen, nicht die USA. Selbst wenn man 100%ig Pearl Harbor als Ziel ausgemacht hätte, der Angriff fand statt, so oder so.
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Sprotte

Moin, Thomas,
vorher hatte ich das Buch gelesen " Pearl Harbor " von George Morgenstern; danach stellt sich die Situation anders dar.
Bemerkenswert halte ich, dass das Buch bereits 1947 herauskam.
Hier die Beschreibung des Buches; kopiert von www.buecher.de  :
Produktbeschreibung
Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges befaßte sich ein Untersuchungsausschuß des amerikanischen Kongresses mit dem japanischen Angriff auf die Pazifikflotte in Pearl Harbor, der zum Kriegseintritt der USA führte. Das Material, das bei dieser Untersuchung zu Tage gefördert wurde, war für die Roosevelt-Regierung derart skandalös und belastend, daß neben einem demokratischen auch ein republikanischer Abschlußbericht vorgelegt wurde. Die 1947 veröffentlichte Arbeit erscheint erstmals in deutsch herausgegeben, übersetzt und kommentiert von Walter Post.
Auch im Orchester des Lebens dringt das Blech am meisten durch.

t-geronimo

Komisch, wenn ich bei Buecher.de nach dem Buch suche, finde ich nur eine andere  --/>/> Beschreibung:
"[...]wie Roosevelt nach Vorwänden füe einen Krieg mit Deutschland sucht und wie Deutschland von Washington schließlich in den Krieg hineingetrieben wird, den es immer vermeiden wollte. Ein Klassiker der Kriegsursachenforschung!"

Jetzt habe ich Kopfschmerzen. :BangHead:
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

bettika61

Zitat von: Sprotte am 28 April 2020, 15:34:37

vorher hatte ich das Buch gelesen " Pearl Harbor " von George Morgenstern; danach stellt sich die Situation anders dar.
Bemerkenswert halte ich, dass das Buch bereits 1947 herauskam.
..
Das nennt man Verschwörungstheorie  :MS:
Grüße
Beate

,,Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." George Santayana

Sprotte

Moin, Thorsten,
das ist ein Missverständnis; mit dem Verweis auf www.buecher.buecher.de meinte ichdas Buch " Pearl Harbor " von George Morgenstern. :wink:
Auch im Orchester des Lebens dringt das Blech am meisten durch.

Ulrich Rudofsky

Pearl Harbor
Einstmals war dieser Bericht geheim und wurde erst am 27.9.2007 deklassifiziert. 

ZitatWhat Every Cryptologist Should Know about Pearl Harbor
https://www.nsa.gov/Portals/70/documents/news-features/declassified-documents/cryptologic-quarterly/pearlharbor.pdf
Ulrich Rudofsky

Spee

Servus Sprotte,

Morgenstern war Isolationist und dann hat er seine Meinung.
Grundsätzlich, selbst wenn Roosevelt etwas wusste, was hätte er tun sollen? MAGIC preisgeben? Keiner hätte das getan!
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Zitat von: Spee am 28 April 2020, 17:40:12Morgenstern war Isolationist und dann hat er seine Meinung.
Grundsätzlich, selbst wenn Roosevelt etwas wusste, was hätte er tun sollen? MAGIC preisgeben? Keiner hätte das getan!

Nicht nur die Flugzeugträger rechtzeitig aus Pearl Harbor abziehen, sondern auch die alten Schlachtschiffe?
Jäger und Flak alarmieren und die Schiffe in Kriegsverschlußzustand bringen? Einen Gegenangriff auf die japanischen Träger vorbereiten?

Oder noch viel besser: Den Japanern durch amerikanische Seefernaufklärer deutlich machen, daß sie entdeckt waren. Dann wären die nämlich aufgrund des Verlustes des Überraschungsmoments umgekehrt.

In keinem dieser Fälle hätte man MAGIC preisgegeben. Mit Aufklärung rund um den Hauptflottenstützpunkt des Gegners muß man rechnen. Mit Abwehrbereitschaft ebenso.

Spee

Ab welchem Zeitpunkt wäre es den aufgefallen?
1-2 Tage vor dem Angriff kompromittierst du auf jeden Fall MAGIC. Ab Anfang November oder eher?
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

#12
Zitat von: bettika61 am 28 April 2020, 16:01:57
Zitat von: Sprotte am 28 April 2020, 15:34:37

vorher hatte ich das Buch gelesen " Pearl Harbor " von George Morgenstern; danach stellt sich die Situation anders dar.
Bemerkenswert halte ich, dass das Buch bereits 1947 herauskam.
..
Das nennt man Verschwörungstheorie  :MS:

Ja, so lautet die Sprachregelung des Wahrheitsministeriums (herausgegeben am 1. April 1967 von der CIA Abt. für Psychologische Kriegsführung an ihre Einflußagenten):

https://www.heise.de/tp/news/50-Jahre-Verschwoerungstheoretiker-3674427.html
https://www.themindrenewed.com/images/documents/countering/docs/aarc-rhwork-12_0001_0002.png
https://www.themindrenewed.com/images/documents/countering/docs/aarc-rhwork-12_0001_0003.png
https://www.themindrenewed.com/images/documents/countering/docs/aarc-rhwork-12_0001_0004.png

Wer sich unabhängig vom "Betreuten Denken" des Wahrheitsministeriums zum Thema Pearl Harbor machen will, könnte sich auch dieses Buch noch zu Gemüte führen:
https://www.amazon.co.uk/Pearl-Harbor-Mother-All-Conspiracies/dp/0738868892/ref=sr_1_fkmr3_2?dchild=1&keywords=Pearl+Harbour+Mother+of+all+conspiracies&qid=1588089466&s=books&sr=1-2-fkmr3

Ein Auszug aus den dort formulierten Thesen:
http://whatreallyhappened.com/WRHARTICLES/pearl.php#axzz3tppWMTE8

Zitat von: Spee am 28 April 2020, 18:21:53
Ab welchem Zeitpunkt wäre es den aufgefallen?
1-2 Tage vor dem Angriff kompromittierst du auf jeden Fall MAGIC. Ab Anfang November oder eher?

Der Zeitpunkt für die Aufklärungsflüge kann sich ja nur nach dem Zeitpunkt, in dem die japanische Flotte in die Reichweite der Seefernaufklärer kommt, richten. Damit kompromittiert man auf keinen Fall MAGIC, da mit Rundumaufklärung um Pearl Harbour zu rechnen ist. Ein Entdecktwerden könnten die Japaner nur als "Pech", bzw. hervorragende Luftaufklärung der Amerikaner verbuchen.

Die Flotte und die Luftabwehr in Pearl Harbour in Alarmzustand zu versetzen kompromittiert MAGIC auch nicht mehr als die gleichlautenden Befehle an McArthur auf den Philippinen. Die US-japanischen Spannungen rechtfertigten solche Vorsichtsmaßnahmen, jedenfalls kann daraus nicht auf Funkentschlüsselung geschlossen werden.

Aber der Zweck war ja ein anderer: Durch Abziehen der modernen Flugzeugträger und deren schneller Begleitschiffe (Schwere Kreuzer) sollten die alten Schlachtschiffe der Pazifikflotte, die man noch dazu aus Kalifornien mitten den Pazifik vorverlegt hatte, den Köder darstellen, der die Japaner zum ersten Schuß veranlaßte, ohne die modernen als kriegsentscheidend angesehenen Schiffe zu gefährden. Möglicherweise rechnete man nicht mit dem Glückstreffer durch die mit Leitwerk ausgestattete Artilleriegranate auf die Arizona, der die Explosion der Munitionskammern zur Folge hatte. Diese Wirksamkeit der Abwurfwaffen war aber auch die einzige Überraschung auf US-Seite.

Ein oberflächlich betrachteter "Erfolg" des japanischen Angriffs war in zweierlei Hinsicht vonnöten:
1. Hätte Hitler wahrscheinlich bei einem japanischen Mißerfolg (Midway ein halbes Jahr vorverlegt) die dt. Kriegserklärung an die USA unterlassen - und auf die kam es Roosevelt ja an.
2. Wurde so natürlich die Wut des amerikanisches Volkes auf das Höchste angestachelt, was die bisher nicht vorhandene Mehrheit für den Kriegseintritt der USA herstellte.

Spee

Ich seh da ein paar Fehler:

1. Die deutsche Kriegserklärung war überhaupt nicht gegeben. Warum Hitler den USA de Krieg erklärt hat, ist bis heute den Amerikanern ein Rätsel. Es gab auch mit Pearl Harbor keinen Grund dafür.

2. Wenn die Japaner die Warnungen nicht verstehen wollen, dann wäre es sowieso zu einem Krieg gekommen. Und das das gesamte amerikanische Volk um jeden Preis keinen Krieg wollte bezweifle ich. Die Japaner hatten bereits mehrer Steilvorlagen geliefert, das sie nicht mehr gut bei den Amerikanern ankamen.

3. Wie blind sollen den die Japaner sein, wenn sich die Amerikaner bis 1-2 Tage vor dem Angriff hauptsächlich einen Sonnenbrand holen und dann plötzlich anfangen aktiv zu werden? Das wäre denen nicht aufgefallen?
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

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