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Autor Thema: Details zur ENIGMA  (Gelesen 4267 mal)

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Offline longwood

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Re: Details zur ENIGMA
« Antwort #15 am: 04 Dezember 2020, 11:05:02 »
Hallo,

über den Fund der ENIGMA ist in der (Tages-) Presse schon sehr viel berichtet worden - so auch in den "Kieler Nachrichten".

In der Ausgabe vom 03. Dezember 2020 erschien auch ein größerer Beitrag. Aus diesem möchte ich einen Ausschnitt zitieren.

"Vorschrift zur Zerstörung heute  -  Die Enigma hatte einen Vorteil: Sie war tragbar und konnte dem feindlichen Zugriff durch einen Wurf über Bord entzogen werden. So einfach haben es die Marinesoldaten heute nicht.

Die streng geheimen digitalen Kommunikationssysteme sind in großen Konsolen im Funkraum und der Operationszentrale der Kriegsschiffe eingebettet.  Um diese Anlagen trotzdem für den Feind unbrauchbar wie möglich zu machen, hängen auf modernen Fregatten und Zerstörern neben den Konsolen Vorschlaghämmer, um die Komponenten zerstören zu können."

Soweit der Bericht in den "Kieler Nachrichten".

Dazu meine Frage: Stimmt es mit den Vorschlaghämmern oder handelt es sich um eine "Zeitungsente"?

Viele Grüße - und eine besinnliche Vorweihnachtszeit wünscht

Hans-Hermann H. alias longwood





Offline lafet944

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Re: Details zur ENIGMA
« Antwort #16 am: 04 Dezember 2020, 14:46:37 »
Hallo,

seit dem Fall der SMS Magdeburg sollte bekannt sein, dass der Wurf über Bord oft auch keine Lösung ist.

Viele Grüße

Offline bettika61

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Re: Details zur ENIGMA
« Antwort #17 am: 05 Dezember 2020, 11:12:12 »

Zitat
Die ENIGMA aus der Geltinger Bucht kommt nun in die Restaurierungswerkstatt des Museums für Archäologie in Schleswig. Dort soll sie weiter untersucht und konserviert werden.
Hallo,
Die ENIGMA ist an das Archäolgische Landesamt übergeben worden
Zitat
Wie die doch sehr angegriffene Enigma aufbereitet werden soll, steht noch nicht fest. „Ob nur die Oberfläche freigelegt wird, ein Einblick in das faszinierendere Innenleben der Maschine geschaffen werden kann oder sie nur konserviert und so ausgestellt wird, wie sie ist – das alles muss noch besprochen werden“, erklärte Gerhard Stawinoga.

Fest steht allerdings schon jetzt, dass das außergewöhnliche Fundstücke ausgestellt werden soll, wie die Gebietsdezernentin Stefanie Klooß versprach: „Es wird allerdings wohl noch zwei Jahre dauern, bis die Enigma für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.“

– Quelle: https://www.shz.de/30500587 ©2020
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline Rheinmetall

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Re: Details zur ENIGMA
« Antwort #18 am: 06 Dezember 2020, 21:46:45 »
Guten Abend in die Runde !

Wenn ich mich recht erinnere, erzählte mir mein alter Freund und Puster von U 642, dass im Zerstörungsfall die Schlüsselwalzen aus der Enigma zu entnehmen seien und diese dann getrennt über Bord gehen.
Die Enigma selbst sollte hierbei in einem mit Gewichten beschwerten Jutebeutel versenkt werden.

Zitat
...seit dem Fall der SMS Magdeburg sollte bekannt sein, dass der Wurf über Bord oft auch keine Lösung ist.

Was ist da schief gegangen ?  :?

Beste Grüße,

Matze  :-D
Ab Kapstadt ohne Kreiselkompass - Jürgen Oesten, U 861

Offline S-Roehre

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Re: Details zur ENIGMA
« Antwort #19 am: 22 Januar 2021, 08:52:04 »
Moin,

und es wurden, laut NDR von gestern, ganz inder Nähe noch weitere 6 Geräte gefunden

https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Schleimuende-Taucher-findet-sechs-weitere-Enigma-Chiffriermaschinen,enigma124.html

Gruß

Jürgen
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Offline bettika61

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Re: Details zur ENIGMA
« Antwort #20 am: 22 Januar 2021, 11:40:09 »
Hallo,
Danke für den Hinweis  :MG:
"Ganz in der Nähe" ist Schleimünde aber nicht im Verhältnis zur Geltinger Bucht  :-D
In unserer Lokalzeitung noch weitere Infos
Zitat
Das Interesse an den Funden schafft eine enorme Öffentlichkeit für die Arbeit der Archäologen, bindet aber gleichzeitig enorme Kapazitäten für die konservatorischen Arbeiten. „Wir haben nur ganz selten Objekte, in denen gleichzeitig Plastik, Metall und Holz verbaut worden ist. Das ist schon sehr anspruchsvoll“, sagt Sprecherin Birte Anspach. Neben den konservatorischen Arbeiten wollen die Forscher auch versuchen, etwas zur Geschichte der Maschinen herauszufinden. „Warum wurden die alle auf einmal an einer bestimmten Stelle versenkt?“ nennt Anspach stellvertretend eine der Fragen, die die Mitarbeiter des Landesamtes umtreibt. Auch sollen die Geräte, die zu unterschiedlichen Baureihen gehören, im Computertomografen der Lübecker Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie durchleuchtet werden. „Wir hoffen, so mehr über das Innenleben der Maschinen zu erfahren“, sagt Anspach. Geplant ist außerdem, zwei der Enigmas Militärhistorikern zu überlassen, damit diese die Geräte für Forschungszwecke zerlegen können.
https://www.shz.de/regionales/kiel/nach-erstem-sensations-fund-sechs-weitere-enigmas-aus-ostsee-geborgen-id30996562.html

P.S. auch der Taucher der neuen Funde  ist Mitglied im FMA  :MG:
« Letzte Änderung: 22 Januar 2021, 11:47:41 von bettika61 »
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Online Schorsch

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Re: Details zur ENIGMA
« Antwort #21 am: 23 Januar 2021, 01:10:14 »
Hallo zusammen!

(...)
Zitat
...seit dem Fall der SMS Magdeburg sollte bekannt sein, dass der Wurf über Bord oft auch keine Lösung ist.

Was ist da schief gegangen ?  :?
(...)
...bezüglich Rheinmetalls Frage zur SMS Magdeburg geht's hier weiter: --/>/> Klick!

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
'Judea, London. Do or Die.'

Berühmte letzte Worte: „Präzision und Timing sind das A und O beim Dynamit-Fischen…“

Offline bettika61

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Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline bettika61

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Re: Details zur ENIGMA
« Antwort #23 am: 12 März 2021, 10:10:09 »

Zitat
Die ENIGMA aus der Geltinger Bucht kommt nun in die Restaurierungswerkstatt des Museums für Archäologie in Schleswig. Dort soll sie weiter untersucht und konserviert werden.
Hallo,
Die ENIGMA ist an das Archäolgische Landesamt übergeben worden
Zitat
Wie die doch sehr angegriffene Enigma aufbereitet werden soll, steht noch nicht fest. „Ob nur die Oberfläche freigelegt wird, ein Einblick in das faszinierendere Innenleben der Maschine geschaffen werden kann oder sie nur konserviert und so ausgestellt wird, wie sie ist – das alles muss noch besprochen werden“, erklärte Gerhard Stawinoga.

Fest steht allerdings schon jetzt, dass das außergewöhnliche Fundstücke ausgestellt werden soll, wie die Gebietsdezernentin Stefanie Klooß versprach: „Es wird allerdings wohl noch zwei Jahre dauern, bis die Enigma für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.“

– Quelle: https://www.shz.de/30500587 ©2020
Hallo,
es ist geplant die ENIGMA nach Restaurierung im SchloßGottorf auszustellen
https://museum-fuer-archaeologie.de/de/uebergabe-der-enigma-chiffriermaschine-aus-dem-zweiten-weltkrieg-
Zitat
Was passiert jetzt mit der ENIGMA?

Um den Korrosionsprozess aufzuhalten, ist es notwendig, dass die Enigma in einem Bad aus destilliertem Wasser gelagert wird. So werden die Chloride herausgespült und die Zersetzung, die an der Luft schneller vonstatten geht, aufgehalten. Dort bleibt sie rund ein Jahr. In der Zwischenzeit darf sie aber auch zu Dokumentationszwecken, zum Röntgen oder auch schon zur partiellen Freilegung für kurze Zeit herausgenommen werden.

Ebenfalls wird von den Experten ein Restaurierungskonzept erarbeitet, das bedeutet, dass analysiert wird, wie der besondere Fund ausgestellt werden kann, wie sich die Materialien restaurieren lassen und ob möglicherweise der Öffentlichkeit ein Blick ins Innere gestattet werden kann. „Sobald die Restaurierung der Enigma abgeschlossen ist, werden wir den Fund selbstverständlich umgehend im Museum auf Schloss Gottorf prominent präsentieren und ausstellen“, so Dr. Ralf Bleile, bevollmächtigter Direktor des Archäologischen Landesmuseums.

Grüße
Beate

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Offline bettika61

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Re: Details zur ENIGMA
« Antwort #24 am: 18 März 2021, 10:40:03 »
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline Axel Niestle

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Re: Details zur ENIGMA
« Antwort #25 am: 18 März 2021, 15:18:53 »
Hallo Beate,

toller Fund, aber leider lässt mich der Ankündigungstext des NDR etwas ratlos zurück. Ich bin mir nämlich nicht sicher, ob nur überzeugte Nationalsozialisten an die Sicherheit der Enigma glaubten oder vielleicht nicht auch andere, eher apolitische oder gar andersdenkende Angehörige der Wehrmacht davon überzeugt waren. Auch weis ich gar nicht, ob Parteiinstitutionen der NSDAP Enigma-Maschinen eingesetzt haben. Aber vielleicht lege ich auch zu viel Wert auf historisch korrekte Aussagen. Hoffentlich glauben diese Leute nicht auch, dass es in unserer heutigen Bundeswehr nur Kapitalisten gibt!

Beste Grüße

Axel

Offline bettika61

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Re: Details zur ENIGMA
« Antwort #26 am: 18 März 2021, 18:51:14 »
Hallo Axel,
diese Erwartung an "historisch korrekte" Fernsehbeiträge habe ich erst gar nicht  :-D
Dafür wurde der FkGfr Heinz  Wilde, zum Offizier ernannt   :MZ:
Ich hoffe der Beitrag von Dr. Jann Witt wenigstens war korrekt.
Grüße
Beate

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Offline bettika61

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Re: Details zur ENIGMA
« Antwort #27 am: 06 April 2021, 12:42:10 »
Hallo,
 die gefundenen Enigmas werden beim Fraunhofer-Einrichtung für individualisierte und zellbasierte Medizintechnik (IMTE) in Lübeck  mit einem Computertomographen aus der Medizintechnik untersucht .
Zitat
Wir haben 4000 einzelne Röntgenbilder aus verschiedenen Richtungen von der Enigma aufgenommen und diese anschließend algorithmisch in ein 3D-Bild rekonstruiert”, sagt Direktor Thorsten Buzug  .....   . „Das so entstandene Computermodell ist deutlich detaillierter als Bilder eines herkömmlichen CT im Krankenhaus. Deren Auflösung liege bei unter einem Millimeter, sagt Buzug. „Wir kommen hier deutlich in den Mikrometer-Bereich.” ......
Nach der Restaurierung sollen die Enigmen aus der Ostsee ausgestellt werden. „Wir haben bisher drei Enigmen gescannt”, sagt Maximilian Wattenberg. .....Auch die anderen Geräte sollen digital archiviert werden.
.... „Muscheln, Sedimente, Schlick sind sehr kompakt noch in der Maschine enthalten”, sagt Buzug. Das hochpräzise Modell soll dem Restaurator helfen, bei der Entfernung des Schlicks durch die Enigma zu navigieren.

......Die Wissenschaftler beschäftigt nun die Frage, von welchen Schiffen die Enigma-Funde stammen. „In einem Fall wissen wir, dass es eine M4 ist”, sagt Ickerodt. Diese Modelle mit vier rotierenden Walzen kamen auf U-Booten zum Einsatz. Sie verfügten über mehr Codierungsmöglichkeiten als Modelle mit drei Walzen, wie sie auf Schiffen genutzt wurden. Ickerodt hofft, die Seriennummern identifizieren zu können. Darüber könnten Historiker die Enigmen möglicherweise Schiffen und Besatzungen zuordnen.
https://www.nordkurier.de/aus-aller-welt/chiffriermaschine-enigma-funde-aus-ostsee-werden-erforscht-0643033504.html
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana