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Autor Thema: Verständnisfrage U-Boot Typ VII vordere / hintere Ballasttanks.  (Gelesen 3316 mal)

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Offline eagle0899

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Re: Verständnisfrage U-Boot Typ VII vordere / hintere Ballasttanks.
« Antwort #15 am: 30 Januar 2020, 07:14:47 »
Hallo Kuk,

danke! Auf ND wäre ich nicht gekommen und habe dies bisher immer übersehen. Allerdings kann man diese Zellen damit nicht in größerer Tiefe anblasen, sondern nur an der Oberfläche ausblasen.

Gruß Eagle
"Suche immer Tauchtafeln/Rollentafeln sowie technische Berichte und Unterlagen von UBooten. Hinweise/Angebote bitte per PM.

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Offline General_KT

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Re: Verständnisfrage U-Boot Typ VII vordere / hintere Ballasttanks.
« Antwort #16 am: 30 Januar 2020, 14:06:25 »
So hier ist ja eine rege Beteiligung, nachdem man sich erstmals über meinen Nick echauffiert hat. Zur Erkärung, ich bin meines Zeichens Modder für Computerspiele und beschäftige mich ausschliesslich mit Spielen die im 2. Weltkrieg angesiedelt sind. Die grössten Deutschen Community Projekte von meinem Team und mir sind der "Historical War Ambiente" Mod für "World of Tanks" und "War Thunder". Kriegstreiber (bzw. Ger_KT oder KT) hat in der Gaming Scene einen gewissen Wiedererkennungswert, hier ist man wohl da nicht unterwegs, sonst wäre die erste Frage gewesen, ob ich KT bin^^. Lange Rede, kurzer (Un)Sinn, der Name hat keinerlei politische Aussagekraft, er ist provokativ gewählt worden im Gaming Bereich, um einen Wiedererkennungswert zu garantieren (son bisschen eigenes Ego streicheln).

Problem ist folgendes. Da ich gerade mit 2 U-Boot Spielen beschäftigt bin, wobei das eine ein waschechter Simulator ist. Mit Waschecht meine ich, das man das Ding nicht alleine fahren kann, sondern wenigstens 5 Leute braucht um eine gewisse Effizienz zu erzielen. Das U-Boot wurde (laut Entwickler) fotorealistisch von einem Typ VII-C gemacht. Das sich bei den verschiedenen Ausführungen des Typs VII-C so viel an der Bedienung ändert, hätte ich jetzt nicht gedacht. Fakt ist aber, das ich dort, wenn ich tauchen will, im Kommandoraum an das vordere Schott laufe, diese beide Rädchen drehe, dann laufe ich an das hintere Schott und drehe wieder an den Rädchen. So ab 8m unter Kiel drücke ich dann die Luft aus dem "Negativtank".

Die Grundlegende Funktion scheint ja zu sein, das man damit Ventile öffnet/schliesst (es ist ja auch oben Offen/Geschlossen) zu sehen. Es wurde hier schon amgesprochen, auch im Film "Das Boot" sind diese Rädchen sowohl über dem Bug als auch Achteren Schott. Da ich im Typ VII aber nur 2 Tauchzellen habe, die geflutet werden können, stellt sich mir die Frage, warum ich vorne UND hinten diese Rädchen habe .

Hier merkt man auch langsam meine Unwissenheit über die Wasserfahrzeuge. Ok, vorderes Schott linkes Rad Tauchzelle 1 (Backbord) und rechts Tauchzelle 5 (Steuerbord). Macht Sinn, aber warum heissen die 1 und 5 und nicht 1 und 2? (Vermutung, alle Zellen waren vielleicht durchnummeriert, vielleicht war die Untertriebszelle Tauchzelle 3). Bzw. ist genau das mein Verständnisproblem, warum ist das gleiche Rad auch nochmal am hinteren Schott und muss auch bedient werden?

So nochmal ganz in Ruhe den Text über die Bombardierung von U-96 gelesen und so einiges erschliesst sich mir.

Zitat
Tauchzelle 5 ist mit einem Volumen von 25 m³ die kleinste der drei Tauchzellen des Typs VII C, die dem Boot bei Überwasserfahrt den nötigen Auftrieb verleihen.Sie befindet sich außerhalb des vorderen Endes des Druckkörpers um die Torpedorohre herum.

Also hatte das Boot schonmal doch mehr als die 2 Tauchzellen Rechts und Links. Zumindest vorne noch eine (Tauchzelle 5). Also das rechte Rad über dem Bugschott öffnet hier das Einlassventil. Und das Linke Rad das Einlassventil von Tauchzelle 1, vermutlich die grosse Tauchzelle ausserhalb des Druckkörpers, Backbordseite.

Zitat
Ein Boot vom Typ VII C konnte nur auf seiner größten Tauchzelle 3, die ein Volumen von 47,75 m³ hatte und sich innerhalb des Druckkörpers unter der Zentrale befand, schwimmen, freilich ohne eingedrungenes Wasser.

Das nächste Mysterium. Meines Wissens nach, war unter der Zentrale der Negativtank, bzw korrekt Untertriebszelle genannt. Diese war bei Überwasserfahrt immer geflutet, um beim Alarmtauchen für den nötigen Abtrieb zu sorgen. Die wurde beim Tauchvorgang auch ausgeblasen, denn wenn die voll war, würde das Boot immer weiter absinken.

Hat evtl. jemand hier ein Bild von einem Bauplan wo man was erkennen kann? Alle die ich finde sind so hochkomplex, das man da gar nicht mehr durchblickt.
« Letzte Änderung: 30 Januar 2020, 14:37:25 von General_KT »

Offline eagle0899

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Re: Verständnisfrage U-Boot Typ VII vordere / hintere Ballasttanks.
« Antwort #17 am: 30 Januar 2020, 16:00:00 »
Hallo General_KT,

schau mal hier:http://www.uboatarchive.net/U-570/U-570Plate27.htm

Also ein Boot vom Typ VIIC hatte von achtern nach vorne:

                    B2 RB1 R2 U B4
            ------------------------------
<H Z1 |TT              Z3               TT| Z5 B>
            ------------------------------
                    B2 RB1 R2 U B4

Damit stimmt auch wieder die Nummerierung der Tauchtanks: Z1 B2 Z3 B4 Z5

Zellen dienen ausschließlich zum Tauchen, Bunker sind anfänglich mit Treiböl (Diesel) gefüllt, welches auf Wasser schwimmt.

achtern außerhalb (und hinter) Druckkörper:
- wasserdichtes Heck (oben als H gekennzeichnet)
- Tauchzelle 1 (Z1)
innerhalb Druckkörper:
- Trimmtank h (T)
- Torpedozelle 1 (T)

mittschiffs außerhalb (Wulst) jeweils an Stb und Bb
- Tauchbunker 2 (B2)
- Regelbunker 1 (RB1)
- Regelzelle 2 (R2)
- Untertriebszelle (U)
- Tauchbunker 4 (B4)
mittschiffs innerhalb
- Tauchzelle 3 (Z3)

innerhalb
- Trimmtank v (T)
- Torpedozellen 2 und 3 (T)
vorne außerhalb (und vor) Druckkörper
- Tauchzelle 5 (Z5)
- wasserdichte Back (B)

Hinzu kommen noch diverse innenliegende Treib- und Schmierölbunker sowie Wassertanks.

Gruß Eagle


« Letzte Änderung: 30 Januar 2020, 18:08:31 von eagle0899 »
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Offline General_KT

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Re: Verständnisfrage U-Boot Typ VII vordere / hintere Ballasttanks.
« Antwort #18 am: 30 Januar 2020, 23:43:26 »
Also waren, wenn ich das richtig verstehe, die beiden äusseren Tauchzellen (die angeschweissten Wulste) auch nochmals in einzelne Zellen unterteilt? Das würde natürlich erklären, warum die Unterbriebszelle unter dem Kommandostand die grösste Zelle war. Dann ist dieser "Bericht der Bombardierung von U-96" aber falsch geschrieben, wenn da steht die vorderen beiden Räder über dem Schott öffnen die Ventile bei Tank 1 und 5, denn das wäre der Tank Vorne und Hinten und nicht vorne und Untertriebszelle (denn die war ja immer geflutet). Dann werden vermutlich die beiden Räder über dem hinteren Schott die Tanks Z1 - Z5 sein (zumindest irgendwelche Zellen da). Das würde Sinn machen, an 2 Rädern füllt man vorne/hinten und wieder an 2 die beiden Seiten. Diese Untertriebszelle unter dem Kommandostand (Z3) wurde ja quasi am Ventil gegenüberliegend vom Tisch gesteuert, rechts neben der Tiefensteuerung (Also wo ich die vorderen / hinteren Ruder steuere).
« Letzte Änderung: 30 Januar 2020, 23:54:15 von General_KT »

Offline eagle0899

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Re: Verständnisfrage U-Boot Typ VII vordere / hintere Ballasttanks.
« Antwort #19 am: 31 Januar 2020, 00:27:29 »
Hallo KT,

nein, die beiden angeschweißten Wülste waren keine!!! Tauchzellen, sondern wie von mir weiter oben angegeben mehrere Einzelbunker/Zellen.

Und unter der Zentrale (was du als Kommandostand bezeichnet) war die größte Tauchzelle 3. Vor und achtern von der Zentrale befanden sich die inneren Treibölbunker und die Akkus.

Die von außen sichtbaren Wülste waren nur die äußere Bootshülle. Hinter bzw. in den "Wülsten" befanden sich vollständig voneinander getrennt:

- Tauchbunker 2: Treiböl (Diesel) schwimmt auf dem Seewasser und wird bei Verbrauch durch Wasser ersetzt
- Regelbunker 1: Treiböl (Diesel) wird bei Verbrauch durch Wasser ersetzt
- Regelzelle 2: dient zum Regeln des Gewichtes; Stichwort: null-lastig einsteuern
- Untertriebszelle: dient zum Schnelltauchen, wird nach dem Eintauchen ausgedrückt
- Tauchbunker 4: siehe TB2

Und noch etwas: Die im Artikel "Bombardierung U96" angegebene Bedeutung der vorderen Handräder ist falsch. Siehe dazu unsere Diskussion weiter oben im Thread. (linkes Rad: Tauchzelle 5 vorne; rechtes Rad: wasserfeste Back)

hinteres Schott: siehe weiter oben den Beitrag von Schorsch. (links Restentlüftung Tauchbunker 2, rechts Tauchzelle 1)

Die Handräder am Druckschott im Uffz-Raum kann ich derzeit noch nicht zuordnen.

Gruß Eagle
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Offline Schorsch

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Re: Verständnisfrage U-Boot Typ VII vordere / hintere Ballasttanks.
« Antwort #20 am: 31 Januar 2020, 07:24:25 »
Hallo General_KT!

Ich habe noch einige Fragen abseits der Tauchtechnik eines VII C-Bootes.
So hier ist ja eine rege Beteiligung, nachdem man sich erstmals über meinen Nick echauffiert hat. Zur Erkärung, ich bin meines Zeichens Modder für Computerspiele und beschäftige mich ausschliesslich mit Spielen die im 2. Weltkrieg angesiedelt sind. Die grössten Deutschen Community Projekte von meinem Team und mir sind der "Historical War Ambiente" Mod für "World of Tanks" und "War Thunder". Kriegstreiber (bzw. Ger_KT oder KT) hat in der Gaming Scene einen gewissen Wiedererkennungswert, hier ist man wohl da nicht unterwegs, sonst wäre die erste Frage gewesen, ob ich KT bin^^. Lange Rede, kurzer (Un)Sinn, der Name hat keinerlei politische Aussagekraft, er ist provokativ gewählt worden im Gaming Bereich, um einen Wiedererkennungswert zu garantieren (son bisschen eigenes Ego streicheln).
(…)
…und, wie klappt das so mit der Provokation? Will sagen: wieso regst Du Dich über die Aufregung hier auf?

(…)
Problem ist folgendes. Da ich gerade mit 2 U-Boot Spielen beschäftigt bin, wobei das eine ein waschechter Simulator ist. Mit Waschecht meine ich, das man das Ding nicht alleine fahren kann, sondern wenigstens 5 Leute braucht um eine gewisse Effizienz zu erzielen. Das U-Boot wurde (laut Entwickler) fotorealistisch von einem Typ VII-C gemacht. Das sich bei den verschiedenen Ausführungen des Typs VII-C so viel an der Bedienung ändert, hätte ich jetzt nicht gedacht. Fakt ist aber, das ich dort, wenn ich tauchen will, im Kommandoraum an das vordere Schott laufe, diese beide Rädchen drehe, dann laufe ich an das hintere Schott und drehe wieder an den Rädchen. So ab 8m unter Kiel drücke ich dann die Luft aus dem "Negativtank".
(…)
…Was meinst Du, warum es bei einem realen VII C rund fünfzig Leute brauchte, um eine gewisse Effizienz zu erreichen? Und welche wenigstens fünf Positionen der Besatzung schätzt Du als so herausragend und wichtig ein, dass sie vom Spielerkollektiv besetzt werden sollten? Was qualifiziert z.B. den Zentralemaat als besonders interessant und was soll dem Spieler, der diese Position übernimmt, noch zugeordnet werden, außer der, auf rotmarkierte Rädchen zu klicken?

Wer rennt in Deiner waschechten Simulation eigentlich beim Alarmtauchen wohin und wie gestaltet sich die Situation derer, die zur Seewache eingeteilt sind, wenn ein simulierter Sturm im Nordatlantik herrscht? Müssen die dann zuhause den Ventilator auf die höchste Stufe stellen und dazu noch kaltes Salzwasser in den Luftstrom sprühen?

Wie erzeugt man zuhause den berühmten U-Boot-Mief aus mindestens 90% Dieselgestank, 7,5% Körperausdünstung von 50 Mann, die sich vor drei Wochen das letzte Mal richtig waschen konnten, 2% Küchenbrodem, 3,72% Kloduft aus einem Porzellankabinett, das sich die fünfzig Leute teilen, 15% Pilzgeruch wegen der langsam vergammelnden Klamotten am Leib und im persönlichen Schapp? Gut, die 2% des noch fehlenden Odeurs nach Chlor aus den Batterien bekommt man mit einem scharfen Badreiniger noch einigermaßen hin, aber der ganze Rest…?

Wie gestaltet sich die Ernährung während der Spielphasen? Ein paar Konserven wird zweifelsohne jeder im Hause haben, aber das gut abgelagerte, altbackene Brot (gern auch mit waschechtem Schimmelrasen – Siehe dazu den Abschnitt U-Boot-Mief!) bedarf schon einer längeren, gezielten Vorbereitung. Wer wird so etwas auf und zu sich nehmen wollen?

Du siehst, Frachen über Frachen nicht nur von Deiner Seite…

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
« Letzte Änderung: 31 Januar 2020, 08:04:35 von Schorsch »
'Judea, London. Do or Die.'

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Offline eagle0899

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Re: Verständnisfrage U-Boot Typ VII vordere / hintere Ballasttanks.
« Antwort #21 am: 31 Januar 2020, 07:59:43 »
Hallo KT,

@Schorsch: als bisher nur "Obergefreiter" im Forum habe ich es mir nicht getraut, so etwas zu schreiben, trotz das ich ähnliches gedacht habe.

Daher meine Frage an KT? Wie wird das Ersaufen der kompletten Mannschaft nach einem Waboangriff simuliert? Ruft dann einer "Das Boot ist nicht zu halten" (durch z.B. Strg F2) und dann startet die Simulation neu?

Im wahren Leben war man danach tot!!! 30.000 von 40.000 Uboot-Fahrern sind vom Einsatz nicht mehr zurückgekommen, sondern wurden erschossen oder sind meistens jämmerlich ertrunken.

Und dann spielt man nach dem Duschen vom Sofa aus Uboot-Krieg.

Mit freundlichen Grüßen
Eagle
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Offline General_KT

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Re: Verständnisfrage U-Boot Typ VII vordere / hintere Ballasttanks.
« Antwort #22 am: 31 Januar 2020, 08:26:43 »
Hahahaha. darum heisst es ja Simulation, und es ist ja klar dass man natürlich nicht alle Begebenheiten simulieren kann. Selbst bei der Bundeswehr der Panzersimulator kam nicht annähernd daran, als ich die erste Schulfahrt hatte. Um das bisschen aufzudröseln, es gibt "Simulatoren" wie z.B die Silent Hunter Reihe, wo du alleine spielst. Sprich du hast dein Menü über dir und kannst halt mittels Knopfdruck alles machen. Bei "Wolfpack" ist das anders. Die U-Boot Besatzung übernimmt der Computer, da steuerst nur die Offiziere, WO, LI, Kaleun usw.

Ja es ist tatsächlich so, das jemand im Teamspeak (also ein Tool, wo wir miteinander reden können) von oben Alarm schreit. Der kommt schnell ins Boot geflitzt und schliesst das Turmluk. Derweil ist der LI (die Position die ich meist bekleide) damit beschäftigt das Ding zum Alarmtauchen zu bringen. Das tauchen generell ist hier schon ein Akt, gerade bei Seerohrtiefe wird man wahnsinnig das Boot auszupendeln, bzw. auf dieser Tiefe zu halten. Der Funker hockt derweil am Hydrophon. Auch beim Torpedieren muss alles selber berechnet werden, das Spiel gibt keine Hilfestellung. Der WA muss den Schiffstyp bestimmen, man muss die Zeit messen um ungefähr die Geschwindigkeit des Schiffes zu ermitteln, auch die Entfernung ist nur eine grobe Schätzung, mittels Masthöhe und Periskop/UZO Skala. Diese Daten muss der Offizier genauso im Torpedorechner eingeben. Wer sich mal einen kleinen Einblick gönnen will:
https://www.youtube.com/watch?v=403pEltTNr8

Selbst die Enigma wurde impentiert:
https://www.youtube.com/watch?v=Z7P9F0QcVz8

Es gibt nunmal keine andere Möglichkeit das irgendwie halbwegs zu erleben oder nachzuvollziehen. Trotz dass ich viele Jahre Leopard gefahren bin, hab ich auch nicht den Hauch von Schimmer, wie es wohl damals im Tiger gewesen sein muss. Und generell ist es bei mir so, dass auch wenn ich weiss was ein Knopf/Schalter bewirkt, ich mich auch dafür interessiere, WAS die Technik dahinter ist. Nicht umsonst habe ich zur Zeit beim Bund viel Zeit in der Inst. verbracht.

Zitat
…und, wie klappt das so mit der Provokation? Will sagen: wieso regst Du Dich über die Aufregung hier auf?

Ich weiss nicht ob ich mich so unverständlich artikuliere, aber hier war kein Wort von Aufregung. Ich lese hier nur eine Erklärung, was mein Nickname (der hier scheinbar sehr hohe Priorität zu haben scheint) zu bedeuten hat.

« Letzte Änderung: 31 Januar 2020, 09:03:05 von General_KT »

Offline Schorsch

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Re: Verständnisfrage U-Boot Typ VII vordere / hintere Ballasttanks.
« Antwort #23 am: 31 Januar 2020, 10:00:53 »
Hallo General_KT!

Wir hatten letztens hier eine --/>/> kleine Kontroverse um die 2018-er Verfilmung, die unter dem Titel „Das Boot“ versucht, im Windschatten von Buchheims Roman und Petersens Verfilmung aus dem Jahre 1981 noch ein paar Kröten zu machen. Da ging es schon hoch her, inwieweit man sich dort an historischen Gegebenheiten orientiert hat oder vielmehr auch nicht. Aber das, was da in Deinem verlinkten Video abgeht, kann man eigentlich nur mit der vollständigen Absenz von Wissen über die deutschen U-Boote des zweiten Weltkriegs erklären. Solche Aussagen wie: „Steuermann, Sie kontrollieren, dass die Batterien voll sind! Danach gehen Sie auf volle Fahrt!“ (Filmzeit 31:30), oder; „LI, Sie dürfen mal funken!“ (Filmzeit 32:16), sind jenseits von Gut und Böse. (Ich hoffe, Du nimmst mir nicht krumm, dass ich mir aus Gründen des Selbstschutzes bzw. im Interesse meiner Tischkante nicht die gesamten 33 Minuten des verlinkten Videos angetan habe.)

Kommen wir zu dem, was Du über Rollen in Deiner Simulation geschrieben hast. Ich habe diesbezüglich identifizieren können:

1. Es gibt eine Seewache. Dort ist wahrscheinlich an einen der Wachoffiziere gedacht, weil eine Rolle als einfacher Seelord nicht so prickelnd ist. (Bei irgendwelchen Mittelaltermärkten wird ja die Pyramide der gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnisse auch gerne auf die Spitze gestellt, d.h. auf einen, der gewillt ist, einen Bauern zu mimen, kommen dann schon mal 20 Pseudo-Ritter und 50 Prinzessinnen.)

2. Der Funker, der nach Belieben auch vom LI abgelöst wird.

3. Der LI, der im konkreten Beispiel Deiner Person noch nicht einmal weiß, wie viele Tauchzellen ein Typ VII C-Boot hat und auch nicht, wo sich die Untertriebzelle im Boot befindet.

4. Der/die/das WA. Keine Ahnung, wer oder was das sein soll, denn so eine Abkürzung kenne ich in Bezug auf die deutschen U-Boote des Zweiten Weltkrieges nicht. Aus dem Kontext ist zu schließen, dass es sich einen Mix aus Obersteuermann, WO und Kommandant handeln könnte. Für das Eingeben der Schussdaten am Torpedorechner war der Oberbootsmann zuständig. (An das Gerät selbst hätte man übrigens keinen Offizier rangelassen, weil der u.U. was hätte kaputtmachen können.) Die zugehörigen Daten hätte bei Überwasserfahrt der I WO geliefert, in Unterwasserfahrt der Kommandant. Aber was ist ein WA? :/DK:

Und damit soll eine waschechte Simulation eines Typ-VII C-Bootes effektiv gefahren werden!?

Sag mal, wie viele von euch Freizeitkriegern haben sich eigentlich tiefgreifender mit der Materie beschäftigt, wären also in der Lage, ein Torpedoschussdreieck zu erklären, oder auszurechnen, welches Tauchzellenvolumen mit der an Bord vorhandenen Druckluft ausgeblasen werden könnte, oder ob man auf einem orthodromen oder einem loxodromen Kurs schneller simuliert von A nach B kommt?

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
« Letzte Änderung: 31 Januar 2020, 20:02:02 von Schorsch »
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Offline Umzugskarton

  • Bootsmann
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Re: Verständnisfrage U-Boot Typ VII vordere / hintere Ballasttanks.
« Antwort #24 am: 31 Januar 2020, 17:43:19 »
Leute. Das ist ein Computerspiel.

Es sieht schon echt gut aus. Ein begehbares Boot mit benutzbaren Instrumenten und Maschinen. In dem Video macht einer alles alleine: https://www.youtube.com/watch?v=h0FUa0wz23I

Das bringt eine Menge Sachen bereits mit, die man bei anderen Ubootsimulationen erst noch mühsam per Mod nachrüsten oder mit Zettel, Stift und Zirkel selber machen musste.

Man kann offenbar auch die Fahrt des Gegners mittels gehorchter Anzahl seiner Schraubenumdrehungen bestimmen:
https://www.youtube.com/watch?v=UaZknYj6hyM

Fazit: Geiler Scheiß. Leider macht mein Laptop das nicht mit, sonst würde ichs mir holen. Jedenfalls habe ich bisher kein realistischeres Uboot-Spiel gesehen.

Einziges Problem: Damit das einigermaßen gut spielbar ist, braucht es eine eingespielte Mannschaft, die weiß was sie macht. Die Leute dazu muss man erstmal haben. Ist nix für "Ich zocke mal eben zwischendurch eine schnelle Runde".

Viele Grüße
UZK

Zur Orthodromie: Gut möglich, dass da tatsächlich eine Kugel zugrunde gelegt wurde und man das tatsächlich nutzen könnte. Generell ists spannend, ob die Karte mit der man navigiert längen-, flächen-, oder winkeltreu ist. Aber mal echt: nicht übertreiben. Kirche im Dorf und so. 
« Letzte Änderung: 31 Januar 2020, 17:52:37 von Umzugskarton »

Offline wirbelwind

  • Oberleutnant zur See
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Re: Verständnisfrage U-Boot Typ VII vordere / hintere Ballasttanks.
« Antwort #25 am: 31 Januar 2020, 19:55:26 »
Hallo,
bin technisch nicht so versiert und habe keine Videospiele auf dem Laptop. Gut, es ist Ansichtssache, ob ich so etwas spielen will. Nur erlebe ich seit geraumer Zeit, dass die gewollte Unwissenheit ständig voran schreitet. Ob nun immer, wenn es um den 2. WK geht, alles detailgetreu bis zur letzten Schraube dargestellt sein muss, darüber läßt sich trefflich streiten. Nur, was soll denn vermittelt werden? Die Härten des U-Boot-Krieges? Die notwendige Kameradschaft der Bootsbesatzung, um Überleben zu können usw.,usf. Oder geht es nur wiedermal um Effekthascherei, Nervenkitzel bzw. einen guten Schnitt für die Spielentwickler? Wie es scheint, tendiert besagtes Spiel gerade in letztgenannte Richtung. Noch ein Wort zum ursprünglichen Nicknamen, General KT. Es gibt überall Spinner. Daher vollkommen für mich nachvollziehbar, warum Du zuerst gesperrt worden bist. Im Forum der Wehrmacht hättest Du nicht einmal einen Beitrag schreiben können. Ich finde das gut so. MfG Wirbelwind

Offline Schorsch

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Re: Verständnisfrage U-Boot Typ VII vordere / hintere Ballasttanks.
« Antwort #26 am: 02 Februar 2020, 10:41:34 »
Hallo zusammen!

Ich will mich noch einmal melden, da das, was ich oben geschrieben habe, nicht unkommentiert stehenbleiben sollte.

Ich ging bei meinen ersten Antworten davon aus, dass der Themenstarter etwas über die Boote des Zweiten Weltkriegs und deren Funktionsweise in Erfahrung bringen wollte. Diese Annahme war falsch. Genährt wurde dieser Fehlschluss auch von der etwas unglücklich gewählten Plazierung des Threads im Forum und führte auch zur Verschiebung dieses Threads.

Inzwischen habe ich mir einige Videos zu dem fraglichen Spiel angeschaut und wundere mich inzwischen über gar nichts mehr. Es mag zwar durchaus sein, dass im Vergleich zu früheren U-Boot-Simulationen das eine oder andere Rädchen mehr zum Anklicken existiert, aber mit „waschechter Simulation“ und „fotorealistischer Darstellung eines Typ VII C-Bootes“ hat das, was dort zu sehen ist, leider so gar nichts zu tun. Oder kann mir jemand erklären, wie in einer fotorealistischen Darstellung bei verschiedenen Patches plötzlich zusätzliche Bedienelemente erscheinen können? Entweder sie fehlten vor dem Patch (ergo war die Darstellung nicht fotorealistisch) oder jetzt sind sie zu viel, was dem Fotorealismus ebenfalls das Genick bräche.

Allein in --/>/> diesem Video zum Tauchen habe ich ca. 20 Fehler gefunden. Dabei rede ich nicht von dem, was der Spieler erzählt, sondern was die Eingaben betrifft, die das Spiel von ihm abverlangt. Man mag sich nun herzlich darüber streiten, inwieweit ein Realismus überhaupt in einem Spiel umgesetzt werden kann oder sollte, aber das, was da programmiert wurde, ist weder waschecht oder realistisch, ja noch nicht einmal nahe dran. Da wird an den schon besprochenen Handrädern der Entlüftungen am vorderen bzw. achteren Schott der Zentrale geschraubt, als gäbe es kein Morgen, während die eigentlich genauso wichtigen Bedienungselemente der Tauchzelle 3, auf der das originale Boot alleine schwimmen konnte, komplett fehlen. Die Druckluft an „Bord“ wird mit einem Kompressor aufgefüllt, der sich in der Zentrale des Bootes befindet (eigentlich war an dieser Stelle der Frischwassererzeuger eingebaut), und das von einem Füllstand von ca. 25% auf 100% innerhalb von zwei Minuten (wohlgemerkt, beim tatsächlichen Typ VII C reden wir von ca. 1000 kg Luft, die auf einen Druck vom 205 bar und ein Volumen von 3,9 cbm gebracht werden mussten.). Tiefenänderungen werden mit der Untertriebzelle (in einem späteren Video mit den Regelzellen, die dann übrigens als Trimmzellen bezeichnet werden) statisch erzeugt. Man bekäme ein Schleudertrauma, wollte man über alles, was da schiefläuft, den Kopf schütteln.

Sind nun solche Spiele zu verdammen oder zu begrüßen? Wenn man auf dem dort angebotenen Level verbleiben möchte, sollte man sich nicht wundern, dass man bei denen, die die U-Bootlerei aus einer an die Realität angelehnten Perspektive betrachten, auf wenig Verständnis stößt. Dass es aber auch anders geht, zeigt z.B. Jost mit seinen Arbeiten zu den --/>/> Kreuzeraufgaben. Hier wird in herausragender Weise gezeigt, was an Spieltiefe bei einer U-Bootsimulation (pun intended) möglich ist. Nur dafür muss man sich hinter die Inhalte klemmen, um über das Niveau eines Ballerspiels hinauszukommen.

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
'Judea, London. Do or Die.'

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Offline Umzugskarton

  • Bootsmann
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Re: Verständnisfrage U-Boot Typ VII vordere / hintere Ballasttanks.
« Antwort #27 am: 02 Februar 2020, 16:09:33 »
Ich glaube schon, dass der Threadersteller wissen wollte, wie die Tauchzellen in den echten Ubooten angeordnet waren.

Das PC-Spiel ist eben der Grund für die Frage.

Jedenfalls hat man bisher in Erfahrung gebracht, dass:

a) die Angaben zu den Tauchzellen im Artikel auf der Seite des dt. Ubootmuseums nicht stimmen, weil die Unterschiede zwischen VIIC und VIIC/41 nicht berücksichtigt werden.
b) ohne intensivste Recherche heute kaum noch nachzuvollziehen ist, wie das damals genau aussah und ablief.
c) das PC-Spiel Wolfpack anscheinend das erste Spiel ist, das Tauch- und Untertriebszellen (und mehr?) überhaupt eingebaut hat, allerdings unvollständig und fehlerhaft.

Ansonsten ist der Threat ein gutes Beispiel für danebengegangene Kommunikation.

Offline jost_brune

  • Bootsmann
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Re: Verständnisfrage U-Boot Typ VII vordere / hintere Ballasttanks.
« Antwort #28 am: 02 Februar 2020, 17:37:35 »
Hallo Schorsch

Danke erst mal für dein Lob. Jedoch stellen die „Kreuzeraufgaben“ nur eine Facette meiner Interessen Gebiete dar. Es hat eigentlich nichts damit zu tun wie ich, in diesem Fall Silent Hunter 3, spiele. Auch ich suche im Rahmen dieser oder ähnlicher Simulationen nur Unterhaltung (ganz ohne Fisch und Diesel Geruch).

Ich kenne Wolfpack auch nur aus Videos, und es wundert mich nicht das jemand mit deinem Fachwissen dafür kein gutes Wort findet. Das man viele Einstellungen vornehmen kann die es in anderen Simulationen nicht gibt empfinde ich schon als Steigerung und das die Entwickler z.B. auf den bunten Tiefenmesser verzichtet haben, lässt mich vermuten das diese sich irgendwie mit der Materie befasst haben und guten Willens waren. An eine Gewinn bringende „Effekthascherei“ mag ich, ob der sehr dürftigen Klientel, nicht glauben.

Ich begrüße es auf jeden Fall wenn jemand über ein Spiel oder auch eine TV Serie das dargestellte hinterfragt und so Wissen gesammelt und weitergegeben wird. Und wenn er in diesem Forum fragt scheint ein Historisch/Fachliches Motiv begründet. Bezogen auf das Spiel wären nun alle nachfolgenden Antworten falsch, denn sie beziehen sich auf die Anordnung im Original ohne Wissen um die Programmierten Abläufe. Dann wäre die Frage in einem Spiele Forum jedoch besser aufgehoben. Deshalb glaube ich auch das die Frage im Ursprünglichen Themen Bereich besser aufgehoben war, nicht um die Mängel im Spiel (können wir eh nicht ändern), sondern das Halbwissen auszumerzen.

Gruß Jost
« Letzte Änderung: 03 Februar 2020, 00:22:59 von jost_brune »

Offline General_KT

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Re: Verständnisfrage U-Boot Typ VII vordere / hintere Ballasttanks.
« Antwort #29 am: 03 Februar 2020, 11:56:02 »
Zitat
Ich ging bei meinen ersten Antworten davon aus, dass der Themenstarter etwas über die Boote des Zweiten Weltkriegs und deren Funktionsweise in Erfahrung bringen wollte. Diese Annahme war falsch. Genährt wurde dieser Fehlschluss auch von der etwas unglücklich gewählten Plazierung des Threads im Forum und führte auch zur Verschiebung dieses Threads.

Es ist mir wirklich schleierhaft, in noch keinem Forum im Grossgebiet meiner Muttersprache, hat man meine Artikulation derart missverstanden wie hier. Von der Geschichte musste ich erstmal Screenshots machen, das glaubt mir sonst keiner.  :-D :-D :-D

Ich habe nicht einmal gefragt, wie das bei diesem Spiel (der Simulation) funktioniert, sondern direkt und eigentlich unmissverständlich gefragt, wie es bei einem echten Typ VIIc funktioniert. Das dort so viel verändert wurde, abhängig von der Modellreihe des Bootes wusste ich bis Dato nicht (ich ging immer von aus, das nur die Aufbauten geändert wurden, nicht aber Kernelemente der Steuerung). Und ja ich hätte Google bemühen können, mich Wochenlang einlesen um den gleichen Wissensstand eines "Pros" von hier zu haben, aber a) ist dafür das Interesse nicht gross genug und b) war ich der Meinung das ein Forum genau für sowas da ist und nicht dafür gedacht, um Spekulationen über die Beweggründe des TEs anzustellen, statt einfach eine Frage zu beantworten. So eine Community habe ich selbst bei EA noch nicht erlebt und war der Meinung, da gibt es keine Steigerung mehr.

An diejenigen, die hier zur Aufklärung meiner Frage beigetragen haben, vor allem mit Links zu Blaupausen und externen Seiten, dankeschön. Die Frage wurde für mich ausreichend beantwortet.