collapse

* Benutzer Info

 
 
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren. Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

* Suchfunktion


* HMA

Autor Thema: Leibwachen aus Angehörigen des KdK  (Gelesen 450 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Violoncello

  • Oberleutnant zur See
  • *
  • Beiträge: 678
Leibwachen aus Angehörigen des KdK
« am: 09 Juni 2019, 12:09:59 »
Hallo zusammen,

größere Bekanntheit hat die Tatsache, dass das OKM Hitler noch in den letzten Kriegstagen eine Leibwache aus Angehörigen des KdK geradezu aufdrängen wollte:

"Vorschlage Zuführung im Lufttransport Einzelkämpfer aus Verbände KdK in Reichskanzlei zum persönlichen Schutz Führers auf Befehl Ob.d.M.",

so lautete der Funkspruch, den der ständige Vertreter des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine im Führerhauptquartier, Vizeadmiral Hans-Erich Voss noch am 26. April 1945 an Dönitz übermitteltn ließ. Bereits am folgende Tage reagierte dieser über den Chef der Seekriegsleitung, Admiral Wilhelm Meisel, der folgende "Bescheinigung" ausstellte:

"Der Oberleutnant MA Prinzhorn des K.d.K. mit 30 Mann Sturmwikingen hat sich in Berlin auf Befehl des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine nach Berlin in die Reichskanzlei zu begeben, um dort zur persönlichen Verfügung des Führers zu stehen. Der Verband ist zu keinem anderen Kampfauftrag einzusetzen."

(BArch RM 7/853, S. 88; Kobelt, Marine-Einsatz-Kommandos, Aachen 2012, S. 177)

Aber bereits zuvor bestand bei den Führungsspitzen des Dritten Reiches Interesse an Leibwachen aus KdK-Angehörigen: Am 1. November 1944 erteilte der "F. III" des KdK, der für die Feindlage-Bearbeitung und die Betrachtung der militärischen und politischen Entwicklung zuständige Hauptreferent Kapitänleutnant (Sdf.) Friedrich-Wilhelm Michel Obladen, einem Leutnant im Lager "Gelbkoppel", der MEK-Ausbildungsabteilung, in Mommark auf der dänischen Insel Als, den Befehl, für eine NS-Größe Begleitschutz zu stellen. Am 1. November 1944 sollte der Reichsleiter der NSDAP und Chef der Kanzlei des Führers, SS-Obergruppenführer Philipp Bouhler, die Reichsgrenze nach Dänemark überschreiten. Das KdK sollte den Begleitschutz bis Apenrade stellen und die Sicherheit des hochrangigen Besuchers "gegen Gefahren jeder Art von Partisanen oder jede andere Art von Rebellen" gewährleisten.

(TNA DEFE 3/475, S. 755)

Meine Fragen:

1. Sind die militärischen/politischen Hintergründe für den Besuch Bouhlers bekannt?
2. Was war das Ziel der Reise Bouhlers?
3. Sind weitere Beispiele für die Gestellung Von Leibwachen durch das KdK bekannt?

Viele Grüße und noch ein schönes Pfingstfest

Violoncello

Offline suhren564

  • Kapitän zur See
  • *
  • Beiträge: 1842
Re: Leibwachen aus Angehörigen des KdK
« Antwort #1 am: 09 Juni 2019, 12:28:44 »
Hallo Violoncello,

lt. Wiki, um dort frontverwendungsfähige Soldaten zu finden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Bouhler
Gruß Ulf

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.... 
Erich Kästner

Offline Violoncello

  • Oberleutnant zur See
  • *
  • Beiträge: 678
Re: Leibwachen aus Angehörigen des KdK
« Antwort #2 am: 10 Juni 2019, 14:51:35 »
Hallo Ulf,

danke für diesen Hinweis. Sofern es sich um denselben Besuch Bouhlers in Dänemark gehandelt haben soll, verlegt ihn Best allerdings auf einen zwei Monate späteren Zeitpunkt. Unabhängig davon, dass die Verlinkung in dem Wikipedia-Artikel ihre Tücken zu haben scheint, hatte Werner Best, auf den diese Datierung zurückzuführen sein soll, ausweislich seiner Aufzeichnungen in dänischer Haft in der Nachkriegszeit, die keine fehlerhaften Datumsangaben aufweisen, ein gutes Gedächtnis (s. Matlok (Hrsg.): "Dänemark in Hitlers Hand", Husum 1988).

Dies spricht eher für zwei Besuche, wobei mir die Zielrichtung des ersten weiterhin offen erscheint.

Viele Grüße

Violoncello