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Autor Thema: Das PFC-Problem der Bundeswehr  (Gelesen 810 mal)

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Offline t-geronimo

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Das PFC-Problem der Bundeswehr
« am: 14 Mai 2019, 17:12:44 »
Da scheinen neue Kosten auf den Steuerzahler zuzukommen.  :cry:

 --/>/> Das PFC-Problem der Bundeswehr
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Offline bettika61

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Re: Das PFC-Problem der Bundeswehr
« Antwort #1 am: 14 Mai 2019, 18:50:41 »
Ja das ist ein Problem, dss mich grad ziemlich beschäftigt.
BW Info
tagesschau
Aber nicht nur ein Problem der Bundeswehr
 Diese PFC Löschschäume werden auch bei zivilen Feuerwehren eingestzt, überall dort wo brennbare Flüssigkeiten wie Treibstoffe in Brand geraten oder könnten.
Unter Kontaminationsverdacht stehen die Waschplätze von Feuerwehrfahrzeugen und Schläuchen sowie Übungseinrichtungen mit Löschübungsbecken.
Suchen müsste man nach allen Schadensereignisse wie Fahrzeugbrände, Flugzeugabstürze, Großbränden.

Aber PFC ist überall auch in privaten Haushalten: Backpapier, Coffe-to-go Becher, Pizzaverpackung, Teflonpfanne, Beschichtung von Funktionskleidung usw.
https://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/gesundessen/lebensmittelskandale/krebserregende-chemikalien-so-gefaehrlich-ist-pfc-in-kleidung-bechern-und-pfannen_id_5816579.html

Ein Fall wo der Steuerzahler schon zur Kasse gebeten wird , in Mittelbaden sind 1000 ha Ackerfläche durch Abfälle der Papierindustrie kontaminiert
https://bnn.de/lokales/landkreis-rastatt/der-allgemeinheit-drohen-hohe-kosten-durch-pfc
Zitat
Bislang wurden in der Region 5,6 Millionen Euro aus staatlichen Mitteln und knapp zwei Millionen Euro aus kommunalen Geldern für die Bearbeitung und Erforschung der PFC-Kontamination verwendet. Wie viel da noch kommt, ist nicht bekannt. Der Bericht geht von 3,5 Milliarden alleine für eine Sanierung der Böden aus, die allerdings auf der gesamten Fläche unrealistisch sein dürfte, wie auch Söhlmann bestätigte: „Das ist nicht machbar.“
« Letzte Änderung: 14 Mai 2019, 19:03:07 von bettika61 »
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline ede144

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Re: Das PFC-Problem der Bundeswehr
« Antwort #2 am: 15 Mai 2019, 08:20:00 »
Ja das ist ein Problem, dss mich grad ziemlich beschäftigt.
BW Info
tagesschau
Aber nicht nur ein Problem der Bundeswehr
 Diese PFC Löschschäume werden auch bei zivilen Feuerwehren eingestzt, überall dort wo brennbare Flüssigkeiten wie Treibstoffe in Brand geraten oder könnten.
Unter Kontaminationsverdacht stehen die Waschplätze von Feuerwehrfahrzeugen und Schläuchen sowie Übungseinrichtungen mit Löschübungsbecken.
Suchen müsste man nach allen Schadensereignisse wie Fahrzeugbrände, Flugzeugabstürze, Großbränden.

Aber PFC ist überall auch in privaten Haushalten: Backpapier, Coffe-to-go Becher, Pizzaverpackung, Teflonpfanne, Beschichtung von Funktionskleidung usw.
https://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/gesundessen/lebensmittelskandale/krebserregende-chemikalien-so-gefaehrlich-ist-pfc-in-kleidung-bechern-und-pfannen_id_5816579.html

Ein Fall wo der Steuerzahler schon zur Kasse gebeten wird , in Mittelbaden sind 1000 ha Ackerfläche durch Abfälle der Papierindustrie kontaminiert
https://bnn.de/lokales/landkreis-rastatt/der-allgemeinheit-drohen-hohe-kosten-durch-pfc
Zitat
Bislang wurden in der Region 5,6 Millionen Euro aus staatlichen Mitteln und knapp zwei Millionen Euro aus kommunalen Geldern für die Bearbeitung und Erforschung der PFC-Kontamination verwendet. Wie viel da noch kommt, ist nicht bekannt. Der Bericht geht von 3,5 Milliarden alleine für eine Sanierung der Böden aus, die allerdings auf der gesamten Fläche unrealistisch sein dürfte, wie auch Söhlmann bestätigte: „Das ist nicht machbar.“

Das wichtige Wort ist da wurden
Letztlich betrifft es hauptsächlich Werksfeuerwehren, da kommunale Feuerwehren in der Regel nur klassisches Mehrbereichsschaummittel einsetzen. AFFF Schaummittel wurde seltener bei bei kommunalen Feuerwehren eingesetzt.

Offline bettika61

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Re: Das PFC-Problem der Bundeswehr
« Antwort #3 am: 16 Mai 2019, 19:53:58 »
Hallo ede144,
Zitat
Das wichtige Wort ist da wurden
Willst Du damit sagen, das PFC -haltige Löschmittel bei kommunalen Feuerwehren nicht mehr eingesetzt werden?
Das liest sich hier https://www.feuerwehr-ub.de/fachartikel/schaumeinsatz/
(allerdings von 2013 ) anders
Zitat
Mitunter kommen auch noch filmbildende fluorhaltige AFFF und AFFF-AR-Schaumlöschmittel zum Einsatz.

Diese Schaummittelgruppe verfügt über besondere Eigenschaften, die herausragende Löschleistungen und Rückbrandbeständigkeiten in der Brandklasse B ermöglichen.
Erreicht wird dies durch den Einsatz von Fluorverbindungen (PFC), die eine gasdichte Barriere auf der brennbaren Flüssigkeit bilden.Bei der Betrachtung der Umwelteigenschaften sind Schaumlöschmittel der Gruppen AFFF und AFFF-AR kritischer zu bewerten als P F C freie Mehrbereich- oder Class – A Schaummittel,..
Eine Einsatzentscheidung außerhalb der Brandklasse B sollte immer kritisch bewertet werden. Fluorhaltige Schaumlöschmittel ermöglichen für die Brandbekämpfung in der Brandklasse B bislang unerreichte Löschleistungen und Rückbrandbeständigkeiten. Für die herausragenden Eigenschaften der Fluorkomponenten konnten noch keine gleichwertigen Ersatzstoffe gefunden werden, die eine tatsächliche Entlastung der Umwelt bieten würden. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass auch auf AFFF-Schaumlöschmittel aktuell nicht verzichtet werden kann.
Hat sich seit 2013 was geändert?

Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline bettika61

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Re: Das PFC-Problem der Bundeswehr
« Antwort #4 am: 16 Mai 2019, 20:07:50 »
Hallo,
Um auch den Bezug zu unserem Kernthema herzustellen  :-D
https://www.planten.de/2019/04/16/16-verdachtsfaelle-fuer-pfc-verseuchung-auf-bundeswehrstandorten-in-schleswig-holstein/
Die Verdachtsstandorte in S-H
darunter die Marinestandorte
Zitat
Eckernförde – Marinestützpunkt (Kreis Rendsburg-Eckernförde)
Glücksburg – Meierwik Kaserne (Kreis Schleswig-Flensburg)
Kiel – Marinearsenal (Ellerbek-Wellingdorf)
Kiel – Tirpitzhafen (Wik)
Laboe – Munitionsdepot (Kreis Plön)
Neustadt – Marinekaserne (Kreis Ostholstein)

Im Fokus Neustadt https://youtu.be/AB5K715RyVA

https://www.der-reporter.de/neustadt/neustadt/artikel/pfc-verunreinigung-auch-in-neustadt-einsatz-von-loeschschaum-fuehrte-vielerorts-zu-kontaminationen/
Zitat
Dass die Liegenschaft in Neustadt zu den Verdachtsfällen gehöre, liege an ihrer Nutzungshistorie. „Der Verdacht einer PFC-Kontamination besteht derzeit lokal begrenzt für den Bereich der Brandabwehr-Diensthalle“, erläuterte der Sprecher des Bundesamtes....

Auch die Bundeswehr-Feuerwehr benutze seit Inkrafttreten der EU-Richtlinie 757/2010/EU in den Feuerlöschkraftfahrzeugen für die Einsätze gegen Flüssigkeitsbrände einen sogenannten AFFF-Feuerlöschschaum, der PFOS-frei ist, aber erlaubte PFC-Substanzen enthalte. „Die Bundeswehr verzichtet aber unabhängig von diesen Vorgaben zu Übungs- und Ausbildungszwecken auch auf die erlaubten PFC-haltigen AFFF-Feuerlöschschäume“, teilte ein Sprecher des Bundesamtes mit. (gm)

Grüße
Beate

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Offline ede144

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Re: Das PFC-Problem der Bundeswehr
« Antwort #5 am: 17 Mai 2019, 08:03:32 »
Hallo ede144,
Zitat
Das wichtige Wort ist da wurden
Willst Du damit sagen, das PFC -haltige Löschmittel bei kommunalen Feuerwehren nicht mehr eingesetzt werden?
Das liest sich hier https://www.feuerwehr-ub.de/fachartikel/schaumeinsatz/
(allerdings von 2013 ) anders
Zitat
Mitunter kommen auch noch filmbildende fluorhaltige AFFF und AFFF-AR-Schaumlöschmittel zum Einsatz.

Diese Schaummittelgruppe verfügt über besondere Eigenschaften, die herausragende Löschleistungen und Rückbrandbeständigkeiten in der Brandklasse B ermöglichen.
Erreicht wird dies durch den Einsatz von Fluorverbindungen (PFC), die eine gasdichte Barriere auf der brennbaren Flüssigkeit bilden.Bei der Betrachtung der Umwelteigenschaften sind Schaumlöschmittel der Gruppen AFFF und AFFF-AR kritischer zu bewerten als P F C freie Mehrbereich- oder Class – A Schaummittel,..
Eine Einsatzentscheidung außerhalb der Brandklasse B sollte immer kritisch bewertet werden. Fluorhaltige Schaumlöschmittel ermöglichen für die Brandbekämpfung in der Brandklasse B bislang unerreichte Löschleistungen und Rückbrandbeständigkeiten. Für die herausragenden Eigenschaften der Fluorkomponenten konnten noch keine gleichwertigen Ersatzstoffe gefunden werden, die eine tatsächliche Entlastung der Umwelt bieten würden. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass auch auf AFFF-Schaumlöschmittel aktuell nicht verzichtet werden kann.
Hat sich seit 2013 was geändert?

Ja hat sich, zeitweise hat ging es nach der Methode: "Schaum ist böse" und darf nicht mehr verwendet werden, aber dann hat sich der gesunde Menschenverstand durchgesetzt und die "modernen" AAF Schaummittel hat man wieder abgeschafft. Die üblichen Mehrbereichsschaummittel hatten das Problem nicht.

Offline t-geronimo

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Re: Das PFC-Problem der Bundeswehr
« Antwort #6 am: 17 Mai 2019, 13:40:00 »
Ja hat sich, zeitweise hat ging es nach der Methode: "Schaum ist böse" und darf nicht mehr verwendet werden, aber dann hat sich der gesunde Menschenverstand durchgesetzt und die "modernen" AAF Schaummittel hat man wieder abgeschafft. Die üblichen Mehrbereichsschaummittel hatten das Problem nicht.

Meines Wissens gilt immer noch die AGBF-Empfehlung von 2015. Darin wird darauf verwiesen, dass nach Möglichkeit auf diese Mittel verzichtet bzw. ihr Einsatz genau abgewägt werden soll. Aber es kann zu Fällen kommen, wo sie eben doch eingesetzt und dann eben Folgemaßnahmen getroffen werden müssen.
Gruß, Thorsten

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Offline ede144

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Re: Das PFC-Problem der Bundeswehr
« Antwort #7 am: 18 Mai 2019, 12:26:42 »
Ja hat sich, zeitweise hat ging es nach der Methode: "Schaum ist böse" und darf nicht mehr verwendet werden, aber dann hat sich der gesunde Menschenverstand durchgesetzt und die "modernen" AAF Schaummittel hat man wieder abgeschafft. Die üblichen Mehrbereichsschaummittel hatten das Problem nicht.

Meines Wissens gilt immer noch die AGBF-Empfehlung von 2015. Darin wird darauf verwiesen, dass nach Möglichkeit auf diese Mittel verzichtet bzw. ihr Einsatz genau abgewägt werden soll. Aber es kann zu Fällen kommen, wo sie eben doch eingesetzt und dann eben Folgemaßnahmen getroffen werden müssen.

Richtig, s gibt nur wenige Spezialfälle wo man diese Schaummittel wirklich braucht.