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Autor Thema: Frankfurt City shell splash  (Gelesen 892 mal)

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Offline Leutnant Werner

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Frankfurt City shell splash
« am: 15 April 2019, 07:40:13 »
Fast wie vor Jütland

Sprengung einer amerikanischen 500-Pfund-Sprengbombe im Bett des Mains. Surreal irgendwie
"Ach, der Schampus....wie unaufmerksam von mir!" (Günther Lamprecht als Kapitän des Versorgers "Vegesack" in "Das Boot")

Offline thommy_l

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Re: Frankfurt City shell splash
« Antwort #1 am: 15 April 2019, 14:41:08 »
Hallo,

Jütland, Dänemarkstraße, Nordmeer usw. ... wie hoch waren eigentlich die Fontänen der einschlagenden Schlachtschiff-Granaten? War die Fontäne nur dem Gewicht/Tempo (26 Kilotonnen mal Meter) 1 der Granate geschuldet oder haben die Bodenzünder der Psgr. auf der Wasseroberfläche schon reagiert (und damit mehrere Meter unter Wasser gezündet).

Ich hab da ein Gemälde (Bismarck letzter Kampf o.ä.) im Gedächtnis, in dem mir die Geysire irreal hoch erscheinen.

Danke schon mal
Thommy

1 Bismarcks 38cm SK C/34 an der Mündung, (800m/s)² * 800kg / 2 * 9,81 m/s² = 26095820 Meterkilogramm = 26 Kilotonnen mal Meter. Das ist schon heftig.
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Kurt Tucholsky

Offline Leutnant Werner

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Re: Frankfurt City shell splash
« Antwort #2 am: 16 April 2019, 14:35:36 »
In Frankfurt waren das jetzt 30 Meter Höhe, in den Seeschlachten zum Teil erheblich höher. Die Bombe wurde übrigens in 5 Metern Wassertiefe gezündet.

Komischer Nebeneffekt war, dass man sich in Länge und Breite beim Hessischen Rundfunk über die 500 bis 1.000 Fische ergoß, die bei der Explosion getötet wurden. Das war wieder gaaanz gaaanz schlömm. Nicht, dass das komplette nördliche Mittelmeer mit Dynamitstangen leergefischt wurde!
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Offline kalli

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Re: Frankfurt City shell splash
« Antwort #3 am: 16 April 2019, 15:28:28 »
Die Hinterlassenschaften machen auch nicht vor unserem Strandbad halt. Im Wandlitzsee wird seit letztem Herbst aufgrund eines eher zufälligen Fundes systematisch nach Munition gesucht. Nach der Winterpause geht es jetzt weiter und damit ist die Eröffnung der Badesaison gefährdet. Die bisherigen Fundstellen lagen im Uferbereich der Jugendherberge in direkter Nachbarschaft zum Bad. Bisher wurden auf 1200 Quadratmetern Seefläche über 100 Kilogramm Munition gefunden. Wegen des erforderlichen Tauchereinsatzes ist die Suche und Bergung nicht ganz einfach (und natürlich auch nicht billig).

Offline Urs Heßling

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Re: Frankfurt City shell splash
« Antwort #4 am: 16 April 2019, 15:48:48 »
moin,

Jütland, Dänemarkstraße, Nordmeer usw. ... wie hoch waren eigentlich die Fontänen der einschlagenden Schlachtschiff-Granaten?
Nehmen wir 'mal die Aufnahme der Queen Mary
https://www.gettyimages.co.uk/detail/news-photo/queen-mary-was-the-last-battlecruiser-built-by-the-royal-news-photo/629591191

Die weiße Wassersäule neben der Brücke hat nach meiner groben Messung eine Höhe von 14/33 = 42,4 % der Schiffslänge. QM war 213 m lang, ergo die Wassersäule ca. 90 m hoch.

Gruß, Urs
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Offline t-geronimo

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Re: Frankfurt City shell splash
« Antwort #5 am: 16 April 2019, 16:33:17 »
Ist Queen Mary auf dem Bild nicht schon atomisiert und Lion wird dort gerade beschossen (die natürlich ähnlich lang ist)?
Gruß, Thorsten

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Offline thommy_l

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Re: Frankfurt City shell splash
« Antwort #6 am: 17 April 2019, 15:42:16 »
Danke Urs,

Die weiße Wassersäule neben der Brücke hat nach meiner groben Messung eine Höhe von 14/33 = 42,4 % der Schiffslänge. QM war 213 m lang, ergo die Wassersäule ca. 90 m hoch.

Das habe ich nicht gedacht. Und das war maximal eine deutsche 30,5cm, nicht die 38cm aus meinem Rechenbeispiel. Die 30,5'er hatte höchstens die Hälfte der Masse der 38'er.

Bleibt noch die Frage ob die Wassersäule nur Einschlag 26 KT * Meter beinhaltet oder auch noch den Sprengstoff.

Anschließende Frage: Wie hoch war die Geschossgeschwindigkeit auf diese Entfernung? Bei Jütland und in der Dänemarkstraße.

Grüße
Thommy
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Kurt Tucholsky

Offline t-geronimo

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Re: Frankfurt City shell splash
« Antwort #7 am: 17 April 2019, 16:05:16 »
Mündungsgeschwindigkeiten ("muzzle velocity") findest du auf diesen sehr informativen Seiten (die sich auch einigermaßen gut durch einen Übersetzer jagen lassen):
 --/>/> http://www.navweaps.com/Weapons/WNGER_Main.php

Ob es Tabellen für Geschoßgeschwindigkeiten nach fest definierten zurückgelegten Geschwindigkeiten gibt, weiß ich aus dem Kopf nicht. Da müßte ich letzteren zu Hause mal in ein paar Büchern vergraben - aber vielleicht ist hier ja jemand schneller.  :-)
Gruß, Thorsten

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Offline thommy_l

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Re: Frankfurt City shell splash
« Antwort #8 am: 17 April 2019, 16:23:50 »
Hallo,

danke für den Link. Dann bringt die 30,5 immer noch 14 KT * Meter an der Mündung. Halb so schwer und etwas schneller. Daß das eine Wassersäule von 90m bringt hätte ich nie gedacht. Ob mit oder ohne Sprengstoff.

Thommy
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Kurt Tucholsky

Offline thommy_l

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Re: Frankfurt City shell splash
« Antwort #9 am: 17 April 2019, 16:42:11 »
Hallo,

was mich hier auch interessiert, was muß ich unternehmen um ca 18kg Sprengstoff (38cm Psgr. der Bismarck) ins andere Schiff zu bringen:

18kg TNT entsprechen ca 76 MJ (MegaJoule), die ca. 26 KT * Meter entsprechen um die 256 MJ. Eigentlich eine schlechte Leistungsbilanz :-) Die einschlagenden Massen lassen wir erst mal weg aber bei nur noch 400m * s beim Treffer sind das auch noch 256/4 MJ = 64 MJ.

Thommy
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Kurt Tucholsky

Offline Urs Heßling

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Re: Frankfurt City shell splash
« Antwort #10 am: 17 April 2019, 17:06:12 »
moin, Thorsten,

Ist Queen Mary auf dem Bild nicht schon atomisiert und Lion wird dort gerade beschossen (die natürlich ähnlich lang ist)?

Dieser Bildunterschrift nach
https://www.dailymail.co.uk/news/article-3604529/First-World-War-sea-graves-hit-industrial-scale-looting-Royal-Navy-battlecruiser-sunk-Germans-Battle-Jutland.html
hast du recht.
Aber: wenn QM als 4. Schiff in der Linie der Schlachtkreuzer fuhr, kann das links sichtbare Schiff eingentlich nicht Lion sein ... die müßte noch wesentlich weiter vorn bzw. "links" stehen ... oder ??

Punkt 2.  Die Aufschlaggeschwindigkeit, entscheidend für die Wassersäule, ist wesentlich geringer als die Mündungsgeschwindigkeit. Hatte Thoddy nicht einmal hier im FMA dazu eine Tabelle gezeigt ?

Gruß, Urs
« Letzte Änderung: 17 April 2019, 17:12:46 von Urs Heßling »
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Offline t-geronimo

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Re: Frankfurt City shell splash
« Antwort #11 am: 17 April 2019, 17:08:31 »
QM ist doch explodiert? Die sollte nicht mehr zu sehen sein oder nur noch Fragmente wie z.B. bei HMS Invincible (?), wo nur Vor- und Achterschiff steil aus dem wasser ragen.

Die Verbandsfolge weiß ich nicht aus dem Kopf.
Gruß, Thorsten

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Offline Urs Heßling

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Re: Frankfurt City shell splash
« Antwort #12 am: 17 April 2019, 17:15:58 »
moin,

mein Fehler, QM war #3 ... und auf dem Bild die dunkle Wolke rechts von der Mitte.

Die Verbandsfolge weiß ich nicht aus dem Kopf.
Lion - Princess Royal - Queen Mary - Tiger - New Zealand - Indefatigable (schon +)

Gruß, Urs
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Offline Woelfchen

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Re: Frankfurt City shell splash
« Antwort #13 am: 17 April 2019, 18:04:58 »
Sprengranaten können recht hohe Wassersäulen erzeugen, siehe Video:
https://www.youtube.com/watch?v=iUtqsDf6A-E

Sind wohl 3,7cm HE-Granaten die von den Stukas verschossen werden. Normalerweise wurden aber Panzerbrechende verschossen.

Offline thommy_l

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Re: Frankfurt City shell splash
« Antwort #14 am: 18 April 2019, 12:29:59 »
Hallo,

ich versuche einen Überblick über das Verhältnis Kinetische Energie zu Sprengstoffwirkung zu bekommen.

Wassersäule in Urs Bild 90 Meter, möglicherweise noch 400 m/s, 400kg und höchstens 10kg Sprengstoff.
Wassersäule im Main, Ekkes Bild, 30 Meter, keine Kinetische Energie aber xyz? kg Sprengstoff.

Wenn ich die Säule der Bombensprengung mit sicherlich mehr als 10 kg Bums anschaue, bin ich mir immer sicherer, daß die extremen Wassersäulen der Schlachtschiff-Granaten überwiegend aus der Kinetischen Energie der Granate resultieren. Egal ob der Bodenzünder der Psgr. jetzt in 10 Meter Wassertiefe auslöst oder nicht.

Ich stelle mir halt manchmal Fragen ...

Grüße
Thommy
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