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Autor Thema: Griechische Zerstörer im 2. Weltkrieg  (Gelesen 7619 mal)

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Offline Henning M

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Griechische Zerstörer im 2. Weltkrieg
« am: 04 November 2006, 11:16:23 »
Kurz vor dem 2. Weltkrieg ließ Griechenland die beiden Zerstörer "Vasilefs Georgios" und "Vasilissa Olga" in Großbritannien bauen. Welcher britischen Zerstörerklasse sind sie zuzuordnen?

In der Literatur werden teilweise als Nachbauten der G-Klasse, teilweise jedoch auch als solche der I-Klasse benannt. Zwar sind beide Klasse relativ ähnlich, jedoch nicht vollständig. So war z. B. der Aufbau der Brücke unterschiedlich.

Der erstgenannte Zerstörer lief übrigen im 2. Weltkrieg als "ZG 3 Hermes" unter deutscher Flagge.
« Letzte Änderung: 04 November 2006, 13:36:18 von Tri »

Offline t-geronimo

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Re: Griechische Zerstörer im 2. Weltkrieg
« Antwort #1 am: 04 November 2006, 13:51:32 »
Whitley ("Zerstörer im 2. WK") schreibt sie von den allgemeinen Amessungen der I-Klasse zu, allerdings mit einigen Veränderungen, um den eigenen, also den griechischen Anforderungen nachzukommen. So sollten u.a. deutsche 12-7-cm-Geschütze eingebaut werden, wozu es wegen des nahenden Krieges aber nicht mehr kam.

Freivogel (Marine-Arsenal Band 46 "Beute-Zerstörer und T-Boote") geht nur sehr, seh kurz auf diese Schiffe ein und schreibt, daß vor allem die H-Klasse das direkte Vorbild gewesen sein soll (was aber ja nicht zwangsläufig heißen muß, das auch deren Maße usw. übernommen wurden).
Nach ihm haben die Schiffe auch deutsche Waffen bekommen.


Aber da haben bestimmt noch einige Experten hier genaueres... ;-)
Gruß, Thorsten

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Offline Mario

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Re: Griechische Zerstörer im 2. Weltkrieg
« Antwort #2 am: 04 November 2006, 14:03:43 »
Hallo Henning,
ich kann Dir da leider auch nicht vielemehr zu sagen, aber ich möchte es nicht versäumen, Dich bei uns herzlich willkommen zu heißen.

Offline Teddy Suhren

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Re: Griechische Zerstörer im 2. Weltkrieg
« Antwort #3 am: 04 November 2006, 14:08:57 »
Hallo

Herzlich willkommen hier.
Mal ganz was neues: Harald Fock schreibt zu Vasilevs Georgios I. das er nach dem Vorbild der britschen H-Klasse für Grichenland gebaut wurde.
Gruß
Jörg

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Offline t-geronimo

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Re: Griechische Zerstörer im 2. Weltkrieg
« Antwort #4 am: 04 November 2006, 15:14:58 »
Würde ja mit Freivogel übereinstimmen.
Gruß, Thorsten

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Offline Peter K.

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Re: Griechische Zerstörer im 2. Weltkrieg
« Antwort #5 am: 04 November 2006, 15:25:12 »
Auch in

Harald Fock (Hrsg.),
Afrika-Zerstörer ZG3 HERMES - Original-Kriegstagebuch
ISBN 3-7822-0562-6

ist mehrfach zu lesen, das VASILEFS GEORGIOS I und VASILISSA OLGA sehr stark an die britischen Zerstörer der H-Klasse angelehnt waren! Selbiges schreibt auch Gröner im Band 2!

BTW, für VASILEFS GEORGIOS I habe ich als Indienststellungsdatum den 27.12.1938 und - unwahrscheinlicher - den 12.02.1939.
Kann das jemand klären?

« Letzte Änderung: 04 November 2006, 15:28:43 von Peter K. »
Grüße aus Österreich
Peter K.

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Offline t-geronimo

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Re: Griechische Zerstörer im 2. Weltkrieg
« Antwort #6 am: 04 November 2006, 15:28:57 »
Zeigt mal wieder, daß man Whitley nicht zu sehr trauen darf.

Schreiben die auch was darüber, ob die deutschen 12,7-cm-Geschütze noch an Bord kamen (also in der Ausrüstung in GB für Griechenland)?
Gruß, Thorsten

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Offline t-geronimo

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Re: Griechische Zerstörer im 2. Weltkrieg
« Antwort #7 am: 04 November 2006, 15:33:46 »
Zur Indienststellung:

Freivogel nennt den 15.02.1939, Whitley den 27.12.1938.
http://www.german-navy.de/kriegsmarine/captured/destroyer/zg3/index.html nennt auch den 15.02.1939 und hat als Quellen Groener Bd. 2, Janes Fighting Ships sowie Kemp, Paul: "1939-1945 Der Kampf zur See"
Gruß, Thorsten

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Offline Peter K.

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Re: Griechische Zerstörer im 2. Weltkrieg
« Antwort #8 am: 04 November 2006, 16:03:47 »
... dann scheint doch der 15.02.1939 zustimmen!  :| Jedenfalls DANKE!

Gröner definiert das 12 cm Geschütz nicht näher, auch nicht Fregattenkapitän Johannesson im KTB. Allerdings war die, auch  ursprünglich vorgesehene niederländische Feuerleitanlage an Bord, die sich - bedeutend einfacher und weniger umfangreich als deutsche Anlagen - bei einem größeren Artillerieschießen am 09.08.1942 voll bewährt hat, obwohl sie nach Meinung des Kommandanten noch besser durchkonstruiert sein könnte.
Neben den vier 12 cm Geschützen und ihrer niederländischen Feuerleitanlage befanden sich bei der Indienststellung am 21.03.1942 noch vier deutsche 3,7 cm Flak in Einzellafetten von Rheinmetall - von 14.10. bis 22.10.1942 gegen vier 3,7 cm SK C/30 U in Uboots-Lafette C/39 ausgetauscht - fünf 2 cm Flak und zwei 8 mm MG´s an Bord.
Die beiden Vierlingsrohrsätze britischen Ursprungs waren nur von Hand schwenkbar, hatten nach jeder Seite nur zwei feste Schußstellungen (90°, 110°), wurden mittels zweier Nachtzielapparate (einer auf jeder Brückenseite) gerichtet und die Torpedos wurden mittels Pulver ausgestoßen - alles in allem nach Meinung des Kommandanten dem deutschen Standard von 1913 entsprechend!
Grüße aus Österreich
Peter K.

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Offline Huszar

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Re: Griechische Zerstörer im 2. Weltkrieg
« Antwort #9 am: 04 November 2006, 17:10:34 »
Ich würde eher auf die I-Klasse tippen.
Nur aus logischen Gründen. Die griechischen Schiffe wurde ja bei Yarrow gebaut, diese Werft baute auch 2 der insgesamt 10 I-Zerstörer, ber keines der 14 H-Zerstörer.

Bewaffnung:
Weder in Whitley, noch in Fock wird explizit gesagt, ob die dt. Kanonen letztendlich eingebaut wurden. Bei Whitley sieht es eher so aus, als ob engl. Kanonen schliesslich eingebaut worden wären (bei "Modifizierungen" wird nicht gesagt, dass die Hauptbewaffnung geändert worden wäre, bei anderen Schiffen wird dies angemerkt), bei Fock entsteht eher der Eindruck, dass die dt. Kanonen geliefert worden wären (es wird applaudiert, dass es keine Mun-Schwierigkeiten gab). Was jetzt?

mfg

alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

Offline t-geronimo

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Re: Griechische Zerstörer im 2. Weltkrieg
« Antwort #10 am: 04 November 2006, 17:13:18 »
Nun, wenn Yarrow nur 2 DDs der I-Klasse baut (von 10), warum dann nicht auch nur 2 der H-Klasse, nämlich die griechischen?

Zumal es ja eigene Pläne waren, nach griechischen Wünschen angepasst.
Gruß, Thorsten

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Offline Henning M

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Re: Griechische Zerstörer im 2. Weltkrieg
« Antwort #11 am: 04 November 2006, 18:14:39 »
Von den Daten wäre die I-Klasse schon passend. Isis lief nach Whitley am 12. November 1936, Ivanhoe am 11. Februar 1937 bei Yarrow vom Stapel, während die beiden griechischen Schiffe im Februar Kiellegung gehabt haben sollen. Die Helligen konnten also genutzt werden.

Er erscheint logisch, daß der modernste Entwurf genutzt wurde.

Bei der Bewaffung sagt Whitley, daß die Schiffe ohne Hauptbewaffnung nach Griechenland gelaufen seien, wo die vollständige Bewaffnung installiert worden sei. Dabei muß es sich dann m.E. um deutsche Geschütze gehandelt haben.

Offline Warjag

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Re: Griechische Zerstörer im 2. Weltkrieg
« Antwort #12 am: 04 November 2006, 21:51:40 »
Hmmm,
soviel ich mich erinnere, liegt der Unterschied zwischen den H- und I-Klassen darin, dass die ersten 2x4 TR und die letzen 2x5 TR hatten...
Wie sieht es bei den Griechen aus? ;)
Schöne Grüße,
Dmitrij

Offline Henning M

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Re: Griechische Zerstörer im 2. Weltkrieg
« Antwort #13 am: 04 November 2006, 23:04:56 »
2 *4 Torpedorohre, aber das hatten auch die ex türkischen Schiffe der I-Klasse. Unterschiede gab es insbesondere auch im Brückenaufbau.

Offline Warjag

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Re: Griechische Zerstörer im 2. Weltkrieg
« Antwort #14 am: 04 November 2006, 23:21:22 »
Stimmt... Aber genau denselben Aufbau hatten auch die brasilianischen Zerstörer, die man aber zur H-Klasse zurechnet ;) ... Also man kann sagen, dass es kaum wichtigen Unterschied zwischen diesen beiden Klassen gibt...
Schöne Grüße,
Dmitrij