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Autor Thema: Mit Z5 in Guantanamo  (Gelesen 2259 mal)

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Offline Rolfo

  • Fähnrich
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Mit Z5 in Guantanamo
« am: 07 Dezember 2018, 19:05:06 »
Z5 in Guantanamo - 1960 Memories

Meine Guantanamo Erinnerungen:
Z5 aus dem Marinestützpunkt Charleston-South Carolina kommend kam im Frühjahr 1960 in Guantanamo zum Flottentraining an. Das war vor einiger Zeit (Vor 58 Jahren als ich noch etwas juenger war).  Ich war damals Rohrmeister auf Z5. Wir waren in Guantanamo für "Auffrischungsschulung" oder REFTRA (Refressher Training). - Bei REFTRA muss ein Schiff, das längere Zeit außer Gefecht gesetzt war (z. B. längere Werftüberholungen, Neubau usw.), 4-6 Wochen lang Gefechtsuebung führen, manchmal sogar länger.
Mit Ausnahme der Land Beschiessung wurde jede andere REFTRA-Aktivität vor der Küste von Guantanamo in der Karibk ausgeübt.

Die Landbeschiessung wurde in der Karibik vor der Küste von Puerto Rico auf der Insel Culebra  durchgeführt.
•   Mit der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in Europa wurde der Culebra-Archipel 1939 zum Hauptschauplatz für Geschütze und Bombenangriffe der US-amerikanischen Marine.

•   Culebra (Schlangeninsel) ist eine Inselgruppe in der Naehe von von Puerto Rico und geographisch ein Teil der Jungferninseln. Sie befindet sich ungefähr 17 Meilen östlich des puertoricanischen Festlandes, 19 km westlich von St. Thomas und 14 km nördlich von Vieques.

In Guantanamo durften wir selten an Land, mit Ausnahmen um Vorräte abzuholen, Post zu schicken oder ins Naval Hospital zu gehen. Einige unserer Crews benötigten mehr Penicillin-Spritzen gegen ihre "Moskito-Beschwerden".

Meistens ankerten wir und warteten darauf, dass die Koordinatoren der Flottenübernahme an Bord kamen. Dann ging es los, täglich etwa 12 bis 15 Stunden mit den verschiedenen Gefechtstationen. Dann zurück zum Ankerplatz um dort alles das nachzuholen was wir nicht erledigen konnten, weil wir den ganzen Tag mit Gefechtsuebungen beschaeftigt waren. Manchmal wenn wir Glück hatten,konnten wir ein Nickerchen fuer ein paar Stunden machen. Aber am naechsten Morgen um 5:30 kamen die FTC-Koordinatoren (Fire Control Technicians) und schon ging es wieder los.

Den einzigen Komfort waehrend unserer kurzen Ruhepause in den Abendstunden bekammen wir indem ueber das ganze Deck hinweg  “kuehles” Seewasser gepumpt wurde. Wenn man versuchte ohne Schuhe aufs Deck zu gehen bekam man sofort Blasen vone dem kochend heissen Deck.  Wenn ich mich richtig erinnere war der Sonntags Dienst verkuerzt und wir vesuchten trotz hoher Temperaturen unter Deck ein paar Stunden Schlaf zu finden 

Die tägliche Routine
•    Wir haben jeden Tag geübt und gelernt. Um 05:00 Uhr morgens ging es los, Feuerlöschübungen, Rettungs- und Hilfsübungen, Gefechtsübungen, Man-over-Board-Übungen, Waffenunterstützungsübungen und jede andere erdenkliche Übung, die man sich vorstellen kann durchgeführt.
•   Samstags gingen wir in die Tränengaskammer und übten mit unseren Gasmasken.  Typisch waren die Besatzungen von zwei Schiffen zu diesen Uebungen angetreten.
•   Das Schiff wurde von den verrückten GITMO-Trainern (Beobachtern mit blauen Overalls) „gefangen gehalten“. Es gab keine planmäßige Leinen Los.  Manchmal blieben wir ein paar Tage auf See und manchmal blieben wir ein paar Tagen im Hafen.

•   Man blieb solange in Gitmo bis das Schiff in allen Bereichen eine gute Note erhalten hatte. Dies war für die Besatzungen von älteren Schiffen schwieriger, wo Geraet, Motoren etc. nicht immer so gut funktionierte. Man darf nicht vergessen, dass Z5 alias DD 572 -USS Dyson 1947 auser Dienst gestellt wurde und 13 Jahre lang in der US Navy Reserve Fleet eingemottet war.  Wenn man am Ende des Tages zurück in den Hafen kam, gab es eine kurze Pause zum Abendessen und dann weitere Übungen.

Meine Rollenkarte Routine




Torpedo Waffe:







U-Jagd Waffe - Wasserbomben:






U Jagt Waffe – Hegehogs






3 Inch Gun See-Ziel  Richtschuetze









Ganz egal wie anstrengend diese ganz Zeit war, es  verblieben viele schoene und gute Erinnerungen.  Manchmal, an einem Sonntag, wenn man nicht Wache schieben musste und einen Tag frei hatte  konnte man ganz tolle und unglaubliche Erfahrungen sammeln. Z.B:

   Auf einem fantastischen tropischen Golfplatz (Lateral Hazard Yatera Seca) Golf gespielt, wo ich wegen der Verletzung der Golf-Etikette (ohne Hemd gespielt) einen Platzverweis erhielt.





   Kreuz und quer durch die ganze Naval Base mit einigen Kamerdaen zusammen reiten (Horseback Riding).





   



   Gemuetlicher Bierabend







Es gab buchstäblich Viehwaggons, die bei der naechtlichen Schliessung des “Enlisted Men Clubs” mit Matrosen beladen wurden. Wir wurden da drin wie Vieh eingepfercht. Um ehrlich zu sein, einige der Matrosen waren “full off” ! Ok, Ok, Ok, alle Matrosen waren betrunken. Es war unser Job! Kein Wunder wenn man sich spaeter wiederfand auf Photos vom Guantanamo Jail.


   Besuch meines Navy Buddies Tom in seinem Sailor “Family Housing.”





   Deep Sea Fishing of Guantanamo Bay





   Spearfishing at Fisherman’s Point in Guantanamo with Navy Buddies















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Offline Rolfo

  • Fähnrich
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Re: Mit Z5 in Guantanamo
« Antwort #1 am: 07 Dezember 2018, 19:16:55 »
•   Kino und Dining at the Stop Light Café
   1960 gab es in Guantanamo  kein McDonald´s. Es gab das Stop Light Cafe neben dem Freiluftkino. Es gab ein ganz, kleines Restaurant, das aus einer zerfallenen Quonset-Hütte bestand und eine der besten Mahlzeiten servierte, die ich je in meinem Leben hatte. Prime Rib Beef und französische Zwiebelsuppe.

•   “Bloggen war damals noch nicht erfunden” und ich machte mir damals Notizen,, in meinem Z5 Logbuch, über die Taten meiner Schiffskameraden, die sich an realen und manchmal fiktiven Episoden beteiligten. 
   Die Realen Schiffskameraden, die trotz baden in “4711” eine Schweisfahne hinter sich  herzogen.
   Die Kameraden die auf dem gemieteten Fischerboot an einem Korallenriff über Bord springen und schwer verletzt wurden.
   Ein anderes Mal stellten sich meine Schiffskameraden in Parade Reihe auf um unsere Blasen zu leeren und wir wurden alle von der Marine Patrollie erwischt und bekamen einen Strafzettel. 
   Einmal fiel ein Kamerad über Bord, während das Schiff noch an den Pier war, er hatte zuviel Cuba Libre “Tee” getrunken.
   Und dann gab es noch Cable Beach wo wir den Tag mit Softballturnieren gegen unsere Schiffskollegen oder andere Schiffe begangen, oder manchmal gegen die Marines, die an der Basis stationiert waren.

•   Es war nicht immer einfach, aber wir hatten viel gelacht und schöne Erinnerungen.


Das alles war vor der Kubakrise 1962 - als GITMO noch cool war!
Bis zur Revolution 1953-59 pendelten täglich Tausende von Kubanern von außerhalb der Basis zu Arbeitsplätzen. Mitte 1958 wurde der Fahrzeugverkehr eingestellt; die Arbeiter mussten durch die verschiedenen Tore der Basis gehen. Busse des Public Works Center wurden fast über Nacht in Betrieb genommen, um die Gezeiten der Arbeiter zum und vom Gate zu transportieren.





Eine kurze Geschichte der Marinebasis der Vereinigten Staaten in Guantanamo Bay.

Die US Naval Station Guantanamo Bay (NAVSTA GTMO) ist die älteste US Navy Basis außerhalb des US-Kontinents. Die Basis befindet sich an der Südostküste Kubas und ist etwa 500nm von Miami, Florida entfernt. Die Marinestation unterstützt die Schiffe und Flugzeuge der US-Marine und der Küstenwache sowie die Einheiten der Gemeinsamen Task Force Guantánamo logistisch.
Es ist die einzige US-Marinestation, die in einem Land existiert, das keine diplomatischen Beziehungen zu den USA unterhält. Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 beherbergt die Station die Häftlingsmission des War on Terror. Die Basis hat derzeit etwa 8.500 Einwohner.

•   Alles bezieht sich natürlich auf eine Bucht in Kuba, aber auch auf die US-Marinebasis, die sich seit der Unterzeichnung des Kuba-Amerikanischen Vertrages 1903 nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg an dieser Bucht befindet.
•   Während des Zweiten Weltkriegs war die Basis relativ ruhig und wurde für die Ausbildung in der U-Boot-Kriegsführung und für Postdienste genutzt.
•   Guantanamo wurde 1898 gegründet, als die USA am Ende des Spanisch-Amerikanischen Krieges die Kontrolle über Kuba von Spanien aus übernahmen.
•   Die US-Regierung erhielt von der kubanischen Regierung einen unbefristeten Mietvertrag, der am 23. Februar 1903 begann. Die USA hielten die Basis auch nach der Auflösung der Beziehungen zu dem Land nach der Kubanischen Revolution aufrecht.
•   Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde die Basis als Haftanstalt für kubanische und haitianische Flüchtlinge genutzt, bis das Lager 1993 von einem Richter des U.S. District Court für verfassungswidrig erklärt wurde.
•   Seit Anfang 2002 nutzen die USA ihre Marinebasis in Guantanamo als Gefangenenlager für Häftlinge zunächst aus Afghanistan und später aus dem Irak. Das Gefangenenlager wurde von Mitgliedern der internationalen Gemeinschaft weithin kritisiert, weil es Häftlinge misshandelt und ohne Prozess festgehalten hat.
•   Bis zur Revolution 1953-59 pendelten täglich Tausende von Kubanern von außerhalb der Basis zu Arbeitsplätzen. Mitte 1958 wurde der Fahrzeugverkehr eingestellt; die Arbeiter mussten durch die verschiedenen Tore der Basis gehen. Busse des Public Works Center wurden fast über Nacht in Betrieb genommen, um die Gezeiten der Arbeiter zum und vom Gate zu transportieren.
•   Ab 1939 wurde das Wasser der Basis durch Pipelines geliefert, die Wasser aus dem Yateras River etwa 7 km nordöstlich der Basis bezogen.

Guantanamo Geography
•   Die Marinebasis ist in drei geografische Hauptabschnitte unterteilt: Leeward Point, Windward Point und Guantánamo Bay. Guantánamo Bay unterteilt die Naval Station physisch in Abschnitte. Die Bucht erstreckt sich über die Grenzen der Basis nach Kuba, wo sie dann als Bahía de Guantánamo bezeichnet wird. Guantánamo Bay enthält mehrere Cays, die als Hospital Cay, Medico Cay, North Toro Cay und South Toro Cay identifiziert werden.
•   Leeward Point der Naval Station ist der Standort des aktiven Flugplatzes. Zu den wichtigsten geografischen Merkmalen am Leeward Point gehören die Mohomilla Bay und der Guantánamo River. Auf der Leeward-Seite gibt es drei Strände. Zwei davon stehen den Bewohnern der Basis zur Verfügung, während der dritte, Hicacal Beach, geschlossen ist.
•   Windward Point enthält die meisten Aktivitäten auf der Naval Station. Es gibt neun Strände, die dem Basispersonal zur Verfügung stehen. Der höchste Punkt auf der Basis ist John Paul Jones Hill mit insgesamt 495 Fuß.  Die Geographie von Windward Point ist so, dass es viele Buchten und Halbinseln entlang der Buchtufer gibt, die ideale Bereiche für das Anlegen von Schiffen bieten.

Guantanamo Location and layout
•   Guantanamo Bay liegt in der Provinz Oriente an der südöstlichen Ecke Kubas. Der Zugang zur Basis erfolgt über die Windward Passage von Norden oder durch die Karibik von Süden. Die 12 Meilen lange, taschenförmige Bucht erstreckt sich von Nordosten nach Südwesten. Es wird von den Cuzco Hills im Süden und Osten und von den Bergen im Norden überdeckt.
•   Im Februar 1903 pachtete die US-Regierung in Guantanamo Bay 45 Quadratmeilen Land und Wasser, um eine Bekohlungs- (Tank-)Station einzurichten. Ein Vertrag wurde abgeschlossen und das Abkommen wurde im Dezember 1903 von der US-amerikanischen und der kubanischen Regierung unterzeichnet.
•   "NAVSTA GTMO bietet Unterstützung und Dienstleistungen für die US Navy und die US Coast Guard."
•   Ein neuer Vertrag, der 1934 unterzeichnet wurde, bestätigte den Mietvertrag und erlaubte Kuba und seinen Handelspartnern den freien Zugang zur Bucht. Es fügte auch eine Bedingung hinzu, dass die Beendigung des Mietvertrages die Zustimmung beider Regierungen erfordert, da die USA sonst die Basis verlassen müssten.
•   Die Beziehungen zwischen den USA und Kuba blieben bis zur Kubanischen Revolution Ende der 1950er Jahre unberührt. Im Juni 1958 nahmen die kubanischen Rebellentruppen 29 Matrosen und Marines gefangen und hielten sie als Geiseln in den Bergen fest, bis sie nach 22 Tagen freigelassen wurden.
•   Im Januar 1959 wurde das kubanische Territorium außerhalb der Grenzen der Marinestation für tabu erklärt, für US-Dienstleistende und Zivilisten. Im Oktober 1962 wurden die Mitarbeiter der Basis und ihre Familienangehörigen inmitten der Spannung der Kubakrise in die USA evakuiert.

Guantanamo Naval Station Bay operation
•   NAVSTA GTMO bietet Unterstützung und Dienstleistungen für die Schiffe der US-Marine und der US-Küstenwache sowie für andere ausländische Marineschiffe, die in der Karibik eingesetzt werden. Sie unterstützt auch die Flotte, die an den Operationen zur Bekämpfung des Drogenmissbrauchs teilnimmt. Sie startet Migrantenoperationen, um Haitianern und Kubanern Schutz zu bieten. Es unterstützt gemeinsame Operationen, obwohl es sich nicht um ein gemeinsames Operationsbefehl handelt.
•   Die Marinestation hat ihre Mission zur Unterstützung von Migranten nach Sea Signal fortgesetzt.
•   Die Basis beherbergt zahlreiche Mieterkommandos, darunter die Southern Command Joint Task Force-Guantanamo, Joint Task Force Guantanamo, US Naval Hospital und Branch Dental Clinic.
•   Andere Abtteilungen, die sich an der Basis befinden, sind: Personalunterstützungsaktivitäten, Naval Atlantic Meteorology and Oceanography Command, Naval Media Center, Naval Communications Station, Department of Defense Dependent Schools, Navy Brigg, und Fleet and Industrial Supply Center.

Guantanamo NAVSTA GTMO garrison facilities
Das Buchtgebiet ist in zwei Teile gegliedert, die als Außen- und Innenhafen bezeichnet werden. Der Innenhafen umfasst Handelshäfen, während der Außenhafen eine Marinestation und den Hauptankerplatz beherbergt. Pier- und Werftanlagen befinden sich an den kleinen Buchten zwischen Corinaso Point und Deer Poin

Guantanamo Air facilities
NAVSTA GTMO hatte zwei Flugplätze, nämlich Leeward Point Field und McCalla Airfield. Der Betrieb auf dem McCalla Airfield wurde 1976 eingestellt. Das Leeward Point Field ist der einzige aktive Militärflugplatz auf der Basis. Sie verfügt über eine einzige Start- und Landebahn von 2.438 m x 61 m und ist mit Asphalt belegt.

Guantanamo Base facilities and services
•   Die Marinestation verfügt über vier Windturbinen, die 3.800 kW Strom erzeugen, was ausreicht, um 25% des Strombedarfs zu decken. Eine Entsalzungsanlage, die in der Lage ist, täglich 2,25 Millionen Gallonen Frischwasser zu produzieren, ist an der Basis angebracht. Die Anlage produziert über ihre beiden Turbinengeneratoren auch zusammen 15.000 kW Strom.
•   Für die Marine und ihre Familienangehörigen werden Familien- und Junggesellenunterkünfte angeboten. Weitere Einrichtungen sind ein Kinderentwicklungszentrum, ein Kommissariat, eine Marinebörse, eine Tankstelle, ein Jugendzentrum und Schulen. Zu den Sport- und Freizeiteinrichtungen gehören ein Neun-Loch-Golfplatz, ein 18-Loch-Mini-Golfplatz, Tennisplätze, Schlagkäfige und drei Schwimmbäder.

Bilder Gallery vor der Kubakrise 1962 - als GITMO noch cool war!














When GITMO Was Cool!


































All dies geschah vor der Raketenkrise in Kuba 1962.

Leider ist heute nicht mehr so wie damals, als GITMO “cool war”.
•   Am 22. Oktober 1962, etwa eine Woche nach der Entdeckung der sowjetischen Raketen, machte Kennedy eine Fernse-Ankündigung über die Krise. Ungefähr 2.800 Zivilisten, einschließlich Familien und nicht notwendiges Personal, wurden aus Guantanamo evakuiert, und 5.000 Marines wurden geschickt, um die Garnison dort zu verstärken.
•   Dies war eine beträchtliche Kampfkraft , aber es war nicht der Schwerpunkt der sich entwickelnden Pläne der USA, Kuba anzugreifen. Vor der Nordküste Kubas wurde eine größere Marinearmee mit amphibischen Schiffen aufgestellt, die mit der Sicherung des nördlichen Kubas beauftragt gewesen wäre. Eine viel größere Gruppe von mehreren Divisionen wurde hastig in Florida versammelt. Die Marines in Guantanamo und vor der Küste hätten zur Sicherung der Brückenköpfe und für chirurgische Angriffe benutzt werden können, nicht für eine ausgewachsene Invasion.
•   Am 24. Oktober zogen sowjetische und kubanische Streitkräfte mit einer Reihe von nuklear bestückten FKR-Kreuzfahrtraketen aus dem zentralen Kuba in eine Zwischenstation in Vilorio. Zwei Tage später verlegte diese Einheit ihren Standort nach Filipinas, einem besser platzierten Standort 15 Meilen von Guantanamo entfernt. Hätte ein Krieg begonnen, hätte diese Einheit ihre Raketen gestartet und jedes Lebewesen auf dem Stützpunkt der US-Marine in wenigen Minuten vernichtet.
•   Ist das eine Tatsache? Wissen wir sicher, dass die erste Reaktion auf einen Einsatz darin bestanden hätte, die Raketen abzufeuern?
•   Das hängt davon ab, wann in der Krise der Krieg begann. General Pliyev, der Kommandant der sowjetischen Streitkräfte in Kuba, war aggressiv bei der Auslegung seiner Befehle. Er wurde dabei von Fidel Castro ermutigt, der von ganzem Herzen glaubte, dass die Amerikaner beabsichtigten, die Insel jeden Moment zu atomisieren und lebende Atombomben wollten, die bereit waren, in einem Abschiedsschuss zu landen.
•   Chruschtschow war weniger zuversichtlich, eine Milliarde Menschen zu töten, und erteilte Plijew zu Beginn der Krise sehr sorgfältige Anweisungen. Pliyevs Dauerbefehle gaben ihm die operative Kontrolle über seine Schlachtfeldwaffen und Marschflugkörper, aber nicht über die ballistischen Raketen. Nach Beginn der Krise am 22. Oktober befahl der Kreml Plijew, seine Atombomben unter keinen Umständen zu benutzen.
•   Pliyev hielt seine Besatzungen während der Krise auf hohe Einsatzbereitschaft - während seine Raketen unfuelled und nicht mit Sprengköpfen verpaart waren, war alles so eingerichtet, dass es jederzeit möglich war.
•   Am 26. Oktober, als Pliyev seine taktischen Atombomben positionierte, um Guantanamo auszulöschen, sagte er dem Kreml, er werde "alle verfügbaren Mittel der Luftverteidigung" einsetzen. Der Kreml stimmte dem zu, sagte ihm abermals, er solle seine Atombomben nicht benutzen.
•   Der nächste Tag war der dunkelste Moment der Krise. Eine von Pliyevs AA-Crews hat eine amerikanische U-2 ohne Genehmigung abgeschossen. Am selben Tag schoss ein sowjetisches U-Boot Atomtorpedos auf eine Flottille der US-Marine. Diese Aktionen hätten sehr wohl einen apokalyptischen Krieg auslösen können.
•   Am 28. Oktober, als es den Anschein hatte, dass die Welt kurz vor der Zerstörung stand, ermächtigte Chruschtschow Plijew, alle erforderlichen Verteidigungsmittel einzusetzen. Er sagte Plijew, er solle keine Flugzeuge mehr abschießen - es seien keine Provokationen mehr erlaubt -, aber die Befehle über den Einsatz von Atomwaffen seien unklar.
•   Da der Kreml bis dahin glasklar über den Einsatz von Atombomben war, war die unausgesprochene Botschaft klar: Wir stehen kurz vor dem Krieg, und wir werden uns zurückziehen. Aber wenn die Amerikaner uns atomisieren wollen, sind Sie befugt, sie bezahlen zu lassen.
•   Kennedy, der die Welt an den Rand der Zerstörung gedrängt hatte, fand in letzter Minute einen Ausweg. Anstatt den immer schärfer werdenden Kriegsaufrufen seiner Generäle zu folgen, entwickelte er einen gesichtsschonenden Kompromiss und erlaubte Chruschtschow ein anmutiges Aus. Kennedy bot den Sowjets über seinen Bruder den Abzug amerikanischer Raketen in der Türkei und eine Garantie für Kubas Sicherheit als Gegenleistung für die Entfernung sowjetischer Atomwaffen in Kuba an. Chruschtschow nahm das Angebot an. Am 29. Oktober wurde Pliyev angewiesen, alle seine Atomstreitkräfte zurückzuziehen.

Fletcher Memories, wie meine, sollten alle Fletcher Oldies an aehnliche Zeiten erinnern. 
Vielleicht findet der eine oder andere meiner Leser in seinem Seesack oder See Koffer etwas aus unserer gemeinsamen Fletcher Zeit.
Ansonsten sollten meine Erinnerungen dne Leser zum Lachen bringen, zum weinen oder in die Hose pinkeln. “Wahrscheinlich alle drei."






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Offline Manfred Heinken

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Re: Mit Z5 in Guantanamo
« Antwort #2 am: 07 Dezember 2018, 19:30:26 »
Moin Rolfo,
klasse  Bericht, tolle Fotos.
Wann ist Z 5 in Bremerhaven eingelaufen?
Hast Du den Namen des Tankers für mich ?.

Beste Grüße
Manfred Heinken


Offline Rolfo

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Re: Mit Z5 in Guantanamo
« Antwort #3 am: 07 Dezember 2018, 23:07:59 »
Hello Manfred,

Thanks for the Kudos.
Zu deinen Fagen:

Wann ist Z 5 in Bremerhaven eingelaufen? 
•   The transfer to Germany followed with leaving Charleston on 9. June 1960 and short visits in Hamilton (Bermudas) and Ponta Delgada (Azores).
•   Z5 arrived Bremerhaven on the 23. June.
 
Hast Du den Namen des Tankers für mich ?.  Leider nicht.  So ist das nun mal im Alter: "Zuerst vergisst man nach dem Pissen den Hosenladen wieder dicht zu machen, dann vergisst man vor dem Pissen den Hosenladen aufzumachen, dann vergisst man "Tanker" Namen.
« Letzte Änderung: 07 Dezember 2018, 23:46:19 von Rolfo »
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Offline Manfred Heinken

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Re: Mit Z5 in Guantanamo
« Antwort #4 am: 08 Dezember 2018, 10:22:18 »
Moin Rolfo,
dann haben wir, von der Schulfregatte Scheer, euch in Empfang genommen.
Der Empfang in BHV war ja dann auch großartig.

In den Gaststätten und Kneipen sprachen die Zerstörerleute nur noch gebrochen Deutsch.
Das legte sich aber schnell wieder, dann hatte der Marinealltag in Deutschland die weitgefahrenen Kameraden
wieder auf den Boden der Bundesrepublik zurückgeholt.

Beste Grüße
Manfred Heinken

Offline The Voice

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Re: Mit Z5 in Guantanamo
« Antwort #5 am: 08 Dezember 2018, 11:11:03 »
Moin!
Phantastische Aufnahmen! - Danke!

Gruß: Uwe
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Offline oldenburger67

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Re: Mit Z5 in Guantanamo
« Antwort #6 am: 08 Dezember 2018, 11:15:21 »
Hallo Rolfo,

recht herzlichen Dank, dass Du Deine Erinnerungen in dieser humorvollen und zugleich informativen Form mit uns teilst.Schließlich gibt es nicht mehr allzu viele, die uns später geborenen diese Dinge berichten können.
Mein alter Herr, wenn er noch leben würde, hätte sicher viel Spass an Deinem Bericht. Obwohl er zumeist Hamburg Fahrer war, hat er immer für die Fletcher geschwärmt!
Zudem sind die Fotos in Deinem Bericht eine wahre Goldgrube für Modellbauer, insbesondere die Bilder der 3 inch, leider gab es die zu meiner Zeit schon nicht mehr schnüff.
Im Nachhinein scheint die Welt damals trotz Cuba Krise doch noch etwas besser als heute, aber wahrscheinlich ist dass nur eine Illusion.

Nochmals möchte ich mich recht herzlich für diesen Bericht bedanken, und wünsche Dir und Deinen Lieben einen schönen 2. Advent und eine schöne Weihnachtszeit.

Ich verbleibe mit weihnachtlichen Grüßen

Thomas

Offline Urs Heßling

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Re: Mit Z5 in Guantanamo
« Antwort #7 am: 08 Dezember 2018, 11:41:10 »
moin,

tolle Fotos.
Ja :TU:)
Aber, mein lieber Rollo, Du trickst  :-D (wie beim Pokern in Gitmo ? :ML:)

Der Zerstörer, der bei ruhiger See übernimmt, ist ein anderer als der bei Seegang (er hat nämlich einen Kutter an Steuerbord in Höhe des 1. Schornsteins und der andere nicht, auch erkennbar an den ECM-Anlagen am 2. Schornstein).


Hast Du den Namen des Tankers für mich ?.
Der Tanker im ersten "Tankerbild" ist wahrscheinlich die Münsterland.
dann kommen mM nach einige US-Tanker (so einen Portalkran achtern hatte kein deutscher)
Einige Bilder später, der Tanker rechts im Bild, nur die Back zu sehen, ist die Frankenland.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Offline Manfred Heinken

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Re: Mit Z5 in Guantanamo
« Antwort #8 am: 08 Dezember 2018, 11:47:50 »
Moin Urs,
den Namen "Münsterland" kann man sehr schwach lesen.
Zunächst war ich im Glauben es sei die "Jeverland""
Da Du den Namen auch genannt hast, wird es die "Münsterland" sein.

Beste Grüße
Manfred Heinken

Offline smutje505

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Re: Mit Z5 in Guantanamo
« Antwort #9 am: 08 Dezember 2018, 12:20:56 »
Hallo Rolfo auch von mir DANKE für deinen Beitrag mit schönen Bildern. :TU:)

Offline Karsten

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Re: Mit Z5 in Guantanamo
« Antwort #10 am: 08 Dezember 2018, 13:09:32 »
Im Nachhinein scheint die Welt damals trotz Cuba Krise doch noch etwas besser als heute, aber wahrscheinlich ist dass nur eine Illusion.
Es würde sich lohnen, das vertieft zu diskutieren.

Ich persönlich würde mich für die Behauptung erwärmen können, dass die Welt bis 1989 besser war, weil sie berechenbarer war. Es war ein Patt der beiden großen Blöcke, das ein hohes Maß an Stabilität bot, von der die Welt - zumindest die nördliche Hemisphäre - profitierte (ich lasse jetzt die vielen Stellvertreterkriege mal außen vor). 
Viele Grüße,

Karsten

Offline Bugsierstefan

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Re: Mit Z5 in Guantanamo
« Antwort #11 am: 08 Dezember 2018, 14:13:01 »
Moin,

gut beobachtet Urs!  top
Der bei ruhiger See scheint schon das "deutsche" Umbauprogramm der Fletchers hinter sich zu haben. Da wurde u. a. der Stb. Kutter samt Davits entfernt, an Bb. wurden statt der amerikanischen Schwenkdavits neue Freifalldavits mit einem größeren Kutter eingebaut. Weiter ging es mit der Brückenfront, (Wintergarten), den nur die deutschen Fletcher hatten.
Ob dieser Zerstörer auf dem Bild auch schon diesen Brückenumbau hatte, kann ich nicht erkennen.

Viele Grüße  :MG:

Offline oldenburger67

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Re: Mit Z5 in Guantanamo
« Antwort #12 am: 08 Dezember 2018, 15:32:02 »
Hallo Karsten,

ich wollte an dieser Stelle definitiv keine politische Diskussion auslösen!
Dafür ist der Reisebericht von Rolfo zu schade.
Hinsichtlich Deines Resümees würde ich Dir aber zustimmen.

Ich verbleibe mit vorweihnachtlichen Grüßen

Thomas

Offline oldenburger67

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Re: Mit Z5 in Guantanamo
« Antwort #13 am: 08 Dezember 2018, 15:34:29 »
Apropos Fotos,

trägt der junge Mann, der sich so demonstrativ vor dem Strassenkreuzer aufgebaut hat jetzt ein Samsung oder ein Nokia Handy am Gürtel  :-D :-D :-D :biggre: :biggre: :biggre:

Duckundwech  :-D :-D :-D :-D

Offline RonnyM

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Re: Mit Z5 in Guantanamo
« Antwort #14 am: 08 Dezember 2018, 16:28:18 »
...klasse Fotos Rolf, besonders das Hedgehog Luftbild. top

Allerding, wenn man vorher die guten Kojen auf deutschen Neubauten (Tender/Fregatten) kennen gelernt hat... Wenn ich da an meine Koje im U-Deck von Z 4 denke - vorher überlegen, ob man auf dem Bauch oder Rücken schlafen will, umdrehen war nicht, wenn die obere Koje belegt war.

Du als Ari-Mixer warst ja immer an der frischen Luft. Ich hatte mal das Glück, eine volle Breitseiten Salve in der OPZ zu erleben. Da standen wir im Dunklen, weil die Kakerlaken von 1944 zum Vorschein kamen... Der ganze Raum war voll vernebelt.

Ja, sowas vergisst man nicht. :biggre:

Grüße Ronny
...keen Tähn im Muul,
over La Paloma fleuten...