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Autor Thema: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.  (Gelesen 11651 mal)

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Offline harold

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Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
« Antwort #30 am: 07 Januar 2020, 14:04:54 »
Geehrte Diskutanten,

lassen wir doch die Kirche im Dorf.

Trittbett-Fahrerei, meiner Meinung nach.

"Dramaturgie" in Szene gesetzt vor "historischer Kulisse", kenn' ma eh scho:
"Vom Winde Verweht", Scarlett & Butler - und, hasts-nich-gesehn!- haben wir aber schon eine vollgültige historische Erklärung für den US-CF-Krieg.-
Oder? [insert your choice], -  heij, da hätten wir bald mal die Menge !

U-boat & Y-tube; mal eingefahrenes Klischee, mal nur eingestampfte Pampe: na Mahlzeit.

 :MV:
4 Ursachen für Irrtum:
- der Mangel an Beweisen;
- die geringe Geschicklichkeit, Beweise zu verwenden;
- ein Willensmangel, von Beweisen Gebrauch zu machen;
- die Anwendung falscher Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Offline Matthias Löhr

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Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
« Antwort #31 am: 07 Januar 2020, 14:44:51 »
Nachdem ich mir alle Folgen und die beiden Dokumentationen in der Mediathek angeschaut habe, zögerte ich erst, hier einen Kommentar abzugeben. Ich habe mich als Nachfahre eines U-Bootfahrers im Ersten Weltkrieg, der immerhin unter Weddigen und SM U 9, sowie unter Curt Beitzen, von Dewitz und Franz Becker gefahren ist, entschlossen, einige Worte zu verlieren und einige Fragen aufzuwerfen. Im großen und Ganzen ist diese 8 stündige Serie ein weiterer U-Bootfilm unter vielen anderen. Er übernahm den Titel des so genannten Vorgängerfilms und weckte Erwartungen, die nicht erfüllt wurden; viele Leute dachten, es sei die Fortsetzung von Petersens Meisterstück. Man kann einige Sequenzen als Hommage auf seinen Film werten: der vom Klo springende Matrose...
Anhand der vielen Bücher, die ich über den U-Bootkrieg 14-18 besitze kann ich nur sagen, dass das Leben an Bord insgesamt gesehen recht realistisch dargestellt wurde. Große Unterschiede zwischen den Booten des ersten und zweiten Weltkriegs gab es ja nicht, was den Innenraum angeht. Was dem Film fehlte war mehr Spannung auf See, verflixte Situationen wie Torpedorundläufer oder U-Bootsfallen oder Situationen mit vermeintlich neutralen Schiffen, in denen sich der Kommandant Gedanken machen muss: Versenken oder nicht,beispielsweise. In acht Stunden hätte man mehr hineinpacken können. War es im Urfilm das wahre U 96, nahm man hier U 612 als Fantasieboot. Es gab doch sicherlich im Buch von Buchheim (Festung) auch ein "echtes" Boot.
Meine Kritik beginnt bei den Männern: Warum waren fast sämtliche Offiziere bärtig, fast alle Matrosen immer frisch rasiert. Die Mannschaften bekamen das kostbare Gut, um sich zu rasieren???
In keinem Buch über U-Boote im 1. WWK habe ich auch nur ansatzweise über Gewalt zwischen den Kameraden gelesen. Kein Kommandant oder Vorgesetzter hätte solche Szenen durchgehen lassen, wie man sie hier mit ansehen musste.
Ein Mord an einem Kameraden?? Undenkbar.
Das Aussetzen eines Kommandanten mit einem Kameraden auf hoher See in einem Schlauchboot? Wer hat sich denn das bloß ausgedacht? Und wie sich Hoffmann hat aus dieser Situation retten können, um im Schussbild wohlbehalten und frisch rasiert wieder in La Rochelle zu erscheinen? Ein Mittel der Soap Operas, um dem Zuschauer zu suggerieren, das kommt noch eine Fortsetzung.
Weiß jemand, wer der Vater des Hoffmann war, der 14-18 U-Bootkommandant gewesen ist? Oder ist das auch nur Erfindung?
Die Szenen an Land lasse ich bewusst aus. Mit einer Ausnahme: Warum musste die Verräterin ausgerechnet eine Elsässerin sein?
Zur Doku nur so viel: Ich war schon sehr erstaunt, meinen alten Freund Horst Bredow darin zu sehen, der mir persönlich viel geholfen hat. Er ist bereits im Februar 2015 verstorben...Der 2. Teil hatte dagegen das Produktionsdatum 2020.
Herrn Buchheim habe ich vor vielen Jahren persönlich kennengelernt. Sympathisch ist etwas anderes, aber damals wusste ich noch nichts von U-Booten.
Ehre ward euch und Sieg, doch der Ruhm nur kehrte zurücke. Friedrich von Schiller, 1795

Offline wirbelwind

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Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
« Antwort #32 am: 08 Januar 2020, 19:49:01 »
Hallo,
mal gleich vorneweg, Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut und das will ich nicht als Ironie verstanden wissen. Daher habe ich auch kein Problem, wenn der User Fuzzy meint, besagte Serie ist für Otto-Normalverbraucher gemacht worden und deshalb vom Niveau schon nicht ganz schlecht. Da fängt für mich ein Teil des Problems an. Von der Qualität her kann die Serie nicht an den Vorgängerfilm anknüpfen.Mittlerweile sind seit Petersens Film,,Das Boot" über 3 Jahrzehnte vergangen und die Qualität der gezeigten Filme hat seitdem, von einigen rühmlichen Ausnahmen abgesehen, selten wieder das Niveau erreicht. Eher habe ich das Gefühl, dass mehr oder weniger wir mit Dingen konfrontiert werden, die mit der Realität wenig zu tun hatten. Mir fällt da spontan Mertens Aufschrei gegenüber Buchheim ein ,,So war es nicht". Wenn wenigstens die künstlerische Ausstrahlung/Verarbeitung gestimmt hätte. Fehlanzeige für mich. Ich würde es nicht so drastisch wie Schorsch ausdrücken, mit der kommunistischen, spaniengestählten Kampflesbe, da hat er ein wenig überzeichnet. Nur diese gezeigten Abläufe wirken für mich unrealistisch und berührt mich kaum. Damit will ich nicht zum Ausdruck bringen, dass es keine lesbischen französischen Widerstandskämpferinnen gegeben haben mag. Aber die Häufung vieler Annormalitäten/Absurditäten reissen mich nicht mit und lassen mich mit den Kopf schütteln. Das Auftauchen von Kaleunt Hoffmann gegen Filmende bei Herrn Greenwood
bedeutet für mich, der Wahnsinn wird weitergehen.
Übrigens, Matthias, könnte es nicht sein, dass der Vater von O. Kausch Pate für den Vater von Hoffmann gestanden hat?
MfG Wirbelwind

Offline Matthias Löhr

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Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
« Antwort #33 am: 08 Januar 2020, 22:09:48 »
Einen Kausch, Wirbelwind, finde ich in der Kommandantenliste zum 1. WK nicht, leider: https://uboat.net/wwi/men/commanders/listing.html?char=K
Ehre ward euch und Sieg, doch der Ruhm nur kehrte zurücke. Friedrich von Schiller, 1795

Offline kawa1705

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Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
« Antwort #34 am: 08 Januar 2020, 22:44:14 »
Ihr habt noch vergessen zu erwähnen, dass der Kommandant bestimmt nicht einen Fischkutter (im vierten Teil ) mit zwei teuren Torpedos versenkt hätte!  :MLL: :MLL: :MLL:

Trotzdem würde ich nicht so hart meckern.
Ist doch toll das mal wieder in der Richtung was gezeigt wird.
Dann hat man auch wieder neuen Gesprächsstoff. :TU:)

 :MG:

Rüdiger




Offline wirbelwind

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Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
« Antwort #35 am: 09 Januar 2020, 22:13:09 »
Hallo Matthias,
vorweg, ich muss mich korrigieren. Richtigerweise heißt es richtig der Vater von Oskar Kusch, sorry :-P
Leider habe ich die Stelle nicht mehr gefunden, wo daraus hervorgeht , dass sich der Vater von Kusch nach dessen Verurteilung zum Tode, direkt an Dönitz wegen Begnadigung  wandte. In dem Zusammenhang glaubte ich gelesen zu haben, dass der vater U-Boot-Kommandant im 1. WK gewesen sei. Nach der Panne mit dem Namen ist es nicht auszuschließen, dass ich mich da irre. Leider. :roll:

MfG Wirbelwind

Offline Rheinmetall

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Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
« Antwort #36 am: 09 Januar 2020, 22:28:08 »
Moin !

Als ich das Bild eines Offiziers mit Ritterkreuz mit verkehrt herum hängenden Eichenlaub gesehen habe, reichte mir dass, die Serie nicht anzusehen und die Zeit anderweitig einzusetzen.

Beste Grüße,

Matze
Ab Kapstadt ohne Kreiselkompass - Jürgen Oesten, U 861

Offline bettika61

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Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
« Antwort #37 am: 10 Januar 2020, 11:26:56 »
Leider habe ich die Stelle nicht mehr gefunden, wo daraus hervorgeht , dass sich der Vater von Kusch nach dessen Verurteilung zum Tode, direkt an Dönitz wegen Begnadigung  wandte.
http://www.apt-holtenau.de/holtenau-info/history/kusch-oskar-briefe.htm
Zitat
Trotzdem zwei Gnadengesuche, eines von mir und eines von dem Verteidiger Müller-Grieben, der in seiner Verteidigung natürlich vollständig versagt hat, vorlagen, und die Begnadigung in der Hand von Dönitz lag, hat dieser als Chef der U-Bootwaffe und Grossadmiral der deutschen Marine trotz seines Versprechens weiter nichts getan, als das Todesurteil meines Sohnes bestätigt.
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline Vigo

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Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
« Antwort #38 am: 10 Januar 2020, 11:41:07 »
Ich würde es nicht so drastisch wie Schorsch ausdrücken, mit der kommunistischen, spaniengestählten Kampflesbe, da hat er ein wenig überzeichnet.

Nö, genau so 'überzeichnet' ist diese doch im 'Film'. Samt Barett und Dauergequalme :roll:

Als ich das Bild eines Offiziers mit Ritterkreuz mit verkehrt herum hängenden Eichenlaub gesehen habe, reichte mir dass, die Serie nicht anzusehen und die Zeit anderweitig einzusetzen.

Mir hat nach ca 30 Min. das Schnapssaufen mit Schwesterchen an Bord am Abend vor dem Auslaufen und anschließender Feuerspuckerei auf's Funkgerät gereicht.

Fazit: Unterhaltung, ja. Nur leider schlechte. Weil der Zuschauer mit billiger Effekthascherei, zeitgeistiger Scheinmoral und Unstimmigkeiten en masse für dumm verkauft wird.
  flop

Gruß
Vigo
« Letzte Änderung: 10 Januar 2020, 23:14:41 von Vigo »
Nordisches Folkeboot VIGO (Bj. 1965), Geltinger Bucht.

Offline Umzugskarton

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Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
« Antwort #39 am: 10 Januar 2020, 17:16:36 »
Die Serie lohnt sich nicht. Ich würde kein Geld dafür ausgeben.

Es gibt allerdings eine Hand voll Szenen, mMn gar nicht so schlecht sind:

...
Der Unternehmersohn sitzt mit den Offizieren in der Messe und erklärt den ideal- und treuegestählten, trotzig Dasitzenden, wie Wirtschaft funktioniert und dass man sie verheizt.
...

Der Unternehmersohn ist offenbar mitten in einem Wespennest gelandet. Diese Figur, die historische Anleihen an Vorfahren lebender und toter US-Präsidenten trägt, hat mindestens vier der bedeutendsten deutsche Medien zu umgehenden Gegendarstellungen veranlasst, am umfangreichsten die WELT:
https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article184341446/Hitler-Finanzierung-Das-Boot-spielt-mit-einer-Geschichtsklitterung.html

Es ist nicht bekannt, ob auch Herr Grenell sich durch die Namensähnlichkeit auf den Schlips getreten fühlte.

Viele Grüße

Das ist ja kurios. Eine Serie voller Unsinn und der Mann stört sich ausgerechnet an dieser einen Szene....

Als netter Nebeneffekt ist durch den Artikel auch geklärt, warum der Herr Historiker für eine Zeitung schreibt.

Offline HUS

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Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
« Antwort #40 am: 10 Januar 2020, 17:54:11 »
Hallo in die Runde,
auch ich habe bis zur letzten Folge "Das Boot" verfolgt und habe jetzt aufmerksam die Diskussionsbeiträge gelesen.

Die Mitglieder dieses Forums haben einen besonderen Bezug zu maritimen Themen - überwiegend auf eigene Erfahrungen beruhend und sehen in der Diskussion -vereinfacht ausgedrückt - entweder den Schwerpunkt im Unterhaltungswert oder im Realitätsgehalt.

Auf dem Hintergrund meines Studienschwerpunktes "Didaktik der Geschichte" ist für mich folgender übergeordneter Standpunkt wichtig:

Da die Serie nicht im privatfinanzierten Rundfunkbereich lief, sondern im Öffentlich-Rechtlichen, der von den Bürgern durch ihre Gebührenpflicht finanziert wird, sieht der Gesetzgeber für die Programme einen kulturellen Auftrag vor. Im vorliegenden Fall liegt damit eine gesetzlich-verpflichtende Nähe zu den geschichtsfaktischen Gegebenheiten des Nationalsozialismus im Zusammenhang mit dem 2. Weltkrieg vor. Folglich ist zu fragen: Verstieß der Film erkennbar gegen diese Vorgabe? Ich konnte das nicht erkennen - und habe mich in Gelassenheit geübt - auch angesichts der im Detail ungenauen oder sogar fragwürdigen Passagen. Mir scheint vor allem wichtig, dass 18jährige Ungediente keinen Anlass finden konnten, die Geschehnisse und die Einzelschicksale zu bewundern und damit jener Zeit nachzutrauern.

Zusammenfassung: Wir müssen meiner Meinung nach hier mit den Ärzten, den Krankenschwestern, den Kommissaren, den Rechtsanwälten in den entsprechenden TV-Serien mitleiden, die auch alle ertragen müssen, dass ihre berufliche Realität in der Regel verzerrt dargestellt wird.

Gruss Ulf

Offline asus1402

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Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
« Antwort #41 am: 10 Januar 2020, 19:23:27 »
Nabend Ulf,

ich sehe das auch so.
Danke für deinen Beitrag.

Gruß Peter

Offline Schorsch

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Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
« Antwort #42 am: 10 Januar 2020, 19:38:33 »
Hallo Ulf!

(...)
Zusammenfassung: Wir müssen meiner Meinung nach hier mit den Ärzten, den Krankenschwestern, den Kommissaren, den Rechtsanwälten in den entsprechenden TV-Serien mitleiden, die auch alle ertragen müssen, dass ihre berufliche Realität in der Regel verzerrt dargestellt wird.
(...)
Was ich allerdings in diesem Zusammenhang nicht verstehe, ist die vielmals erhobene Forderung, dass man dann gefälligst stumm zu leiden habe. Woher kommt die Idee, dass negative Kritik nicht geäußert und auch ihre Gründe nicht dargelegt werden dürften? (Nur um nicht missverstanden zu werden, dieser Vorwurf geht nicht an Dich, sondern Dein Fazit lässt ihmo diese Frage unbeantwortet.)

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
'Judea, London. Do or Die.'

Berühmte letzte Worte: „Präzision und Timing sind das A und O beim Dynamit-Fischen…“

Offline Matthias Löhr

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Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
« Antwort #43 am: 10 Januar 2020, 19:54:43 »
Die Serie wurde von SKY produziert, das nicht öffentlich-rechtlicher Rundfunk. Übrigens: Ein recht übles Machwerk ist der Film "1917", für den gerade vor der Tagesschau Reklame gemacht wird. Dieses "Heldenepos" toppt "Das Boot"bei weitem.
Ehre ward euch und Sieg, doch der Ruhm nur kehrte zurücke. Friedrich von Schiller, 1795

Götz von Berlichingen

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Re: Serie "Das Boot" - Kritiken usw.
« Antwort #44 am: 10 Januar 2020, 19:59:26 »
Auf dem Hintergrund meines Studienschwerpunktes "Didaktik der Geschichte" ist für mich folgender übergeordneter Standpunkt wichtig:

Da die Serie nicht im privatfinanzierten Rundfunkbereich lief, sondern im Öffentlich-Rechtlichen, der von den Bürgern durch ihre Gebührenpflicht finanziert wird, sieht der Gesetzgeber für die Programme einen kulturellen Auftrag vor. Im vorliegenden Fall liegt damit eine gesetzlich-verpflichtende Nähe zu den geschichtsfaktischen Gegebenheiten des Nationalsozialismus im Zusammenhang mit dem 2. Weltkrieg vor. [...] Mir scheint vor allem wichtig, dass 18jährige Ungediente keinen Anlass finden konnten, die Geschehnisse und die Einzelschicksale zu bewundern und damit jener Zeit nachzutrauern.

Propaganda als Auftrag für Rundfunk und Geschichtsdarstellung?

Daß das Machwerk in einer Fülle von Darstellungen und Szenen eben keine »Nähe zu den geschichtsfaktischen Gegebenheiten« des U-Boot-Krieges hatte, wurde ja von einer ganzen Anzahl von Kommentatoren oben festgestellt.